Taufe?

Von: , Frage gestellt am Do, 19. Feb 2004

Hallo zusammen,

wir haben einen Sohn, der wird im April 3 Jahre alt.
Bis jetzt ist er noch nicht getauft, da wir ihm keinen Glauben aufzwingen wollten. Mein Mann und ich sind aber beide getauft, evangelisch. Nun gibts natürlich seit fast 3 Jahren immer endlose Diskussionen mit meiner Mutter, die sehr dafür ist ein Kind zu taufen. Wir (besonders ich) sind total zerrissen, da wir nicht besonders gläubig sind. Mir haben sich früher immer wieder Fragen aufgetan, die ich auch im Unterricht (damals noch in der Berufsschule) stellte. Mein damaliger Rel.Lehrer konnte mir die nicht beantworten und als ich weiterbohrte wurde ich aus dem Zimmer geschickt. Um euch verständlich zu machen um was es geht: Adam und Eva wurden aus dem Paradies verstoßen, Kain hat Abel erschlagen und sie sind weitergewandert. Sie kamen nach Babel, wo gerade der Turmbau zu Babel stattfand. Häh? Wie kann das sein wo doch Adam und Eva angeblich die ersten Menschen waren?
Solche und mehr Fragen konnte man mir einfach nicht beantworten oder fands einfach nervig, keine Ahnung.
Ich wollte damit wirklich nicht nerven, war aber sehr enttäuscht dass mir nicht einmal mein Relilehrer (Pfarrer) dies erklären konnte, oder wollte.
Und überhaupt wird die Kirche immer als so gut dargestellt.
Was war denn damals im MA? Da wurden einfach Frauen die rote Haare hatten oder Kräuter sammelten als Hexen abgestempelt und entweder verbrannt oder bei lebendigem Leib eingemauert.
So was verstehe ich nicht, dass konnte doch nicht wirklich das Ziel der Kirche sein oder von Gott gewollt.
Bin wirklich ratlos. Was soll ich tun?
Sollte mein Kind sich nicht erst mit verschiedenen Religionen beschäftigen und sich dann selbst entscheiden dürfen?

Auch mach ich mir Gedanken wenn er in den KA kommt, wird er da als Außenseiter gehandelt? Das möchte ich auf gar keinen Fall.

Bitte helft mir.

Liebe Grüße
Yvonne

14 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 29 Minuten 0 hilfreich
    Re: Taufe?

    Hallo Yvonne !
    Erstmal zu deiner Mutter : ist sie sehr gläubig oder warum ist sie so sehr
    dafür, dein Kind zu taufen? Eine Taufe sagt ja erst mal nichts über die weitere
    Religionserziehung aus.
    Auch ich habe mir schon öfters Gedanken gemacht, wie ich ein Kind in der
    Balance zwischen meinem eigenen Atheismus und den Forderungen von Umgebung,
    Kindergarten und Schule erziehen kann.
    Wie stark hier in Bayern( ländliche Gegend) das Christliche in Schule und
    Kindergarten den täglichen Ablauf beeinflußt, konnte ich in meiner Ausbildung
    zur Erzieherin erleben.
    Wenn du deinen Sohn dann in den Kindergarten schickst, dürfte eine nicht
    vorhandene Taufe kein Aufnahmehindernis sein. Sicher wird er die eine oder
    andere Bibelgeschichte zu hören bekommen, es liegt aber an Dir, diese auf eine
    Ebene mit z.B. Grimms Märchen zu verlagern. Und die Feste und Feiern gehören ja
    auch unterdessen zu unserem westlichen Kulturgut. Oder feiert ihr kein
    Weihnachten und Ostern?
    Später in der Schule habt ihr dann ja auch die Möglichkeit, ihn beim
    Ethikunterricht anzumelden.
    Ich würde ihn nicht taufen lassen, er sollte dies später selbst entscheiden. Es
    kostet sonst nur wieder Geld beim Austreten. Gottseidank ;-) braucht man nicht
    mehr zu begründen, warum man dieser Organsation nicht mehr angehören mag.

    So, daß ist erstmal das Erste, was mir dazu einfiel, es wäre schön, wenn wir
    noch die Argumente deiner Mutter erfahren dürften.

    Sabine

    Mod: komplett ziztierter Text gelöscht, da soetwas nur unnötigen Traffic
    verursacht

    • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Taufe?


