Hinweise zu Kriegsende und Gedenken an die Opfer

Von: , Frage gestellt am Do, 28. Apr 2005

Gibt es eigentlich im Rahmen des Gedenkens an das Kriegsende irgendeine offizielle Veranstaltung mit Regierungsbeteiligung, bei der an die Millionen deutschen Opfer (vor allem der zivilen) gedacht wird, die von den Alliierten und insbesondere den Sowjets ermordet wurden ?

32 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
    Opfer? Täter? Tote!

    es gab Leid und Verbrechen auf allen Seiten des Krieges - unbezweifelt - damals und heute in jedem Krieg

    ich (40) bin nicht in der Lage, auch nur ansatzweise die Entmenschlichung der Menschen dieser Zeit nachzuvollziehen

    es ist mit unmöglich aufzurechnen

    und wenn ich bedenke, wieviele deutsche Zivilisten von den Nazis und Mittätern in Gestapo und SS und Wehrmacht in den KZs und sonstwo getötet gefoltert und auf jede undenkbar denkbare Weise gequält wurden, dann gehört mein Gedenken den Opfern und nicht den Tätern

    dass die Menschen in Dresden Hamburg Köln zu einem nicht unerheblichen Teil unschuldige Opfer waren trifft zu, aber Coventry Guernica die Höhlen von ...(? - in Italien; sorry, eben wars noch da) waren ebenso unschuldige Opfer deutschen Terrors

    Terror erzeugt Gegenterror, nur angefangen haben die Nazis und ihre Schergen Helfershelfer stumme Mehrheit, nicht die Anderen

    ich geh eine Schritt weiter: wäre es den Alliierten gelungen Nazideutschland früher zu befreien hätten Abertausende unschuldige Menschen aller Nationen und Religionen gerettet werden können

    selbstentlarvendes Aufrechnen überlasse ich den Triebtätern im sächsischen Parlament

    NIE WIEDER RECHTS

    ich wäre allen dankbar hierauf NICHT zurückzuposten

  2. Antwort von nach 22 Stunden hilfreich
    Re: Kriegsende und Gedenken an die Opfer

    Hallo !! Leider wird hier auf einfache Fragen sehr viel am Thema vorbeipolitisiert. Es geht mir "schlicht" um die Frage, ob sich unsere Regierung mit den deutschen Opfern befaßt (dazu zähle ich allerdings auch die Mehrheit der zumeist jugendlichen Soldaten der Wehrmacht)und vor allem zu ihnen steht. Bisher hat man sich in Politikerkreisen immer hinter den "internationalen Gedenken" versteckt, da man Angst hat, gleich als "ewig Gestriger" (oh Gott) bezeichnet zu werden. Und in Deutschland hat ja in Presse und Politik immer nur das einen Wert, was das Ausland empfindet.
    60 Jahre nach dem Krieg, denke ich, ist es an der Zeit Selbstbewußtsein zu zeigen. Daß es immer Idioten gibt, die das als Reaktionär bezeichnen sollte hierzulande keinen mehr stören, ansonsten feiern wir auch noch in 100 Jahren unsere "Befreiung". Die Toten von damals, die um ihr Leben kämpften und nicht um eine Ideologie, werden´s uns noch danken (wenn man an den Himmel glaubt).

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Kriegsende und Gedenken an die Opfer

      60 Jahre nach dem Krieg, denke ich, ist es an der Zeit
      Selbstbewußtsein zu zeigen.
      Es dauerte 60 Jahre, bis die Alliierten einen deutschen Bundeskanzler zu den Gedenkfeiern anläßlich des Jahrestages der Invasion an der Normandie einluden. Es gibt eine Art kollektives Volksgedächtnis, das auf bestimmte Dinge auch nach zig Jahren sehr empfindlich reagiert. Schauen wir in die USA mit ihrer Panik, ein zweites Vietnam im Irak zu erleben, obwohl der Krieg seit 30 Jahren vorbei ist.

      Die Benes-Dekrete haben noch fast 60 Jahre nach dem Krieg und 15 Jahre nach dem Ende der europäischen Teilung die europäische Einigung zumindest belastet.

      Vor 15 Jahren konnten wir unsere ehemaligen Kriegsgegner nur mit Mühe davon überzeugen, daß die vereinigten 80 Mio. Deutschen nicht bei nächster Gelegenheit die deutschen Ostgebiete zurückerobern würden.

      Derartige Beispiele lassen sich viele finden. Auch wenn wir fast ein Menschenleben vom Ende der Nazizeit entfernt sind, herrschen gegenüber den Deutschen immer noch undifferenzierte Gefühle aus einer Mischung von Angst und Mißtrauen. Sollten wir nun beginnen, die Geschichte des 2. WK umzuschreiben, die Verbrechen des deutschen Volkes zu relativieren und vor allem Ursache und Wirkung der Kriegsverbrechen zu verwechseln, würden wir uns damit keinen Gefallen zu tun.

      Es gibt nichts daran zu deuteln: Auslöser allen Leids, das sich zwischen 1939 und 1945 in Europa abspielte, waren die Deutschen und niemand anders.

      Gruß,
      Christian



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!