Igel und Ferramol

Moin,

ich poste bewusst hier, auch wenn es um einen Igel geht, weil ich meine, dass Gartenfreunde eher Erfahrung mit Schneckenkorn / Ferramol haben.

Wir haben, sobald es ein bisschen regnet, eine regelrechte Schneckenplage im Garten. Haben einmal nachts versucht die einzusammeln, da war aber kein durchkommen und viele Pflanzen wurden regelrecht bis auf die Wurzeln runtergefressen. Letztes Jahr hat Ferramol da Wunder gewirkt, darum hab ich es gestern auch wieder angewendet. Angeblich ist es ja für Tiere ungefährlich, ist mir u.a. wichtig, weil ich Katzen habe, außerdem mag ich nichts Wildlebendes gefährden (außer eben der Schnecken).

Und kaum hab ich es verstreut, entdecke ich einen neuen Gartenbewohner, einen dicken runden Igel, der sich in unserem Garten superwohl zu fühlen scheint.

Jetzt meine Frage:

  • Schadet es dem Igel, wenn er (falls er das überhaupt tut) Schnecken frisst, die Schneckenkorn intus haben?
  • Bleiben genug Schnecken übrig (wenn ich ab heute nicht mehr streue), oder sucht der Gute jetzt das Weite, weil es ihm bei uns zu langweilig wird?

Davon abgesehen nehm ich gerne Tipps entgegen, wie ich den Garten noch igelfreundlicher gestalten kann (bissel wie Verstecke, rumliegende Zweige und Laub kenn ich schon), ich hab mich nämlich tierisch gefreut, als ich den gestern entdeckt habe.

Ach so, noch eine Frage weil wirklich unwissend: Haben Igel ein kleines oder großes Revier? Sprich, bleibt der in und um unseren Garten oder zieht er immer weiter?

Danke und Grüße
Cess

Hallo, Cess,
herzlichen Glückwunsch zu Deinem Gartengast und den Besuch der Schneckenpolizei.
Zunächst Die Entwarnung: Ferramol ist für Igel unschädlich. Die Wirkungsweise des Eisen-III-Ohosphates ist nur für Schnecken fatal, da sie ausgetrocknet werden.

Und schnecken werden auch genug übrigbleiben, um einen Igel zu ernähren.

Vielleicht helfen Dir die Informationen auf http://www.pro-igel.de weiter, um Deinen Garten noch igelfreundlicher zu gestalten. Es ist nicht nur das Nahrungsangebot, sondern vor allem auch Deckungsmöglichkeiten und Unterschlupfe, die diese Dämmerungs- und Nachtaktiver Tiere brauchen.

Igel sind Einzelgänger, und bewohnen Reviere von bis zu 100ha (Mannchen) und ca 30ha (Weibchen), wobei diese „Reviere“ eher Aktionsräume sind, die sich problemlos überlappen können. Wenn man sich trifft, faucht man sich an und geht seiner Wege.

Wen man seinen Garten nicht so gar steril aufräumt und auch mal Laub und Zweige liegen läßt, dann hat man schon viel für Igel getan - und nicht nur für sie, andere Gartenbewohner fühlen sich auch wohler.

Grüße
Eckard

Hallo Eckard,

Zunächst Die Entwarnung: Ferramol ist für Igel unschädlich.
Die Wirkungsweise des Eisen-III-Ohosphates ist nur für
Schnecken fatal, da sie ausgetrocknet werden.

puh, ok. Heute morgen hab ich eine Schnecke auf der Terasse entdeckt, die dran verendet ist - kein schöner Anblick, aber da muss ich wohl durch.

Und schnecken werden auch genug übrigbleiben, um einen Igel zu
ernähren.

Das ist gut zu wissen, ich leg mich heut abend wieder auf die Beobachtungs-Lauer und guck mal, ob er wieder kommt.

Vielleicht helfen Dir die Informationen auf
http://www.pro-igel.de weiter, um Deinen Garten noch
igelfreundlicher zu gestalten. Es ist nicht nur das
Nahrungsangebot, sondern vor allem auch Deckungsmöglichkeiten
und Unterschlupfe, die diese Dämmerungs- und Nachtaktiver
Tiere brauchen.

