Ratgeber zu Kriegsende und Gedenken an die Opfer

Von: , Frage gestellt am Do, 28. Apr 2005

Gibt es eigentlich im Rahmen des Gedenkens an das Kriegsende irgendeine offizielle Veranstaltung mit Regierungsbeteiligung, bei der an die Millionen deutschen Opfer (vor allem der zivilen) gedacht wird, die von den Alliierten und insbesondere den Sowjets ermordet wurden ?

32 Antworten zu dieser Frage

            • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
              Re^2: Brillant!

              Guten Morgen GünterW! nein, möchte ich nicht, da ich Arbeit habe und jenen, die
              nicht arbeiten können, die Arbeit nicht wegnehmen will.
              Die Welternährungsapotheke Jerusalems wird ihren Gesetzmakler per Luftpferde auf die Erde, ja die Erde, die Erdbälle, auf alle Fälle, die Felltiere sind nahrungsüberwunden in die Gesetzkapitel des Nordpols zusammengewechselt.

              Gesetzestreue Grüße

        • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
          Re^4: die Deutschen waren nicht schuld!

          Hallo Günter, Der Vergleich hinkt. Schröder besucht nach meiner Kenntnis
          einen Soldatenfriedhof. Auf diesem Friedhof sind keine
          Angehörigen der Waffen-SS beerdigt. Kohl - Du meinst hier wohl
          Bitburg - hat unter wütenden Protesten des Zentralrates und
          dem politischen Arm der Partei mit der Farbe im Namen dagegen
          protestiert.
          Nee, ich hatte irgendwo gelesen, daß Schröder inoffiziell genau denselben Soldatenfriedhof besuxcht, auf dem Kohl schonmal nen Kranz niedergelegt hatte in/bei Moskau. Wer erzählt denn solchen Unsinn? In den KZs wurden auch
          deutsche Juden und deutsche Kommunisten hingerichtet.
          Ich spreche nicht von den KZ. Im Übrigen wurden dort auch
          Sozialdemokraten. Konservative, Christen, Roma und Sinti,
          Behinderte umgebracht.
          Richtig, das war nur ein Beispiel der wohl meistverfolgten. sorry, aber hier gibt es keine Diskussion. Der Überfall, um
          einen Grund für einen Krieg gegen Polen zu haben, wurde im 3.
          Reich organisiert und vorgenommen. Bekanntlich ist dies der
          Beginn des 2. WK. Von Deutschland ausgehend.
          Mir geht es nicht darum, die Geschichte umschreiben zu wollen, sondern um die korrekte Darstellung. Wenn dann von "den Deutschen" die Rede ist, dann vom deutschen Staat und nicht seinen Bürgern. Und dieser Staat ist in jedem Fall Machtinstrument der herrschenden Klasse - hier der Kapitalbesitzer.

          Ansonsten sind wir uns ja anscheinend mal einig :o)

          Gruß
          Frank

  1. Antwort von nach 9 Stunden hilfreich
    Du hast die größte Vergewaltigungswelle vergessen!

    Hallo,

    mit der sogenannten "Befreiung" rollte die größte Vergewaltigungswelle ever über Deutschland.

    Dieses Verbrechen an der Zivilbevölkerung wird heute kaum mehr erwähnt, ich bin mal durch Zufall an eine (russische) Quelle geraten, es war sehr brutal, ich hab´s dann nicht komplett durchgelesen.

    Wir hatten auch das Thema "Deutsche Flüchtliche" im Reli-Unterricht, sehr krass und menschenverachtend was heute als "Befreiung" glorifiziert wird.

    Zu deiner Frage kann ich nur sagen, dass mir kein solches Gedenken bekannt ist.

    mfg

    • Antwort von nach 22 Stunden hilfreich
      Re: Du hast die größte Vergewaltigungswelle verges

      Hallo timekiller,
      es ist bestimmt wahr, dass einige deutsche Soldaten "die Sau rausließen". Doch so wie sich Russen, Tschechen, Marokaner in D gegen Ende und nach dem Krieg aufführten ist beispiellos in der Geschichte der Menscheit.
      Es waren Tierhorden, die über die Bevölkerung hervielen.
      Grüße
      Babalou

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Du hast was falsch verstanden!

        Ich meinte nicht die Deutschen, sondern die sog. "Befreier".

        Sie waren die Vergewaltiger!

        (Bin also mit dir einer Meinung!)

        mfg [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
        Re^2: Jede Tat sollte man im Zusammenhang sehen

        Es waren Tierhorden, die über die Bevölkerung hervielen.
        Ja, die Deutschen waren so nett und es muss nun wundern, wie die Tieren kamen und nicht so nett waren... schon eine ziehmliche Verharmlosung der ganzen deutschen Verbrechen, wenn hier immer wieder der Zusammenhang der Entmenschlichung von deutscher Seite nicht gesehen werden will.

