Tipps zu Gesunfheitssystem

Von: , Frage gestellt am Sa, 16. Dez 2000
hallo, Mic hat mich da auf eine Seite der CSU gebracht. Da ich neugierig bin, habe ich natürlich ein bischen gestöbert und dabei das gefunden:
http://www.csu-muenchen.de/presse/index.html
Ich muss sagen: Marian Offmann hat recht!
Diese Situation in München ist bei uns genau die gleiche. Und wie ich gehört habe auch in anderen Bundesländern.
Eure Meinung?
Aber bitte, erst lesen, dann urteilen. Nicht Scheiße schreien, weils von der CSU ist.
Grüße
Raimund

15 Antworten zu dieser Frage

    • Antwort von (abgemeldet) nach 2 Tagen hilfreich
      Re^2: War wohl nichts
      Nee, Tom, so nicht Fakt ist doch, daß wir in einem Land leben, in dem die Leute
      wegem jedem Kinkerlitzchen zum Arzt rennen.
      Sind nicht alles Simulanten oder Neurotiker, finde ich ziemlich fies, Kranke so zu diskriminieren.
      Schwerkranken, die zB. an multipler Sklerose leiden, wird die Behandlung gestrichen, aus Kostengründen, die Begründung lautet dann: Ein Erfolg ist nicht zu erwarten.
      Dafür gibt es jetzt ein Internetcafe bei der AOK, ist ja ein prima Ausgleich, kostet auch was, macht aber nichts.

      In einem Land in dem nachweislich 2800 Medikamente, deren Wirkung micht
      bewiesen ist, von den Kassen bezahlt werden.
      Da bist Du wohl auf die Propaganda der Krankenkassen reingefallen, sonst hat das noch keiner bewiesen.
      Solange der Chef der AOK mehr verdient, als der Bundeskanzler, denke ich, die sollten mal bei sich anfangen zu sparen, nicht immer nur auf dem Rücken der Versicherten.
      Gruß
      Rainer
      • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
        Re^3: War wohl nichts
        Nee, Tom, so nicht
        Hallo Rainer!

        Ich habe lediglich zwei Punkte genannt an denen das Gesundheitssystem krankt ohne dabei Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Fakt ist doch, daß wir in einem Land leben, in dem die Leute
        wegem jedem Kinkerlitzchen zum Arzt rennen.
        Sind nicht alles Simulanten oder Neurotiker, finde ich
        ziemlich fies, Kranke so zu diskriminieren.
        Schwerkranken, die zB. an multipler Sklerose leiden, wird die
        Behandlung gestrichen, aus Kostengründen, die Begründung
        lautet dann: Ein Erfolg ist nicht zu erwarten.
        Dafür gibt es jetzt ein Internetcafe bei der AOK, ist ja ein
        prima Ausgleich, kostet auch was, macht aber nichts.
        Das habe ich niemals behauptet, und Deine Unterstellung trifft mich auch ziemlich, da ich zwei chronisch Kranke in der Familie habe. Das die Behandlung von chronisch kranken Patienten seit Jahre qualitativ immer schlechter wird (jedenfalls derjenigen die Mitglied einer gesetzlichen KK sind) ist eine empörende Tatsache. Fakt ist aber auch, daß die Deutschen viel häufiger zum Arzt rennen als z.B. die Skandinavier, daß in Deutschland 48000 Medikamente zugelassen sind in Schweden dagegen nur knappe 10000 und die Schweden trotzdem eine höhere Lebenserwartung haben. Das Anspruchsdenken der Versicherten an das Gesundheitssystem ist hierzulande einfach zu hoch. Ich z.B. würde niemals auf die Idee kommen wegen eines grippalen Infektes oder einer Muskelzerrung zu einem Arzt zu gehen. Damit stehe ich aber ziemlich alleine da.
        In meinem Freundeskreis habe ich eine Ärztin die jahrelang in Afrika praktizierte und seit einigen Monaten in Deutschland eine Praxis führt. Die kann Dir einiges vom Wohlstandspatienten deutscher Prägung erzählen der bei einer Nebenhöhlenentzündung auf einer Computertomographie besteht, oder sich seine Altersflecke auf Kassenkosten entfernen lassen möchte.
        Natürlich krankt es noch an vielen, vielen weiteren Stellen, so z.B. den Verwaltungskosten der Krankenkassen etc.

