Pro - Contra Auslandstierschutz ?

Hi,

angeregt durch die Diskussion mit Cess über Kastration/Sterilisation von Katzen hab ich mal etwas zum diskutieren hier.

Die Frage die sich aufgeworfen hat ist die ob es sinnvoll ist Tiere aus dem Ausland hierher zu importieren um sie dann zu vermitteln?
Und ob dieser Import nicht noch zusätzlich unser Problem mit ausgesetzten Tieren und deren Verwilderung verschärft?

Schließlich sind unsere Tierheime schlicht überfüllt mit Fund- und Abgabetieren die auch ein Zuhause möchten. Und wie in dem FAQ Threat schon geschrieben gibt es eine Unzahl an verwilderten Tieren die Fauna und Flora bedrohen.

Nicht das man mich falsch versteht, ich habe nichts dagegen das man sich gerade in Ländern wo man sich nicht so um den Tierschutz bemüht Hilfe leistet. Aber ich frage mich ob es hilfreich ist diese Tiere hierher zu vermitteln, wo es doch genügend heimatlose Tiere in unseren Tierheimen gibt.

Dazu dann noch die Frage wie könnte man Auslandstierschutz sinnvoll gestalten um einen guten Mittelweg zu finden?

Gruß
Andrea

[MOD: unnötiges Vollzitat entfernt]

Hallo Andrea,

genauso sehe ich dies auch!

Was passieren kann wenn man dies duldet hat man ja kürzlich erst mitbekommen. Da haben Leute Hunde ausm Ausland hergeschafft um sie hier zu verscherbeln, die kamen aus keiner Tötungsstation, sondern von der Straße - waren also nicht unmittelbar in Gefahr.

Ich fände es besser vor Ort zu helfen. Nämlich im Ausland. Es sagt ja keiner was, wenn man sich einen Hund aus dem Ausland holt, aber es wird ja geradezu zum Trend sich einen Auslandshund zu holen.

LG Yvonne

Hallo,

Auslandstierschutz ist durchaus sinnvoll, wenn es verantwortungsvoll geschieht. Es sollten natürlich nicht wahllos irgendwelche Tiere nach Deutschland geschafft werden.

In Deinem Posting ging es ja vor allem um die Gefahr des Aussetzens, diese sehe ich eher nicht. Meine Erfahrung mit der Übernahme eines Hundes aus dem Tierschutz generell und aus dem Ausland im besonderen ist so, dass die Leute emotional so dabei sind, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass das potentielle „Aussetzer“ sind. Wir bekommen oft jahrelang Mails oder Briefe von den Haltern, mit Fotos der Tiere usw. Ein Hund aus dem Ausland ist auch nicht gerade billig.

Mein Eindruck von Leuten, die ihr Tier aussetzen ist eher der, dass es Leute sind, die ihr Tier umsonst irgendwo bekommen haben, weil es ungewollten Nachwuchs irgendwo gab … sie haben sich breitschlagen lassen … die Anschaffung des Tieres war unüberlegt. All das trifft bei Tierschutztieren nicht so leicht zu, es gibt Vorgespräche, Aufklärung usw. Die Leute müssen (zumindest bei den mir bekannten Orgas) oft lange auf ein Tier warten, denn es muss ja erst mal nach D gebracht werden.

Was mir sonst noch so einfällt:

Warum überhaupt Auslandstierschutz? Gibt es hier nicht genügend Tiere?

Ja, es gibt hier genügend Tiere. Das bedeutet aber nicht, dass ich vor dem Tierelend im Ausland die Augen verschließen darf. Die Tiere in den hiesigen Tierheimen sind immerhin nicht vom Tode bedroht. Auch ist hierzulande die Einstellung zu Tieren bei den meisten etwas „aufgeklärter“, während man in Ländern Ost- und Südeuropas vielfach Sprüche wie „Tiere können doch keine Schmerzen empfinden“ usw. hört. Der Spruch „wir haben doch in D genug Tierelend“ ist ungefähr genau so sinvoll wie „spendet nicht für die hungernden Kinder in Afrika, hier in D gibt es auch Armut“.

Eine Vermittlung der Tiere vor Ort im Ausland ist nicht in dem Maße möglich wie es nötig wäre, daher hilft der Import von gut vermittelbaren Tieren nach Deutschland.

Gerade bei Hunden gibt es in deutschen Tierheimen zum Großteil große Hunde oder sogenannte Kampfhunde. Diese kann und/oder will nicht jeder halten, der sich für einen Hund aus dem Tierheim interessiert. Warum also nicht einen netten kleinen Spanier oder Ungarn? Der nimmt garantiert keinem Stafford aus D den Platz weg, sondern schmälert höchstens das Einkommen eines Kofferaumzüchters, zu dem die Leute sonst gehen würden, wenn sie nicht bereit sind, für einen verantwortungsvoll gezogenen Welpen zu zahlen.

Weiterhin ist es so, dass nicht wenige Tierschutzorganisationen sich durch die Vermittlungsgebühren der leicht zu vermittelnden Ausländer ein „Einkommen“ schaffen, welches das durchfüttern der nahezu unvermittelbaren alten, schwarzen oder vom Landeshundegesetz betroffenen Tiere überhaupt erst ermöglicht.

Was beachtet werden sollte:

  • nur Tiere, die bereits ein Zuhause haben, oder sehr gute Vermittlungschancen, sollten importiert werden
  • es sollte sichergestellt werden, dass die Tiere keine ansteckenden Krankheiten haben
  • wenn man direkt aus dem Ausland ins neue Zuhause vermittelt, müssen sehr gründliche Vorkontrollen im neuen Zuhause gemacht werden, damit man einschätzen kann, wie die Leute mit den fast immer auftretenden Überraschungen und Problemen klarkommen.
  • die Schutzverträge üssen klar formuliert und sicher sein, so dass das Tier in keinem Falle irgendwann ins Tierheim gegeben wird, sondern immer wieder zur Tierschutzorga zurück
  • ich persönlich sehe den Import von Katzen eher kritisch, zumindest während der Zeit der jährlichen Katzenschwemme in D
  • vor Ort im Ausland sollte die Tierschutzorganisation Kastrationsaktionen durchführen und die Lokalbevölkerung im Bezug auf Kastration usw. aufklären
  • die Tierschutzorganisation sollte auch mit den Lokalregierungen zusammenarbeiten und diese zu überzeugen suchen, dass Kastrieren und Wiederaussetzen der verwilderten Tiere die beste Möglichkeit der Populationskontrolle ist

Gruß,

Myriam

Hall Myriam,

In Deinem Posting ging es ja vor allem um die Gefahr des
Aussetzens, diese sehe ich eher nicht. Meine Erfahrung mit der
Übernahme eines Hundes aus dem Tierschutz generell und aus dem
Ausland im besonderen ist so, dass die Leute emotional so
dabei sind, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass das
potentielle „Aussetzer“ sind. Wir bekommen oft jahrelang Mails
oder Briefe von den Haltern, mit Fotos der Tiere usw. Ein Hund
aus dem Ausland ist auch nicht gerade billig.

