Mitschuld D's am Zustand des ehem. Yugoslaviens?

Von: , Frage gestellt am Di, 2. Nov 1999

Hallo Freunde,

ein bekannter von mir meint daß die Deutsche Außenpolitik Mitschuld trägt an den Zuständen im ehem. Yugoslavien - zumindest am Verfall.

Begründung: die Staaten wie Solvenien oder Kroatien hatten sich ursprünglich gar nicht getraut sich für unabhängig zu erklären, bis damals Außenminister H. Genscher sie zu diesem Schritt ermutigt hat und Ihnen "unsere" Unterstützung zugesagt hatte.

Die Folgen davon kennen wir ja alle.

Was haltet Ihr von der These?

Ivo

7 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 8 Stunden hilfreich
    Re: Mitschuld D's am Zustand des ehem. Yugoslavien

    Hi Ivo ! Hallo Freunde,

    ein bekannter von mir meint daß die
    Deutsche Außenpolitik Mitschuld trägt an
    den Zuständen im ehem. Yugoslavien -
    zumindest am Verfall.

    Begründung: die Staaten wie Solvenien
    oder Kroatien hatten sich ursprünglich
    gar nicht getraut sich für unabhängig zu
    erklären, bis damals Außenminister H.
    Genscher sie zu diesem Schritt ermutigt
    hat und Ihnen "unsere" Unterstützung
    zugesagt hatte.

    Die Folgen davon kennen wir ja alle.

    Was haltet Ihr von der These?
    Ich denke, daß sicherlich eine Ermutigung durch die Schutzzusage Genschers erfolgte.
    Alerdings war diese Zusage m.E. notwendig, da die Situation zwischen Bosniern, Kroaten und Serben bereits angespannt war.

    Hätte es diese Zusage genschers nicht gegeben, müssten wir und heute die Frage stellen, ob wir nicht Schuld wären an verschiedensten Massakern und einer serbischen Alleinherrschaft auf dem Balkan, einfach nur, weil wir untätig blieben.

    Ich bin im Nachhinein der Meinung, daß das Eingreifen anständig und notwendig war.

    Gruß,

    Mathias
    Ivo

    • Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
      Re^2: Mitschuld D's am Zustand des ehem. Yugoslavi

      Hi Mathias, Ich denke, daß sicherlich eine Ermutigung
      durch die Schutzzusage Genschers
      erfolgte.
      Alerdings war diese Zusage m.E.
      notwendig, da die Situation zwischen
      Bosniern, Kroaten und Serben bereits
      angespannt war.

      Hätte es diese Zusage genschers nicht
      gegeben, müssten wir und heute die Frage
      stellen, ob wir nicht Schuld wären an
      verschiedensten Massakern und einer
      serbischen Alleinherrschaft auf dem
      Balkan, einfach nur, weil wir untätig
      blieben.

      Ich bin im Nachhinein der Meinung, daß
      das Eingreifen anständig und notwendig
      war.
      Sag mir mal wie wir da eingegriffen haben? Der erste richtige Eingriff war doch im Kosovo - vorher die paar symbolischen bomben haben doch rein gar nichts bewirkt.
      Und dass es trotz "Schutztruppen" jeden Tag Tote bei kleineren Gefechten in Bosnien und Kroatien gibt - das ist doch eigentlich ein Zeichen dafür, das es eben nicht funktioniert hat.
      Abgesehen davon sind die Kroaten kein bischen besser wie die Serben was ihre Kriegsführung (Terror gegen Zivilisten) betrifft.
      Wieso wird da nicht mal mahnend der Zeigefinger von offizieller Seite erhoben?

      Die verschiedensten Massaker hat es doch schon gegeben, bevor irgenwer da unten stationiert wurde - der angebliche Schutz hat viel zu lange gedauert.
      Ist ja ein toller Schutz, wenn man erst kommt nachdem alles zusammengebomt ist.
      Ist das nicht eher Ruinenverwaltung?

