Antwort von
nach einem Tag
hilfreich
Wenn Kite-Surfing Extremsport ist, ...
Hallo,
...dann ist es Fussball und jeder andere Freizeitsport auch. Die folgen kannst du Freitag abends in den chirurgischen Notaufnahmen der Krankenhäusern bewundern. Du hast recht, da passiert schon einiges.
Die Folgen von Extrem-Saufing, Extrem-Fressing und Extrem-Rauching und Extrem-Sesselsitzing sind eher auf der Inneren zu bewundern. Auch abschreckend, die Behandlungen sind ebenfalls teuer.
[...]
Mir stellt sich die Frage, wer die langwierige, kostspielige
Heilbehandlung und Nachsorge, den Verdienstausfall und die
übrigen Kosten in solch einem Fall trägt. Doch wohl nicht etwa
die gesetzliche Krankenversicherung, in die ich, obwohl ich
sie seit vielen Jahren nicht in Anspruch nahm, doch jeden
Monat ein knappes Siebtel meines Gehaltes zahlen darf?
Die Kosten für Unfälle beim Freizeitsport werden üblicherweise von separaten Versicherungen (mit-)getragen, die mit den jeweiligen Verbänden und Vereinen eine Art Kollektivvertrag haben.
Z.B. war ich zu meiner Zeit als aktiver Judoka über den Verband beim Gerling-Konzern Unfall-versichert. Das dürfte bei allen Wettkampfsportlern über die eine oder andere Versicherung so sein.
(Wenn ich mich richtig erinnere war es so: Wenn der Sportler seinen Verbandsbeitrag nicht bezahlt hatte => keine Versicherung=>keine Berechtigung zur Teilnahme an Wettkämpfen)
Oder zahlen Extremsportler einen besonderen Risikozuschlag,
denn es kann doch nicht angehen, dass jemand seinem Sport auf
Koszen und zu Lasten der Allgemeinheit frönt?
Extremsportler, die diese Bezeichnung verdienen, sind durchtrainierte Leistungssportler und eigentlich mindestens Halbprofis (d.h. der normale Beruf wird hinter dem Sport zurückgestellt). Diese Leute sind i.d.R. ebenfalls zusätzlich versichert. Ähnlich wie zB. Bergführer können sie sich für viel Geld versichern. Die meisten (zumindest, diejenigen die ich kenne) tun dies.
Wieviel im konkreten Schadensfall dann die KK und die Unfallversicherungen anteilig zahlen, kann ich nicht sagen, da für den Verunfallten die Abrechnung nicht transparent abläuft (ablief?). Ich habe damals meine Unfälle (2 Stück in 10 Jahren) beiden Versicherungen (GesetzlicheKV und UnfallV) gemeldet, die Abrechnung haben die beiden unter sich ausgemacht.
Wer meist keine Zusatzversicherung hat, sind die Freizeitsportler, die sich oft nicht organisiert haben: Jogger, Radfahrer, Skifahrer und Bergwanderer.
Zum Schluss also das Fazit:
Sportler sind in der Regel (falls in einem Verein/Verband organisiert) für ihr erhöhtes Unfallrisiko zusätzlich versichert, aber Raucher, Säufer, Vielfresser und Sesselfurzer mit ihrem erhöhten Gesundheitsrisiko nicht.
Grüsse Rossi