Rom

Von: , Frage gestellt am Fr, 23. Feb 2001

Tag,
mich würde mal interessieren, wie es nach der Vertreibung der Etrustischen Könige zu der Verteilung breiter Völkerschichten an der Macht kam?!

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Re: Rom

    Tag,
    mich würde mal interessieren, wie es nach der Vertreibung der
    Etrustischen Könige zu der Verteilung
    breiter Völkerschichten an der Macht kam?!
    Hallo Jens!

    Gaaaanz langsam!
    Du meinst doch mit breiten Völkerschichten sicher die Plebejer!!??
    Plebejer war im röm. Reich die Bezeichnung für die arbeitenden Volksmassen, die im Gegensatz zu den Angehörigen des Adels (Patrizier) vom Senat und zahlreichen Ämtern ausgeschlossen waren und auch keine Ehe mit Patriziern eingehen durften.
    Im Gegensatz zu den Sklaven waren sie aber persönlich frei und betätigten sich hauptsächlich als Handwerker oder Bauern.
    In jahrhundertelangem Klassenkampf erreichten sie auf manchen Gebieten Glreichberechtigung, errangen allmählich viele Bürgerrechte und bildeten eigene Körperschaften (Magistrate, Volksvertretung).
    Also, es ging nicht plötzlich mit der Vertreibung der etrusk. könige los, sondern dauerte.
    Hier einige Daten:

    494 v. Chr. Erste Einsätzung von Volkstribunen aus Plebejern
    445 v. Chr. Ehen mit Patriziern
    421 v. Chr. Höherer Staatsdienst durch Plebejer
    366 v. Chr. Plebejer Konsul
    351 v. Chr. Plebejer Zensor
    300 v. Chr. Zugang zu allen Ämtern
    287 v. Chr. Volksbeschluß als Gesetz

    Gruß Werner

  2. Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
    Zusatzinfo

    Hallo Jens,

    im Prinzip hat Werner schon viel wichtiges und richtiges gesagt. Ich wollte noch hinzufügen, dass breite Massen in der römischen Antike auch später nie etwas zu sagen hatten. Einige plebejische Familien stiegen zwar in die sogenannte senatorische Aristokratie (die Metelli z.B.)auf. Das hatten sie sich während der Ständekämpfe erstritten. Sie waren aber gegen Ende der römischen Republik genauso "Nobiles" und schauten auf Newcomer, Aufsteiger wie z.B. Cicero arrogant herab. Solche ein Aufsteiger "Homo Novus" kam alles Jahrzehnte mal in ein Konsulamt (ein Amt, das genauso wie das Senatorenamt den Nobiles de facto vorbehalten war.)

    Eine genuin plebejische Institution ist das Volkstribunat, 494 v. Chr. Hier durften sich z.B. auch nur Plebejer wählen lassen.
    In den Volksversammlungen richteten sch die Wahlberechtigten immer nach ihrem (adeligen)Patron, wie überhaupt ein Großteil der politischen Entscheidungen von den Oberhäuptern der patrizischen Familien getroffen wurde...alles im allem ist die Frage der Schichten und Familien hochkomplex:-), empfehlenwert- immer noch, obwohl schon recht alt- ist ein Büchlein von Geza Alföldy, Römische Sozialgeschichte.

    beste Grüße,

    Barbara

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