      Ivo

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: Mitschuld D's am Zustand des ehem. Yugoslavi

        Hi Ivo ! Ich denke, daß sicherlich eine Ermutigung
        durch die Schutzzusage Genschers
        erfolgte.
        Alerdings war diese Zusage m.E.
        notwendig, da die Situation zwischen
        Bosniern, Kroaten und Serben bereits
        angespannt war.

        Hätte es diese Zusage genschers nicht
        gegeben, müssten wir und heute die Frage
        stellen, ob wir nicht Schuld wären an
        verschiedensten Massakern und einer
        serbischen Alleinherrschaft auf dem
        Balkan, einfach nur, weil wir untätig
        blieben.

        Ich bin im Nachhinein der Meinung, daß
        das Eingreifen anständig und notwendig
        war.
        Sag mir mal wie wir da eingegriffen
        haben? Der erste richtige Eingriff war
        doch im Kosovo - vorher die paar
        symbolischen bomben haben doch rein gar
        nichts bewirkt.
        Wie wäre es ohne Eingriff ausgegangen ? Und dass es trotz "Schutztruppen" jeden
        Tag Tote bei kleineren Gefechten in
        Bosnien und Kroatien gibt - das ist doch
        eigentlich ein Zeichen dafür, das es eben
        nicht funktioniert hat.
        nein, denn ohne Schutztruppen hätte es noch viel mehr Opfer gegeben. Es handelt sich hier doch nicht um 10 Leute in einem Raum, die man überwachen muß. Klar, daß man nicht jeden einzelnen von weiteren Greueltaten abhalten kann, aber dennoch die meisten. Abgesehen davon sind die Kroaten kein
        bischen besser wie die Serben was ihre
        Kriegsführung (Terror gegen Zivilisten)
        betrifft.
        Wieso wird da nicht mal mahnend der
        Zeigefinger von offizieller Seite
        erhoben?
        Wird er doch. Du warst doch derjenige, der eben NICHT eingreifen wollte.
        Die verschiedensten Massaker hat es doch
        schon gegeben, bevor irgenwer da unten
        stationiert wurde - der angebliche Schutz
        hat viel zu lange gedauert.
        Ist ja ein toller Schutz, wenn man erst
        kommt nachdem alles zusammengebomt ist.
        Ist das nicht eher Ruinenverwaltung?
        Der notwendige Entscheidungsprozeß vor einem humanitären Eingriff ist natürlich viel zu langwierig.
        Aber eben besser als gar nichts.

        Gruß,

        Mathias

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re^4: Mitschuld D's am Zustand des ehem. Yugoslavi

          Hi Mathias Sag mir mal wie wir da eingegriffen
          haben? Der erste richtige Eingriff war
          doch im Kosovo - vorher die paar
          symbolischen bomben haben doch rein gar
          nichts bewirkt.
          Wie wäre es ohne Eingriff ausgegangen ?
          Für den Kosovo vollkommen richtig - aber im Rest vom ehem. YU?
          Aber im Kosovo wurde ja auch richtig konsequent zugeschlagen - und Serbien auf ein Witschaftliches Niveau von vor 50 Jahren zusammengebombt. Und dass es trotz "Schutztruppen" jeden
          Tag Tote bei kleineren Gefechten in
          Bosnien und Kroatien gibt - das ist doch
          eigentlich ein Zeichen dafür, das es eben
          nicht funktioniert hat.
          nein, denn ohne Schutztruppen hätte es
          noch viel mehr Opfer gegeben. Es handelt
          sich hier doch nicht um 10 Leute in einem
          Raum, die man überwachen muß. Klar, daß
          man nicht jeden einzelnen von weiteren
          Greueltaten abhalten kann, aber dennoch
          die meisten.
          Sehe ich anders. Die Gegenden waren bereits ethnisch gesäubert. Und die Schutztruppen haben nicht viel bewirkt. siehe Sebrenica wo die "Schutztruppen" hilflos zugesehen haben wie die Serben die dort so toll geschützte Bevölkerung massakriert haben.
          Der Grund, warum es dort ruhig geworden ist war doch ein ganz anderer.
          die massive Aufrüstung der Moslems durch Staaten wie die Türkei und Saudiarabien, sowie der "Einsatz" erfaherener Afganistankämpfer, die genug Gebiete zurückgewinnen konnten um den Serben zu zeigen, daß man stark genug ist um sich zu wehren.
          In Kroatien lags an der militärischen Hilfe durch den Westen v.a. durch die USA Abgesehen davon sind die Kroaten kein
          bischen besser wie die Serben was ihre
          Kriegsführung (Terror gegen Zivilisten)
          betrifft.
          Wieso wird da nicht mal mahnend der
          Zeigefinger von offizieller Seite
          erhoben?
          Wird er doch. Du warst doch derjenige,
          der eben NICHT eingreifen wollte.
          Von wem? Der notwendige Entscheidungsprozeß vor
          einem humanitären Eingriff ist natürlich
          viel zu langwierig.
          Aber eben besser als gar nichts.
          Vielleicht sollte man die UNO Beschlussfassung einfach weglassen, wo so gut wie nie Einigkeit herrscht.
          Ich halte hier die NATO für effektiver.