      Hi zusammen,

      bin echt begeistert wieviele von euch doch auch dieser Meinung sind, werde nun
      auch dabei bleiben und ihn nicht taufen.

      Die Beweggründe meiner Mutter liegen wohl dabei dass sie denkt ein ungetauftes
      Kind ist wohl nicht ausreichend geschützt - wovor auch immer.
      So immens christlich ist sie nicht. Sie geht wohl an Weihnachten in die Kirche
      und hat auch schon ab und an beim Kindergottesdienst mitgeholfen, aber das wars
      auch schon.
      Wenn irgendwelche Leute gestorben sind hat sie meinen 2 kleineren Geschwistern
      gesagt das die bei dem lieben Gott im Himmel sind, wehe ich sprach dagegen und
      hab gesagt dass man doch überhaupt nicht wissen könne ob es einen Gott gibt
      oder ähnliches. So können man das keinem Kind erklären bla bla bla.
      Klar, denke ich das es nach dem Tod auch noch was gibt, aber ich glaube eher an
      sowas wie eine Wiedergeburt in einem anderen Körper, gegebenenfalls auch in
      einen Tierkörper, etc...

      Mittlerweile wird das Thema Taufe nur noch selten angesprochen aber dann halt
      richtig. Muss mich mal mit ihr zusammensetzen und richtig diskutieren,
      vielleicht klappts dann.

      Auch möchte ich nicht dass mein Sohn sich taufen läßt nur weils dann Geschenke
      und Geld gibt an der Konfirmation.
      Das machen leider viel zu viele.


      Ja, wir wohnen auf dem Land, weiß aber nicht ob es in unserem Ort für ein
      ungetauftes Kind schwieriger als für ein getauftes Kind ist, da er unser erster
      Sohn ist und noch nicht in den Kiga geht.
      Habe davon allerdings bei meinen Geschwistern in der Schule schon gehört. Das
      Geschwätz hielt zwar nicht lange an, aber es war vorhanden.


      Klar feiern wir Weihnachten und Ostern wie andere auch.
      Da gibts dann auch Geschenke und so weiter.
      Er darf auch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen glauben, da war ich vor
      seiner Geburt immer gegen. So ein Scheiß, hab ich immer gesagt, aber okay.
      Den Glauben nehm ich ihm nicht, da kommt er eh bald von selbst drauf.
      Klar darf er auch an einen Gott glauben und wenn er dies tut kann er sich von
      mir aus auch taufen lassen.

      Auf jeden Fall möchte ich allen die mir so liebe und wertvolle Antworten
      gegeben haben herzlichst danken.

      Viele liebe Grüße
      Yvonne

      Mod: komplett ziztierter Text gelöscht, da soetwas nur unnötigen Traffic
      verursacht und den Thread sehr unübersichtlich werden lässt

      • Antwort von nach 4 Stunden 5 hilfreich
        Re^3: Taufe?


        Hallo Yvonne !
        Ich selbst bin eine gläubige Katholikin, und habe meine Kinder taufen lassen.
        Ich würde dir aber raten, deinen Sohn nicht taufen zu lassen. Die Taufe ist
        kein Aufzwingen des Glaubens, sondern die Entscheidung der Eltern das Kind im
        Glauben zu erziehen. Ich fand das Taufen der Kinder immer absurd, wenn andere
        Menschen oder Gründe dahinter stehen. Ebenso ist es nicht möglich dass sich
        Kinder eines Tages für eine Religion entscheiden, die sie kaum kennengelernt
        haben. Allerdings würde ich das Kind nicht ganz ohne Wissen über Religion
        aufwachsen lassen. Wenn du dir selber dabei schwer tust, vielleicht kannst du
        das der Oma überlassen, selbst wenn du mit dem was sie erzählt nicht
        einverstanden bist. Kinder müssen auch lernen, dass es gerade in religiösen
        Fragen, verschiedene Ansichten gibt.Es ist auch eine Sache der Erziehung zur
        Toleranz. Schlimm finde ich nur, wenn Eltern den Glauben anderer
        heruntermachen.
        Alles Gute, dir und deiner Familie
        GrüßMonika

        Mod: komplett ziztierter Text gelöscht, da soetwas nur unnötigen Traffic
        verursacht und den Thread sehr unübersichtlich werden lässt

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Taufe?

