Schüleraustausch Südafrika

Von: , Frage gestellt am Di, 16. Nov 2004

Hallo zusammen -

unsere Tochter, 15, möchte überraschend jetzt doch in der 11. Klasse ins Ausland und hat sich Südafrika ausgeguckt (Bruder war in USA, das sollte es also NICHt sein, einen Grund FÜR Südafrika konnte sie bislang nicht nennen). Bitte an die Südafrika-Kenner unter uns/Euch: Kann man dort eine 15jährige (die dann knapp 16 sein wird) guten Gewissens hinschicken? Spricht irgendetwas gegen einen solchen Aufenthalt?

fragt sich und Euch, weil im Augenblick noch völlig überfragt (und leider in Eile wegen baldiger Bewerbungsschlüsse) und auch noch weitgehend uninformiert

Aia
(die zum Thema Schüleaustausch ansonsten gut informiert ist)

7 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 4 hilfreich
    Re: Schüleraustausch Südafrika

    Hallo Aia, Spricht irgendetwas gegen einen solchen Aufenthalt?

    Nein. Sie wird ja in eine Familie (?*) kommen. Und die
    werden auf sie aufpassen, wie auf ihre eigenen Tochter.

    Wie in jedem Land gibt es dos+don'ts, die wird sie in
    der Familie schnell lernen. Wenn sie besonders am Anfang,
    wenn sie die oertlichen Gegebenheiten nicht so kennt,
    sich an die anderen Familienmitglieder haelt, faehrt sie
    gut. Das ist in Suedafrika nicht anders wie in anderen
    Laendern.

    Ansonsten kaeme es sehr auf genaue Gegend an. Es gibt
    in Suedafrika grosse Gefaelle im sozialen Stand, mehr als
    in Deutschland. Aber eine Familie, die sich an einem
    Schueleraustauschsprogramm beteiligt, wird nicht in einem
    Slum wohnen.

    Gruesse
    Elke

    * es gibt die Moeglichkeit in der deutschen Schule in
    Kapstadt einen oder mehrere 'Terms' (ein Jahr ist unterteilt
    in 3 oder 4 Terms) im angeschlossenen Internat zu verbringen.
    Das Internat ist nur fuer Schuler ab 16. Die Preise sind
    fuer deutsche Verhaeltnisse erschwinglich (was Internate
    betrifft).
    Info dazu hier:
    http://www.dsk.co.za/

    • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Schüleraustausch Südafrika

      Hallo auch, * es gibt die Moeglichkeit in der deutschen Schule in
      Kapstadt einen oder mehrere 'Terms' (ein Jahr ist unterteilt
      in 3 oder 4 Terms) im angeschlossenen Internat zu verbringen.
      Das Internat ist nur fuer Schuler ab 16. Die Preise sind
      fuer deutsche Verhaeltnisse erschwinglich (was Internate
      betrifft).
      Info dazu hier:
      http://www.dsk.co.za/
      Eine Freundin von mir war für ein Jahr dort und ihr hat es ziemlich gut gefallen. Allerdings war ihr das Niveau nicht unbedingt hoch genug (??) und deswegen ist sie fürs Abi wieder an unsere Schule zurück. Aber wenn deine Tochter eh nur für ein Jahr weg will, ist das wohl kein Problem. (Zumindest lernt sie dann auch neben Englisch etwas Afrikaans, ist doch nett....hat nicht jeder im Lebenslauf stehen. *grins*) Jedenfalls kam meine Freundin unbeschadet wieder und will auch gerne nochmal während des Studiums nach Südafrika.

      Schönen Gruß
      Kel

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Schüleraustausch Südafrika

      Danke Dir, Elke.
      In der Tat soll es ein Aufenthalt in einer Familie sein - kein Internat. Und unsere Tochter ist keine Draufgängerin und auch nicht besonders leichtsinnig.

      Na, mal sehen...

