Ist es normal, dass ein 5 Monate alter Rüde, der bisher immer stubenrein gewesen ist, plötzlich im Eifer seiner Manneskraft in die Wohnung macht? Er hat das vorher nie getan, und ich kann nicht richtig einschätzen, ob er es wirklich aus der Not heraus macht (er kommt aber mehr als genug raus!!) oder weil er im Moment trotzig ist! Er ist nämlich gerade in der Phase, in der er frech und ungehorsam ist! Weiß einer Rat? Galli
Stubenrein!
Hallo Galli,
ich nehme an, daß Dein Hund nicht einfach irgendwo hinpinkelt, sondern bevorzugt an Möbelstücke oder ähnliches? Das ist eine für einen unkastrierten geschlechtsreifen Rüden normale Verhaltensweise. Indem er an Tischbeine und Schränke „pinkelt“, hinterläßt er nämlich seinen eigenen Geruch: er markiert sein Revier. Das hat nichts mit Stubenreinheit zu tun, sondern mit „Männlichkeit“ ;o)
Aber mal ernsthaft: wenn Du nicht vorhast, Deinen Hund als Zuchttier zu verwenden, wäre es wahrscheinlich angebracht, ihn kastrieren zu lassen. Bei 90 Prozent der kastrierten Rüden legt sich dieses Markierverhalten in den ersten Wochen nach der Kastration (weil die Produktion der dafür verantwortlichen Hormone nachläßt).
Weitere Verhaltensprobleme bei nicht kastrierten Rüden können (! nicht müssen!) sein:
- Streunen (weil der Rüde eine läufige Hündin gerochen hat und ihr „nachstellt“)
- dominantes und evtl. aggressives Verhalten (weil der Hund versucht, die Rolle des Rudelführers in der Familie zu übernehmen)
- verstärkte (d.h. hormonell bedingte, nicht durch mangelnde Erziehung oder „Charakterschwäche“ hervorgerufene) Aggression gegenüber anderen Hunden und sexuelle Überreaktion (Besteigen von Stofftieren oder Menschenbeinen).
Dazu kommen mitunter bestimmte gesundheitliche Probleme (Prostataerkrankungen - ja, die gibts auch bei Hunden!), Hodenkrebs und ähnliches.
Ich wiederhole nochmals: das muß nicht alles auftreten, kann aber. Und mit Trotzigkeit hat das Tischbeine markieren nur bedingt etwas zu tun, nämlich insofern, daß der Hund vielleicht meint, Dir die Rudelführung abnehmen zu müssen, und sich deshalb dominant verhält. Es ist aber nicht so, daß er markiert, WEIL er „trotzig“ ist, sondern es ist so, daß er aufgrund seiner Hormone SOWOHL markiert ALS AUCH „trotzig“ ist.
Viele Grüße
Sylvia
Stubenrein? Sicher doch!
Hallo Galli
Ich denke schon, daß das „normal“ ist. Unser Rüde hat im gleichen Alter mir mal vor die Füsse gepinkelt (unter meinem Schreibtisch)- der hat einen Anschiss bekommen, den er bis heute nicht vergessen hat.
Mit der Markierung des eigenen Territoriums werden Besitzansprüche wahrgenommen. Mache Deinem Hund also klar, daß er in Deinem Reich ein willkommenes Mitglied des Rudels ist, aber nicht derjenige, der markieren darf! Da kannst Du durchaus mal „grob“ werden- also heftig schimpfen, wenn das nichts nutzt, auf den Rücken legen (den Hund!) und an der Kehle packen. Dem Hund muss klar sein, daß Du der Chef bist.
Lass Dir von deinem Hund nichts gefallen, damit tust Du Dir und deinem Hund einen.
Gruß
Weikko
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hi galli,
unten wirds ja schon gesagt: ihr habt einen rudelkampf.
diskutiere nicht, kämpfe!
genau jetzt geht es darum, wer für den rest eures zusammenlebens
der chef ist, und wenn du nicht aufpasst, wird er auch in deinem
bett liegen, auf deinem sofa lümmeln und dein frühstücksbrot
klauen.
der hund denkt ungefähr so:
ich bin jetzt groß und stark, ich will rudelführer sein. zuerst
markiere ich alles, was meins ist, durch meinen geruch (revier,
grenzen abpinkeln).
dann versuche ich, den alten chef zu verdrängen (ich nehme seine
lieblingsplätze ein)
weiterhin hat der mensch das zu akzeptieren, sonst beiß ich mal
eben.
