Ratgeber zu Brot und Salz schenken

Von: , Frage gestellt am Sa, 18. Nov 2006

Liebe Wissenden,

ich möchte jemandem zum Einzug in die neue Wohnung Brot und Salz schenken. Ich finde, es ist ein schöner Brauch und eine nette Geste. Die Frage ist nur: Wie macht man das richtig? Unwissend wie ich bin, hätte ich einen hübschen Brotkorb und einen kleinen Laib Brot gekauft, das Brot in eine schöne alte Stoffserviette aus meinem Fundus eingeschlagen, das Salz in ein kleines altes Salzgefäß (Ebenfalls aus dem Fundus. Ich bin Flohmarktgängerin:-) gefüllt, beides in den Korb gelegt und das so verschenkt.

Als ich mich gestern Abend mit einer Freundin unterhalten habe, meinte sie, das sei so gaaaaanz falsch! Sie hat von ihrer Mutter zum Einzug in die Wohnung ein kleines Döschen, gefüllt mit Salz, einem Stückchen Brot und einem Zettelchen mit der Aufschrift "Brot und Salz - Gott erhalt's" bekommen. Als ihre Söhne ausgezogen sind, hat sie selbst es auch so gehalten.

Mir würde interessieren, wie Ihr Brot und Salz verschenkt bzw. wie das in Eurer Gegend gehandhabt wird. Ich könnte mir vorstellen, dass es vielleicht regionale Unterschiede gibt, dass man z.B. in Franken anders Brot und Salz schenkt als im Rheinland.

So, Brot und Salz habe ich schon beigesteuert. Ich würde mich freuen, wenn Ihr Euren Senf dazugebt! :-)

Schönen Gruß
Stoff-Ede

24 Antworten zu dieser Frage

            • Antwort von nach 7 Tagen 0 hilfreich
              Re^7: Brot und Salz schenken

              Servus, Kreszenz, ... und ich erinnere mich - noch immer mit Schaudern - an den
              Spruch: "Schwarzes Brot macht Wangen rot, weißes Brot
              macht Kinder tot".
              sp sprachen die wahren Sadisten. (Weißbrot muss damals wohl erheblich teurer gewesen
              sein als Schwarzbrot...)
              Weißbrot lernte ich mit 8 Jahren kennen, als wir (Kinder von Bediensteten) mal in einer amerikanischen Kaserne zur Weihnachtsfeier geladen waren. Die nächsten 8 Jahre gab's wieder Graubrot :-)))

              Gruß Ralf

            • Antwort von nach 7 Tagen 0 hilfreich
              Re^7: Brot und Salz schenken

              Servus Kreszenz,

              obwohl dieser Spruch natürlich indiskutabel ist, geht es im Kern darum, dass die in Zeiten, als wenig Fleisch gegessen wurde, eh problematische Eisenversorgung durch Weißbrot noch stärker eingeschränkt wurde: Dunkles Roggenbrot war da eine ganz wichtige Quelle nicht bloß für Eisen und damit die roten Wangen, sondern auch u.a. Vitamin D (Rachitis bei Kindern war ziemlich verbreitet), Niacin, einiges aus dem B-Komplex etc.

              Den Teil "...Kinder tot" kann ich mir physiologisch nicht recht erklären, aber es kann auch unabhängig von der modischen Weißmehlverteufelung einen Grund dafür geben. Im Extremfall den von Dir angesprochenen Preisunterschied, der Fälschungen von hoch ausgemahlenem Weißmehl viel interessanter machte. Was man da so verwenden konnte, weiß ich nicht - wär aber interessant, mal zu recherchieren.

              Die in früheren Zeiten am weitesten verbreitete Lebensgefahr durch Brotessen kam vom Mutterkorn, das auf Weizen nicht häufiger vorkommt als auf Roggen, und das niedrig ausgemahlenes Mehl und Schrot genauso gefährlich macht wie helles.


