Tipps zu Hund: Erschöpfung oder eingeklemmter Nerv?

Von: , Frage gestellt am Mo, 1. Aug 2005

Hallo Experten,

eine liebe Freundin von mir hat ein Problem mit ihrem Hund, einem
Schnauzer-Schäferhund Mischling. Da sie sich heute erst angemeldet hat und die
Sache einigermaßen eilig ist, stelle ich diese Anfrage für sie hier ein.
Vielleicht findet sich jemand, der eine Idee oder einen Ratschlag für sie hat.
Beim Tierarzt ist der Hund schon in Behandlung, aber lest selbst.

Viele Grüße

Faya

Hier der Originaltext von Gabi:

Hallöchen Experten,

ich würde mal gerne eure Meinung hören. Unser Hundi ist im Juni 10 Jahre alt
geworden und war bisher bis auf eine Zyste immer kerngesund.
Vorletzten Samstag war er morgens schwach auf den Beinen. Da er in den Tagen
zuvor Durchfall hatte haben wir das zuerst darauf geschoben und ihn versucht
wieder aufzupäppeln. Klappte auch zu einem gewissen Punkt. Er lief schon wieder
etwas schneller und wirkte wieder halbwegs fit. Aber ganz wurde es halt nicht
mehr, also gingen wir am Dienstag zum Tierarzt. Der meinte, er hätte sich
vermutlich verlegen. Es würde vermutlich ein Halswirbel schief stehen. Er kann
den Kopf nicht mehr richtig heben und auch nicht mehr nach links drehen.
Uns wurde Ibuprofen gegeben und ihm auch eine Dosis gleich gespritzt. 2
Stunden später lief er wieder wie ein junger Hund, nur der Kopf blieb relativ
unten. Er bellte sogar schon wieder. Leider waren wohl die Tabletten im
Vergleich zur Spritze recht schwach - die Wirkung ließ in den folgenden Tagen
immer mehr nach.

Am Freitag bekam er Kortison und Antibiotikum gespritzt, Samstags konnte er
nicht mehr richtig Pipi machen, es tröpfelte nur noch. Kommentar vom Tierarzt:
wir müssten jetzt auf die Prostata hin behandeln. Ich weiß aber, dass das
durchaus vom Kortison kommen kann. Diese Behandlung haben wir voerest
abgelehnt. Mittlerweile pinkelt er auch wieder besser.

Gestern die nächste Kortison Injektion (er frisst die Tablette nicht - die
sind aber wirklich scheußlich bitter). Heute zittert er am ganzen Körper, kann
kaum noch Treppen laufen. Laut Beipackzettel des Kortisons ist Muskelschwäche
eine mögliche Nebenwirkung.

Ich muss noch noch dazu sagen: der Tierarzt versucht uns schon seit Dienstag
zu einer Untersuchung (Kernspin) in eine Spezialklinik nach Trier zu schicken.
Von einer Bekannten haben wir erfahren, dass es hier eine Physiotherapeutin für
Hunde gibt, bei der wir seit Ende letzter Woche versuchen einen Termin zu
bekommen. Davon hat der Tierarzt kein Wort erwähnt.

Beim Tierarzt meinten sie jetzt: die Erkrankung hätte sich verschlimmert, wir
sollen am Besten direkt in die Spezialklinik fahren. Wir haben aber das Gefühl,
dass da irgenwie ein Vertrag besteht und die auch daran verdienen.

Wir behandeln ihn seit heute mit Wärmeanwendungen auf den Nacken (Rat der
Physiotherapeutin).
Da er seit Samstag auch keinen Stuhl mehr hatte haben wir ihm heute abend
einen Einlauf gemacht.

Nach eurem Gefühl: wenn in den Nebenwirkungen Muskelschwäche steht, würdet ihr
dann direkt in diese Klinik fahren oder erstmal auf den Physiotermin warten
(morgen um 16.15 Uhr)?
Was uns halt wundert: er bekommt diese Schübe immer nach dem Kortison - der
Tierarzt bestreitet aber vehement, dass es sich hierbei um Nebenwirkungen
handeln könnte.

Nachdem heute die Unruhe und das Zittern von heute morgen nachgelassen haben,
dachten wir schon es geht bergauf. Beim Spaziergang heute abend fing er dann an
eine Pfote (vorne links) nachzuschleifen. Das war den ganzen Tag über nicht.
Gestern in der Tierarztpraxis kurzzeitig (2-3 Schritte lang).