Nun nicht nur ums Ausetzen, warum nehmen diese Leute nicht ein Tier aus einem örtlichem Tierheim? Warum muss es denn ein Tier aus dem Ausland sein?
Und nur als Randerzählung, meine Schwägerin hat eine Hündin aus dem Tierheim geholt (ca. 5 jahre alt), wie sich später rausstellte war diese Hündin aus Spanien, sie wurde wohl von den Vorbesitzern die sie aus dem Ausland hatten ins Tierheim gebracht weil sie absolut nicht sozialisiert war. Auch heute gibt es immer noch Probleme wenn sie anderen Hunden/Menschen begegnet. Diese sind so heftig das sie nur an der Leine ist, selbst wenn sie irgendwo zu Besuch sind. Und niemand im Tierheim hat ihnen dies gesagt, im Gegenteil die Hündin wurde als Familienhund vermittelt. Ach ja die Herkunft war nachher aus dem Impfpass ersichtlich.

Mein Eindruck von Leuten, die ihr Tier aussetzen ist eher der,
dass es Leute sind, die ihr Tier umsonst irgendwo bekommen
haben, weil es ungewollten Nachwuchs irgendwo gab … sie
haben sich breitschlagen lassen … die Anschaffung des Tieres
war unüberlegt. All das trifft bei Tierschutztieren nicht so
leicht zu, es gibt Vorgespräche, Aufklärung usw. Die Leute
müssen (zumindest bei den mir bekannten Orgas) oft lange auf
ein Tier warten, denn es muss ja erst mal nach D gebracht
werden.

Nun aus den bisher erzählten kannst du sicherlich ablesen das ich dem eher skeptisch gegenüberstehe. Da mein Beispiel leider kein Einzelfall ist.

Warum überhaupt Auslandstierschutz? Gibt es hier nicht
genügend Tiere?

Ja, es gibt hier genügend Tiere. Das bedeutet aber nicht, dass
ich vor dem Tierelend im Ausland die Augen verschließen darf.
Die Tiere in den hiesigen Tierheimen sind immerhin nicht vom
Tode bedroht. Auch ist hierzulande die Einstellung zu Tieren
bei den meisten etwas „aufgeklärter“, während man in Ländern
Ost- und Südeuropas vielfach Sprüche wie „Tiere können doch
keine Schmerzen empfinden“ usw. hört. Der Spruch „wir haben
doch in D genug Tierelend“ ist ungefähr genau so sinvoll wie
„spendet nicht für die hungernden Kinder in Afrika, hier in D
gibt es auch Armut“.

Nun hier ist mein Anliegen etwas verfälscht rübergekommen, ich habe nichts gegen Auslandstierschutz nur denke ich das die Vermittlung hierher nicht der richtige Weg ist. Du sagtest ja schon das es immense Kosten sind die ein solcher Import mit sich bringt, warum das Geld nicht für eine sinnvolle Populationskontrolle einsetzen und zur Aufklärung der dortigen Bevölkerung.

Nun, und was deinen Vergleich angeht hinkt der etwas. Ich spende für Hilfe zur Selbsthilfe sprich an Organisationen die das Geld dafür einsetzen das die Menshen sich vor Ort langfristig selbst helfen können. Bei Tieren denk ich sollte es genauso sein, also Populationskontrole und Aufklärung. Sicher gibt es noch weitere Ansätze.

Eine Vermittlung der Tiere vor Ort im Ausland ist nicht in dem
Maße möglich wie es nötig wäre, daher hilft der Import von gut
vermittelbaren Tieren nach Deutschland.

Sorry, aber in welchem Sinne hilft das? Ich kann dem nicht folgen…

Gerade bei Hunden gibt es in deutschen Tierheimen zum Großteil
große Hunde oder sogenannte Kampfhunde. Diese kann und/oder
will nicht jeder halten, der sich für einen Hund aus dem
Tierheim interessiert. Warum also nicht einen netten kleinen
Spanier oder Ungarn? Der nimmt garantiert keinem Stafford aus
D den Platz weg, sondern schmälert höchstens das Einkommen
eines Kofferaumzüchters, zu dem die Leute sonst gehen würden,
wenn sie nicht bereit sind, für einen verantwortungsvoll
gezogenen Welpen zu zahlen.

Es gibt aber nicht nur Kampfhunde in D und wenn jemand wirklich Interesse hat so schaut er nicht nur bei einem Tierheim sondern bei vielen. Und warum muss es immer ein Welpe sein?

Weiterhin ist es so, dass nicht wenige
Tierschutzorganisationen sich durch die Vermittlungsgebühren
der leicht zu vermittelnden Ausländer ein „Einkommen“
schaffen, welches das durchfüttern der nahezu unvermittelbaren
alten, schwarzen oder vom Landeshundegesetz betroffenen Tiere
überhaupt erst ermöglicht.

Sorry, dem muss ich widersprechen, die Vermittlungsgebühren decken im bestem Fall gerade mal die Impfkosten plus verbrauchten Unterhalt. Wer glaubt das dieses Geld anderen Tieren für Futter und Unterkunft zugute kommt irrt gewaltig. Nicht umsonst kämpfen all diese Organisationen ums überleben und sammeln Spenden. Sterilisation/Kastration, Impfungen , Futter und Unterbringung bis zur Vernmittlung kosten mehr als das was als Schutzgebühr genommen werden kann.
Wüde man diese Schützgebühr den realen Kosten anpassen würden die Tiere gar nicht vermittelt werden können da man dann eine Summe ausgeben müsste die sich mit den Kosten für ein Zuchttier decken würden.