              Schöne Grüße




              MM

          • Antwort von nach 7 Tagen 0 hilfreich
            Re^5: Brot mit Schmalz - Gott erhalt's :-)

            Hallo Adlerin :-) Hi Ede, Aber etwas verunsichert
            bin ich, weil auch WIZ schon von einem falschen Zitat sprach.
            Ich kenne auch: "Salz und Brot macht Wangen rot" (oder
            verwechsle ich da auch was? ;-) )
            Gibt wahrscheinlich beide Sprüche. Aber "Salz und Brot macht Wangen rot" muss früher auch recht verbreitet gewesen sein. Ich besitze nämlich einen wunderschönen alten gläsernen Brotteller, in den der Spruch eingepresst ist. Jemand anders hat hier ja auch gerade die haarsträubende Variante "Weisses Brot macht Kinder tot" gebracht. Der Spruch steht wahrscheinlich bei den Anti-Weizenmehl-Hardlinern auf dem Brotteller ;-)
            Gruß,

            Anja
            Gruß
            Ede

            • Antwort von nach 7 Tagen 0 hilfreich
              Re^6: Folatmangel

              Servus, Der Spruch steht
              wahrscheinlich bei den Anti-Weizenmehl-Hardlinern auf dem
              Brotteller ;-)
              er hatte im 19. Jahrhundert in der Frühzeit der Ernährungsphysiologie, aus der viele dieser Sprüche stammen, eine gewisse Berechtigung: Es geht dabei um Folsäuremangel, der im ersten Drittel der Schwangerschaft zum Abort, auch zu schweren Missbildungen (spina bifida aperta) führen kann.

              In Zeiten insgesamt ärmerer Ernährung waren Schwarzbrot und der am Weizen belassene Keim wichtige Folsäurequellen. Es ist durchaus denkbar, dass Säuglinge mit offenem Rücken tatsächlich (indirekt) am Weißbrot gestorben sind. Ob die Zahl der Fälle überhaupt nachweisbar und nennenswert ist, steht auf einem anderen Blatt.

              Schöne Grüße




              MM

    • Antwort von nach 7 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Brot und Salz schenken

      Hallo zusammen!
      Hallo Digger, Die meisten haben ja jetzt die Variante mit Brotkorb und
      separatem Salzgefäß bestätigt, ich muss da aber nochmal eine
      Bresche für die gute Mutter schlagen:
      Das ist sehr löblich ;-) Ich bekam auch zu einem Umzug ein Gläschen mit einem
      Brotkanten und Salz darin, das Glas selbst war sehr nett
      verziert und dicht verschlossen. Da ich nichts damit
      anzufangen wusste, fragte und forschte ich ein wenig nach und
      bekam heraus, dass es in Anlehnung an früher eher symbolisch
      gemeint ist: man wünscht dem Umgezogenen allzeit genug zu
      Essen im neuen Heim
      Stimmt! Brot als Symbol für Nahrung und Salz als Symbol für Reichtum, da Salz ja früher kostbar war und sogar als weisses Gold bezeichnet wurde. - ganz im Sinne von "Brot und Salz-Gott
      erhalt´s". Wenn man also das Brot so dazu reicht und erwartet,
      dass es gegessen wird, wirkt man diesem Brauch und dem damit
      verbundenen Wunsch doch voll entgegen. Und, ja, das Glas steht
      noch heute mit allem was darin ist, in meiner Küche, und,
      nein, ich finde es weder spießig noch wie Omas Urne, sondern
      derjenige, der es mir damals schenkte, bleibt mir dadurch in
      guter Erinnerung (alle anderen Einzugsgeschenke von damals
      sind entweder aufgegessen/ausgetrunken oder inzwischen kaputt
      gegangen :D )
      Ich finde, es ist doch die Geste, die zählt. Egal, wie man die Gaben an den Mann bringt - Hauptsache es kommt gut an und der Beschenkte freut sich.

      Gruß
      Ede
      ciaosen,

      the_digger



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