Antwort von
nach einem Tag
hilfreich
Re^2: Kriegsende und Gedenken an die Opfer
60 Jahre nach dem Krieg, denke ich, ist es an der Zeit
Selbstbewußtsein zu zeigen.
Es dauerte 60 Jahre, bis die Alliierten einen deutschen Bundeskanzler zu den Gedenkfeiern anläßlich des Jahrestages der Invasion an der Normandie einluden. Es gibt eine Art kollektives Volksgedächtnis, das auf bestimmte Dinge auch nach zig Jahren sehr empfindlich reagiert. Schauen wir in die USA mit ihrer Panik, ein zweites Vietnam im Irak zu erleben, obwohl der Krieg seit 30 Jahren vorbei ist.
Die Benes-Dekrete haben noch fast 60 Jahre nach dem Krieg und 15 Jahre nach dem Ende der europäischen Teilung die europäische Einigung zumindest belastet.
Vor 15 Jahren konnten wir unsere ehemaligen Kriegsgegner nur mit Mühe davon überzeugen, daß die vereinigten 80 Mio. Deutschen nicht bei nächster Gelegenheit die deutschen Ostgebiete zurückerobern würden.
Derartige Beispiele lassen sich viele finden. Auch wenn wir fast ein Menschenleben vom Ende der Nazizeit entfernt sind, herrschen gegenüber den Deutschen immer noch undifferenzierte Gefühle aus einer Mischung von Angst und Mißtrauen. Sollten wir nun beginnen, die Geschichte des 2. WK umzuschreiben, die Verbrechen des deutschen Volkes zu relativieren und vor allem Ursache und Wirkung der Kriegsverbrechen zu verwechseln, würden wir uns damit keinen Gefallen zu tun.
Es gibt nichts daran zu deuteln: Auslöser allen Leids, das sich zwischen 1939 und 1945 in Europa abspielte, waren die Deutschen und niemand anders.
Gruß,
Christian