Was beachtet werden sollte:

  • nur Tiere, die bereits ein Zuhause haben, oder sehr gute
    Vermittlungschancen, sollten importiert werden

Ich stimme nur ersterem zu, dem zweiten nicht.

  • es sollte sichergestellt werden, dass die Tiere keine
    ansteckenden Krankheiten haben

Und wie?,wenn das Tier aus dem europäischem Ausland kommt?

  • wenn man direkt aus dem Ausland ins neue Zuhause vermittelt,
    müssen sehr gründliche Vorkontrollen im neuen Zuhause gemacht
    werden, damit man einschätzen kann, wie die Leute mit den fast
    immer auftretenden Überraschungen und Problemen klarkommen.

Auch das ist schier kaum realisierbar, schon die tatsache das ins ganze Bundesgebiet vermittelt wird stellt einen vor das Problem viele Kilometer fahren zu müssen (mit entsprechenden Kosten) um eine korrekte Abschätzung geben zu können. Vor allem reicht es nicht nur einmal vor Ort zu sein um dies zu beurteilen. Dies können viele Organisationen gar nicht leisten.

  • die Schutzverträge üssen klar formuliert und sicher sein, so
    dass das Tier in keinem Falle irgendwann ins Tierheim gegeben
    wird, sondern immer wieder zur Tierschutzorga zurück

Aus obigem Beispiel kannst du ersehen das es nicht so ist. Vor allem bekommen die entsprechenden Orgas das kaum mit da sie nicht in der lage sind konsquent regelmäßig Kontrollen durchzuführen, sie müssen sich da auf die Halter verlassen. Ich kann mir aber vorstellen das es so manchem peinlich ist zuzugeben das er mit einem Tier nicht zurechtkommt oder es Probleme gibt. Das liegt in der Natur des Menschen.

  • ich persönlich sehe den Import von Katzen eher kritisch,
    zumindest während der Zeit der jährlichen Katzenschwemme in D
  • vor Ort im Ausland sollte die Tierschutzorganisation
    Kastrationsaktionen durchführen und die Lokalbevölkerung im
    Bezug auf Kastration usw. aufklären
  • die Tierschutzorganisation sollte auch mit den
    Lokalregierungen zusammenarbeiten und diese zu überzeugen
    suchen, dass Kastrieren und Wiederaussetzen der verwilderten
    Tiere die beste Möglichkeit der Populationskontrolle ist

Dem stimme ich voll und ganz zu, ich halte es im übrigen für einen der wenigen vernünftigen Wege.

Gruß
Andrea

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Hallo,

eure Diskussion erinnert mich sehr an Diskussionen,
die in Adoptionskreisen (Menschenadoptionen) geführt
werden.
Auslandsadoptionen werden immer schwieriger, weil sie
in Deutschland und in den abgebenden Ländern umstritten
sind.
Allgemein gilt: Auslandsadoption muss für das Kind
die letzte Chance sein. Hilfe in den Ländern hilft
den Kinder mehr, denen, die jetzt zur Adoption stehen
wie auch den noch ungeborenen, und den Ländern selbst.

Nicht hilft es den kinderlosen aber kinderwunsch-
beseelten Paaren in reichen Industrienationen.

Gruß
Elke

Hallo Andrea!

Die Frage die sich aufgeworfen hat ist die ob es sinnvoll ist
Tiere aus dem Ausland hierher zu importieren um sie dann zu
vermitteln?

Die Frage beantwortet sich von allein, wenn man sich die Verhältnisse in weiten Teilen z. B. Spaniens, Italiens oder Griechenlands ansieht. Es sind einfach zu viele Hunde und Katzen, die dort verwildert, halb verhungert und krank vegetieren. Jedes Einzelschicksal eines betroffenen Tieres ist schlimm, aber den für jedes einzelne nach Deutschland geholte Tier zu treibenden Aufwand halte ich für fehlgeleitet. Es handelt sich immerhin um Millionen Tiere, in jedem italienischen Dorf hunderte Katzen und etliche Hunde, von den zahllosen unter unsäglichen Bedingungen gehaltenen Eseln und Pferden ganz zu schweigen.

Spürbare Verbesserungen der Verhältnisse können nur durch vor Ort tätige Organisationen und durch Umdenken in der Bevölkerung bewirkt werden. Sinnvoll könnte z. B. Hilfe bei Aufbau und Organisation örtlicher Tierschutzvereine sein, die aus Einheimischen bestehen und Zugang zu den Menschen haben. Diesbezüglich haben wir im eigenen Land noch jede Menge Schularbeiten zu erledigen. Die Mißstände sehen bei uns nur anders aus, sind aber nicht minder übel. Die Mißstände beginnen bei zahllosen Züchtern, die weder Gewissen noch Ahnung von ihrem Tun haben, gehen über Tierhaltung in der Stadt und Nutztierhaltung bei manchem Landwirt, den sattsam bekannten Tiertransporten, Fleisch für Schenkpreise und überhaupt viel zu hohem Fleischkonsum, bis zu den verbreiteten Verfahren, sich unerwünschter Haustiere durch Ertränken, Erschlagen oder Aussetzen zu entledigen. Wenn sich bei uns ein Exemplar einer von den Altvorderen ausgerotteten Art blicken läßt, wird das Tier natürlich abgeknallt. Kein Ort mit Kormoranen, wo sich nicht Fischer finden, die deren Abschuß fordern. Als bis vor wenigen Wochen Hühner und Gänse in den Ställen bleiben mußten, hörte ich etliche Forderungen, wild lebende Vögel wegen der von ihnen ausgehenden Gefahren zu dezimieren und viele deutsche Touris johlen beim spanischen Stierkampf kräftig mit. Hast Du je erlebt, was manche deutschen Rasenbesitzer zustande bringen, wenn sich irgendwo ein Maulwurf blicken läßt? Oder gar ein Regenwurm im Garten - igittigitt? Kennst Du die Gepflogenheiten auf manchem Reiterhof?

Es sind also Hausaufgaben angesagt und keine Aktionen, die letztlich darauf hinaus laufen, sich mit viel Aufwand für wenige einzelne Tiere über südeuropäisches Ignorantentum zu erheben.

