Solon und Kleisthenes

Hallo ihr
habe mal ein paar Fragen zu den obengenannten Geschichtsträchtigen Persönlichkeiten

Demokratie für 15.000 Leute
Die athenische Demokratie war etwas für FREIE (Sklaven sowieso nicht) MÄNNER (Frauen auch nicht) aus ATHEN („Ausländer“, auch wenn sie Griechen waren, ebenfalls nicht). Damit reduziert sich der Kreis der Teilhaber auf maximal 15.000 Menschen. Sie stellen im Grunde bereits eine herrschende Klasse dar, die UNTER SICH demokratisch organisiert ist.

Was wirklich von SOLON stammt, läßt sich kaum mehr ermitteln. Im 4. Jh. v.u.Z. wurde jede gesetzgeberische Neuerung als Wiederherstellung der guten alten solonischen Gesetze ausgegeben. Nach Aristoteles, „Der Staat der Athener“, §9, bestand die Gesetzgebung Solons aus drei Teilen:
a) Verbot des Darlehens mit Verpfändung der Person des Schuldners, also Verbot der Schuldknechtschaft. Ein freigeborener Athener konnte nicht mehr zum Sklaven gemacht werden.
b) Unbeschränktes Anklagerecht wegen Verbrechen, und Einführung eines Beweisverfahrens. Bis dahin hatten z.B. nur die Verwandten eines Ermordeten den Mörder anklagen können.
c) Schaffung einer Rechtsmittelinstanz gegen die Urteile der (mit Adligen besetzten) Gerichte, nämlich Berufung an die Volksversammlung (der freien athenischen Männer).
Speziell DEMOKRATISCH ist nur Buchstabe c).

Die kleisthenischen Reformen dürften mehr militärischer Art gewesen sein. Die 15.000 freien Athener Männer waren identisch mit dem Heer. Spätestens seit auch die Theten (die völlig Besitzlosen, die auch keine Waffen hatten) auf Staatskosten ausgerüstet zum Militär- oder Schiffsdienst herangezogen wurden, spätestens ab da war es nicht mehr möglich, eine Monarchie aufrechtzuerhalten. Waffen tragen ist nicht umsonst das Recht des freien Mannes; bewaffnet und rechtlos sein geht nicht.

Was nun „demokratischer“ war? Solons „Demokratie“ war zivil wie die heutige, mit Gerichten und Rechtsmitteln. Ich denke, daß ihm der Vorrang gebührt.

  • Django -