atomkatastrophe in japan

Von: , Frage gestellt am Do, 30. Sep 1999

stand der dinge ist jetzt, daß der japanische krisenstab noch tagt ( whow - bei denen ist es echt schon früh ), daß 2 arbeiter höchstverstrahlt sind, und daß die umgebung von ca 10km langsam evakuiert wird.

unterstellen wir mal, daß japan ein hochtechnoligiertes land ist, und das japan anders, als die ehemalige su auch eine offene info-politik betreibt:

könnte es sein, daß die akws doch nicht so sicher sind, wie es unter hochzivilisierten ländern übereinstimmend behauptet wird?

will ich wirklich wissen - war nicht rhetorisch ( oder muss das in narurwissenschaften, aber dann schimpft der brettwart wieder )
khs

7 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
    Re: atomkatastrophe in japan

    könnte es sein, daß die akws doch nicht
    so sicher sind, wie es unter
    hochzivilisierten ländern
    übereinstimmend behauptet wird?
    Kann durchaus sein, aber der Unfall ist nicht in einem Kraftwerk sondern in einer Produktionsstätte für Brennstäbe passiert.

    Dazu kommt, daß statt der erlaubten Menge Uran (2,4 kg für diese Anlage) - ca 16 kg verwendet wurden um schneller zu produzieren. Leider ließ sich deshalb die kritische Masse nicht mehr kontrollieren.

    Ivo

    • Antwort von nach 19 Stunden hilfreich
      Re^2: atomkatastrophe in japan

      Hello allerseits,

      HOECHST beunruhigend ist, dass dieser schwere Stoerfall wie auch jener schwere Stoerfall im japanischen AKW Minju 1995
      " von Ingenieuren fuer ummoeglich gehalten wurde ".
      Und die Betreiber Tage brauchen das Problem zu loesen; und inzw.sind 50 Leute verstrahlt, Hitachi laesst 10tausende
      worker Zuhause, und und und .....

      Aha, AKW , alles im Griff ?

      Tschau
      Onkel Tom [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 23 Stunden hilfreich
        Re^3: atomkatastrophe in japan

        HOECHST beunruhigend ist, dass dieser
        schwere Stoerfall wie auch jener schwere
        Stoerfall im japanischen AKW Minju 1995
        " von Ingenieuren fuer ummoeglich
        gehalten wurde ".
        Also so einen Kritikalitaetsunfall wird wohl niemand fuer unmoeglich halten, dazu kommen die einfach zu oft vor. Und die Betreiber Tage brauchen das
        Problem zu loesen;
        Naja da kann man halt nicht auf "Aus" druecken, ist vegleichbar mit einem Stoerfall in einer Chemiefabrik, eigentlich sind ja Brennelementwerke auch Chemiefabriken.
        Jedenfalls wichtog ist, dass man solche Stoerfaelle sehr wohl beherrschen kann, jedenfalls wenn man Ahnung von der Materie hat, was bei den Japanern allerdings nicht der Fall war.

        Mir machen weniger die AKW's in den High-Tech-Staaten Sorgen als die in den Schwellenlaendern. Indien baut seine AKW's zum Beispiel so, dass man im Stoerfall einfach das Ganze in den Golf von Bengalen leitet, allerdings wird als Brennstoff ein Material verwendet, was bei Wasserzutritt heftiste chemische Reaktionen eingeht, da moechte ich wirklich keinen Stoerfall erleben, weil der ist dann nicht mehr beherrschbar.

        Joern

        • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
          Re^4: atomkatastrophe in japan

          HOECHST beunruhigend ist, dass dieser
          schwere Stoerfall wie auch jener schwere
          Stoerfall im japanischen AKW Minju 1995
          " von Ingenieuren fuer ummoeglich
          gehalten wurde ".
          Also so einen Kritikalitaetsunfall wird
          wohl niemand fuer unmoeglich halten, dazu
          kommen die einfach zu oft vor. Und die Betreiber Tage brauchen das
          Problem zu loesen;
          Naja da kann man halt nicht auf "Aus"
          druecken, ist vegleichbar mit einem
          Stoerfall in einer Chemiefabrik,
          eigentlich sind ja Brennelementwerke auch
          Chemiefabriken.
          Jedenfalls wichtog ist, dass man solche
          Stoerfaelle sehr wohl beherrschen kann,
          jedenfalls wenn man Ahnung von der
          Materie hat, was bei den Japanern
          allerdings nicht der Fall war.
          Hello Joern,

          danke wiederum fuer die Lehrstunde;

          die jetzt 'gekuendigeten' Betreiber seitens der Regierung Japans sollen doch Ing's genug gehabt haben, wohl die falschen,oder ?