Gruß
Wolfgang

Nun nicht nur ums Ausetzen, warum nehmen diese Leute nicht ein
Tier aus einem örtlichem Tierheim? Warum muss es denn ein Tier
aus dem Ausland sein?

Warum spenden viele Leute für Kinder in Afrika, aber nicht für verarmte Kinder in Deutschland?

Nun hier ist mein Anliegen etwas verfälscht rübergekommen, ich
habe nichts gegen Auslandstierschutz nur denke ich das die
Vermittlung hierher nicht der richtige Weg ist. Du sagtest ja
schon das es immense Kosten sind die ein solcher Import mit
sich bringt, warum das Geld nicht für eine sinnvolle
Populationskontrolle einsetzen und zur Aufklärung der dortigen
Bevölkerung.

Das Geld muss irgendwo herkommen. Mit „Spenden Sie für hungernde Katzen in Gran Canaria“ kommt man nicht weit. Bei einer Tierschutzorganisation müssen Tiere zu bekommen sein, sonst wird das nix mit der Kundschaft.

Nun, und was deinen Vergleich angeht hinkt der etwas. Ich
spende für Hilfe zur Selbsthilfe sprich an Organisationen die
das Geld dafür einsetzen das die Menshen sich vor Ort
langfristig selbst helfen können. Bei Tieren denk ich sollte
es genauso sein, also Populationskontrole und Aufklärung.

Das wird ja auch bereits getan.

Sorry, aber in welchem Sinne hilft das? Ich kann dem nicht
folgen…

Es hilft den Tieren, denn diese bekommen ein Zuhause. Es hilft den Tierschutzorgas, denn diese bekommen Vermittlungsgebühren und Publicity („Wo haben Sie denn den süßen Hund her?“ „Der ist von XYZ aus Ungarn, die helfen dort vor Ort!“).

Es gibt aber nicht nur Kampfhunde in D und wenn jemand
wirklich Interesse hat so schaut er nicht nur bei einem
Tierheim sondern bei vielen. Und warum muss es immer ein Welpe
sein?

Das musst Du mich nicht fragen, bei mir kommt kein Welpe ins Haus. Es wollen aber viele Menschen ausschließlich einen Welpen, einen kleinen Hund, usw. Glaube mir, die werden keinen 8-jährigen Schäferhund aus dem deutschen Tierheim nehmen, daher geht diesen Tieren durch Importe aus dem Ausland nichts verloren. Ich finde die Einstellung solcher Leute suboptimal, aber im Tierschutz kann man es sich nicht leisten, snobistisch auf diese Art der Tierhalter herabzusehen, sonst vermittelt man bald gar nix mehr.

Sorry, dem muss ich widersprechen

Ich weiß nicht ob Du denkst, ich erfinde alles was ich hier schreibe? Es handelt sich hier nicht um meine Hirngespinste, sondern um Tatsachen.

, die Vermittlungsgebühren
decken im bestem Fall gerade mal die Impfkosten plus
verbrauchten Unterhalt.

Im Falle von erwachsenen Tieren, vor allem aus Spaniens Tötungsstationen, wo ein Mittelmeercheck und Flug benötigt werden, ist das der Fall. Aber bei gesunden Welpen macht man „Gewinn“, ebenso bei leicht vermittelbaren Tieren aus Ungarn oder Rumänien, die per Auto geholt werden können. Ich könnte Dir ein städtisches deutsches Tierheim nennen, dass sich zu einem nicht unbedeutenden Teil über Ungarnhunde finanziert, und das ist sicher kein Einzelfall. Am Ende wird natürlich alles Geld für die Tiere verwendet, aber es ist eine Mischkalkulation.

  • es sollte sichergestellt werden, dass die Tiere keine
    ansteckenden Krankheiten haben

Und wie?,wenn das Tier aus dem europäischem Ausland kommt?

Na durch tierärztliche Betreuung natürlich. Oder glaubst Du, die fangen die Viecher auf der Straße ein und stecken sie gleich so ins Flugzeug. Jedes Tier kommt in eine Auffangstation, wird untersucht, auf - je nach Region unterschiedliche - Krankheiten und Parasiten getestet und voll geimpft und gechipt.

Auch das ist schier kaum realisierbar, schon die tatsache das
ins ganze Bundesgebiet vermittelt wird stellt einen vor das
Problem viele Kilometer fahren zu müssen (mit entsprechenden
Kosten) um eine korrekte Abschätzung geben zu können. Vor
allem reicht es nicht nur einmal vor Ort zu sein um dies zu
beurteilen. Dies können viele Organisationen gar nicht
leisten.

Hier wieder meine Frage, ob Du glaubst, ich denke mir das alles aus? Ich beschreibe Dir hier die gängige Praxis wie ich sie kenne. Jede Tierschutzorga die überregional arbeitet hat ein großes Netzwerk von Helfern im ganzen Bundesgebiet, die Vor- und Nachkontrollen machen.

Aus obigem Beispiel kannst du ersehen das es nicht so ist. Vor
allem bekommen die entsprechenden Orgas das kaum mit da sie
nicht in der lage sind konsquent regelmäßig Kontrollen
durchzuführen, sie müssen sich da auf die Halter verlassen.
Ich kann mir aber vorstellen das es so manchem peinlich ist
zuzugeben das er mit einem Tier nicht zurechtkommt oder es
Probleme gibt. Das liegt in der Natur des Menschen.

Genau wie man durch Gesetze keine Morde verhindern kann, kann auch der beste Schutzvertrag nichts ausrichten, wenn der Tierhalter ein Arschloch ist. Aber gründliche Vor- und Nachkontrollen können die Probleme eingrenzen.

Dem stimme ich voll und ganz zu, ich halte es im übrigen für
einen der wenigen vernünftigen Wege.

Aber genau das wird ja bereits gemacht. Es geht eben nur nicht ganz ohne Vermittlung von Tieren, einerseits weil dies eine Einnahmequelle ist, andererseits weil man den Viechern nur schlecht beim Sterben zusehen kann, wenn man weiß, dass es woanders ein schönes Zuhause gibt.

Gruß,

Myriam

Das Geld muss irgendwo herkommen. Mit „Spenden Sie für
hungernde Katzen in Gran Canaria“ kommt man nicht weit. Bei
einer Tierschutzorganisation müssen Tiere zu bekommen sein,
sonst wird das nix mit der Kundschaft.