        Hallo Yvonne, bin echt begeistert wieviele von euch doch auch dieser Meinung
        sind, werde nun auch dabei bleiben und ihn nicht taufen.
        Ich bin vielleicht etwa spät dran, aber das Thema wurde auch schon mal in ähnlicher Weise hier diskutiert:
        http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv...
        Soviel vorweg: Ich bin auch Deiner Meinung. Wenn irgendwelche Leute gestorben sind hat sie meinen 2
        kleineren Geschwistern gesagt das die bei dem lieben Gott im
        Himmel sind, wehe ich sprach dagegen und hab gesagt dass man
        doch überhaupt nicht wissen könne ob es einen Gott gibt oder
        ähnliches. So können man das keinem Kind erklären bla bla bla.
        Mit "bla bla bla" triffst Du es eigentlich ganz richtig. Ich bin vollkommen agnostisch erzogen worden und geschadet hat es mir nicht. Mittlerweile wird das Thema Taufe nur noch selten angesprochen
        aber dann halt richtig. Muss mich mal mit ihr zusammensetzen
        und richtig diskutieren, vielleicht klappts dann.
        Das wird auf jeden Fall sehr schwierig werden. Aus eigener (leidlicher) Erfahrung kann ich Dir sagen, dass in mindestens 90% aller Fälle Argumente vollkommen nutzlos sind (das Thema hast Du ja auch schon angedeutet -> Logikbrüche in der Bibel etc.). Ja, wir wohnen auf dem Land, weiß aber nicht ob es in unserem
        Ort für ein ungetauftes Kind schwieriger als für ein getauftes
        Kind ist, da er unser erster Sohn ist und noch nicht in den
        Kiga geht.
        Habe davon allerdings bei meinen Geschwistern in der Schule
        schon gehört. Das Geschwätz hielt zwar nicht lange an, aber es
        war vorhanden.
        Ist auch nicht weiter wild, ein wenig Opposition, auch früh im Leben, stärkt den Charakter. Wichtig ist nur, dass Du/Ihr fest zu Deiner/Eurer Entscheidung steht und etwaige Angriffe von Verwandten schärfstens unterbindet. Klar feiern wir Weihnachten und Ostern wie andere auch.
        Da gibts dann auch Geschenke und so weiter.
        Was ja ganz besonders christliche Feste sind. :) Klar darf er auch an einen Gott glauben und wenn er dies tut
        kann er sich von mir aus auch taufen lassen.
        Interessant ist hierbei auch folgendes: Mit Ausnahme der expansiven christlichen und der hereditären jüdischen Religion, beides monotheistische und auf Ihre Mitgliederzahl bedachte Glaubengsgemeinschaften, ist es in den wenigsten Religionen so, dass Kinder überhaupt schon zur festen Anhängerschaft gezählt werden.

        Grüße,

        Anwar

  2. Antwort von nach 52 Minuten 0 hilfreich
    Re: Taufe?

    Hallo Yvonne,
    wir haben einen Sohn, der wird im April 3 Jahre alt.
    Bis jetzt ist er noch nicht getauft, da wir ihm keinen Glauben
    aufzwingen wollten. Mein Mann und ich sind aber beide getauft,
    evangelisch. Nun gibts natürlich seit fast 3 Jahren immer
    endlose Diskussionen mit meiner Mutter, die sehr dafür ist ein
    Kind zu taufen.
    So wie Duu das formulierst, ist Deine Mutter dafür, weil sich das so gehört. Das ist m.E. der schlechteste Grund dafür ein Kind taufen zu lassen. Bin wirklich ratlos. Was soll ich tun?
    Sollte mein Kind sich nicht erst mit verschiedenen Religionen
    beschäftigen und sich dann selbst entscheiden dürfen?

    Auch mach ich mir Gedanken wenn er in den KA kommt, wird er da
    als Außenseiter gehandelt? Das möchte ich auf gar keinen Fall.
    Leider schreibst Du nicht, wo Du wohnst, wie die Situaton mit anderen Kindern (z.B. türkischer Abstammung, weitere Konfessionen) ist.

    Meine Tochter (25) ist ungetauft, allerdings war ich auch schon vor ihrer Geburt aus der Kirche ausgetreten. Damals gehörte die halbe Klasse (in München) keiner hierzulande üblichen Religionsgemeinschaft an. So war Nataschas ungetauft sein nichts Besonderes. Heutzutage kriege ich hin und wieder ein Dankeschön dafür, dass ich sie nicht taufen habe lassen. O-Ton: "Dann brauche ich wenigstens nicht erst noch auszutreten."

