Huhu BelRia!
In TH machen Hunde keine schlechten Erfahrungen, diese machen
sie mit Menschen, die meinen Erfahrung zu haben und dann nicht
mit ihnen zurechtkommen.
Möchte Dir hier widersprechen. Meine Hündin habe ich mit 12 Wochen aus dem Tierheim geholt. Dort sass sie seit sie ein paar Tage alt war (ich meine, der Wurf kam mit 7 Tagen ins Tierheim) in der Quarantänestation.
Dieser Hund hat insofern keine schlechten Erfahrungen gemacht, als dass ihm die Möglichkeit genommen wurde, überhaupt welche zu machen.
Sie hat sich lange lange Zeit vor ganz normalen Lampen, die von der Decke hängen, gefürchtet (vorher gabs nur Neonröhre), sie bellt Kondensstreifen am Himmel an...
Wer hat da nun was verpasst? Meiner Meinung nach eindeutig das Tierheim, das es versäumt hat, den Hund an das heran zu führen, was er im Alltag braucht...
Ich bin aber trotzdem wie Du der Meinung, ein Hund für Anfänger kann durchaus einer aus dem Tierheim sein. Der neue Halter muss so oder so beraten werden, ob nun durch Tierheim oder Züchter. Den Hund im Heim kann er aber im Gegensatz zu den meisten Züchtern vorher ausgiebig kennenlernen. Hund und potentieller Halter können sich ausreichend Zeit nehmen, den anderen kennen zu lernen.
Ich persönlich würde mir keinen Welpen mehr aus dem Heim holen in nächster Zeit. Meine Hündin würde ich zwar um nichts in der Welt hergeben, aber das Zusammenleben mit ihr ist leider in vielen Situationen kompliziert. Leider hat man mir damals im Tierheim nicht gesagt, worauf ich achten sollte, also dass der Hund in der Prägezeit fast alles verpasst hat, was ein Hund fürs Leben braucht, so dass ich leider nicht entsprechend handeln konnte. Als sich herauskristallisiert hat, woher die Probleme mit dem Hund kommen, war es dazu schon zu spät.
Ich würde aber jederzeit einen erwachsenen Hund aus dem Tierheim nehmen. Gerade weil diese charakterlich gefestigt sind. Und man den Charakter beim erwachsenen Hund im Gegensatz zum Welpen auch erkennen kann. Wie der Welpe sich entwickelt, kann man zwar oft erahnen, aber mehr auch schon nicht.
Ausserdem haben erwachsene, und gerade ältere Hunde, einen wundervollen Charme :-)
Ich würde auch Anfänger zu einem Second-Hand-Hund raten. Ins Tierheim gehen, schildern, wie man sich den neuen Hausgenossen vorstellt, und sehen, was einem gezeigt wird.
Übrigens frage ich mich auch, wie man in so jungem Alter sooo viel Erfahrung mit Hunden haben kann...ich hatte mit meinen fast 25 Lenzen bisher drei Hunde. Der erste kam mit 10 Jahren, und da habe ich definitiv nichts an Erfahrungen sammeln können, die rechtfertigen, in so einem Zusammenhang wie hier erwähnt zu werden. Der zweite wurde überfahren (in der Urlaubspflege *groll*), und der dritte ist immernoch meine jetzige Hündin.
Ich würde niemals von mir behaupten, dass ich Erfahrung im Umgang mit Hunden habe, nichtmal durch meinen Beruf. Dazu gehört so viel mehr, als einen Hund zu halten oder mal einen zu streicheln oder mit Besitzern zu reden...sonst wären meine Ansichten zu Hunden sowieso komplett anders ;-)
Ich würde mich nach wie vor als Anfängerin im Umgang mit Hunden bezeichnen, obwohl ich jahrelang verschiedene Hundeschulen besucht habe, zweieinhalb Hunde seit Welpenalter betreut habe und viele Hunde handeln musste, die sich gegen die Behandlung beim Tierarzt gewehrt haben. Und ich fühle mich trotz allem eigentlich nicht reif dafür, einen Welpen gut genug grossziehen zu können, so dass er allem im Leben richtig gegenüberstehen kann. Ich denke, das unterschätzen viele Leute viel zu sehr. Probleme kann man leicht vertuschen, wenn sie nicht zu offensichtlich sind, und was der eine als Problem sieht, findet der andere womöglich wünschenswert (wäre bei mir z.B. der starke Schutztrieb von Kangal und Co - ich würde mir niemals zutrauen, einen Hund, der von Grund auf Fremden gegenüber misstrauisch ist, so erziehen zu können, dass sie dieses Verhalten auf erforderliche "Notsituationen" kanalisiert).
Aber Erfahrung schätzt jeder anders ein...Swantje hat sicherlich begriffen, worum es im Grunde geht, das zeigt ja schon ihr Eingangsposting. Wenn viele Leute so weit wären, gäbe es in den Tierheimen vielleicht diese grosse Auswahl gar nicht...
Liebe Grüsse
Bine