Man braucht keine Kundschaft, man braucht Spender. Und in sofern muss man sich sicher profilieren wie die WWF zum Beispiel die nur in einem anderen Bereich des Tier- bzw. Artenschutzes tätig ist.
Gleiches könnte man meiner Meinung nach im Bereich des Tierschutzes für Haustiere erreichen, allerdings ist die Vermittlung dieser Tiere nicht der Sache dienlich.

Nun, und was deinen Vergleich angeht hinkt der etwas. Ich
spende für Hilfe zur Selbsthilfe sprich an Organisationen die
das Geld dafür einsetzen das die Menshen sich vor Ort
langfristig selbst helfen können. Bei Tieren denk ich sollte
es genauso sein, also Populationskontrole und Aufklärung.

Das wird ja auch bereits getan.

Es gibt aber nicht nur Kampfhunde in D und wenn jemand
wirklich Interesse hat so schaut er nicht nur bei einem
Tierheim sondern bei vielen. Und warum muss es immer ein Welpe
sein?

Das musst Du mich nicht fragen, bei mir kommt kein Welpe ins
Haus. Es wollen aber viele Menschen ausschließlich einen
Welpen, einen kleinen Hund, usw. Glaube mir, die werden keinen
8-jährigen Schäferhund aus dem deutschen Tierheim nehmen,
daher geht diesen Tieren durch Importe aus dem Ausland nichts
verloren. Ich finde die Einstellung solcher Leute suboptimal,
aber im Tierschutz kann man es sich nicht leisten, snobistisch
auf diese Art der Tierhalter herabzusehen, sonst vermittelt
man bald gar nix mehr.

Das resultiert doch nur aus den Gesetz von Angebot und Nachfrage, es bei der Auslandsvermittlung wird dies sehr deutlich. Es nehmen immer mehr lieber ein Tier aus dem Ausland, weil es den eigenen Bedürfnissen entsprechend ausgesucht wird. Man überlegt gar nicht mehr ob es nicht ein Tier im Tierheim gibt das zu einem passt und bemüht sich auch nicht erst darum.

Sorry, dem muss ich widersprechen

Ich weiß nicht ob Du denkst, ich erfinde alles was ich hier
schreibe? Es handelt sich hier nicht um meine Hirngespinste,
sondern um Tatsachen.

Nein tue ich nicht, ich rechne nur anders.

, die Vermittlungsgebühren
decken im bestem Fall gerade mal die Impfkosten plus
verbrauchten Unterhalt.

Im Falle von erwachsenen Tieren, vor allem aus Spaniens
Tötungsstationen, wo ein Mittelmeercheck und Flug benötigt
werden, ist das der Fall. Aber bei gesunden Welpen macht man
„Gewinn“, ebenso bei leicht vermittelbaren Tieren aus Ungarn
oder Rumänien, die per Auto geholt werden können. Ich könnte
Dir ein städtisches deutsches Tierheim nennen, dass sich zu
einem nicht unbedeutenden Teil über Ungarnhunde finanziert,
und das ist sicher kein Einzelfall. Am Ende wird natürlich
alles Geld für die Tiere verwendet, aber es ist eine
Mischkalkulation.

Von welcher Höhe der Schutzgebühr reden wir hier eigentlich, mir sind bisher nur die obligatorischen 150,00 Euro bekannt. Und die reichen definitiv nicht.

Na durch tierärztliche Betreuung natürlich. Oder glaubst Du,
die fangen die Viecher auf der Straße ein und stecken sie
gleich so ins Flugzeug. Jedes Tier kommt in eine
Auffangstation, wird untersucht, auf - je nach Region
unterschiedliche - Krankheiten und Parasiten getestet und voll
geimpft und gechipt.

Nun bei der Hündin von meiner Schwägerin (übrigens das Tierheim wußte das das Tier aus Spanien kam) ist es so das sie eine Krankheit hat die vom Sandfloh übertragen wird. Dieses Tier ist also nicht gesund.

Hier wieder meine Frage, ob Du glaubst, ich denke mir das
alles aus? Ich beschreibe Dir hier die gängige Praxis wie ich
sie kenne. Jede Tierschutzorga die überregional arbeitet hat
ein großes Netzwerk von Helfern im ganzen Bundesgebiet, die
Vor- und Nachkontrollen machen.

Nun, ich habe einen Hund von einer solchen Tierschutzorga, auf die Nachfrage warum sie denn noch nicht zum nachschauen gekommen sind bekam ich die Antwort
*Zitat*
Ach wir können Mimi ja öfter im Garten sehen wenn wir bei ihnen vorbeifahren.
*Zitat Ende*

Und die beiden Katzen die meine Mutter von Katzenschutzbund bekommen hat … da wurde auch nicht kontrolliert.
Sprich eine Orga die dies tatsächlich macht habe ich noch nicht kennengelernt, weder persönlich noh im Freundes- oder Bekanntenkreis.

Dem stimme ich voll und ganz zu, ich halte es im übrigen für
einen der wenigen vernünftigen Wege.

Aber genau das wird ja bereits gemacht. Es geht eben nur nicht
ganz ohne Vermittlung von Tieren, einerseits weil dies eine
Einnahmequelle ist, andererseits weil man den Viechern nur
schlecht beim Sterben zusehen kann, wenn man weiß, dass es
woanders ein schönes Zuhause gibt.

Was die Tiervermittlung angeht sehe ich das etwas anders.

Gruß
Andrea

Hallo
Unsere Ansichten (CH Tierschutzverein) hat Dr. Camen
zusammengefasst:
Die hier geschilderte Erfahrung habe ich selbst auch schon einige
Male machen müssen. Vor allem in südlichen Ländern ist das Verhältnis
zu Tieren einiges distanzierter als bei uns, und leider fristen viele
Tiere ein äusserst trauriges Dasein. Wenn man mit solchen Situationen
konfrontiert wird, kommt schnell das Bedürfnis auf, diesen Tieren zu
helfen, und oftmals wird man mit der Ohnmacht konfrontiert, nicht
viel ausrichten zu können.

