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Re: Kubakriese
Hi
Es gibt viele Gründe für das Verhalten Chrustschows. Zum einen war er überzeugt, dass Kennedy noch jung und unerfahren ist. Zudem hat er schon Niederlagen erlitten mit dem Bau der Mauer, die das Vertrauen der Berliner Bevölkerung stark störte. '61 hatte Kennedy versucht mit Exilkubaner in der Schweinebucht von Kuba zu landen. Dieser Plan der CIA sah vor das Regime Castros zu stürzen. Es wurde zu einem Desaster, eine empfindliche Niederlage für Kennedy. Diese Chance wollte Chrustschow ausnutzen. Er bemerkte, dass Kennedys Feinde immer mehr wurden (die Anzahl der Feinde hielt sich aber noch in Grenzen); zudem standen in den Tagen der Kubakrise auch Wahlen statt. Also war Kennedy mehr mit den Wahlen beschäftigt als mit der Außenpolitik.
Chrustschow glaubte, dass die Raketenbasen eher vollendet werden können, als dass die USA etwas bemerken. Er versuchte die Transporte nach Kuba zu vertuschen und hoffte dass die USA keine Aufklärungsflugzeuge über Kuba fliegen lassen. Denkt man nur an den Sommer '61 zurück, als eine U2 über russischen Territorium abgeschossen wurde. Voller Schmach und mit ENtschuldigungen zog sich die USA aus der Affäre. Chrustschow hoffte, dass die USA daraus ein Lehre ziehen und so etwas nicht nochmal machen.
Ein weiterer Grund war, dass Kuba, seit es unter kommunistische Herrschaft fiel, von den Russen militärisch unterstützt werden musste. Es war ein Partner der SU, den man nicht der USA überlassen konnte. Castro wollte Verteidigungswaffen, aber keine Kurzstreckenraketen, die offensiven Charakter haben. Die Waffen sollten nur der Verteidigung dienen, wünschte Castro, so war er empärt über die Raketen der Russen, trotzdem ließ er sie zu.
Russland hatte vor die USA vor vollendeten Tatsachen zu stellen. So wie sie es schon am Ende des 2. Weltkrieges taten, mit ihrer Eroberung vieler Satelittenstaaten. Wären die Raketenbasen fertig, bevor die USA dies bemerken würden, könnte die SU Forderungen stellen. Davon gab es viele: 1. Sie wollten das Versprechen der USA, Kuba nicht zu erobern, sodass die SU ihre Waffenlieferung nach Kuba, um dieses zu beschützen nicht mehr durchführen mussten. 2. Krisenherd Berlin: Die SU wollte die Neutralität Westberlins, vielleicht auch später noch die Einverleibung Westberlins in die DDR. 3. Die USA hatte mehrere Raketenbasen in Ländern die an die SU angrenzen. So zum Bsp. die Jupiterbasen in der Türkei. Hier wünschte die SU ein Tausch: der Abbau der Jupiterbasen gegen den Abbau der Basen auf Kuba.
Du hast recht mit der Annahme, dass nur wenige Russen von den Basen auf Kuba wussten. So wusste der russ. SOnderbotschafter Dobrynin (oder so ähnlich) in den USA nichts von den Basen, bis er auf diese von den USA angesprochen wurde. Der Außenminister Gromyko wusste davon etwas, ob viele im Kreml etwas wussten ist fragwürdig. Das zeigt auch die Spontanität der russ. Reaktionen auf die Aktivitäten der Amerikaner. Die waren sich nicht sehr einig im Kreml.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Chrustschow glaubte, die USA vor vollendete Tatsachen stellen zu können, da Kennedy stark geschwächt war. So hätte die SU Forderungen stellen können.
Maxi Jazz
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