Hallo Steffi,
Ich wollte nur die Lebens-/Handlungsweise und Beweggründe, das
Lebensgefühl verstehen, um die Rolle eines Theaterstückes
besser umsetzen zu können.
z.B. ordnet die Witwe für sich und ihre Töchter eine 8-jährige
Trauerzeit an, in der "das Haus verschlossen bleibt", also
keine Kommunikation außerhalb der Familie stattfinden soll,
weil das seit Generationen (in der Familie?) so Sitte ist.
Da es dir wahrscheinlich um García Lorcas Stück "Bernarda Albas Haus" bzw. die Adaption davon "Ein Haus in Spanien - Der Trauerfall" geht, kannst Du auch nach Kommentaren zu dem Stück googeln. Das ist sicher erfolgreicher. Z.B. gibt es hier was:
http://www.grin.com/e-book/105917/rolle-der-frau-in-...
Aber Du solltest auch bedenken, daß es sich um ein Theaterstück handelt, das nicht unbedingt 1-zu-1 die Traditionen widerspiegelt, sondern auf einer höheren Ebene die Auswirkungen von Macht und Diktatur zeigen will. Insofern sind die 8 Jahre Trauerzeit mit ihrer Abschottung ein Symbol für die Unterdrückung und die Aussperrung der Frau aus der spanischen Gesellschaft, vor allem durch die katholische Kirche.
Deshalb macht es z.B. auch nicht viel Sinn, danach zu fragen, ob es tatsächlich solch eine 8-jährige Trauerzeit gegeben hat, weil dies eben nur ein dichterisches Bild für den Zustand der ganzen Gesellschaft ist.
Also wenn jemand etwas zu Sitten und Gebräuchen, sowie deren
Grundlage und Auswirkungen sagen kann, würde ich mich sehr
freuen.
Allerdings ist es wiederum natürlich nicht verkehrt, nach solchen Sitten und Gebräuchen zu fragen und ich hoffe, daß sich noch jemand meldet.
Viele Grüße
Marvin
PS. Fast hätte ich es vergessen, die normale Trauerzeit betrug auch in Spanien ca. ein Jahr, das ist aber, wie schon gesagt, für den Hintergrund des Stückes nicht unbedingt wichtig.