Wer an Ort und Stelle helfen will
http://www.wspa.de/directory/members/index.html

Aus Copyrightgründen hier der ganze Artikel
Tierschutz im Urlaub und an Ferienorten
http://mitglied.lycos.de/Tierinformation/tierschutzi…

Schönen Urlaub oder schöne Ferien wie wir Schweizer sagen
JC

Das resultiert doch nur aus den Gesetz von Angebot und
Nachfrage

Das tut es eben nicht, oder zumindest zum Großteil nicht, wie ich ja schon die ganze Zeit zu erklären versuche. Die Masse der Hunde, die länger als 3 Monate in deutschen Tierheimen sitzen, ist größer als 50 cm Schulterhöhe und rassemäßig Schäferhund, Rottweiler oder sogenannter Kampfhund bzw. deren Mischlinge. Solch einen Hund kann, will, darf und sollte nicht jeder halten. Eine Frau von 55 kg kann keinen Hund von 50 kg kontrollieren. Jemand in einer Mietwohnung darf u.U. keinen großen Hund halten, oder keinen sogenannten Kampfhund. Ein Hundeanfänger sollte mit einem leichtführigen Hund anfangen, dem er körperlich überlegen ist.

Es ist utopisch zu denken, dass wenn nur die Hunde aus deutschen Tierheimen zur Verfügung stünden, diese alle vermittelt würden. So funktioniert das einfach nicht. Die Leute gehen dann zum Züchter bzw. zum Vermehrer.

Von welcher Höhe der Schutzgebühr reden wir hier eigentlich,
mir sind bisher nur die obligatorischen 150,00 Euro bekannt.
Und die reichen definitiv nicht.

Im Auslandstierschutz sind für Hunde Schutzgebühren zwischen 200 und 300 EUR üblich.

Nun bei der Hündin von meiner Schwägerin (übrigens das
Tierheim wußte das das Tier aus Spanien kam) ist es so das sie
eine Krankheit hat die vom Sandfloh übertragen wird. Dieses
Tier ist also nicht gesund.

Die Krankheit von der Du sprichst heißt Leishmaniose. Diese ist nicht ansteckend. Natürlich ist es nicht schön, dass Deine Schwägerin einen chronisch kranken Hund bekommen hat, aber die Naivität einer Person und die unprofessionelle Haltung eines Tierschutzvereines muss ja nicht beispielhaft für alle gelten. Ich stimme Dir zu, dass bei der Vermittlung von Tieren aus dem Ausland selbstverständlich mit offenen Karten gespielt werden sollte.

Sprich eine Orga die dies tatsächlich macht habe ich noch
nicht kennengelernt, weder persönlich noh im Freundes- oder
Bekanntenkreis.

Tja, und ich kenne nur solche. Steht es jetzt unentschieden? Deine Frage lautete „pro und contra Auslandstierschutz?“. Ich habe meine Ansicht dargelegt, und die Bedingungen unter denen ich dafür bin. Die mir bekannten Tierschutzorgas handeln (bis auf die Katzensache) nach diesen Bedingungen, und daher unterstütze ich das.

Was die Tiervermittlung angeht sehe ich das etwas anders.

Ich verstehe ja alle Bedenken. Aber was soll man denn mit den Tieren machen? Vor Ort vermitteln geht nicht. Für die Errichtung riesiger Tierasyle um die Tiere vor Ort zu versorgen bräuchte man viel zuviel Geld. Töten? Dann braucht man gar nicht zu helfen, sterben tun sie auch von selbst. Und es kann ja wohl kaum sein, dass eine deutsche Tierschutzorga im Ausland Massentötungen finanziert, und wenn es noch so tierschutzgerecht ist.

Ich weiß nicht ob Du eine Vorstellung davon hast, wie es in diesen Ländern zugeht? In Spanien ist es völlig normal, seinen erwachsenen Hund in die Tötung zu bringen und sich als Ersatz einen neuen Welpen zu holen. Jäger töten jedes Jahr zigtausende Jagdhunde, weil sie zu alt zum Jagen sind (so ab 4 Jahren) oder nicht gut genug. Unkontrollierte Vermehrung ist an der Tagesordnung. Tierquälerei aus Jux und Dollerei auch. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse gibt es viele verwilderte Hunde, die sich auch vermehren. Diese werden von Hundefängern eingefangen und zum Töten gebracht. Das ist aber (im Gegensatz zu „kastrieren und wiederaussetzen“) eine schlechte Methode zur Populationskontrolle.

Gesetzt den Fall dass eine Tierschutzorga auch ohne Vermittlungen genügend Geld und Publicity bekommen würde, um ein Projekt zu starten. Was würdest Du vorschlagen? Du kommst also mit reichlich Geld in eine Tötungsstation, wo 200 Hunde sind. Was tust Du?

Gruß,

Myriam

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Hallo Andrea,

unser Hund stammt aus einem Tierheim, das mit einem TH in Süditalien kooperiert und von dort immer wieder Hunde zur Vermittlung holt. Auf diesem Wege kam ich selbst überhaupt erst auf das Thema Auslandstierschutz.

Nun nicht nur ums Ausetzen, warum nehmen diese Leute nicht ein
Tier aus einem örtlichem Tierheim? Warum muss es denn ein Tier
aus dem Ausland sein?

Wir haben monatelang mehrere Tierheime in der Umgebung besucht, teilweise kann man ja auch online beobachten, was für Hunde gerade zur Vermittlung stehen. Aber wir sind die typische Klientel, die Myriam unten beschreibt: Ich bin eher klein und zierlich, wir haben drei Kinder, daher möchte ich einfach keinen 40 kg-Hund ins Haus holen. Ich brauche für meine Familie größtmögliche Sicherheit, dass der Hund aus dem Tierheim mit unbekannter Vergangenheit nicht mal eben mein Kindergartenkind umrennt, und dass ich ihn halten kann.

Aber kniehohe Hunde, die dann auch noch Kinder mögen, sind wirklich selten in den Heimen. Es sind zwar gerade verschiedene Wadenbeißerterrier in Mode, da bemerken die Leute kurz nach dem Kauf, dass auch kleine Hunde Arbeit machen, und geben sie ab. Leider passen diese Hunde nicht zu uns (weil meistens sehr nervös und auch oft nicht kindertauglich), also fanden wir irgendwann den Weg zu besagtem Tierheim mit Auslandskooperation.