        Gruß
        Tom
        • Antwort von (abgemeldet) nach 3 Tagen hilfreich
          Re^4: War wohl nichts
          Hallo Tom Das habe ich niemals behauptet, und Deine Unterstellung trifft
          mich auch ziemlich, da ich zwei chronisch Kranke in der
          Familie habe. Das die Behandlung von chronisch kranken
          Patienten seit Jahre qualitativ immer schlechter wird
          (jedenfalls derjenigen die Mitglied einer gesetzlichen KK
          sind) ist eine empörende Tatsache.
          Das tut mir Leid für Dich, ist sicher eine große Belastung.
          Dann sind wir da einer Meinung ;-).
          Es trifft immer die, die sich nicht wehren können.

          Fakt ist aber auch, daß die Deutschen viel häufiger zum Arzt rennen als z.B. die
          Skandinavier, daß in Deutschland 48000 Medikamente zugelassen
          sind in Schweden dagegen nur knappe 10000 und die Schweden
          trotzdem eine höhere Lebenserwartung haben.
          Dazu mal grundsätzlich:
          In Deutschland wird jede Darreichungsform extra gezählt, bei Aspirin haben wir dann Aspirin Tabletten, Brausetabletten, Aspirin 300, Aspirin 100, Aspirin Migräne, das wären schon 5 Medikamente von den 48000, dazu kommen noch die verschiedenen Packungsgrößen.
          Dann gibt es nur in Deutschland eine riesige Anzahl homöopathischer Arzneimittel, das kennen andere Länder gar nicht.

          Wirklich viel gekauft oder von den Ärzten verschrieben werden etwa 900 Medikamente, die machen den Hauptumsatz, der Rest kleckert so daher.
          Die Zahl 48000 ist reine Polemik der Krankenkassen, wir liegen mit 900 also noch unter den Schweden.

          Allerdings hast Du Recht, das Anspruchsdenken ist hier höher als anderswo. Viele meinen, ich hab so und so viel bezahlt, das will ich wieder raushaben.
          Das haben die Krankenkassen aber früher unterstützt, um sich Kunden abzujagen, tun es zum Teil heute noch.
          Gruß
          Rainer
          • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
            Re^5: War wohl nichts
            Hi Rainer!

            Das goße Problem bei dieser Thematik liegt doch in der Beschaffung von wertfreien Informationen und korrektem, unmanipuliertem Zahlenmaterial um sich unabhängig eine Meinung zu bilden. Die einzelnen Interessengruppen, auf der einen Seite das Gesundheitministerium, auf der anderen Seite die Ärzte und Gesundheitseinrichtungen, dazwischen irgendwo die Krankenkassen und nicht zu vergessen die Kassenärztlichen Vereinigungen, schneidern sich natürlich die Daten so zurecht wie es nötig ist um daraus die eigenen Ansprüche und Forderungen gründen zu können. Für mich als Laien hören sich die Argumente jeder Seite für sich betrachtet durchaus plausibel an. Dummerweise sind die Argumentationen i.d.R. genau entgegengesetzt. Auch die Berichterstattung in den soliden Medien ist bei diesem Thema ausgesprochen polarisiert und häufig sehr polemisch gehalten (z.B. jüngste Spiegel-Berichterstattung).
            Wo liegt jetzt aber Deiner Meinung der Hase im Pfeffer? Sind es die verschwenderischen Krankenkassen die sich aus den Mitgliedsbeiträgen der Pflichtversicherten lieber Verwaltungspaläste bauen anstatt das Geld in die med. Versorgung zu stecken? Sind es die Ärzte, die nicht auf ihre Pfründe verzichten wollen? Ist es der allgemeine Trend zur Apparatemedizin? Die Patienten die wegen einer tropfenden Nase sofort einen Arzt aufsuchen? Die Überalterung der Gesellschaft?
            Und vor allem wie soll das Problem angegangen werden? Wie bei der Rente: Eine private Pflichtvorsorge für jeden?

