Hinweise zu Unmögliche Großeltern

Von: , Frage gestellt am Fr, 29. Apr 2005

Hallo miteinander,

zwar ist meine Frage auch ein bißchen ein Fall für's Psychobrett, aber hier gibt es sicher auch Rat .....

Meine drei Kinder sind zwischen fast 5 und 10 Jahre alt. Meine Eltern wohnen zwar nur ca. 10 Autominuten weg von hier, meine Mutter hat ein eigenes Fahrzeug und ist nicht berufstätig, aber trotzdem haben und hatten sie nie wirklichen Kontakt zu ihren Enkeln. Besonders meine Mutter war entsetzt, als sie "so jung" (mit 50...) Oma wurde, wobei wir finanziell unabhängig, beruflich gefestigt und in jeder Hinsicht selbständig waren, außerdem auch nicht mehr soooo jung - 28, um genau zu sein ;-)

Meine Eltern waren noch nie mit einem der Kinder ein Eis essen, im Zoo, spazieren oder sonstwas. Zur Einschulung der beiden älteren Kinder sind sie nicht erschienen. Als ich Betreuung brauchte, suchte ich eine Tagesmutter, denn meine Mutter machte schon in der Schwangerschaft klar, dass SIE nicht babysitten werde (habe ich auch nicht einkalkuliert, da sie schon immer sehr kalt und herzlos war). Geschenke gibt es zwar meistens zu den üblichen Anlässen, aber sie fragen nicht, was sich die Kinder wünschen. Daher liegen sie fast immer völlig neben den Interessen der Kinder. Sie halten sich nicht mal an die Altersangaben, zu ihrem 7. Geburtstag bekam meine Tochter ein Bastelspiel (sie haßt Basteln) für Vierjährige... Alternativ schenken sie gerne "schicke" Klamotten, wobei meine Mutter bestimmt, was ihnen zu gefallen hat und stinkebeleidigt ist, wenn die Kinder dann beim nächten Besuch nicht das nette und ach so teure rosa Kleidchen anhaben, sondern in Hosen herumlaufen - bäh !!!! Der Versuch, dass ich dann eben etwas kaufe und sie es bezahlen, scheiterte daran, dass sie ausschließlich das zu schenken gedenken, was IHNEN gefällt und sich von MIR nichts vorschreiben lassen. Pffft, mir ging es nur darum, dass die Kinder sich über Geschenke auch freuen....

Allerdings müssen wir an Weihnachten, Ostern und den Geburtstagen regelmäßig die heile Familie spielen, besonders für die Kamera. Es macht die ganze Zeit klick - und bitte lächeln *kotz*, und/oder die Videokamera läuft dazu. Das habe ich in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt, denn ich sehe nicht ein, dass man mit Kindern "angibt", die einem sonst völlig gleichgültig sind.

Falls Ihr Euch fragt, warum ich überhaupt noch den spärlichen Kontakt zu diesen Menschen halte - es geht eben nicht um MICH, sondern um die Kinder. Sie sollen ihre Großeltern selbst einschätzen lernen, ich habe mich all die Jahre bemüht, relativ neutral zu bleiben, und sehr vieles gschluckt. Jetzt haben zumindest die Großen erkannt, dass da rein gar nichts ist außer heißer Luft. Meine Älteste leidet sehr darunter, vor allem deshalb, weil ihr einer Pate - mein Bruder - seit Jahren keinen Kontakt zu ihr hat, meine Eltern siehe oben, und dann gibt es eben nur noch meine recht umständliche und hilfebedürftige Schwiegermutter. Bei all ihren Freundinnen aber gibt es eine richtige Familie, da bekommt sie sehr gut mit, dass die Mädchen mal ein paar Tage bei Oma sind, sogar mit fitten Großeltern verreisen, Wünsche erfüllen, ins Kino gehen ....