Und nur als Randerzählung, meine Schwägerin hat eine Hündin
aus dem Tierheim geholt (ca. 5 jahre alt), wie sich später
rausstellte war diese Hündin aus Spanien, sie wurde wohl von
den Vorbesitzern die sie aus dem Ausland hatten ins Tierheim
gebracht weil sie absolut nicht sozialisiert war. Auch heute
gibt es immer noch Probleme wenn sie anderen Hunden/Menschen
begegnet. Diese sind so heftig das sie nur an der Leine ist,
selbst wenn sie irgendwo zu Besuch sind. Und niemand im
Tierheim hat ihnen dies gesagt, im Gegenteil die Hündin wurde
als Familienhund vermittelt. Ach ja die Herkunft war nachher
aus dem Impfpass ersichtlich.

Das liegt aber am Tierheim, da gibt es leider Heime mit sehr schlechtem Personal - das haben wir auch erfahren müssen.

Nun aus den bisher erzählten kannst du sicherlich ablesen das
ich dem eher skeptisch gegenüberstehe. Da mein Beispiel leider
kein Einzelfall ist.

Stimmt, deshalb sollte man sich beim Hundekauf seeeeeehr viel Zeit nehmen und genau hinhören, was einem erzählt wird.

Warum überhaupt Auslandstierschutz? Gibt es hier nicht
genügend Tiere?

Ja, aber siehe oben - die Auslandshunde stehen nicht in direkter Konkurrenz zu Inlandstieren.

Nun hier ist mein Anliegen etwas verfälscht rübergekommen, ich
habe nichts gegen Auslandstierschutz nur denke ich das die
Vermittlung hierher nicht der richtige Weg ist. Du sagtest ja
schon das es immense Kosten sind die ein solcher Import mit
sich bringt, warum das Geld nicht für eine sinnvolle
Populationskontrolle einsetzen und zur Aufklärung der dortigen
Bevölkerung.

Unser Tierheim macht das. Aber es ist sehr mühsam.

Eine Vermittlung der Tiere vor Ort im Ausland ist nicht in dem
Maße möglich wie es nötig wäre, daher hilft der Import von gut
vermittelbaren Tieren nach Deutschland.

Sorry, aber in welchem Sinne hilft das? Ich kann dem nicht
folgen…

Ganz einfach: Das Tier überlebt.

Es gibt aber nicht nur Kampfhunde in D und wenn jemand
wirklich Interesse hat so schaut er nicht nur bei einem
Tierheim sondern bei vielen. Und warum muss es immer ein Welpe
sein?

Siehe oben - WIR haben überall große Hunde gesehen. Ein Welpe kam gar nicht in Frage, aber ich kann gerade bei Familien verstehen, dass sie die unbekannte Vorgeschichte eines erwachsenen Hundes scheuen.

Sorry, dem muss ich widersprechen, die Vermittlungsgebühren
decken im bestem Fall gerade mal die Impfkosten plus
verbrauchten Unterhalt. Wer glaubt das dieses Geld anderen
Tieren für Futter und Unterkunft zugute kommt irrt gewaltig.

Unser Tierheim lebt unter anderem auch davon, dass diejenigen, die ihr Tier von dort haben, immer wieder vorbeikommen und auch spenden.

Viele Grüße,
Inselchen

Hi Myriam,

Gesetzt den Fall dass eine Tierschutzorga auch ohne
Vermittlungen genügend Geld und Publicity bekommen würde, um
ein Projekt zu starten. Was würdest Du vorschlagen? Du kommst
also mit reichlich Geld in eine Tötungsstation, wo 200 Hunde
sind. Was tust Du?

Also ich hab diese Frage sich erst mal setzen lassen, da auch ich manchmal zu vorschnellem Aktionismus neige den manche Tierschützer auch ihr eigen nennen :wink:

Also, ich gehe jetzt mal nur von genügend Geld aus, denn Puplicity und die daraus resultierende Anerkennung muss erst erarbeitet werden. Hätte ich die schon würde nach kurzem zähem Ringen mit den örtlichen Behörden sehr schnell ganz viel machen lassen. Also gehe ich nur davon aus das ich nen Wunderkoffer voller Geld hätte der nie leer geht. Trotz allem muss sich gut überlegt werden was man tut.

Nun zu den Ausgangsvorraussetzungen:
Das Land in dem ich mich befinden soll ist Spanien, und dort gibt es viele staatliche Tötungsstationen um den vielen herrenlosen sowie verwilderten Tieren Herr zu werden. Für eine vernünftige Populationskontrolle und Aufklärung besitzt dieser Staat nicht genügend Geld (man bedenke das Spanien noch vor *bitte nicht festlegen* ca 15 bis 20 Jahren zu den ärmsten Europas zählte und sogar Dritte Welt Status hatte).

Gut ich komme also jetzt in diese Tötungsstation und sehe viele Tiere die eigentlich nach unseren Maßstäben noch ein Recht auf Leben haben. Sie sind unter unzumutbaren Umständen eingepfercht und warten verängstigt darauf getötet zu werden. Und so wie die Tiere sich verhalten hat man das Gefühl das sie genau wissen was sie erwartet.

OK, ich möcht einerseits sofort den Tieren helfen andererseits aber langfristig die Situation an sich ändern. Für sie Soforthilfe würde ich zunächst mal ein entsprechend großes Gelände brauchen wo ich am besten mehr als die besagten 200 Tiere unterbringen kann, es wird entsprechender Auslauf und Unterbringung benötigt.

Nun das ist etwas das ich eigentlich schon vorher weiß… also fangen wir das ganze doch mal ganz anders an.

Zunächst mal Hausaufgaben, also was ist das für ein land in dem ich helfen will, und wie sieht es kulturell mit der Stellung eines Haustieres aus?
Nun, Spanien ist zwar größenteils Christlich (Katholisch) aber es unterliegt schon immer starken moslemischen Strömungen die noch aus der Maurenzeit herrühren.