            Gruß
            Tom
          • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
            Re^5: War wohl nichts
            .....Viele meinen, ich hab so und so viel bezahlt,
            das will ich wieder raushaben.
            Hallo, Rainer,

            Das ist die Krux an uns Deutschen. Die meisten begreifen nicht, dass jede Versicherung, ob privat oder gesetzlich, eine Solidargemeinschaft ist: der, der gesund ist, zahlt die Heilung des Kranken. Und kann sicher sein, dass die anderen ihm ebenfalls die Heilung zahlen, wenn´s nötig sein sollte. Das hat mit Soll und Haben nichts zu tun. Dieses Denken gibt es auch bei der Arbeitslosenversicherung: "jetzt mach´ ich erst mal ein oder 2 Jahre auf arbeitslos! Habe ja genügend einbezahlt!"
            Mit diesem Denken wird alles nur immer teurer!
            Grüße
            Raimund
    • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
      Re^2: Gesundheitssystem
      ....Fakt ist doch, daß wir in einem Land leben, in dem die Leute
      wegem jedem Kinkerlitzchen zum Arzt rennen. In einem Land in
      dem nachweislich 2800 Medikamente, deren Wirkung micht
      bewiesen ist, von den Kassen bezahlt werden.
      hier muss ich meinem Vorredner Recht geben: die Kassen, allen voran die AOK haben Medikamente gestrichen, mit der Begründung, es wären Plazebo-Medikamente. Auf einer Tagung der Kassen und Ärzte in unserer Gegend haben die Kassen z.B. VOLTAREN GEL gestrichen. Ein Aufschrei der Empörung ging durch die Reihen der Ärzte. Denn dieses Mittel hilft tatsächlich! Aber hier wurde mit der heißen Nadel gestrickt: abgelehnt, ohne Diskussion! Wusstest Du, dass teilweise Hüftgelenkoperationen bei älteren Leuten nicht mehr bezahlt werden? Begründung: es rentiert sich da nicht mehr (kratzt ja sowieso bald ab!), dass Glaukomuntersuchungen auf Kosten des Patienten gehen, dass Mammographie vom Patienten bezahlt werden muss? Auch verschiedene Ultraschalluntersuchungen werden nicht mehr bewilligt. Hier hört die "Eigenverantwortlichkeit" des Patienten auf! Wenn die Kassen den Spezialisten etwas die Einkünfte kastrieren würden, das Primärarztprinzip wieder einführen, den freien Wettbewerb bei den Medikamenten zulassen würden, dann hätten wir wieder ein bezahlbares Gesundheitssystem. Übrigens: siehst Du es als gut an, dass der Arzt, der 24 Stunden bereit sein muss, der von allen Krankheiten viel wissen muss (damit er diagnosefest ist), dass gerade der am wenigsten verdient? Ein prakt. Arzt hat weniger Einkünfte als z.B. ein Orthopäde. Und wenn er das ganze Jahr über seine Kunden (Patienten) gut behandelt hat, steht er spätestens im Dezember vor der Wahl: 1: Urlaub machen 2. Kassenpatienten ablehnen (wird schon gemacht), 3. auf eigenen Kosten behandeln, 4. die Kassenpatienten zu Privatpatienten machen (kassieren).
      Ich möchte hier keine Bewertung machen, welche Partei dafür verantwortlich ist (ich glaube alle!). Es ist nicht richtig! Hier wird auf Kosten der Schwächsten gespart. Die Ärzte können sich einigermaßen wehren, noch viel besser die Pharmaindustrie. Der Patient nicht!
      Ich gönne wirklich jedem sein Einkommen. Doch wenn éin Zahnarzt zu mir sagt, er wäre fast am pleitegehen und als Fuhrpark (weiss ich zufällig) folgende Autos hat: einen Mercedes 500 SE, einen 500 SEL, ein Grand Cherokee 8 Zyl. (als Einkaufswagen für seine Frau)... Als ich zu ihm sagte, er müsste sich halt mal ein paar Jahre mit dem "kleinen" Mercedes S und evt. dem Cherokee 6 Zyl. zufrieden geben, war er ruhig. Weißt Du, was ein Zahnarzt an einem Inly verdient? Er kauft den Glaskeramikpfropf für ca,. 60,- bis 100,- DM ein.... und verlangt vom Kunden bis zu 1.400,- DM. Mein jetziger Zahnarzt verlangt dafür nur 300 bis 500,- DM. Er sagt, er würde genug daran verdienen. Die CDU/CSU suggeriert, sie wäre imstande gleiche Leistung für
      alle Versicherten bei gleichbleibenden Beiträgen zu
      ermöglichen.
      Da lügt die CDU/CSU genauso, wie die FDP und SPD und Grüne und....
      Sie alle haben Angst vor den finanzkräftigen Lobbys. Wer will schon gerne seine politische Karriere beschneiden?
      Grüße
      Raimund


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