Diese Woche nun hatte meine Älteste Geburtstag. Da sie nachmittags Schule hatte und danach meistens auch noch Hausaufgaben zu erledigen sind, wollte sie an diesem Tag direkt keinen Besuch, sondern am Wochenende. Aber auf einen Anruf hat sie gewartet. Nur - der kam nicht ! Abends hat meine Tochter dann geweint, weil sie so gräßliche Großeltern hat - und ich hätte am liebsten mitgeheult :-(((

Meine Eltern haben ihr nicht einmal gratuliert !

Einen Tag später rief meine Mutter an, als meine Tochter noch in der Schule war (echt, das Kind geht zur Schule, daran dachte die Oma gar nicht....), und wollte gratulieren. Sie habe gedacht, am eigentlichen Geburtstag sei vielleicht zu viel los für das Kind - dummes Geschwätz *kotz*. Nachmittags hat sie es noch einmal versucht, aber wir waren nicht daheim (doch, ich habe ein Handy !), da hat sie auf den AB gesäuselt, und das war's. Mein Vater hat sich gar nicht gemeldet, der ist workaholic, da kann man das ja nicht erwarten.

Nächste Woche, wenn meine andere Tochter Geburtstag hat und die Verwandtschaft meines Mannes kommt (die wohnen weiter weg, da ging es nicht anders), wollen meine Eltern sich nur "extra Zeit nehmen" und antanzen. Aber ich will nicht ! Ich habe genug und möchte am liebsten einen Schlußstrich ziehen.

Nur - wäre das richtig, den Kindern gegenüber ? Sie sind damit überfordert, finde ich, denn meine Mutter versteht es sehr geschickt, ihr Desinteresse als Stress und so zu verkaufen. Sie erklärt den Kindern bei den seltenen Treffen immer, sie habe sie ja soooo lieb, und "in den nächsten Ferien unternehmen wir mal was zusammen" - ähm, ja, seit Jahren......

Vielleicht noch der Vollständigkeit halber: meine Eltern und mein Bruder leben mit der ganzen Verwandtschaft im Sreit, finden eigentlich alle Menschen dumm und weit unter ihrem Niveau. Freunde gibt es nicht, nur Geschäftsbeziehungen - mein Vater ist Unternehmer, mein Bruder (kinderlos mit Lebensabschnittsgefährtinnen) ist der Juniorchef, Geld spielt keine Rolle, das hat man.

Nur ich schlage irgendwie aus der Art - obwohl mein Mann weit unter ihrer Würde ist, sind wir seit 20 Jahren zusammen, stehen finanziell nicht unbedingt schlecht da (reich wird man mit 3 Kindern nicht *ggg*) und haben einen sehr stabilen Freundeskreis.

Fällt Euch etwas ein, was ich tun könnte ?

Danke vorab und viele Grüße,

Inselchen *traurig*

36 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    Re: Unmögliche Großeltern

    Ich bin in solchen Dingen mitlerweile sehr pragmatisch: Das Leben ist zu kurz um sich dummen Menschen zu widmen. Ja - auch wenn es die eigenen Eltern sind. Brecht den Kontakt ab und widmet Euch den anderen, den aufmerksamen Verwandten und lieben Freunden. Das spart Kraft und die Kinder können auf interessenlose Großeltern gut und gerne verzichten. T.

  2. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    Re: Unmögliche Großeltern


    Hallo Inselchen,

    schon eine üble Situation... Egal, wie Du damit klar kommst, Deine Kinder werden immer neidisch auf die heilen Familien anderer sein, aber darauf würde ich nicht allzuviel geben. Ändern kannst Du Deine Eltern sowieso nicht, und die meisten Familien die oberflächlich so heil aussehen, sind es doch auch nicht. Man ist immer auf die tollen Sachen der anderen neidisch, vergisst dabei aber, dass jene auch Probleme und man selbst auch Gutes hat. Du kannst Deinen Kindern die Enttäuschung über ihre Großeltern nicht erparen, du kannst nur versuchen, ihnen bei der Verarbeitung zu helfen.

    Viel Glück dabei (wenn ich das lese bin ich mit meiner Mutter vielleicht gar nicht schlecht bedient...)

