Was für ein Umgang mit Steuergeldern!

Von: , Frage gestellt am Sa, 27. Nov 1999

Das ist ja echt unglaublich! Wie kommt der Kanzler der Bundesrepubilk Deutschland eigentlich auf die Idee, 250 Millionen DM Steuergelder in ein marodes Baugeschäft zu stecken und sich im Anschluß als Samariter vor die versammelte Presse zu stellen und sich medienwirksam zu vermarkten?
Okay, man kann jetzt sagen, daß damit ca. 60.000 Arbeitsplätze gesichert sind, aber was ist mit der Selbstreinigungskraft des Marktes? Wir haben zwar eine soziale Marktwirtschaft, aber ist es sozial, also im Sinne der Gesellschaft, Missmanagement mit so einem unglaublich hohen Betrag zu belohnen? Wenn ein Unternehmen abgewirtschaftet hat, muß es weg vom Markt, seien die Folgen auch noch so schlimm. Die Holzmann AG war vor drei Jahren schon mal fast k.o. und besteht seit dem nur noch als kreditgefüllter Kadaver.
Wenn der Kanzler seiner Linie treu bleibt, dann sehen wir ihn ja bald in den Nachrichten, wenn er verkündet, daß die Mitarbeiter des Musical-Konzerns Stella (hat am 26.11. Insolvenzantrag gestellt) nicht mehr um ihre Zukunft bangen müssen.

10 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
    Re: Was für ein Umgang mit Steuergeldern!

    Das ist ja echt unglaublich! Wie kommt
    der Kanzler der Bundesrepubilk
    Deutschland eigentlich auf die Idee, 250
    Millionen DM Steuergelder in ein marodes
    Baugeschäft zu stecken und sich im
    Anschluß als Samariter vor die
    versammelte Presse zu stellen und sich
    medienwirksam zu vermarkten?
    Okay, man kann jetzt sagen, daß damit ca.
    60.000 Arbeitsplätze gesichert sind, aber
    was ist mit der Selbstreinigungskraft des
    Marktes?
    Wer glaubt denn an so etwas? Der Teufel scheisst halt immer auf den grössten Haufen... Das gilt für unseren Staatsmonopolkapitalismus (haha...), aber auch z.B. für die USA - wo ist denn die Selbstreinigungskraft des Marktes im Hinblick auf Microsoft? Ab einer gewissen Grösse können die Unternehmen so ziemlich überall die Spielregeln des Marktes zu ihren Gunsten beeinflussen, sei es aktiv oder passiv. Und wo ist der Markt in dem riesigen öffentlichen Beschäftigungssektor? Wir haben zwar eine soziale
    Marktwirtschaft, aber ist es sozial, also
    im Sinne der Gesellschaft, Missmanagement
    mit so einem unglaublich hohen Betrag zu
    belohnen?
    Wenn ein Unternehmen
    abgewirtschaftet hat, muß es weg vom
    Markt, seien die Folgen auch noch so
    schlimm. Die Holzmann AG war vor drei
    Jahren schon mal fast k.o. und besteht
    seit dem nur noch als kreditgefüllter
    Kadaver.
    Aber dann wirst du erleben, dass die Leute, die das Missmanagement zu "verantworten" haben (ich setze das mal in Anführungszeichen, denn von einer echten Verantwortung kann man eigentlich nicht sprechen), meist sehr weich fallen, während die "kleinen Leute" dann auf der Strasse stehen. Auch eine Art von Privatisierung der Gewinne und Sozialisierung der Verluste! Wenn der Kanzler seiner Linie treu
    bleibt, dann sehen wir ihn ja bald in den
    Nachrichten, wenn er verkündet, daß die
    Mitarbeiter des Musical-Konzerns Stella
    (hat am 26.11. Insolvenzantrag gestellt)
    nicht mehr um ihre Zukunft bangen müssen.
    Wart's ab...

    Reinhard

  2. Antwort von nach 14 Stunden hilfreich
    Re: Was für ein Umgang mit Steuergeldern!

    Das hat er doch schon häufiger gemacht und die Leute danken es ihm.
    Das letztemal bei den Flugzeugwerken in Lemwerder. Die "Dasa" wollte den Betrieb schließen, Schröder hat ihm mit Landesunterstützung weitergeholfen und heute ist es ein Betrieb in den schwarzen Zahlen.

    Was hat man sich damals aufgeregt, wie er so etwas machen kann!

