Apfelsorten museal und aktuell

Von: , Frage gestellt am Mo, 6. Sep 2004

Liebe Gärtler,

bitt um Vergebung: Es folgt keine Frage, sondern ein Hinweis, der mit dem hier immer wieder angesprochenen Thema "Alte Apfelsorten" zu tun hat.

Die Erhaltung dieser Sorten findet vielerorts eher museal und nicht immer glücklich statt: Etwa durch Kommunen, die sich ihrer ländlichen Vergangenheit besinnen und auch ein wenig touristisch aufwerten wollen, die schönen alten Apfelalleen (die zu Zeiten gegendweise an keiner Landstraße fehlten) mit Verve wieder anpflanzen und dann aufs Traurigste verkommen lassen, weil niemand mehr recht weiß, wie man sich darum kümmert.

Ein erfreuliches Beispiel für eine Erhaltung nicht im musealen Sinn, sondern bei ständiger Bewirtschaftung habe ich heute aus dem Briefkasten gefischt ("Obst und Garten" 9/2004):

In Neukirch an der Thur hat der Bauer Hans-Rudolf Schweizer auf seinem Gütlein über 200 verschiedene Apfelsorten stehen, darunter ein paar, die es als fruchtende Bäume sonst nicht mehr (Hippolit) oder kaum mehr (Altnauer, Weilener) gibt.

Wens interessiert:

http://www.hr-schweizer.ch

Man darf dort keinen Erlebnispark erwarten und auch keinen museumspädagogischen Trallala, aber wohl ein ausgesucht feines Arboretum.

Wie groß ehedem die Vielfalt bei Äpfeln war, mag man daraus ablesen, dass in dem umfassenden Verzeichnis eine ganze Reihe von Äpfeln, die nur wenig weiter nördlich in Oberschwaben auf kaum einer Obstwiese fehlten, wie z.B. Brettacher, Gewürzluike, Jakob Fischer, Trierer Weinapfel, in Schweizers Sammlung nicht vertreten sind. Der gemeinsame Nenner zwischen Nord- und Südseite des Sees dürfte der Erdbeerapfel sein, den genannt zu sehen mich sehr gefreut hat.


Schöne Grüße




MM


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