Hallo Dani,
ich versuche es, so kurz es geht und so gut ich kann:
- Weshalb nahm im 18. Jahrhundert in Europa die Bevölkerung
stark zu?
Die Medizin machte in diesem Zeitraum wesentliche Fortschritte. Dadurch sank die Kindersterblichkeit.
- Welche Folgen hatte das starke Bevölkerungswachstum?
Na auf alle Fälle wurde das Land dichter besiedelt. So verschwanden weitere Waldflächen, weil auch unwirtliche Gegenden bebaut wurden. Auch die Urbarmachung Ostpreußens ist in diesem Zusammenhang zu sehen.
Außerdem nahm die Bevölkerung in den Städten schneller zu als auf dem Land. Dadurch wurden erst einmal die nötigen Arbeitskräfte für die spätere Industrialisierung konzentriert und freigesetzt.
- Wozu brauchte man im 18. Jahrhundert Holz? Warum begann es
knapp zu werden?
Durch den beginnenden Maschinen- und Gerätebau wuchs der Eisnverbrauch stark an. Holz war damals noch Rohstoff zur Eisengewinnung. der spätere Abbau von Steinkohle ist auf die Holzverknappung zurückzuführen. Auch der zunehmende Bergbau in immer größere Tiefen brauchte verstärkt Holz für verstrebungen usw. Außerdem sank durch die dichtere Besiedlung s.o. die Waldfläche ab.
- Wozu wurde die Dampfmaschine verwendet?
Zuerst für den bergbau, zum Abpumpen des Grundwassers aus den Gruben. Später, aber wohl schwerpunktmäßig erst im 19 Jahrhundert wurde die Dampfmaschine Antriebsmaschine für Maschinen.
- James Watt hat nicht die allererste Dampfmaschine
konstruiert. Trotzdem gilt er als sehr bedeutender Erfinder.
Mit Recht?
Ja. Auf ihn geht vom Grundgedanken her die heutige Kolbendampfmaschine zurück, die eine kontinuierliche Krafterzeugung ermöglichte. Die Vorläufer hatten ein anderes Wirkungsprinzip.
- Warum wurde die Kinderarbeit allmählich eingeschränkt?
In den meisten Ländern wurde mit Schrecken festgestellt, daß die Rekruten für die Armee (in England auch die Marine) immer schwächlicher wurden, da die Kinderarbeit, die kinder brutal ausbeutete. Der Staat versuchte deshalb, dies zu unterbinden.
- Was hat die Entwicklung der Grossstädte mit der Entwicklung
der Eisenbahn zu tun?
Bist Du sicher, daß es um das 18. Jahrhundert geht??? Einsenbahnen entstanden erst im 19. Jahrhundert…
Von den Bahnen für den Bergbau und Erztransport (vorwiegend in England) abgesehen, sollte ja ein Tzransportbedürfnis zwischen den Städten erfüllt werden. Das mußte aber erst einmal vorhanden sein.
Da es noch kaum große Industrie gab, konnte das nur personenbeförderung bzw. Stückgut- und Postbeförderung sein, zumindest, solange nur einzelne Strecken und keine durchgängige Bahnnetze entstanden. Deshalb waren Bahnen nur zwischen großstädten rentabel. Strecken wie die erste deutsche Eisenbahn Nünberg-Fürth, aber auch Berlin-Potsdam und sogar Leipzig-Dresden erfüllten zuerst das bedürnis nach Personenbeförderung. Erst später verschob sich das verhältnis zum Güterverkehr hin. Dazu brauchte es aber große Menschenmassen in großen Staädten.
- Welche positiven Möglichkeiten eröffnete die Erfindung von
Maschinen den Menschen?
Theoretisch brauchten die Menschen nun nicht mehr so schwer manuell zu arbeiten. Außerdem wurden mit Maschinen Arbeiten möglich, die manuell gar nicht zu bewältigen waren und es entstanden völlig neue Produkte und Güter. Die Massenproduktion wurde möglich, viele Produkte wurden jetzt erst einmal überhaupt für die große Masse der Leute erschwinglich…
- Von heute aus gesehen: Hat Karl Marx Recht gehabt?
Gewissensfrage… Ich bin und bleibe Marxist, heute mehr den je. Ich hätte nie geglaubt, daß seine Theorien wirklich stimmen, aber in den letzten 10 Jahren habe ich das gelernt.
Nur sag das Deinen Lehrern nicht, die schwören mit Sicherheit auf ein paar andere Theoretiker.
Außerdem ist das Kaptal von Marx mit der Mehrwerttheorie nun wirklich nichts, was man in 3 Sätzen erklären kann.
- Warum setzten sich manche Arbeitgeber für die Besserstellung
der ArbeiterInnen ein?
Es ging wohl in erster Linie um den erhalt der Arbeitskraft. Zunehmend wurde ja die Masxchinenarbeit komplizierter, es wurden Fachlaute gebraucht. Da waren die Arbeitgeber schin daran interessiert, dioe Leute möglichst lange arbeitsfähig zu halten und nicht zu früh kräftemäßig zu verschleißen.
Auch sollte man nicht vergessen, daß zumindest ein Teil der Arbeitgeber auch einen christlichen Hintergrund und so was wie ein soziales Gewissen hatten. Die kannten ja anders als heute, oft die Belegschaft noch persönlich, da war es schon schwer, unmenschlich zu sein, wenn dahinter ein konkreter mensch stand. Das wird zwar heute nie so zugegeben, aber es dürfte schon eine Rolle gespielt haben.
Gernot Geyer