…also mache ihm klar, wo der hammer hängt. später wird es
nicht mehr funktionieren. ein bischen den nacken greifen und
durchschütteln wäre ein zeichen, das jeder hund versteht, weil
mama hat das auch gemacht (beim pinkeln gleich rausschmeissen,
ruhig etwas gröber). muß aber sofort passieren, nicht zwei
stunden später. anknurren hat sich auch bewährt, wenn der kleine
dummes zeug macht. aber nie, nie schlagen, im gegenteil:
alles, was gut funktioniert, muß ausgiebig belobigt werden, z.b.
wenn er draußen seine „geschäfte“ verrichtet.
so lernt das tier seine position im rudel und ist dann auch
zufrieden.
also eigentlich ganz einfach.
gruß,
frank
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Damit die Rangfolge klar ist…
… mußt Du aber auch noch andere Regeln beachten. Dazu gehört, getreu den Regeln im Wolfsrudel, folgendes:
- Wer zuerst ißt, hat eine höhere Rangposition. Das heißt, daß der Hund immer gefüttert wird, wenn die Familienmitglieder alle gegessen haben. Außerdem gilt: für den Hund gibt es sein Hundefutter, aber keine „menschlichen“ Essensreste. Und schon gar nicht am Tisch!!!
- Wer am höchsten schläft, steht am höchsten. Deshalb gehört das Hundebett auf den Fußboden (Korb, Decke, Matte…) - aber nicht auf ein ausgedientes Sofa oder gar das Bett des Herrchens!
- Der Hund soll etwas tun für die Dinge, die er gernhat: die Futterschüssel wird erst abgestellt, wenn der Hund auf „Sitz!“ reagiert hat. Ebenso: gestreichelt wird nur ein sitzender oder liegender, kein herumspringender Hund. Spielzeug gibts auch erst, wenn der Hund sitzt und seine Aufmerksamkeit auf sein Herrchen gerichtet ist. Das entspricht dem menschlichen „Erst-Bitte-Sagen“ und zeigt dem Hund, daß er auf Herrchen angewiesen ist, sich also unterordnen muß. Außerdem zeigt es ihm auch noch was Schönes, nämlich: von Herrchen kommt nur Gutes, wenn ich mich an die Regeln halte.
- Viel Bewegung für den Hund hilft, überschüssige Energie loszuwerden.
- Balgereien mit dem Hund sind ungeeignet, besonders „Tauziehen“, da sie Aggressivität fördern. Besser sind Ballspiele o.ä. Ganz besonders unangenehm wirkt sich das Tauziehen aus, wenn der Hund auch noch in der Mehrzahl der Fälle gewinnt.
Naja, und daß der Rüde kastriert werden sollte, wenn er nicht zur Zucht gedacht ist, das hatte ich ja vorher schon geschrieben. Viel Glück!
Sylvia
Nein!
Hallo Galli,
ich nehme an, daß Dein Hund nicht einfach irgendwo hinpinkelt,
sondern bevorzugt an Möbelstücke oder ähnliches? Das ist eine
für einen unkastrierten geschlechtsreifen Rüden normale
Verhaltensweise. Indem er an Tischbeine und Schränke
„pinkelt“, hinterläßt er nämlich seinen eigenen Geruch: er
markiert sein Revier. Das hat nichts mit Stubenreinheit zu
tun, sondern mit „Männlichkeit“ ;o)
Nein, nein, er pinkelt nicht an Möbelstücke ode ähnliches!
Das das Revierverhalten ist, ist mir klar!
Er kann aber noch nicht mal wie ein ausgewachsener Rüde pinkel, sprich nicht das Bein heben! Er steht beispielsweise mitten in der Küche, zwischen den vielen Menschenbeinen, und läßt es einfach laufen! Oder aber er schleicht sich nach oben und kackt erst mal in irgendein Zimmer. Es macht mir eher den Anschein, als hätte er sich momentan nicht mehr so richtig unter Kontrolle. Mit markieren hat das alles sicher weniger zu tun!
Galli
Noch ein Versuch ;o)
Hallo Galli,
da hatte ich Dein „im Eifer seiner Manneskraft“ wohl etwas zu vorschnell interpretiert… Okay, also wenn es kein Revierverhalten ist, dann sieht die Sache natürlich anders aus. Zuallererst würde ich in diesem Fall mal zum Tierarzt gehen und abklären, ob es irgendwelche organischen Probleme gibt (man weiß ja nie, vielleicht hat er eine Blasenentzündung, oder irgendwas seltsames).