    Bianca

  3. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    Re: Unmögliche Großeltern

    Hi Du kleines Eiland ;-)

    hmm, die anderen haben ja schon ziemlich viel gesagt, darum nur kurz von mir: es ist bedauerlich, dass die Situation so ist wie sie ist (Punkt).

    Ist das zu akzeptieren eine Möglichkeit für Dich? Klar, fast ein jeder wünscht sich seine Eltern/Kinder ein wenig anders als sie eigentlich sind, aber so richtig perfekt ist's halt in den allerwenigsten Fällen.

    Falls Du das nicht akzeptieren kannst/willst bleibt nur das sehr offene Gespräch oder eventuell ein Brief. So weit wie Ray, dass Du ihnen kommentarlos diesen Thread in den Briefkasten wirfst würd ich da gar nicht gehen, sondern einen netten, möglichst vorwurfsfreien Brief ("es verletzt mich..." "ich wünsche mir für mich/für meine Kinder..." "könnten wir uns auf ... einigen...") schreiben und anbieten, zu einem späteren Termin da in aller Ruhe (sic!) am bestem auf "neutralem Gelände" (Café) darüber zu reden.

    Oder Du nimmst ne mehr oder weniger faule Zwischenlösung. So könntest Du zum Anlass nehmen, dass es Deine Tochter schade fand, dass sie zum Burzel keinen Anruf bekommen hat. Oder dass die Kleine das nett gemeinte grellrosa Kleidchen leider noch nie getragen hat, weil sie doch bla-fasel. Und dann die Kurve kratzen und einen Vorschlag machen wie "wir schreiben einen Wunschzettel, wo Ihr was aussuchen könnt zu schenken" oder auch "Sparbuch/Bausparvertrag zum 18ten". Wichtig finde ich, dass am Ende drei Punkte klar sind:
    1) was Dich stört
    2) wie Du's gerne anders hättest
    3) was Du bereit bist zu tun
    Ausserdem solltest Du vermeiden zu schreiben "noch nie" "schon immer" und all diesen Kram (auch wenn's noch so stimmt *fg*)

    *wink* und Kopf hoch!

    Petzi

  4. Antwort von nach 2 Tagen 2 hilfreich
    Lass den genzen Scheiß doch!

    Hi,

    ohne dein Posting ganz gelesen zu haben:

    Leb doch für dich und fertig.

    Freu dich, dass de ein paar prächtige Kinder hast und Ende.

    Dieses "allen-Recht-machen-wollen" ist doch nur schwachsinnig! Und anstrengend.

    Ein klares "Leckt mich" in Richtung deiner Eltern könnte hilfreich sein...

    mfg

    • Antwort von nach 3 Tagen 1 hilfreich
      Re: aber:

      Moin, ohne dein Posting ganz gelesen zu haben:
      nachdem ich die Posts gelesen habe, stimme ich hier mal einfach vorbehaltlos zu Dieses "allen-Recht-machen-wollen" ist doch nur schwachsinnig!
      Und anstrengend.
      ... und soweit ich das für mich rausinterpretiert habe vollkommen sinnfrei, da hier der Typ Mensch als Gegenpart auftritt, dem man es wohl eh nicht recht machen können wird. Ein klares "Leckt mich" in Richtung deiner Eltern könnte
      hilfreich sein...
      Hier mein Aber: die Wahl würde ich dem Kind nicht als oberste Prämisse vorgeben. Eine eigene Entscheidung, doch mit den Großeltern verkehren/sprechen zu wollen, sollte vorbehaltlos unterstützt werden. Also - eigene Einstellung begründen (können) und dem Kind seine eigene Meinung erlauben ... (mich hat es in Ähnlicher Situation extrem angek.... nicht selbst entscheiden zu können ob und mit wem ich da verkehre).

      Gruß
      Daniel

  5. Antwort von nach 3 Tagen 1 hilfreich
    Re: Unmögliche Großeltern

    Hallo Inselchen,

    es ist fast unheimlich. Wenn du nicht in Baden-Württemberg wohnen und 3 Kinder statt nur eines hättest, würde ich sagen, meine Freundin hat hier gepostet!

