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Re: Entwicklungshilfe kombiniert mit Immigration
Hallo Carlos!
Solche Maßnahmen könnten Stipendien für junge Menschen aus
Entwicklungsländer sein, entweder für die Mittelstufe oder für
das Studium hier in Deutschland. Die gut ausgebildeten
Menschen können nun in ihre Heimatländern zurückkehren. Und
wenn ein Teil dieser Menschen hierbleibt, ist es auch nicht
schlecht. Solche Maßnahmen lassen sich gut skalieren. Mit den
Bedingungen, an denen die Stipendien gekoppelt sind, hat man
Steuerungsmöglichkeiten.
Kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß hier Aussagen zwischen den Zeilen stehen, statt klipp und klar Ziele zu benennen.
Wenn es um Entwicklungshilfe und Armutsbekämpfung geht, ist der Ansatz mit Ausbildung junger Menschen sicher richtig. Diese jungen Menschen nützen dem Ziel natürlich nur in ihren Heimatländern.
Wenn es darum geht, unsere Alterspyramide zu finanzieren, muß man das deutlich sagen. Gleichzeitig muß man dann deutlich sagen, zu glauben, daß wir nur mit 82 Millionen Menschen in Deutschland existieren können und man abnehmende Bevölkerungszahl für schlimm hält. Ferner muß man deutlich sagen, daß man glaubt, wir bräuchten Zuwanderer, die dann auch mit 65 in Rente gehen und bis 90 Rente beziehen, so daß wir immer mehr Zuwanderer brauchen, um dieses Schneeballsystem am Laufen zu halten. Letztlich laufen solche Vorstellungen darauf hinaus, daß wir gar nichts ändern wollen und auf immerwährendes Bevölkerungswachstum hoffen. Spätestens an dieser Stelle sollte man den Irrweg bemerken.
Bei uns sind verschiedene Umstände faul, die in ihrer Gesamtheit zu Problemen u. a. bei der Altersversorgung führen. Ein paar Beispiele:
- Wir haben ein Millionenheer Arbeitsloser und ein weiteres Millionenheer geringfügig Beschäftigter, die von ihrer Arbeit nicht leben können.
- Wir haben zu wenig Arbeitsplätze und wir haben zu wenige Unternehmer. Wir haben aber ein Heer von Selbständigen, die sich im überbesetzten Segment der Warendistribution in Kümmerexistenzen betätigen.
- Der Lebensentwurf vergangener Zeiten, der für Frauen eine Lehre als Verkäuferin, Friseurin, Bürokauffrau oder Arzthelferin vorsah und nach der Babypause Halbtags- und Aushilfsjobs, Arbeitslosigkeit oder bis ins Alter ein Dasein als Hausfrau vorsah, gehört in weiten Kreisen immer noch nicht der Vergangenheit an, ist aber für die Sozialkassen pures Gift.
- Ein beträchtlicher Teil jedes Schulabgängerjahrgangs liefert mangels qualifiziertem Bildungsabschluß den Nachschub für eine breite, chancenlose Bevölkerungsschicht.
- Wir sind ein Volk von überwiegend eigentumslosen Menschen. Die Mehrheit sind Mieter und haben weder Wohneigentum noch Miteigentum an Unternehmen.
- Wir hängen an einer festen Altersgrenze für berufstätige Menschen und machen keinen Unterschied, ob es sich um einen Bankangestellten oder einen Dachdecker handelt.
- Ein zu großer Teil aller Unternehmen engagiert sich zu wenig in der Berufsausbildung.
- Zu viele Unternehmen verzichten auf einen ausgewogenen Altersmix in der Belegschaft.
- Lebenslanges Lernen ist seit Jahrzehnten nur ein Schlagwort und nicht in der Breite der Arbeitnehmerschaft angekommen.
- Es ist bis heute zu schwierig, Elternrolle und Berufstätigkeit zu vereinbaren. Es fehlen Betreuungsangebote für Kinder in den ersten Lebensjahren und es fehlen Ganztagsschulen.
Insgesamt sehe ich riesige Ressourcen, deren Nutzung die sich verändernde Altersstruktur der Bevölkerung entschärfen kann.
Gruß
Wolfgang