Insgesamt ist sein Zustand sehr schlapp, er frisst und trinkt aber normal
(gestern und vorgestern war das fressen nicht so gut, aber er hat gefressen),
Fieber hatte er bisher keins.

Vielen Dank für die Hilfe!

Liebe Grüße
Gabi

14 Antworten zu dieser Frage

    • Antwort von nach 9 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Hund: Erschöpfung oder eingeklemmter Nerv?

      Vergessen:

      Unser Hund hatte letztes Jahr Borreliose.
      War wie gelähmt. Hatte starke gelenkschmerzen. Also die gleichen Symptome wie Deiner.
      Möglicherweise bekommen sie regelmäßig diese schübe und keiner weiß, warum.
      Also unbedingt untersuchen lassen.

      • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Hund: Erschöpfung oder eingeklemmter Nerv?

        Hallo Conrad,

        vielen Dank für deine Antwort und den Tipp. Nachdem er über Nacht ruhig
        war aber heute morgen auch keine Verbesserung eingetreten ist, haben wir
        nochmals mit der Spezialklinik telefoniert. Unser Hundi ist bereits auf
        dem Weg dorthin. Eine Blutuntersuchung wollte unser TA auch erst gestern
        machen, hielt er übrigens bisher nicht für nötig (!), da haben wir aber
        gesagt, dass wir vermutlich eh heute in diese Klinik fahren, falls sich
        der Zustand nicht drastisch bessert.
        Wir werden den Arzt u.a. gezielt nach Borreliose fragen. Unser TA
        meinte, das wäre eher unwahrscheinlich.

        Liebe Grüße
        Gabi

        • Antwort von nach 12 Stunden 1 hilfreich
          Re^4: Hund: Erschöpfung oder eingeklemmter Nerv?

          machen, hielt er übrigens bisher nicht für nötig (!), da
          haben wir aber
          Das war genau das Problem bei uns. Erst, als die Ärztin in Urlaub war und ihre Vertretung sich den Hund ansah, wurde gezielt auf Borreliose untersucht und man fand den Erreger. gesagt, dass wir vermutlich eh heute in diese Klinik fahren,
          falls sich
          der Zustand nicht drastisch bessert.
          Wir werden den Arzt u.a. gezielt nach Borreliose fragen.
          Unser TA
          meinte, das wäre eher unwahrscheinlich.
          Das ist zum Kotzen (Tschu..) aber 90% der Ärzte glauben nicht an Borreliose.
          jetzt stellt sich hier in der Gegend heraus, dass schon viele Hunde elend daran krepiert sind. Niemand hat auf Borr. getippt. jetzt wissen es alle.

          Viel Glück!

          mfgConrad

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^5: Hund: Erschöpfung oder eingeklemmter Nerv?

            Hallo Conrad,

            Danke für deine Hinweise!! Auf die Borreliose haben wir den Arzt angesprochen. Nach der Röntgenuntersuchung war aber klar: Wirbel verschoben, nach Röntgen mit Kontrastmittel war dann klar: Bandscheibe!. Er kam noch in die Röhre und wurde danach operiert. Die Operation war nach Arztauskunft vor einigen Minuten nicht einfach, aber komplikationslos. Er ist auch schon wieder wach. Morgen müssen wir den neurologischen Befund abwarten, dann reden wir weiter. Bis jetzt hört es sich aber prima an. Ein Nerv war jedenfalls nicht eingeklemmt und dass er das ganze ohne Folgen übersteht ist momentan recht wahrscheinlich!

            Ich danke dir für deine Antworten! Ich drücke dir auch den Daumen, dass evtl. kommende Schübe die Arme nicht zu sehr beuteln. Sollen die Schübe doch gleich wegbleiben :-)

            Liebe Grüße
            Gabi

  1. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: Hund: Erschöpfung oder eingeklemmter Nerv?

    Hallo Experten,

    wie ihr vielleicht schon in den anderen Antworten gelesen habt: es war eine Bandscheibe, die sich verschoben hat. Er wurde nach 2 x röntgen und Kernspin dann operiert. Nach Arztauskunft keine einfache OP aber komplikationslos. Er ist auch schon wieder wach!

    Momentan sieht alles sehr gut aus.

    Ich danke auch meiner Freundin Faya ganz herzlich, dass sie in meinem Namen hier tätig wurde und meinen Artikel eingestellt hat. Du bist ein Schatz!

    Liebe Grüße
    Gabi



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