    Ziemlich das gleiche Bild welches du entwirfst, bis auf einige wenige Einzelheiten.

    Das was sich herausschält ist vor allen Dingen, dass hier Kinder mit Versprechungen "geködert" werden, die nicht eingehalten werden. In einer idealen Welt sollte das keinem Menschen zu häufig passieren und Kindern natürlich erst recht nicht.

    Ehe du fragst: Auch meine Freundin hat bis heute keine Lösung. Allerdings sagt sie auch schon mal hier und da den (Schwieger)Eltern, was ihr nicht passt. Sie kann sowieso nie etwas recht machen, warum dann still leiden, ist hier ihre Devise.

    Da es bei dir recht ähnlich ist, würde ich eine Mischung empfehlen: Sag, was dir nicht passt. Wem wiederum das nicht passt, kann wegbleiben. Den Kindern - die ja schon relativ groß sind - kann man durchaus erklären, das man Oma oder Opa gesagt hat, dass Versprechen eingehalten werden sollten. Schließlich spricht man hier für die Kinder.

    Das mit den unpassenden Geschenken scheint auch etwas zu sein, was manche Großeltern an den Tag legen (hier denke ich an meine Schwester und ihre Schwiegereltern). Offensichtlich hilft da auch nix, wenn man das äußert. Die Kinder meiner Schwester sind darüber jedenfalls groß geworden und die Aufmerksamkeit geht hier schon auf das neue Urenkelchen über, dass kurz nach der Geburt die erste (potthässliche) Jacke für die Einschulung bekommen sollte. The Story goes on and on ...

    Die "Zwangsfeierei" sollte - evtl. mit den Kindern sprechen - abgeschafft werden, wenn darunter mehr Personen leiden als Nutzen ziehen.

    Wenn die Kinder neidisch auf andere Familien sind... Sind sie dass nicht immer? Darf nicht die Nachbarstochter immer dies und jenes, was sie nicht dürfen. Haben die nicht den tollen Swimmingpool, das Pony, den Hund etc. etc.? Scheint so, als müssten die Kinder sich auf die Zeit freuen, wenn sie selbst Kinder haben, die dann wiederum tolle Großeltern haben werden. :-)

    Also, als Fazit: Pick dir verschiedene Sachen heraus, die wirklich unterbleiben sollten und welche, die mit ein wenig Mühe ignoriert werden können. Dieses Mixkonzept versuche dann Stück für Stück einzuführen und umzusetzen. Vielleicht wird es gar nicht so schlimm, wenn deine Eltern merken, dass du diesmal nur auf das Wohlbefinden deiner Familie bedacht bist und nicht auf ihres.

    Viel Glück!
    Gruß Nita (die vielleicht dann später Tips an ihre Freundin geben kann, wenn es geklappt hat?)

  6. Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
    Re: Unmögliche Großeltern

    Hi Inselchen,

    habe nun nicht all die anderen Antworten gelesen.

    Ich denke, Du kannst nur Deinen Kindern selbst ueberlassen, ob sie Kontakt zu den Grosseltern haben wollen. Falls ja, ist es an ihnen sich einen individuellen Weg zu finden. Ich wuensche ihnen, dass Du es nicht unterbindest.

    Wie es im Einzelnen zwischen Euch aussieht, weiss ich nicht, z.B. verhaertete Fronten. Ich halte eine Familientherapie immer noch fuer sehr sinnvoll oder einfach mal ein Beratungsgespraech.

    Eine Moeglichkeit waere meines Erachtens auch noch, Deine Kinder basteln ein Geschenke-Gutschein fuer die Grosseltern mit den Dingen die sie gerne mit ihnen machen moechten, z.B. Zoobesuch, Eis essen gehen, Kinobesuch usw. Dann sind die Grosseltern im Zugzwang. Wenn sie Gutscheine einloesen, wenn nicht, dann ergibt sich wohl mehr Distanz automatisch.

    Ich wuensche Dir bzw. eine Loesung zu finden, so dass nicht unnoetig gelitten wird.

    Ciao,
    Romana



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