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Re^2: BUSH als neuer US Präsident ! (teil 2)
Als vor ein paar Monaten in Österreich ein gewisser Herr
Haider mit in die Regierung kam, war ganz Europa schockiert,
vorn weg natürlich die Deutschen. Nun wird in Amerika ein
Massenmörder zum Präsidenten gewählt (allein im letzten Jahr
gingen um die 40 Morde auf sein Konto),
Das ist jetzt aber wirklich uebertrieben. Wie man der Todesstrafe gegenueber steht, ist jedem wohl selber ueberlassen (ich bin auch dagegen, wohne in Texas und unterstuetze Gore), aber deshalb Praesident Bush als Massenmoerder zu bezeichnen geht wirklich zu weit. Ein Mord ist definitionsgemaess das ungesetzliche Toeten eines Menschen, und so kontrovers die Gesetze nun auch sind, als Gouverneur hat Bush keines gebrochen. Und wenn er behauptet, er diene den Menschen seines Staates, so stimmt das wohl, denn Umfragen zufolge sind ca. zwei Drittel der US-amerikanischen Bevoelkerung fuer die Todesstrafe.
Auch der ehemalige Praesident Clinton oder der Kandidat Gore waeren nicht besser. Auch wenn es oft in Deutschland faelschlich so dargestellt wird, waren sie keineswegs Bekaempfer der Todesstrafe. Im Gegenteil, waehrend Clinton's Amtszeit wurden die Straftaten, bei denen die Bundesregierung in Washington, D.C., die Todesstrafe beantragen kann, betraechtlich ergaenzt (siehe Federal Death Penalty Act aus dem Jahre 1994, sowie
Drug Kingpin Act, von Clinton am 3.12.1999 unterzeichnet).
Mit Deinem Urteil, das wie ich einfach mal behaupte, vorschnell und unwissend ist, tust Du dem Praesidenten auf jeden Fall unrecht.
er ist
auch für eine Unzahl an (teilweise mehr als
zweifelhaften)Hinrichtungen in Texas verantwortlich - der Herr
Möchte-Gern-Christ.
Nebenbei: Es wurde in der ganzen amerikanischen Geschichte noch nie bewiesen, dass eine unschuldige Person hingerichtet wurde, trotz nachtraeglicher Untersuchungen und DNS-Proben.
Und dann noch die Geschichte mit dem Wahlbetrug:
Ja? Was fuer eine Geschichte gab es denn da? Es wurde nichts nachgewiesen, die Nachzaehlungen wurden vom Obersten Gericht in Florida wieder aufgenommen, dann jedoch vom US-Supreme Court ausgesetzt, und zwar aus dem Grund, dass innerhalb der durch die Verfassung gesetzten Frist keine gerechte Nachzaehlung durchgefuehrt werden kann. Im Grundsatz stimmten die Richter jedoch mit der Entscheidung aus Florida ueberein. Diese Entscheidung ist zumindest meiner Meinung nach rechtens: Die Verfassung stand von vorne herein fest, war allen bekannt. Ein Bruch der Verfassung bei dieser Wahl haette sie garantiert jeglicher Legitimation beraubt.
Doch, doch, das ist ´ne
echte Vorzeigedemokratie - mal ganz abgesehen von diesem
vollkommen verblödeten Wahlrecht, nach dem jemand ´ne knappe
Million Stimmen mehr haben kann, als der andere, und dann
trotzdem nicht Präsident wird.
Hierzu faellt mir nur folgendes ein: "Never change a running system." Auch wenn vielen Analytikern und Politikern die Schwaechen des Wahlsystems bewusst waren, haben sie sich entschieden, es nicht zu aendern, da es bisher fast immer gut funktioniert hat. Sie waeren ein groesseres Risiko eingegangen, es zu aendern statt ein recht unwahrscheinliches Szenario abzuwarten. Ausserdem hat hat das Electoral College auch einige Vorteile. Wo haette es Nachzaehlungen geben sollen ohne das College? Im ganzen Land? Ferner standen die Wahlgesetze von vorne herein fest, allen war bewusst, dass es so kommen konnte. Niemand wurde unfair behandelt. Wahlbetrug liegt vor, wenn die Wahlgesetze gebrochen werden, und dies wurde nicht bewiesen, und gemaess des Ansatzes "im Zweifelsfall fuer den Angeklagten" gehe ich solange davon aus, dass nichts passiert ist, bis das Gegenteil bewiesen ist. Alles andere sind nur Geruechte.
Auch wenn meine Meinung vielen vielleicht aufstossen mag: Ich halte waehrend einer Wahl Verfassungskonformitaet fuer wichtiger als individuelle Gerechtigkeit. Aendert man waehrend einer Wahl die Regeln, gibt es nur Chaos. Dann koennte man ueber die Amerikaner wirklich lachen. So wie Du es tust finde ich es jedoch anmassend.
Mir bleibt bzgl. Bush aber doch noch eine Hoffnung: Hui, das
wird jetzt bestimmt hier aus dem Brett gelöscht - naja, ich
schreib´s trotzdem. Auf alle Präsidenten, die in einem Jahr
mit der Jahreszahl 1 an die Macht kamen, wurden Anschläge
verübt (zuletzt auf Ronny Reagan, der 1981 an die Macht kam) -
mal mehr, mal weniger erfolgreich. Ich hoffe, Herr "Charles
Manson Bush" kommt schon bald in die Lage herausfinden zu
können, dass amerikanische Assassinen hinzugelernt haben.
Verstehe ich das richtig? Du klagst Praesident Bush des Massenmordes an, rufst aber im gleichen Posting zu dessen Ermordung auf? Mann, Du musst vielleicht ein Heuchler sein. Merkst Du gar nicht, dass Du dann keinen Deut besser bist? Und praktisch denkst Du wohl auch nicht, denn wenn Bush stirbt, wird Cheney Praesident, und das waere wohl noch schlimmer. Vielleicht rufst Du jedoch auch noch gleich zum Schlachten vom Vice President auf, dann wuerde Colin Powell Praesident... Cool was? Anscheinend kommt es Dir nur darauf an, wer umgebracht wird. Wirklich laecherlich. Nein, wirklich widerlich.
Guten Tag.
Mathias Ricken
Rice University
Houston, Texas