          Zudem bedrueckt massiv nicht nur Indien, viel mehr noch Pakistan ...und die gr. Mengen Tschernobyl-Typen, die allesamt ja fuer den naechsten Supergau geradestehen;
          was passiert dann ? fuer mich ist das DANN danach der TOD aller AKW's.... Mir machen weniger die AKW's in den
          High-Tech-Staaten Sorgen als die in den
          Schwellenlaendern. Indien baut seine
          AKW's zum Beispiel so, dass man im
          Stoerfall einfach das Ganze in den Golf
          von Bengalen leitet, allerdings wird als
          Brennstoff ein Material verwendet, was
          bei Wasserzutritt heftiste chemische
          Reaktionen eingeht, da moechte ich
          wirklich keinen Stoerfall erleben, weil
          der ist dann nicht mehr beherrschbar.

          Joern
          Danke , seh' ich ganz genau so; aber was ist mit den gr. Mengen Tscher..., siehe oben ?

          Tschau
          Onkel Tom

          • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
            Re^5: atomkatastrophe in japan

            die jetzt 'gekuendigeten' Betreiber
            seitens der Regierung Japans sollen doch
            Ing's genug gehabt haben, wohl die
            falschen,oder ?
            Naja Ingenieure "haben" alleine reicht noch nicht unbedingt, vor allem wenn man den niederen Schergen nicht auf die Finger guckt, bzw. ihnen nix erklaert. Andererseits wuerde in Japan auch nie einer von den Schergen auf die Idee kommen zu meutern, wenn einer seiner Vorgesetzten ihm aus was fuer Gruenden auch immer ne Anweisung gibt, die Schwachsinn ist. Und das ist nicht nur in kerntechnischen Anlagen so, sondern auch bei Banken, Eisenbahnen etc.
            Andere Laender andere Sitten, da muss man sich wohl andere Kontrollmechanismen ueberlegen. Zudem bedrueckt massiv nicht nur Indien,
            viel mehr noch Pakistan ...und die gr.
            Mengen Tschernobyl-Typen, die allesamt ja
            fuer den naechsten Supergau geradestehen;
            was passiert dann ? fuer mich ist das
            DANN danach der TOD aller AKW's....
            Tja, die sogeneannten "Tschernobyl-Typen" haben fuer die Betreiberstaaten den Vorteil, dass sie zum einen modular gebaut werden koennen (also ohne Druckgefaess), dass sie relativ einfach zu betreiben sind, und dass man auch waffenfaehiges Plutonium in ihnen produzieren kann. Der entscheidende Nachteil ist jedoch, dass prinzipbedingt Brutreaktoren einen positiven void-Faktor (bedeutet, je waermer die Anlage wird, umso groesser wird auch die Leistung) und einen positiven scram-Faktor (bedeutet, dass es beim Ausschalten des Reaktors noch zu einer Leistungsspitze kommt) haben. Bei dem Tschernobyl-Reaktor kam noch erschwerend hinzu, dass die Regelstaebe nicht wie allgemein ueblich nach oben aus dem Reaktorkern gezogen werden, und somit im Falle eines notwendigen Abschaltens einfach in den Reaktorkern zurueckplumpsen koennen, sondern sie wurden nach unten aus dem Reaktorkern gezogen, mussten zum Ausschalten also mit Hilfe von Motoren zurueckgefahren werden. Und wenn die Motoren nicht funktionieren, kann man den Reaktor nicht ausschalten. Danke , seh' ich ganz genau so; aber was
            ist mit den gr. Mengen Tscher..., siehe
            oben ?
            Die sind leider nicht die einzigen prinzipiell unsicheren Reaktortypen. Nicht inhaerent sicher sind zunaechst mal alle Brutreaktoren (auch die franzoesischen), das Problem mit den Steuerstaeben, die nur aktiv eingefahren werden koennen, bzw. dem positiven void-Faktor zeigen auch die britschen Reaktoren, die mit Gaskuehlung und Graphitmoderation arbeiten (zum Beispiel Dungeness A) und der kanadische CANDU-Typ (der arbeitet allerdings mit Natururan, was wieder fuer ihn spricht).
            Und auch der neue Reaktor in Muenchen (FRM-II), der mit hochangereichertem Uran (also waffenfaehig) arbeiten soll ist mir da nicht so ganz geheuer. Zumindest gibt es keinen Grund dafuer dieses erhoehte Risiko einzugehen, der koennte seinen Zweck auch mit weniger angereichertem Uran erfuellen.