          Ivo

          • Antwort von nach einem Tag hilfreich
            Re^5: Mitschuld D's am Zustand des ehem. Yugoslavi

            Hi Ivo ! Sag mir mal wie wir da eingegriffen
            haben? Der erste richtige Eingriff war
            doch im Kosovo - vorher die paar
            symbolischen bomben haben doch rein gar
            nichts bewirkt.
            Wie wäre es ohne Eingriff ausgegangen ?
            Für den Kosovo vollkommen richtig - aber
            im Rest vom ehem. YU?
            Auf den beziehe ich mich !
            Was wäre ohne den humanitären Eingriff dort passiert ?
            M.E. würde man sich heute noch in wildesten Partisanenkämpfen ergehen. Aber im Kosovo wurde ja auch richtig
            konsequent zugeschlagen - und Serbien auf
            ein Witschaftliches Niveau von vor 50
            Jahren zusammengebombt.
            ...und nun wieder von uns aufgebaut. denen geht es danach besser als vorher, keine Angst. Und dass es trotz "Schutztruppen" jeden
            Tag Tote bei kleineren Gefechten in
            Bosnien und Kroatien gibt - das ist doch
            eigentlich ein Zeichen dafür, das es eben
            nicht funktioniert hat.
            nein, denn ohne Schutztruppen hätte es
            noch viel mehr Opfer gegeben. Es handelt
            sich hier doch nicht um 10 Leute in einem
            Raum, die man überwachen muß. Klar, daß
            man nicht jeden einzelnen von weiteren
            Greueltaten abhalten kann, aber dennoch
            die meisten.
            Sehe ich anders. Die Gegenden waren
            bereits ethnisch gesäubert. Und die
            Schutztruppen haben nicht viel bewirkt.
            siehe Sebrenica wo die "Schutztruppen"
            hilflos zugesehen haben wie die Serben
            die dort so toll geschützte Bevölkerung
            massakriert haben.
            weil sie nichts tun durften !
            Das finde ich ach falsch. Wenn die Jungs da unten schon rumhängen müssen, dann wenigstens mit weitreichenden Eingriffskompetenzen ausgestattet. Der Grund, warum es dort ruhig geworden
            ist war doch ein ganz anderer.
            die massive Aufrüstung der Moslems durch
            Staaten wie die Türkei und Saudiarabien,
            sowie der "Einsatz" erfaherener
            Afganistankämpfer, die genug Gebiete
            zurückgewinnen konnten um den Serben zu
            zeigen, daß man stark genug ist um sich
            zu wehren.
            In Kroatien lags an der militärischen
            Hilfe durch den Westen v.a. durch die USA Abgesehen davon sind die Kroaten kein
            bischen besser wie die Serben was ihre
            Kriegsführung (Terror gegen Zivilisten)
            betrifft.
            Wieso wird da nicht mal mahnend der
            Zeigefinger von offizieller Seite
            erhoben?
            Wird er doch. Du warst doch derjenige,
            der eben NICHT eingreifen wollte.
            Von wem?
            Eben durch die eingreifenden Staaten. Der notwendige Entscheidungsprozeß vor
            einem humanitären Eingriff ist natürlich
            viel zu langwierig.
            Aber eben besser als gar nichts.
            Vielleicht sollte man die UNO
            Beschlussfassung einfach weglassen, wo so
            gut wie nie Einigkeit herrscht.
            Ich halte hier die NATO für effektiver.
            ...und dann enstehen Streitigkeiten wie im Kosovo Konflikt, wo ebendies geschah.
            Die UNO ist ein saturierter Sauhaufen.
            Warum kümmern sich nicht immer die Anrainerstaaten um solche Probleme ?
            Z.B. die EU im Kosovo/YU ?