    Dann hat er verhindert, daß ein westdeutsches Stahlwerk ins Ausland verkauft wird, die es dann doch wohl platt gemacht hätten.

    Er hätte auch den Zusammenschluß von Daimler und Chrysler verhindern sollen. Es glaubt doch wohl kein Mensch, daß die Amerikaner sich zum bestimmten Termin, die Chryslerbetriebe so einfach wegnehmen lassen! Dann soll ja wohl die Leitung ganz in deutsche Hände übergehen. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: Was für ein Umgang mit Steuergeldern!

    Das ist ja echt unglaublich! Wie kommt
    der Kanzler der Bundesrepubilk
    Deutschland eigentlich auf die Idee, 250
    Millionen DM Steuergelder in ein marodes
    Baugeschäft zu stecken und sich im
    Anschluß als Samariter vor die
    versammelte Presse zu stellen und sich
    medienwirksam zu vermarkten?
    Na hatt doch Super geklapt:1999 " Gerhard, Gerhard... ")
    1989 Helmut Helmut..
    Es kostet ja nicht sein Privatgeld Okay, man kann jetzt sagen, daß damit ca.
    60.000 Arbeitsplätze gesichert sind,
    Was ist mit den vielen Tausend Handwerksbetrieben die, die Gewährleistungs-Bürgschaften nicht mehr zahlen können " Keine Gewährleistung kein Auftrag-keine Arbeit = viele Tausend Arbeitslose" was nun H. Schröder was ist mit der Selbstreinigungskraft des
    Marktes? Wir haben zwar eine soziale
    Marktwirtschaft, aber ist es sozial, also
    im Sinne der Gesellschaft, Missmanagement
    mit so einem unglaublich hohen Betrag zu
    belohnen?
    Wir bezahlen ja auch das Missmanagement unserer Regierungen

    Wenn ein Unternehmen abgewirtschaftet hat, muß es weg vom
    Markt, seien die Folgen auch noch so
    schlimm. Die Holzmann AG war vor drei
    Jahren schon mal fast k.o. und besteht
    seit dem nur noch als kreditgefüllter
    Kadaver.
    Wenn der Kanzler seiner Linie treu
    bleibt, dann sehen wir ihn ja bald in den
    Nachrichten, wenn er verkündet, daß die
    Mitarbeiter des Musical-Konzerns Stella
    (hat am 26.11. Insolvenzantrag gestellt)
    nicht mehr um ihre Zukunft bangen müssen.
    Mal abwarten was die EU zu der Rettung zu sagen hat.

  4. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: Was für ein Umgang mit Steuergeldern!

    Deine Sorge, der Kanzler könnte sich um den Musical-Konzern Stella kümmern, erscheint mir unbegründet. Das wird an seiner Stelle sicher in der einen oder anderen Form der Hamburger Senat erledigen (ich wette 'ne Kiste Mumm, daß das genau so passiert).

    Politiker (und Banker) disqualifizieren sich hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Kompetenz selbst, wenn sie für Branchen, die mit Überkapazitäten und fehlender Wettbewerbsfähigkeit zu kämpfen haben (Bergbau, Landwirtschaft, Werften, Bau), Steuermittel einsetzen. Die medienwirksame Inszenierung von Gerhard als Retter hat im Zweifelsfall Vorrang vor gesamtwirtschaftlicher Vernunft.

    Die Leute haben noch nicht kapiert oder verdrängen, daß die Musik hinsichtlich Arbeitsplätzen, Steueraufkommen und Innovationskraft überwiegend bei den KMU spielt.

    Mit Frust im Bauch
    Wolfgang

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Was für ein Umgang mit Steuergeldern!

      Politiker (und Banker) disqualifizieren
      sich hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen
      Kompetenz selbst, wenn sie für Branchen,
      die mit Überkapazitäten und fehlender
      Wettbewerbsfähigkeit zu kämpfen haben
      (Bergbau, Landwirtschaft, Werften, Bau),
      Steuermittel einsetzen. Die
      medienwirksame Inszenierung von Gerhard
      als Retter hat im Zweifelsfall Vorrang
      vor gesamtwirtschaftlicher Vernunft.
      Hallo Wolfgang!