  2. Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
    Re: Gedenken an die Opfer und Aufrechnung

    Hallo!

    Deine Frage fing mit ihrer Überschrift so gut an. Dein Text läßt aber vermuten, daß Dir und den Verfassern der bisherigen Antworten die Kriegsopfer sowas von egal sind, jedenfalls nicht im Vordergrund stehen und daß es hier einmal mehr um Aufrechnung geht.

    Solche Artikel, auch solche, die Vergangenheit für Haßtiraden auf den heutigen politischen Gegner instrumentalisieren, betrachte ich als unappetitliche Erscheinung erkenntnisresistenter Zeitgenossen. Nimm es einfach hin: Jeder Krieg läßt die niedersten Instinkte, zu denen Menschen fähig sind, von der Leine - bei allen Beteiligten. Übrig bleiben neben zahllosen Toten noch mehr physische und psychische Wracks, die ihre davongetragenen Schäden niemals überwinden können - auch bei allen Beteiligten.

    Deutsche Soldaten, die buchstäblich alle Nachbarländer angriffen, taten dies als Soldaten einer Diktatur, die u. a. auch alte Demokratien angriffen. Deutsche Soldaten kamen damals zu keinem Zeitpunkt und an keiner Stelle als Kämpfer für ethisch irgend vertretbare Ziele. Sie kamen durchweg als Eroberer und Herren der brutalen Sorte. Sie zerstörten, schlachteten ab, folterten, verbrannten, verstümmelten und richteten nach Belieben hin. Das Ganze war von Beginn an ein gigantisches Verbrechen und dementsprechend fiel die Antwort aus. Deutsche Soldaten marschierten nicht durch Polen und Rußland, um der Bevölkerung Freiheit und Versorgung zu bringen. Die Nachbarn wurden als Untermenschen bezeichnet und genau so behandelt. Wer erwartet, daß die Überfallenen lauter Sanitäter und Gelehrte schicken, hat das Wesen von Krieg nicht begriffen.

    In Deutschland regierte der Mob. Das Prinzip fußte wesentlich darauf, jedem Flachkopf eine Uniform und Macht zu geben. Dieser Mob wütete überall in Europa fürchterlich und machte sich in den letzten Kriegsmonaten daran, auch möglichst vom eigenen Land nichts Brauchbares mehr übrig zu lassen und jeden Kopf mit etwas Einsicht am nächsten Balken aufzuhängen. Was sich in der Folge manche andere Armee in Deutschland leistete, war keinen Deut besser.

    Heute die Opfer auseinander zu dividieren, wird niemandem gerecht, nicht den Opfern und nicht den Ereignissen und dem Gedankengut, das 1933 erst möglich machte. Heute nicht den Angriffskrieg als solches zu ächten, statt dessen die eigenen Opfer als Folge eines selbst initiierten Angriffskrieges zu betrauern, ist vor allen Dingen das falsche Signal für die Zukunft. Wenn man die Opfer des Krieges betrauert, dann alle Opfer. Sie haben nämlich allesamt und unabhängig von ihrer Nationalität für den gleichen Hirnriß mit ihrem Leben oder ihrer Gesundheit bezahlt.

    Gruß
    Wolfgang

    • Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
      Re^2: Gedenken an die Opfer und Aufrechnung