    Gruß, Karin

  3. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Taufe?

    Auch mach ich mir Gedanken wenn er in den KA kommt, wird er da
    als Außenseiter gehandelt? Das möchte ich auf gar keinen Fall.
    Hi Yvonne,

    meine beiden Kindern sich bewusst nicht getauft worden weil mein Mann und ich beide Atheisten sind. Am Anfang gab es auch Tränen von den Großmüttern aber inzwischen haben sie sich daran gewöhnt.

    Im Kindergarten gab es diesbezüglich gar keine Probleme - da gibt es ungetaufte,griechisch orthodoxe, Zeugen Jehovas usw.....
    es ist allerdings auch kein kirchlicher Kindergarten.
    Und Du musst Dir auch überlegen ob der der Umgang mit Bekannten oder Verwandten die wegen der Taufe ein Theater machen überhaupt erstrebenswert ist. So intolerante und engstirnige Gestalten muß ich nicht haben!!! Umgekehrt wird nämlich auch Schuh daraus - ich verhalte mich meiner Umgebung gegenüber auch tolerant und akzeptiere den Glauben anderer.
    Bedenke auch, dass Dein Kind, wenn es getauft ist in den Religionsunterricht gehen muß! Die Werte die insbesondere im katholischen Reli Unterricht vermittelt werden sind meineserachtens fragwürdig - insbesondere was die Rolle der Frau in der Gesellschaft angeht.
    Wenn Dein Kind ungetauft ist hast Du die Wahl zwischen Ethik und Reli.
    Meine Große geht in Ethik und ich bin damit sehr zufrieden.

    Fazit: Mach nichts nur weil andere es wollen. Die "Prophylaxe-Taufe" von Kindern halte ich für verlogen und heuchlerisch.


    Viele Grüße - Sue

  4. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Taufe?

    Hallo Yvonne,

    ich selbst habe keine Kinder, aber ich kenne viele im Bekanntenkreis.

    Meine Freundin z.B. hat ihre Kinder mit 5 bzw. 8 Jahren zusammen taufen lassen - das wollten die auch selbst. Es hängt bestimmt viel an der Person, die den Glauben vermittelt. Dein Pfarrer war da anscheinend nicht so begnadet. Es ist allerdings auch vergeblich, die Bibel logisch zu hinterfragen bzw. in eine realistische Zeitlinie zu bringen. Aber das nur nebenbei.

    Warum hast Du Angst, Dein Kind könnte in der heutigen Zeit gehänselt werden, weil es nicht getauft ist? Wohnst Du so sehr auf dem Land? In meiner Umgebung ist das absolut kein Problem.

    Ich würde das an Deiner Stelle allein mit Deinem Mann entscheiden und mich nicht von einer Oma beeinflussen lassen. Wenn es Dir so sehr wiederstrebt, wie Du beschreibst - dann lass es. Oder lass Dein Kind selbst entscheiden. Mit mir befreundete Brüder waren auch nicht getauft - der eine hat sich mit 13 taufen lassen, der andere erst kurz vor seiner Hochzeit. Das ist doch heute wirklich kein Thema mehr.

    Kurz noch etwas hierzu: Und überhaupt wird die Kirche immer als so gut dargestellt.
    Die Kirche war zu keinem Zeitpunkt nur gut. Sie war und ist immer so gut, wie die Menschen, die sie machen. Auch für mich sind Kirche und Christentum nicht immer vereinbar. Und ich glaube auch, daß Jesus von Nazareth im Grab (in dem er ja angeblich nicht mehr ist ;-)) rotieren würde, wenn er wüßte, was aus seinem Grundgedanken geworden ist. Aber es ist nunmal eine Tatsache, daß unsere gesamte Gesellschaft in Deutschland (bzw. Mitteleuropa) über die Jahrhunderte christlich geprägt wurde. Und um die Hintergründe unserer Gesellschaft zu verstehen, ist es nicht verkehrt, sich mit dem Christentum auseinander zu setzen - ebenso wie mit unseren anderen, keltischen und germanischen Wurzeln, die ja auch immernoch "durchplinzeln" - gerade jetzt an Fasching - aber dafür muß man nicht wirklich getauft sein.... So was verstehe ich nicht, dass konnte doch nicht wirklich das
    Ziel der Kirche sein ....
    Ziel der Kirche war und ist es, Macht auszuüben. Und da ist oft jedes Mittel recht. Da ist sie nicht besser, als jede andere Institution in unserer Gesellschaft.

