Nun nicht nur ums Ausetzen, warum nehmen diese Leute nicht ein
Tier aus einem örtlichem Tierheim? Warum muss es denn ein Tier
aus dem Ausland sein?
Warum spenden viele Leute für Kinder in Afrika, aber nicht für verarmte Kinder in Deutschland?
Nun hier ist mein Anliegen etwas verfälscht rübergekommen, ich
habe nichts gegen Auslandstierschutz nur denke ich das die
Vermittlung hierher nicht der richtige Weg ist. Du sagtest ja
schon das es immense Kosten sind die ein solcher Import mit
sich bringt, warum das Geld nicht für eine sinnvolle
Populationskontrolle einsetzen und zur Aufklärung der dortigen
Bevölkerung.
Das Geld muss irgendwo herkommen. Mit „Spenden Sie für hungernde Katzen in Gran Canaria“ kommt man nicht weit. Bei einer Tierschutzorganisation müssen Tiere zu bekommen sein, sonst wird das nix mit der Kundschaft.
Nun, und was deinen Vergleich angeht hinkt der etwas. Ich
spende für Hilfe zur Selbsthilfe sprich an Organisationen die
das Geld dafür einsetzen das die Menshen sich vor Ort
langfristig selbst helfen können. Bei Tieren denk ich sollte
es genauso sein, also Populationskontrole und Aufklärung.
Das wird ja auch bereits getan.
Sorry, aber in welchem Sinne hilft das? Ich kann dem nicht
folgen…
Es hilft den Tieren, denn diese bekommen ein Zuhause. Es hilft den Tierschutzorgas, denn diese bekommen Vermittlungsgebühren und Publicity („Wo haben Sie denn den süßen Hund her?“ „Der ist von XYZ aus Ungarn, die helfen dort vor Ort!“).
Es gibt aber nicht nur Kampfhunde in D und wenn jemand
wirklich Interesse hat so schaut er nicht nur bei einem
Tierheim sondern bei vielen. Und warum muss es immer ein Welpe
sein?
Das musst Du mich nicht fragen, bei mir kommt kein Welpe ins Haus. Es wollen aber viele Menschen ausschließlich einen Welpen, einen kleinen Hund, usw. Glaube mir, die werden keinen 8-jährigen Schäferhund aus dem deutschen Tierheim nehmen, daher geht diesen Tieren durch Importe aus dem Ausland nichts verloren. Ich finde die Einstellung solcher Leute suboptimal, aber im Tierschutz kann man es sich nicht leisten, snobistisch auf diese Art der Tierhalter herabzusehen, sonst vermittelt man bald gar nix mehr.
Sorry, dem muss ich widersprechen
Ich weiß nicht ob Du denkst, ich erfinde alles was ich hier schreibe? Es handelt sich hier nicht um meine Hirngespinste, sondern um Tatsachen.
, die Vermittlungsgebühren
decken im bestem Fall gerade mal die Impfkosten plus
verbrauchten Unterhalt.
Im Falle von erwachsenen Tieren, vor allem aus Spaniens Tötungsstationen, wo ein Mittelmeercheck und Flug benötigt werden, ist das der Fall. Aber bei gesunden Welpen macht man „Gewinn“, ebenso bei leicht vermittelbaren Tieren aus Ungarn oder Rumänien, die per Auto geholt werden können. Ich könnte Dir ein städtisches deutsches Tierheim nennen, dass sich zu einem nicht unbedeutenden Teil über Ungarnhunde finanziert, und das ist sicher kein Einzelfall. Am Ende wird natürlich alles Geld für die Tiere verwendet, aber es ist eine Mischkalkulation.
- es sollte sichergestellt werden, dass die Tiere keine
ansteckenden Krankheiten haben
Und wie?,wenn das Tier aus dem europäischem Ausland kommt?
Na durch tierärztliche Betreuung natürlich. Oder glaubst Du, die fangen die Viecher auf der Straße ein und stecken sie gleich so ins Flugzeug. Jedes Tier kommt in eine Auffangstation, wird untersucht, auf - je nach Region unterschiedliche - Krankheiten und Parasiten getestet und voll geimpft und gechipt.
Auch das ist schier kaum realisierbar, schon die tatsache das
ins ganze Bundesgebiet vermittelt wird stellt einen vor das
Problem viele Kilometer fahren zu müssen (mit entsprechenden
Kosten) um eine korrekte Abschätzung geben zu können. Vor
allem reicht es nicht nur einmal vor Ort zu sein um dies zu
beurteilen. Dies können viele Organisationen gar nicht
leisten.
Hier wieder meine Frage, ob Du glaubst, ich denke mir das alles aus? Ich beschreibe Dir hier die gängige Praxis wie ich sie kenne. Jede Tierschutzorga die überregional arbeitet hat ein großes Netzwerk von Helfern im ganzen Bundesgebiet, die Vor- und Nachkontrollen machen.
Aus obigem Beispiel kannst du ersehen das es nicht so ist. Vor
allem bekommen die entsprechenden Orgas das kaum mit da sie
nicht in der lage sind konsquent regelmäßig Kontrollen
durchzuführen, sie müssen sich da auf die Halter verlassen.
Ich kann mir aber vorstellen das es so manchem peinlich ist
zuzugeben das er mit einem Tier nicht zurechtkommt oder es
Probleme gibt. Das liegt in der Natur des Menschen.
Genau wie man durch Gesetze keine Morde verhindern kann, kann auch der beste Schutzvertrag nichts ausrichten, wenn der Tierhalter ein Arschloch ist. Aber gründliche Vor- und Nachkontrollen können die Probleme eingrenzen.
Dem stimme ich voll und ganz zu, ich halte es im übrigen für
einen der wenigen vernünftigen Wege.
Aber genau das wird ja bereits gemacht. Es geht eben nur nicht ganz ohne Vermittlung von Tieren, einerseits weil dies eine Einnahmequelle ist, andererseits weil man den Viechern nur schlecht beim Sterben zusehen kann, wenn man weiß, dass es woanders ein schönes Zuhause gibt.
Gruß,
Myriam