      Hi

      Ich kenne nicht die Intention des Fragestellers, aber für mich geht es nicht um Aufrechnung. Wie Du schon schreibst, haben Deutsche gemordet, gefoltert, vergewaltigt, gebrandschatzt und geplündert. Dies ist unbestritten und wird von deutscher Seite jedes jahr gedacht und erinnert und man versucht, wenn dies überhaupt möglich ist, durch Gedenkveranstaltungen, Entschuldigungen weltweit und Zahlungen dies zu Sühnen. Das verhalten der Deutschen in diesem Punkt ist wichtig, verkommt aber in meinen Augen mittlerweile zu einer instrumentalisierten Form des Erinners, bei der es nur noch auf das ob und wie, aber nicht mehr auf das warum ankommt. Solche Artikel, auch solche, die Vergangenheit für Haßtiraden
      auf den heutigen politischen Gegner instrumentalisieren,
      betrachte ich als unappetitliche Erscheinung
      erkenntnisresistenter Zeitgenossen. Nimm es einfach hin: Jeder
      Krieg läßt die niedersten Instinkte, zu denen Menschen fähig
      sind, von der Leine - bei allen Beteiligten. Übrig bleiben
      neben zahllosen Toten noch mehr physische und psychische
      Wracks, die ihre davongetragenen Schäden niemals überwinden
      können - auch bei allen Beteiligten.
      richtig. in jedem krieg und auf jeder seite. Die Nachbarn wurden als Untermenschen bezeichnet und
      genau so behandelt. Wer erwartet, daß die Überfallenen lauter
      Sanitäter und Gelehrte schicken, hat das Wesen von Krieg nicht
      begriffen.
      Ich denke das erwartet keiner. Und wie Du schreibst, setzt der Krieg die niedrigsten Instinkte frei. Das bei Deutschen aber auch bei Russen. Man kann die Taten aus dem Blickwinkel dann vielleicht erklären aber nicht verstehen.
      Aber: Zu sagen "die deutschen sind selber schuld, die greueltaten an den deutschen waren gerechtfertigt oder zumindest verständlich" wird der ganzen sache nicht gerecht. Das ist dann nämlich geschichtsverfälschung nur von der anderen seite. Was konnte das 14 jährige Mädchen aus Schlesien dafür das es von einem sowjetischen SOldaten vergewaltigt wird? Was konnte das Neugeborene Pommersche Kind dafür als es auf der Flucht gen Westen gestorben ist? Man erwartet, und das zu Recht, das der von deutschen Ermordeten gedacht wird, aber haben nicht auch die anderen Toten ein Recht darauf, dass man sich an sie erinnert? Dabei will doch keiner die deutsche Schuld schmälern durch Aufrechnung sondern das Leid unserer Eltern und Großeltern (das es ja definitiv gab) erinnern. Und "Erinnerung" ist grenzenlos und wertfrei. Wenn ich den toten Deutschen gedenke heißt das nicht, das kein Platz mehr da ist auch den toten Russen, Juden, Polen, Tschechen, etc. zu gedenken. Wir müssen endlich lernen unverkrampft mit unserer Geschichte umzugehen, dazu gehört auf der einen Seite, dass wir nicht immer innerlich zusammenzucken wenn wir das Deutschlandlied hören und auch, dass wir die Kriegsjahre ohne Scheuklappe betrachten können. Denn: Jeder Tote war einer zuviel, egal welche Nationalität, Relgion oder "Rasse" er angehörte...

      grüße
      Raoul

      • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
        Re^3: Gedenken an die Opfer und Aufrechnung

        Hi Raoul, Die Nachbarn wurden als Untermenschen bezeichnet und
        genau so behandelt. Wer erwartet, daß die Überfallenen lauter
        Sanitäter und Gelehrte schicken, hat das Wesen von Krieg nicht
        begriffen.
        Ich denke das erwartet keiner. Und wie Du schreibst, setzt der
        Krieg die niedrigsten Instinkte frei. Das bei Deutschen aber
        auch bei Russen. Man kann die Taten aus dem Blickwinkel dann
        vielleicht erklären aber nicht verstehen.
        Aber: Zu sagen "die deutschen sind selber schuld, die
        greueltaten an den deutschen waren gerechtfertigt oder
        zumindest verständlich" wird der ganzen sache nicht gerecht.
        Das ist dann nämlich geschichtsverfälschung nur von der
        anderen seite. Was konnte das 14 jährige Mädchen aus Schlesien
        dafür das es von einem sowjetischen SOldaten vergewaltigt
        wird?
        [..]
        Keiner verbietet irgendjemanden in Deutschland, sich an diese Tatsachen zu erinnern. (Nebenbei: In den letzten Wochen wurden diese Fakten nahezu täglich im Fernsehen, Presse etc. geschildert)

        Ich tue mir aber als Deutscher sehr schwer damit, z.B. von den Russen oder Engländern zu verlangen, dass sie mit uns der deutschen Opfer ihrer eigenen Armee gedenken.
        Das erscheint mir bei der Vorgeschichte doch sehr fragwürdig. Ich fände es gut, wenn es uns irgendwann gelänge, gemeinsam aller Opfer zu gedenken, keine Frage. Aber als Deutscher wäre ich sicher nicht derjenige, der dies von den Ländern fordern oder auch nur erbitten würde, die wir Deutschen gegen jedes Recht angegriffen und verwüstet haben. Dabei will doch keiner die deutsche
        Schuld schmälern durch Aufrechnung sondern das Leid unserer
        Eltern und Großeltern (das es ja definitiv gab) erinnern.
        Eben da wäre ich mir bei vielen Disputanten gar nicht so sicher...

        Grüße
        Jürgen

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re^4: Gedenken an die Opfer und Aufrechnung

          Hi Raoul,
          Hi Jürgen Keiner verbietet irgendjemanden in Deutschland, sich an diese
          Tatsachen zu erinnern. (Nebenbei: In den letzten Wochen wurden
          diese Fakten nahezu täglich im Fernsehen, Presse etc.
          geschildert)
          unbestritten... Ich tue mir aber als Deutscher sehr schwer damit, z.B. von den
          Russen oder Engländern zu verlangen, dass sie mit uns der
          deutschen Opfer ihrer eigenen Armee gedenken.
          Das fände ich allerdings auch sehr merkwürdig. Es wäre schön wenn es so wäre, aber den deutschen steht der erste Schritt nicht zu, dass muss von den anderen freiwillig kommen.

          gruß
          Raoul



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