Tipps zu Trübe Augen, Kater wird blind?

Von: , Frage gestellt am Di, 25. Nov 2008

Hallo,

zuerst möchte ich mich für die enorme Länge des Artikels entschuldigen, ich hoffe, einige von euch werden alles lesen und vielleicht kann mir der ein oder andere auch einige Tipps geben.

Vor zwei Wochen haben wir einen kleinen Kater (geb. 08/08, entwurmt, geimpft) aus dem Th geholt. Ein wirklich tolles Tier, neugierig, verschmust, wild und er vergöttert unseren großen Kater nahezu, das war ja unsere größte Sorge. Gesundheitlich hat der Kleine uns von Anfang an etwas Sorgen bereitet, er nießt oft und hatte auch etwas tränende Augen, außerdem trank er die erste Woche wahnsinnig viel (Wasser) und hatte ständig Durchfall. Als ich dann noch ein unidentifizierbares Tierchen auf ihm gefunden habe (~1 mm groß, krabbelte auf der Wange ins Fell und war weder mit den Fingern noch einer Pinzette zu fassen) waren wir beim TA. Der konnte nichts finden und tippte auf Flöhe, gab ihm Stronghold und uns den Rat, gegen den Durchfall vorerst nur Trofu zu füttern. Der Durchfall ließ nach, die Augen wurden besser und Tierchen wurden auch nicht mehr gesichtet. Eigentlich könnte jetzt also alles toll sein und wir uns daran freuen, wie gut die beiden Kater sich verstehen...

Am Wochenende fiel uns auf, dass eines seiner Augen trüb ist. Gestern waren wir beim Tierarzt, in der Hoffnung, mit Salbe, Tabletten, Spritzen oä würde das schon wieder.

Die ernüchterne Auskunft des Tierarztes: keine Ahnung, was er hat, von abgelöster Linse bis Leukose kann das alles sein. Das linke Auge ist angeblich bereits blind, das rechte wird es auch bald sein, ist schon leicht trüb. Er zeigte uns dann noch ein "Y" im rechten Auge, was uns noch nicht aufgefallen war. Bzw glaube ich, dass das am We einfach noch nicht da war, denn jetzt ist es sehr deutlich zu sehen. Es sieht aus, als wäre die Linse gesprungen, als wären von der Mitte ausgehend mehrere Risse. Links ist das nicht zu sehen, die Linse ist einfach komplett trüb. Auf Licht reagieren beide Pupillen, die linke bleibt allerdings deutlich größer.

Der TA machte dann noch einen Leukosetest (Ergebnis am Mittwoch) und empfahl uns den Gang zum Augenspezialisten, mehr könne er nicht tun. Mir gehen jetzt natürlich unendlich viele Frage durch den Kopf...

1. Was könnte der Kleine haben? Die Trübung kam quasi von heute auf morgen, Freitag vor einer Woche wurden (vom gleichen TA) auch die Augen untersucht und es war nichts Auffälliges zu erkennen. Welche Tests kann man machen um herauszufinden, was der Kleine hat? Können die Trübung und das Y verschiedene Ursachen haben?
Kann soetwas durch eine Impfung hervorgerufen werden? Die zweite bekam er einen Tag bevor er zu uns kam. Könnte der große Kater ihn verletzt haben? Der hat in den ersten Tagen natürlich ein paar Mal auf den Kleinen eingeschlagen - allerdings eher zaghaft und das ist ja auch schon zwei Wochen her. Kann ein TA erkennen, ob es sich um eine Verletzung durch Krallen handelt?
Können die Augen ein Symptom einer anderen Krankheit sein, abgesehen von Leukose?

2. Wo (/wie) finden wir einen Augenspezialisten in unserer Nähe? Ich habe bisher nur welche in Hamburg oder München gefunden, so weit wollen wir ungern mit dem Kleinen fahren (er hasst das Auto). Sollten wir vielleicht erstmal einen weiteren "normalen" Tierarzt aufsuchen oder eine Tierklinik? Wodurch zeichnet sich ein Augenspezialist aus, gibt es spezielle Schulungen für Augenkrankheiten o.ä., also worauf sollte man achten?