      Gruß
      Aia

  2. Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
    Re: Schüleraustausch Südafrika

    also ich kann nur von einer freundin, die 6monate in afrika in einer gastfamilie war, berichten.
    eigentlich wollte sie nur 4monate hin, aber es hat ihr so gut gefallen, dass sie ihren aufenthalt verlänger hat.
    natürlich ist es ein krasser unterschied zu deutschen verhältnissen.
    man isst täglich das gleiche, ist auch nicht sonderlich schmackhaft, und natürlich mit den händen! (sie war in einer "wohlhabenden" familie). toilettenhäuschen, wenn überhaupt vorhanden, sind meist draußen und toilettenpapier sind meist zeitungen oder blätter und wenn kein geld da ist, gibt es eben kein "klopapier".
    auch kam es vor, dass in der "örtlichen" kneipe eine schießerei war und ein anderer schwarzer erschossen wurde.
    meine freundin hat sich allerdings selbst NIE in gefahr gefühlt!!!! ( nicht falsch verstehen!!!!
    die menschen dort unten sind sehr freundlich und ich glaube es hilft deiner tochter auch bei ihrer entwicklung. wenn sie sich von solch einem "niedrigsten" wohn/lebensniveau nicht abschrecken lässt, wird es ihr da unten sicher gefallen!

    wenn du möchtest kann ich meine freundin nach der organisation fragen, mit der sie dort war...


    heike

    • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Schüleraustausch Südafrika

      Hallo Heike, man isst täglich das gleiche, ist auch nicht sonderlich
      schmackhaft, und natürlich mit den händen! (sie war in einer
      "wohlhabenden" familie).
      Sie war wohl in einer normalen schwarzen Familie.
      Nicht in einer wohlhabenden (die wohnen naemlich
      auch nicht mehr in den Townships) schwarzen
      Familie. toilettenhäuschen, wenn überhaupt
      vorhanden,
      sind vorhanden, wenn sie nicht in einem Slum oder in
      einer ganz abgelegenen Gegend auf dem Land (unwahrscheinlich,
      weil Schulen zu weit weg waeren) gewohnt hat. sind meist draußen und toilettenpapier sind meist
      zeitungen oder blätter und wenn kein geld da ist, gibt es eben
      kein "klopapier".
      auch kam es vor, dass in der "örtlichen" kneipe eine
      schießerei war und ein anderer schwarzer erschossen wurde.
      meine freundin hat sich allerdings selbst NIE in gefahr
      gefühlt!!!! ( nicht falsch verstehen!!!!
      die menschen dort unten sind sehr freundlich und ich glaube es
      hilft deiner tochter auch bei ihrer entwicklung. wenn sie sich
      von solch einem "niedrigsten" wohn/lebensniveau nicht
      abschrecken lässt, wird es ihr da unten sicher gefallen!
      Niedrigst ist auch wieder anders (nur innerhalb Suedafrika).
      Sorry Heike, ich will nicht besserwisserisch rueberkommen
      (tu es wohl aber doch, ist mir schon klar), aber innerhalb
      Suedafrika gibt es soviele unterschiedliche Situationen, die
      heute nicht mehr nur noch an der Hautfarbe festgemacht
      werden koennen.

      Um es ganz klar zu sagen, ich wuerde meine Soehne in gewissen
      Townships unter keinen Umstaenden wohnen lassen (z.B. Alexandra
      in der Naehe von Johannesburg/Sandton). Aber ich kann mir
      nicht vorstellen, dass es dort ueberhaupt Gastfamilien
      fuer Schueleraustausch gibt (was nicht heisst, das moechte
      ich klar stellen, dass es dort nicht sehr gastfreundliche
      Familien gibt, ich kenne sogar zwei davon, habe dort schon
      selbst uebernachtet).

      Solange Aya nicht mehr Informationen hat, kann man eigentlich
      nichts Definitives sagen.

      • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Schüleraustausch Südafrika

        ich hab nur erzählt,wie es bei ihr war...! Sie war wohl in einer normalen schwarzen Familie.
        Nicht in einer wohlhabenden (die wohnen naemlich
        auch nicht mehr in den Townships) schwarzen
        Familie.
        --> wenn ich mir die bilder anschau und die nachbarn in einer rundhütte zu 6 wohnen und auf bastmatten schlafen, sehe ich die familie, die sogar ein auto hat und jeder sein eigenes zimmer,fernseher etc... als wohlhabend an! sind vorhanden, wenn sie nicht in einem Slum oder in
        einer ganz abgelegenen Gegend auf dem Land (unwahrscheinlich,
        weil Schulen zu weit weg waeren) gewohnt hat.
        --> die schule war 1 1/2stunden mim bus weit weg. also wars wohl schon in ner abgelegenen gegend...oder ist das da unten normal??? Niedrigst ist auch wieder anders (nur innerhalb Suedafrika).
        --> ich hab das im verhältnis zu deutschland gesehen.sicher gibt es anderswo noch schlimmere situationen. Solange Aya nicht mehr Informationen hat, kann man eigentlich
        nichts Definitives sagen.
        --> da stimm ich dir natürlich überein. wollt ja auch nur mal von meinen erfahrungsberichten erzählen. ich weiss nämlich nicht, ob man sich das da unten so vorstellen kann, wenn man sich dafür entscheidet

        • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
          Re^4: Schüleraustausch Südafrika

          Hallo Muckele, ich hab nur erzählt,wie es bei ihr war...!
          Ich wollte dich nicht angreifen, nur relativieren.
          --> wenn ich mir die bilder anschau und die nachbarn in
          einer rundhütte zu 6 wohnen und auf bastmatten schlafen, sehe
          ich die familie, die sogar ein auto hat und jeder sein eigenes
          zimmer,fernseher etc... als wohlhabend an!
          Das war dann auf dem Land. Da kommt meine Relativierung
          rein. Ich halte das fuer eine Schuelertauschsituation
          sehr ungewoehnlich. Normalerweise geht man doch fuer
          ein ganzes Jahr und da ist dann den Eltern wie (vielleicht)
          auch dem Schueler wichtig, dass dieses Jahr in D anerkannt
          wird, bzw. dass ein einigermassen Standard aufrechterhalten
          wird. Das sehe ich bei 'government schools' auf dem
          Land in Suedafrika eigentlich eher nicht.
          --> die schule war 1 1/2stunden mim bus weit weg. also wars
          wohl schon in ner abgelegenen gegend...oder ist das da unten
          normal???
          Jein. Auf dem Land eben schon. Aber das ist dann eigentlich
          kein 'normaler' Schueleraustausch mehr. Da du auch etwas von
          der oertlichen Shebeen (Kneipe) geschrieben hast, ist die
          Abgelegenheit andererseits ungewoehnlich. Vielleicht so
          zu erklaeren, dass die Schueler in eine weiter entfernte,
          bessere Schule gehen als die oertliche. Insgesamt ist
          es allerdings schon klar, dass die Groessenverhaeltnisse und
          Entfernungen in Suedafrika anders sind. Niedrigst ist auch wieder anders (nur innerhalb Suedafrika).
          --> ich hab das im verhältnis zu deutschland gesehen.sicher
          gibt es anderswo noch schlimmere situationen.
          Ausser Frage. Aber eben das widerspricht sich etwas
          mit deinen Aussagen ueber eine 'wohlhabende Familie'.
          Ich wollte eben auch dem Cliché entgegen wirken. Wohlhabend
          ist fuer schwarze Suedafrikaner auch mehr als nur Auto und
          Fernseher zu besitzen. Solange Aya nicht mehr Informationen hat, kann man eigentlich
          nichts Definitives sagen.
          --> da stimm ich dir natürlich überein. wollt ja auch nur
          mal von meinen erfahrungsberichten erzählen. ich weiss nämlich
          nicht, ob man sich das da unten so vorstellen kann, wenn man
          sich dafür entscheidet
          Eben. Sie koennte aber genauso gut in eine (schwarze) Familie
          kommen, die in einem der Vororte von Johannesburg wohnt, wo
          Papa den BMW und Mama den Toyota Hilux faehrt, wo nur Englisch
          geredet wird, und Gaertner und Dienstmaedchen im Haus wohnen.
          Oder in eine (weisse) Familie in Brixton, die Englisch und
          Afrikaans spricht und mit Grossmutter, Tante, Onkel, Cousin
          und 20 anderen Verwandten in einem Haus wohnt. Oder in 1 von
          100 anderen Varianten. Die von dir beschriebene, scheint mir
          im Zuge eines Schueleraustauschs eine ungewoehnliche.

          Gruesse
          Elke

Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!