            Noch zum Schluss ein Zitat des Betriebsleiters eines Reaktors(Tschernobyl-Typ) bei St. Petersburg:
            "Bei uns kann nix passieren, wir beschaeftigen hier ja schliesslich keine Ukrainer."
            (da wundert einen nix mehr)

            Joern

            • Antwort von nach 9 Tagen hilfreich
              Re^6: atomkatastrophe in japan

              die jetzt 'gekuendigeten' Betreiber
              seitens der Regierung Japans sollen doch
              Ing's genug gehabt haben, wohl die
              falschen,oder ?
              Naja Ingenieure "haben" alleine reicht
              noch nicht unbedingt, vor allem wenn man
              den niederen Schergen nicht auf die
              Finger guckt, bzw. ihnen nix erklaert.
              Andererseits wuerde in Japan auch nie
              einer von den Schergen auf die Idee
              kommen zu meutern, wenn einer seiner
              Vorgesetzten ihm aus was fuer Gruenden
              auch immer ne Anweisung gibt, die
              Schwachsinn ist. Und das ist nicht nur in
              kerntechnischen Anlagen so, sondern auch
              bei Banken, Eisenbahnen etc.
              Andere Laender andere Sitten, da muss man
              sich wohl andere Kontrollmechanismen
              ueberlegen.
              Hello Joern,

              Zunaechst grooooossssen Dank fuer die Aufklaerung.

              Jjaja, kann ich betaetigen, da auch mal drueben gewesen ,da fuer Japan-Firmen in D geschafft. Zudem bedrueckt massiv nicht nur Indien,
              viel mehr noch Pakistan ...und die gr.
              Mengen Tschernobyl-Typen, die allesamt ja
              fuer den naechsten Supergau geradestehen;
              was passiert dann ? fuer mich ist das
              DANN danach der TOD aller AKW's....
              Tja, die sogeneannten "Tschernobyl-Typen"
              haben fuer die Betreiberstaaten den
              Vorteil, dass sie zum einen modular
              gebaut werden koennen (also ohne
              Druckgefaess), dass sie relativ einfach
              zu betreiben sind, und dass man auch
              waffenfaehiges Plutonium in ihnen
              produzieren kann. Der entscheidende
              Nachteil ist jedoch, dass prinzipbedingt
              Brutreaktoren einen positiven void-Faktor
              (bedeutet, je waermer die Anlage wird,
              umso groesser wird auch die Leistung) und
              einen positiven scram-Faktor (bedeutet,
              dass es beim Ausschalten des Reaktors
              noch zu einer Leistungsspitze kommt)
              haben. Bei dem Tschernobyl-Reaktor kam
              noch erschwerend hinzu, dass die
              Regelstaebe nicht wie allgemein ueblich
              nach oben aus dem Reaktorkern gezogen
              werden, und somit im Falle eines
              notwendigen Abschaltens einfach in den
              Reaktorkern zurueckplumpsen koennen,
              sondern sie wurden nach unten aus dem
              Reaktorkern gezogen, mussten zum
              Ausschalten also mit Hilfe von Motoren
              zurueckgefahren werden. Und wenn die
              Motoren nicht funktionieren, kann man den
              Reaktor nicht ausschalten.
              OHHHHHH , mein lieber Tscher -Typ, an den ich mich mit Schaudern an Bulgarien erinnere.... Danke , seh' ich ganz genau so; aber was
              ist mit den gr. Mengen Tscher..., siehe
              oben ?
              Die sind leider nicht die einzigen
              prinzipiell unsicheren Reaktortypen.
              Nicht inhaerent sicher sind zunaechst mal
              alle Brutreaktoren (auch die
              franzoesischen), das Problem mit den
              Steuerstaeben, die nur aktiv eingefahren
              werden koennen, bzw. dem positiven
              void-Faktor zeigen auch die britschen
              Reaktoren, die mit Gaskuehlung und
              Graphitmoderation arbeiten (zum Beispiel
              Dungeness A) und der kanadische CANDU-Typ
              (der arbeitet allerdings mit Natururan,
              was wieder fuer ihn spricht).
              Und auch der neue Reaktor in Muenchen
              (FRM-II), der mit hochangereichertem Uran
              (also waffenfaehig)
              Sorry, was soll denn " waffenfaehig" in Deutschland ? ( das ist doch gegen jede intern.Vereinbarung, wird diese damit umgangen ? )

              arbeiten soll ist mir da nicht so ganz geheuer. Zumindest gibt
              es keinen Grund dafuer dieses erhoehte
              Risiko einzugehen, der koennte seinen
              Zweck auch mit weniger angereichertem
              Uran erfuellen.
              Folge, dann sind demnach uU Gaus oder Supergaus moeglich, zB. Tscherno's ,Franz. und wer noch ?
              Noch zum Schluss ein Zitat des
              Betriebsleiters eines
              Reaktors(Tschernobyl-Typ) bei St.
              Petersburg:
              "Bei uns kann nix passieren, wir
              beschaeftigen hier ja schliesslich keine
              Ukrainer."
              (da wundert einen nix mehr)
              Wirklich nicht, diese dummen Antworten kenne ich im Ostblock, aehneln sich auffallend !
              Joern
              Tschau
              Onkel Tom

  2. Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
    Re: atomkatastrophe in japan

    Siehe Postings im Brett "Naturwissenschaften"

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