3. Was kann ein Spezialist tun außer zu operieren? Gibt es irgendwelche Medikamente, die dem Kleinen vielleicht helfen könnten? Was könnte man operativ tun? Der TA sprach gestern von einer Linsentransplantation (allerdings bei Hunden), hat damit jemand Erfahrung? Ist das ratsam, gerade bei noch ungeklärter Ursache? Sollte das dann so schnell wie möglich passieren oder sollte man noch abwarten, zB bis zur Kastration oder noch länger? Muss der Kater dafür zB ausgewachsen sein?

4. Ausgehend davon, wie schnell das alles bisher ging: wie lange sieht der Kleine wohl noch? Was können wir tun, um ihm die Situation zu erleichtern? Im Moment sieht er auf jeden Fall noch, er reagiert auf den großen Kater, auf geworfenes Spielzeug und sogar auf geworfene Trockenfutterbrocken (die sind ja schon recht klein und heben sich farblich auch kaum vom Boden ab). Ich bin auch der Meinung, er ist links noch nicht völlig blind - allerdings weiß ich natürlich nicht, ob er nur Umrisse oder Schatten erkennt.
Kann man irgendetwas dazu sagen, welche Lichtverhältnisse für den Kleinen besser sind? Also ist es wahrscheinlicher, dass er mit viel Licht im Raum besser sieht oder eher, wenn es etwas düster ist?

5. Was ist zu beachten, wenn er dann blind ist? Das geht schon bei Kleinigkeiten los, wie kann man zB dann mit ihm spielen? Die meisten Spiele basieren ja darauf, dass er irgendetwas sieht und hinterher jagt.
Was ist beim Klettern zu beachten? Sollten wir die deckenhohen Kratzbäume durch niedrigere austauschen? Oder können wir sie irgendwie absichern?
Wie sieht es mit Freigang aus? Geplant war, den Kleinen ab dem Frühjahr raus zu lassen, wenn er blind ist geht das ja leider nicht. Wir wohnen allerdings EG mit Terrasse, die wir bei entsprechendem Wetter natürlich auch nutzen. Ihn dauerhaft einzusperren wäre also schwierig. Sollten wir eher die Terrasse einzäunen und ihn gar nicht in den Garten lassen oder sollte man ihn vielleicht an ein Geschirr gewöhnen und dann eben mit ihm zusammen in den Garten gehen? Das Problem mit dem Einzäunen ist, dass unser Großer Freigang gewöhnt ist und ihn auch weiter bekommen soll. Im Moment versperren wir den unteren Teil der Terrassentür mit einer Scheibe, über die der Kleine noch nicht springen kann, der Große aber schon. Bald wird aber auch der Kleine über die Scheibe kommen...

6. Was sollen wir tun, wenn der Kleine Leukose hat? Unser Großer ist negativ und geimpft, der TA meinte, dann müsse man die beiden nicht trennen - aber immer wieder liest man, dass man positive und negative Tiere nicht zusammen halten soll und unnötigem Risiko möchten wir unseren Großen auch nicht aussetzen. Aber wir können (wollen) den Kleinen auch nicht einfach wieder weggeben...

7. Im Tierschutzvertrag steht, dass bei Krankheitssymptomen umgehend im Tierheim angerufen werden soll (mit Ausrufezeichen davor und dahinter, in Großbuchstaben und fett gedruckt...), haben wir irgendetwas zu befürchten, weil wir zuerst zum Tierarzt gefahren sind? Mir macht dabei Sorge, dass wir laut Vertrag noch nicht die Eigentümer des Tieres sind. Allerdings hätte ein Anruf "Kater hat irgendwas, und nu?" ja auch niemandem geholfen. Sollten wir heute direkt anrufen oder noch das Ergebnis des Leukosetest abwarten?