    Gruß
    Tania

  5. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Taufe?

    Hallo Yvonne, Nun gibts natürlich seit fast 3 Jahren immer
    endlose Diskussionen mit meiner Mutter, die sehr dafür ist ein
    Kind zu taufen.
    mal grundsätzlich, die Entscheidung (und Verantwortung) liegt bei den Eltern.

    Hat Deine Mutter besondere Gründe, warum ihr das Kind taufen lassen sollt? Adam und Eva wurden aus dem Paradies
    verstoßen, Kain hat Abel erschlagen und sie sind
    weitergewandert. Sie kamen nach Babel, wo gerade der Turmbau
    zu Babel stattfand. Häh? Wie kann das sein wo doch Adam und
    Eva angeblich die ersten Menschen waren?
    na ja, zwischen der Vertreibung aus dem Paradies und dem Turmbau zu Babel sind ja einige Jährchen vergangen *g* Solche und mehr Fragen konnte man mir einfach nicht
    beantworten oder fands einfach nervig, keine Ahnung.
    Ich wollte damit wirklich nicht nerven, war aber sehr
    enttäuscht dass mir nicht einmal mein Relilehrer (Pfarrer)
    dies erklären konnte, oder wollte.
    Für solche Fragen haben wir das Brett "Religion & Ethik". Sollte mein Kind sich nicht erst mit verschiedenen Religionen
    beschäftigen und sich dann selbst entscheiden dürfen?
    Das würde ich auch befürworten. Auch mach ich mir Gedanken wenn er in den KA kommt, wird er da
    als Außenseiter gehandelt? Das möchte ich auf gar keinen Fall.
    Heutzutage sind "rein evangelische/katholische" Klassen eher die Seltenheit. Es wird also noch andere ungetaufte Kinder geben.

    Gruss Harald

  6. Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
    Re: Taufe?

    Hallo Yvonne

    meine Frau ist evangelisch und ich bin katholisch. Unsere Kinder (heute 18 und 21 Jahre) sind beide nicht getauft.
    Wir waren immer der Meinung, daß sie sich ihren Fußball-, Musik- und Glaubensverein selbst aussuchen sollen, wenn sie alt genug sind.
    Beide haben während ihrer gesamten Schulzeit (freiwillig) am Religionsunterricht teilgenommen. Obwohl wir ländlich wohnen, hat es nie die Situation gegeben, daß sie als Außenseiter behandelt worden wären.
    Meine Tochter hat (freiwillig) sehr früh angefangen sich in der ev. Kirche zu engagieren. Als sie noch jünger war, hatte sie den starken Wunsch sich mit 14 taufen und konfirmieren zu lassen. Als es dann soweit war, hat sie nach langen und reiflichen Überlegungen (wieder freiwillig) darauf verzichtet, da sie sich doch nicht hundertprozentig mit den Ideen der Kirche und den Vorstellungen des Glaubens identifizieren konnte, wohlwissend daß sie dadurch auch auf Feiern und reichlich Geschenke verzichtet. Ihr Engagement in der Kirche ist aber nach wie vor ungebrochen. Sie versteht sich sehr gut mit dem Pfarrer, der ihre Entscheidung akzeptiert und sogar bewundert, da sie wohl eine der wenigen ist, die sich wirklich Gedanken gemacht haben.
    Unser Sohn hat sich nie für Kirche interessiert, dafür hatte er zeitwweise ein starkes Interesse an der Bibel entwickelt und sich intensiv mit ihr auseinandergesetzt.

    Ich bin absolut sicher, daß die Aktivitäten der Kinder sich nie in dieser Form entwickelt hätten, wenn sie getauft worden wären und alles mitgemacht hätten (Kommunion oder Konfirmation, Geschenke kassieren usw.), wie es eben so üblich ist.

    Was Eltern, Omas und andere wohlmeinenden Verwandte gesagt oder gemeint haben, kam immer erst unter "ferner liefen". Bei uns gibt es sehr klare "Richtlinien", wer wo mitreden darf und wo nicht. In unsere Entscheidungsbefugnis hat niemand reinzureden. Da gab es von Anfang an ganz deutliche Signale ;-)

    Hoffe dir etwas geholfen zu haben
    Gruß
    Roland



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