Und nochmal danke! Bisher hatte ich solch hohen Besuch noch nicht, und unser Garten ist noch relativ kahl - obwohl sich in den letzten zwei Jahren schon einiges getan hat, zumindest die Ränder werden langsam dichter. Die angrenzenden Gärten und die Abgrenzungen sind zumindest ziemlich dicht, da könnten Igel eine Menge Unterschlupf finden. Unser Gast lief allerdings gemütlich quer über den Rasen. :smile:

Wen man seinen Garten nicht so gar steril aufräumt und auch
mal Laub und Zweige liegen läßt, dann hat man schon viel für
Igel getan - und nicht nur für sie, andere Gartenbewohner
fühlen sich auch wohler.

Ich bin überhaupt überrascht, was da alles passiert, so sehr in Stadtnähe. Letztes Jahr kamen Glühwürmchen, diesmal ist es der Igel, Eichelhäher, diverse Singvögel (ein Meisenpärchen hat grad 12 (!) Junge großgezogen), Eichhörnchen … Ich könnte immer nur beobachten. :smile:

Liebe Grüße
Cess

Hi,

zu Schnecken: http://www.nabu.de/m04/m04_02/00546.html

zu Igeln: http://www.nabu.de/m05/m05_05/01876.html

und wenn Du schonmal für den Igel dabei bist, kannst Du auch gleich noch was für Vögel, Fledermäuse, Wildbienen & Co tun: http://www.nabu.de/m02/m02_02/ . Denn ein naturnah gestalteter Garten mit Vögeln, Igeln und Mardern ist die beste Hilfe gegen Schnecken.

Viel Spaß beim Lesen wünscht
V.

Hi,

und wenn Du schonmal für den Igel dabei bist, kannst Du auch
gleich noch was für Vögel, Fledermäuse, Wildbienen & Co tun:

da bemühe ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten auch drum. Generell ist auch schon eine Menge los. Fledermäuse konnte ich schon beobachten, Unmengen von Bienen und Hummeln und Schmetterlinge auch - letztere spätestens, wenn der Sommerflieder blüht.

Danke!
Gruß
Cess

Artenvielfalt am Stadtrand
Hallo Cess!

Ich bin überhaupt überrascht, was da alles passiert, so sehr
in Stadtnähe. Letztes Jahr kamen Glühwürmchen, diesmal ist es
der Igel, Eichelhäher, diverse Singvögel (ein Meisenpärchen
hat grad 12 (!) Junge großgezogen), Eichhörnchen … Ich
könnte immer nur beobachten. :smile:

Das ist eine Beobachtung, die durchaus allgemeingültig ist. Es gibt Untersuchungen zur Artenvielfalt in verschiedenen Landschaftsräumen. Der Siedlungsrand schneidet dort fast immer am besten ab. So eine ausgeräumte Agrarlandschaft mit kleinen Naturschutzgebietinseln ist für Tiere weniger interessant als die Abwechslung am Rande von Städten und Dörfern. Die Weisheit habe ich übrigens aus einem der Bücher von Josef H. Reichholf, ich glaub aus dem:
http://www.amazon.de/Tanz-das-goldene-Kalb-%C3%96kok…

Schöne Grüsse
kernig

Hi,

Generell ist auch schon eine Menge los. Fledermäuse konnte ich
schon beobachten,

Frage an die Fachfrau für diese Flattertiere: kann es sein, daß es dieses Jahr weniger sind als sonst oder ist es nur noch zu früh?

Ich konnte hier in der Stadt am Abend erst eine beobachten (normalerweise sind das mehrere) und auch auf dem Land (Weinstraße) war erst eine oder zwei statt sonst einigen (normalerweise fliegen einem dort die Viecher so nah an, daß man zurückzuckt…).

Viele Grüße
HylTox

Moin,

Frage an die Fachfrau für diese Flattertiere: kann es sein,
daß es dieses Jahr weniger sind als sonst oder ist es nur noch
zu früh?

„zu früh“ wohl kaum, die sind ja erstmal ständig unterwegs. Allerdings kann ich dir dazu nicht mehr sagen, ich hab aber wen, den ich fragen kann. :smile:

Ich muss mal selber drauf achten, hab ich bisher noch nicht gezielt getan.

Stell die Frage nochmal im Zoobrett, ich kümmer mich um eine Antwort!

Gruß
Cess