8. Haben wir ggf. Ansprüche an das Tierheim (gerade in Anbetracht dessen, dass wir noch nicht die Eigentümer des Kleinen sind)? Mir geistert da etwas im Kopf rum von Gewährleistung und dass Tiere rechtlich wie Sachen behandelt werden. Es geht natürlich nicht darum, das Th finanziell auszunehmen, aber der TA bezifferte eine Linsentransplantation auf 1000-1200 € pro Auge (bei kleinen Hunden). Hätten wir finanzielle Ansprüche an das Th und würden die zB die Kosten für ein Auge übernehmen wäre uns sehr geholfen.

Mir ist klar, dass viele meiner Fragen nur spekulativ beantwortet werden können. Wer jedoch schon mal vom seinem TA hören musste, dass er völlig ahnungslos ist wird sicher verstehen, dass im Moment jede Spekulation willkommen ist...

Vielen Dank an alle, die bis hierhin gelesen haben, ich freue mich über jeden Ratschlag.

Viele Grüße
Sue

14 Antworten zu dieser Frage

        • Antwort von nach 9 Tagen 0 hilfreich
          Re^3: Diagnose

          Hallo Sue,

          wegen der Narkosen würde ich mir an deiner Stelle kein graues Haar wachsen lassen. Falls kein zusätzlicher angeborener Organschaden (Leber,Herz,...) vorliegt, sind da normalerweise keinerlei Probleme zu erwarten.
          Ich würde an deiner Stelle trotzdem den Augenchirurgen etwas volljammern, dass er dir die Kastration doch mitmachen möchte - vom handwerklichen her kann er es.

          Alles Gute

          Johnny

          • Antwort von nach 9 Tagen 0 hilfreich
            Re^4: Diagnose

            Hallo, Ich würde an deiner Stelle trotzdem den Augenchirurgen etwas
            volljammern, dass er dir die Kastration doch mitmachen möchte
            - vom handwerklichen her kann er es.
            der Kleine ist für eine Kastration leider noch etwas zu jung, außerdem nicht gut entwickelt, zwei Monate sollte man damit mindestens noch warten. So lang können wir die Augen-OP aber nicht aufschieben.

            Gruß
            Sue

            • Antwort von nach 10 Tagen 2 hilfreich
              Re^5: Diagnose

              Hallo Sue, der Kleine ist für eine Kastration leider noch etwas zu jung,
              außerdem nicht gut entwickelt, zwei Monate sollte man damit
              mindestens noch warten. So lang können wir die Augen-OP aber
              nicht aufschieben.
              zu jung für die Kastration gibt es eigentlich nicht. Meist wird der Abschluss des Zahnwechsels abgewartet, das aber nicht weil der Kandidat für die Kastration zu jung, sondern weil das statistische Narkoserisiko dann geringer ist.
              Wenn er also sowieso Narkose hat, könnte es vom medizinischen her gleich mit erledigt werden. In Amerika werden Katzenwelpen oft schon mit 8-10 Wochen kastriert verkauft.

              In reinen Augentierarztpraxen werden Kastrationen natürlich üblicherweise nicht vorgenommen, da man auf überweisende Kollegen angewiesen ist und sich mit derartigen Beschäftigungen bei diesen keine Freunde machen würde.
              In diesem besonderen Fall finde ich aber, dass eine Ausnahme im Sinne des Patienten vertretbar wäre (evtl. mit Rücksprache des Haustierarztes).

              Gruß

              Johnny

            • Antwort von nach 10 Tagen 0 hilfreich
              Re^6: Diagnose

              Hallo, zu jung für die Kastration gibt es eigentlich nicht.
              ich bin auch der Meinung, mit 5 Monaten kann man durchaus kastrieren - die Tierärzte hier sehen das aber anders. Wir haben ja nun gezwungenermaßen einige "abgeklappert" und alle sagten, wir sollen noch mindestens zwei bis drei Monate warten, das Tierheim möchte sogar, dass wir noch fünf Monate warten. Und selbst abschneiden kann ich ihm sein Gehänge ja schlecht, ebensowenig kann ich einen TA zwingen, es zu machen.