      Beim Bergbau gibt es das Argument, daß Deutschland in einem Ernstfall (Krieg, sonstige Rohstoffknappheit) möglichst autark sein muß, um nicht von anderen abhängig zu sein. Trotzdem stimme ich dir zu, daß dort ein Einsatz von Steuergeldern sehr fragwürdig ist. Ich weiß nicht mit wieviel Geld jedes Jahr der Bergbau subventioniert wird, auf jeden Fall führt diese Politik nicht zu einem ausgeglichenen Staatshaushalt, der die Grundlage einer finanziellen Gesundgung der Bundesrepublik Deutschland wäre, denn ca. 1/4 einer eingenomenen Mark an Steuern wird sofort für die Zinszahlungen verwendet.

      Hoffen wir, daß mal einer mit richtgen Ideen das Steuer in die Hand bekommt, Mario

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Re^3: Was für ein Umgang mit Steuergeldern!

        Hallo Mario,
        das Argument, im Notfall unabhängig zu sein, ist alt, häufig benutzt und dennoch unsinnig. Was will man im plötzlichen Notfall kurzfristig mit Kohlehalden? Deutschland ist nun einmal ein rohstoffarmes Land, das beinahe alles, was es für seine Industrieproduktion braucht, importieren muß. Es gibt auf diesem Gebiet etliche Argumente, die durch dauernde Wiederholung nicht richtiger werden. So sei z.B. der Bergbau eine Hochtechnologie, die man exportieren könne. Stimmt, aber muß man dafür Kohlehalden wachsen lassen, u.s.w.?
        Bei der Landwirtschaft kommt auch immer wieder das Argument der Unabhängigkeit im Notfall, eigentlich bei allen "schwarzen Löchern", in denen das Geld verschwindet.

        Gruß
        Wolfgang

  5. Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
    Re: Was für ein Umgang mit Steuergeldern!

    hallo,

    eigentlich seltsam, hätte er nichts getan, dann hiesse es der böse schröder, nu hat er was getan, da isser auch der böse, wie einer was macht, egal, recht ist es nie, aber hat sich mal jemand ausgerechnet, was 60 tausend arbeitslose nur für ein einziges jahr gekostet hätten????

    es sind ja noch nichtmal mnur die arbeiter, sondern die ganzen familien die daran mit beteiligt währen, angenommen mal im schnitt pro arbeiter 3 Familienmitglieder, so währen das 180 tausend menschen, die dann auch staatliche unterstützung gebraucht hätten und teilweise wohl ach auf sozialhilfe angewiesen währen...

    trotz allem herumgejammers denke ich das diese "verschwendung" mal sinnvoll war, da re4gen mich schon eher der kindergarten für die abgeordneten elite auf und andere vergünstigungen oder die knete die man nun von steuergeldern dem abgetretenen politiker in der a.... steckt...

    gruß

    sonja

    • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
      Re^2: Was für ein Umgang mit Steuergeldern!

      Sonja, so kann man es natürlich auch sehen. Bestimmt hätte es Geschrei gegeben, wäre Schröder untätig geblieben.
      Nur hunderttausendfach gehen still und leise Unternehmen den Bach runter und der Staat tut nichts (sprich: Das Finanzamt hebt nochmal das Bein und holt, was zu holen ist).

      Der Druck auf die Tränendrüsen (...trauriges Weihnachtsfest...) ist ja medienwirksam. Aber glaubst Du wirklich, daß da jetzt plötzlich ein wettbewerbsfähiges Unternehmen entsteht? Das Hauen und Stechen im zu engen Marktsegment geht weiter. Es geht weiter, weil Geld in den falschen, weil überlebten Kanal fließt. Technologie und Innovation haben statt dessen einen viel zu kleinen Stellenwert bei staatlichen Maßnahmen. Statt dessen wird z. B. in das Ausbuddeln von Kohle (die keiner braucht)investiert.
      Nochmal anders an die Sache gegangen: Warum soll Geld in ein Unternehmen fließen, wenn es massenhaft andere Unternehmen der gleichen Branche gibt, die ohne diese Hilfe klarkommen. Damit wird doch geradezu eine Negativauslese vorgenommen! Deshalb ist Schröders Handeln schlimmes Gift für die Volkswirtschaft.

      Gruß

      Wolfgang

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Absolut Richtig, Wolfgang !!

        Hi !

        So sieht es leider aus.
        Nur wen interessiert bei einem durch die Presse mit derart heftigen Emotionen geschürten Thema noch die Ansicht von ein paar Leuten, die sich mal fundiert mit solchen Themen beschäftigt hatten ?

        Staatliche Lenkung der Wirtschaft ist Gift für unternehmerisches Denken und Innovation.

        Gruß,

        Mathias



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