Hier ist auch der Grund für die Grundhaltung der Spanier gegenüber Haustieren zu finden. Es gibt ein Haustier in unserem Sinne eigentlich nur höchst selten, ein Tier soll/hat immer eine Funktion. Bei Hunden z.B. als Wachhund, Jagdhund, Führhund. Oder Katzen als Abwehrmittel gegen Ratten und Mäuse oder andere ungeliebte Tierchen. Dies führt dazu das sich nicht wie bei uns intensiv um die Tiere gekümmert wird sondern nur Ihr Zweck gesehen wird, zwar erkennt man das z.B. die Wilden bzw. verwilderten Katzen ein Problem sind jedoch ist man sich der eigenen Verantwortung nicht bewußt. Oft werden wilde Katzen sogar angefüttert damit man dann keine eigenen halten muss. Sobald sie nicht mehr gebraucht werden werden sie verjagt. Hunde die aufgrund ihres Alters oder ihrer nicht Eignung für eine Tätigkeit nicht zu gebrauchen sind werden ebenfalls verjagt, oft sogar mit nicht gerade schönen Mitteln.
Pferde werden da oft besser behandelt, was auch ein Relikt aus der Maurenzeit ist.
Um erfolgreich zu sein muss ich vorsichtig vorgehen und diesen kulturellen Hintergrund beachten. Das heißt ich muss ein Beispiel geben das z.B. ein Hund weil er nicht mehr zur Jagd taugt immer noch eine sinnvolle Aufgabe erfüllen kann. Obwohl dies eigentlich die schwierigste Aufgabe ist, ein Hund dessen jagdinstikt einmal geweckt wurde ist schwerlich in andere Aufgaben einführbar, jedoch ist er länger einsetzbar als er heute eingesetzt wird.
Ich muss also Zeit und Geld in die Ausbildung verwilderter und wieder eingefangener Hunde investieren um diese dann wieder vor Ort vermitteln zu können, gleichzeitig muss ich meine Arbeit publik machen und dafür werben. Leider kann ich nicht wirklich allen Tieren helfen, da manche durch die Umstände zu krank oder nicht ausbildungsfähig sind. Diese Tiere bekommen dann in meinem Asyl ihr Gnadenbrot oder werden wenn sie zu krank sind dann zwangsläufig doch getötet werden müssen. Man wird mich nicht akzeptieren wenn ich nicht in einem gewissen Maße auf die Bevölkerung zugehe. Das heißt kranke und agressive Tier werden eingeschläfert, was alle mal besser ist als wenn sie von einer Horde totgesteinigt werden. Dies sollte den ersten Grundstein bilden auf dem weiter aufgebaut wird. Findet unsere Arbeit Akzeptanz in der Bevölkerung und bei angesehenen Persönlichkeiten in Spanien kann ich mich einen Schritt weiter wagen, ich wende mich dem Katzenproblem zu.
Warum erst jetzt? Ganz klar Katzen werden in südlichen Breitengraden mit islamischen Einfluß oft als Todes- oder Unglücksboten betrachtet, deshalb hat man was die Massentötungen angeht auch keinerlei Bedenken, hierbei ist es auch nicht relevant ob eine Katze kastriert ist oder nicht.
Die einfache Bevölkerung will diese Tiere halt nicht zu Gesicht bekommen. Sie werden verjagt oder bei entsprechenden Problemen (Ratten) kurzeitig ausgenutzt und das wars.
Ich würde den Katzen nicht helfen wenn ich ihnen ein Asyl biete, nein ich müßte meinen Einfluss den ich durch meine Akzeptanz erlangt habe dazu nutzen vernünftige Populationsmaßnahmen durchzusetzen, soll heißen jede Katze die gefangen wird wird untersucht ob sie gesund ist und wenn ja geimpft und dann kastriert, danach sollte dann eine Rückaussetzung erfolgen. Eventuell findet man auch noch Menschen in der örtlichen Bevölkerung die die Aufgabe übernehmen nach diesen Katzen zu schauen und bei Bedarf kranke oder verletzte Tiere einzufangen und zur Behandlungsstation zu bringen bzw. neu hinzugekommene ebenso.

Aufgefundene kranke Tiere jedoch sollten aus Rücksicht auf die Einstellung der Bevölkerung eingeschläfert werden, da sie ja auch Krankheitsüberträger sind.
Paralell dazu muss eine offensive Aufklärung über die Zusammenhänge zwischen Population usw. erfolgen und darüber wieso man die kastrierten Katzen wieder aussetzt, hierbei ist der Nutzen der Katzen herrauszustellen und das dieser Nutzen unabhängig von der zeugungsffähigkeit ist, sofern die Katzen schnell genug wieder ausgewildert werden.
Ausserdem das man damit einer unkontrollierten Vermehrung entgegenwirkt. Mit Geldern vom Staat ist hierbei nicht zu rechnen.
Nur mit dem Wohlwollen dieses Staates :wink:

Dass ist jetzt doch noch sehr grob, man müsste weiter ins Detail gehen bezüglich der Aufklärungsarbeit und den kulturellen Gegebenheiten die zu Berücksichtigen sind. Fakt ist jedoch das so etwas immer dem jeweiligem Land/Region angepasst werden muss. Schafft man eine gute Zusammenarbeit mit der Bevölkerung so hat man einen großen Schritt getan.

Vielleicht fällt dir dazu ja noch mehr ein, und natürlich hätte ich dann wahrscheinlich den 200 Tieren vor Ort in der Tötungsstation nicht geholfen, aber dafür vielen anderen die folgen.

Gruß
Andrea

Hallo,

danke für Deinen Beitrag. Das was Du beschrieben hast ist genau das, was der verantwortungsvolle Auslandstierschutz bereits betreibt. Die einzige Ausnahme: da der „unendliche“ Geldkoffer für Hilfe, Ausbildung und Publicity nicht existiert, wird dies durch die Vermittlung der Tiere erreicht.

Wenn ich übrigens einen unbegrenzten Geldkoffer für diesen Zweck hätte, würde ich die Regierung des Landes „bestechen“ (bzw. Lobbyarbeit betreiben), damit ein Tierschutzgesetz erlassen und straff durchgesetzt wird, welches meine Ziele verwirklicht (Populationskontrolle, Zwang zur artgerechten Haltung, Verbot der Tötung, usw.). Dann könnte man auch im Land wieder vermitteln, was derzeit kaum möglich ist. Selbst in Deutschland kann man nicht überallhin vermitteln, in vielen ländlichen Gebieten ist Kettenhaltung an der Tagesordnung.

Gruß,

Myriam