              [Als Laie, der auf die Meinung des Veterinärs angewiesen ist kotzt es mich aber ehrlich gesagt an, dass (ziemlich egal um was es geht) keine zwei Tierärzte der gleichen Meinung sind. Man sollte doch meinen, dass es in der Tiermedizin - insbesondere beim Thema Kastration - allgemeine Regeln oder Empfehlungen gibt, aber man kann drei Tierärzte fragen und kriegt fünf verschiedene Meinungen. Da fühlt man sich als einfacher Tierhalter nicht nur recht hilflos sondern kommt sich oft genug auch ziemlich verarscht vor.
              (Sorry, das musste jetzt mal raus.)]
              Meist
              wird der Abschluss des Zahnwechsels abgewartet, das aber nicht
              weil der Kandidat für die Kastration zu jung, sondern weil das
              statistische Narkoserisiko dann geringer ist.
              Oh ja, bitte mach mir Angst, den Zahnwechsel hat er wohl noch vor sich. Ich weiß, dass man den nicht unbedingt mitbekommt aber er hat halt mE noch die kleinen spitzen Kittenzähnchen. Nach seinen Zähnen habe ich natürlich noch keinen Arzt gefragt. :-/ Wenn er also sowieso Narkose hat, könnte es vom medizinischen
              her gleich mit erledigt werden. In Amerika werden Katzenwelpen
              oft schon mit 8-10 Wochen kastriert verkauft.
              Sorry, aber nur weil es irgendwo so gemacht wird heißt nicht, dass es auch richtig ist. (Wobei ich auch nicht behaupten will, dass es falsch ist - ich kann mir dazu einfach mangels Wissen kein Urteil bilden.) In diesem besonderen Fall finde ich aber, dass eine Ausnahme
              im Sinne des Patienten vertretbar wäre (evtl. mit Rücksprache
              des Haustierarztes).
              Was ich vorhin geschrieben habe gilt inzwischen (vielleicht) schon gar nicht mehr. Eben fiel mir auf, dass das Alter des Kleinen gestern falsch datiert wurde, laut Rechnung von dort ist er 03.08 geboren, er ist aber 5 Monate jünger. Ich weiß jetzt nicht, ob der TA das (angebliche) Geb-Datum gesehen hat, und ob die fehlenden Monate etwas an seinem Rat schnell zu operieren ändern (gerade wg. Gefahren der Narkose). Ich erreiche ihn leider erst später, da uns aber seit gestern ohnehin wieder etliche Fragen eingefallen sind kann ich auch diese Frage später (hoffentlich) klären. Und dann spreche ich auch die Kastration an.

              Gruß
              Sue

            • Antwort von nach 10 Tagen 0 hilfreich
              Re^7: Diagnose

              Hallo Sue,

              wenn der Augenspezialist der Meinung ist, dass möglichst bald operiert werden sollte um einer Netzhautdegeneration entgegenzuwirken und ihr bereit seid diesen Weg zu gehen, würde ich das machen lassen.
              Wenn die Kastration in der gleichen Sitzung gemacht würde, wäre das natürlich schön.

              Ich glaube aber, du machst dir wegen der Narkose zu große Sorgen. Das statistische Narkoserisiko ist beim Welpen und Jungtier zwar größer als beim Erwachsenen, insgesamt ist das Risiko eines wirklich gefährlichen Narkosezwischenfalls sehr gering. Ich würde mir an deiner Stelle wegen der Narkose überhaupt keine grauen Haare wachsen lassen und selbst wenn für die Kastration in ein paar Wochen nochmal eine fällig ist, besteht deshalb kein Grund zur Sorge.

              Gruß

              Johnny



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