            Man will eine zentralisierte Organisation, da in einer solchen kein einzelnes Land Verantwortung für evtl. Fehler übernehmen muß.

            Gruß,

            Mathias

  2. Antwort von nach 11 Stunden hilfreich
    Schuld am Zustand des ehem. Yugoslaviens?

    ...vielleicht sollte man sich mal die Frage stellen, wer denn tatsächlich ein Interesse und die Schuld daran hat, daß der Balkan destabilisiert wurde / wird...

    Hugin [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
    Re: Mitschuld D's am Zustand des ehem. Yugoslavien

    Hallo Ivo,

    zu dieser These kann ich nur sagen "vollkommen richtig!!".Durch die eigenmächtige Anerkennung Sloveniens und Kroatiens durch die BRD ist der Balkankrieg losgetreten worden.An alle die jetzt nein schreien gebe ich folgendes zu bedenken:

    1.Der Regierung in Belgrad konnte es niemals egal sein ob SL und KR eigenständig werden oder nicht, wie in der BRD gab es viele Gebäude und reale Werte die Bundeseigentum waren,weiter lebten dort viele Bürger die nicht Kroaten bzw. Slovenen waren und für die war die Bundesregierung auch verantwortlich.Weiter möchte ich anmerken,daß im Grundgesetz der BRD geregelt ist wie man dem Gebiet der BRD Beitritt (siehe DDR) nicht vorhanden ist irgendein Artikel über eienen Austritt!!!! Die BRD würde z.B. den Bayern was husten wenn wir uns ausklinken würden(siehe auch 1919).

    2. Wer der Meinung ist, daß die Völker Jugoslawiens sowieso Nationalisten sind die sich schon immer den Schädel eingeschlagen haben, dem kann ich nur sagen: Nationalismus ist kein Naturgesetz, Nationalismus existiert nicht einfach er wird gemacht und zwar von denen die sich einen Vorteil erhoffen. Im Falle des Balkans haben seit Jahrhunderten verschiedene europäische Mächte knallharte wirtschaftliche und teritoriale Interessen, vorallem auch Deutschland, dieß fürte dazu das sie Völker JU seit langem für die Intrerssen anderer gegeneinander aufgehetzt und mißbraucht werden.

    3.Viele Kroaten mit denen ich gesprochen habe haben auch immer wieder gesagt Slovenien und Kroatien haben für den Rest von Jugoslawien zahlen müssen.Richtig ist, daß Slovenien und Kroatien wirtschaftlich erfolgreich waren, nicht zu letzt mit Geldern aus Belgrad!,und die armen Regionen wie Montenegro, Mazedonien und Teile Serbiens durch Abgaben unterstützen mussten.
    Nun diese Debatte kennt man inzwischen auch in Deutschland beim Länderfinanzausgleich. Hier kann ich nur sagen, zum einen ist Solidarität in einer Gemeinschaft nicht etwas störendes und veraltet, es ist eine zivilisatorische Errungenschaft die letztlich allen dient und zum anderen, die die schreien sie müssen zu viel bezahlen waren entweder auch schonmal auf Hilfe angewiesen (Bayern) oder sind heilfroh wenn sie in schlechter Lage Hilfe bekommen. Egoismus zahlt sich nicht lange aus und vorallem nur für wenige. Kroatien ist heute ein armes Land!!


    So daß reicht fürs erste. Wer sich mit mir darüber unterhalten will, ich stehe zur Verfügung.

    Gruß Alex.

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