Wenn damit alles in Ordnung ist, würde ich es nochmal mit „Reinheitserziehung“ versuchen, vielleicht hat Dein Hund ja vergessen, wie das war mit dem Drinnen-Draußen ;o) Also die verschmutzten Stellen schön sauber machen. (Damit der Geruch nicht zu Wiederholungstaten anregt - normales Putzmittel reicht aber nicht! Geruchsneutralisierer verwenden!) Und dann den Hund mehrmals am Tag (ca. alle drei Stunden, morgens als erstes und abends als letztes) in zügigem Tempo zu einer „Entsorgungsstelle“ führen, dort dem Hund eine „unmißverständliche“ Anweisung geben („Zack, zack“ oder so) und genug Zeit lassen für seine Verrichtung. Bei vollbrachter Tat fleißig loben! Eine Viertelstunde nach dem Fressen oder Schlafen muß der Hund auch raus. Nach der Rückkehr ins Haus den Hund unter Beobachtung lassen und bei ersten „Ich-muß-mal“-Anzeichen schnurstracks rausführen.
Wenn der Hund wieder mal vor Deinen Augen pieselt, nicht schimpfen, sondern ihn mit einem unangenehmen Geräusch (die berühmte Metalldose mit Steinchen schütteln, oder auf den Tisch hauen) erschrecken. Das bewirkt, daß sich die Schließmuskeln zusammenziehen und der Hund eine „Pause“ macht. Dann muß er sofort rausgeführt werden und dort dann sein Geschäft beenden.
Es kann auch sein, daß Dein Hund einfach nur ängstlich ist und aus lauter Unterwürfigkeit in die Wohnung macht. Das kann ich mir gut vorstellen, wenn so ein Hundewelpe zwischen vielen Menschenbeinen steht. Vielleicht hat ihm das Angst gemacht? Falls Dein Hund so einen unterwürfigen Charakter hat, kannst Du ihm mehr Selbstbewußtsein einflößen, indem Du regelmäßig mit ihm trainierst (die üblichen „Kommandos“ einüben und dann fleißig loben), damit er merkt, daß er „Kontrolle“ über sein Leben hat. Außerdem kannst Du die Rangfolgeregeln (siehe Artikel „Damit die Rangfolge klar ist“) auf den Kopf stellen und somit ein gewisses Maß an Dominanzverhalten bei Deinem Hund bewirken.
Als letzte Erklärungsmöglichkeit bleiben noch mehr oder weniger tiefgreifende Veränderungen im Leben des Hundes, z.B. der Einzug einer neuen Person oder eines neuen Haustieres (oder die Geburt eines Kindes), auf die der Hund gewissermaßen „eifersüchtig“ ist. Kann das bei Euch der Grund sein? Hat sich sonst irgendwas geändert, habt Ihr die Schlafstelle des Hundes verlegt oder so?
Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen…
Sylvia
P.S. Wie oft kommt der Hund denn raus? Und zu welcher Rasse gehört er?
Hallo Sylvia
Das mit dem Balgen sehe ich anders:
Solange Herrchen/Frauchen die Oberhand behält, sollte man das schon machen. In der Balgerei kann man dem Hund ja auch mal spielerisch seine Grenzen klar machen, was Beißfestigkeit der menschl. Tapete etc angeht. Ausserdem kann man seinen Hund spielerisch auf den Rücken legen. Unser Hund freut sich immer riesig, wenn gebalgt wird. Oft mache ich das mit ihm, gerade wenn ein Dominanzproblem auftritt. Er darf natürlich nie die Oberhandgewinnen, klar. Meistens ist das kleine Problem dann aus der Welt- für einige Zeit zumindest. Unter Balgerei verstehe ich allerdings so eine Art „Ringkampf“. Ist anstrengend, aber macht Spaß! (Und Vorsicht vor der harten Rechten, vorher Brille abziehen und alte Klamotten anziehen) 
- Balgereien mit dem Hund sind ungeeignet, besonders
„Tauziehen“, da sie Aggressivität fördern. Besser sind
Ballspiele o.ä. Ganz besonders unangenehm wirkt sich das
Tauziehen aus, wenn der Hund auch noch in der Mehrzahl der
Fälle gewinnt.
Hallo Weikko,
damit hast Du recht, ich hatte das ja auch so gemeint. Mir ging es vor allem um das sogenannte Tauziehen, das ich nicht gut finde, weil es Aggressionen fördert. Das wird meines Wissens auch genutzt, um Hunde „scharfzumachen“ sowie sie vor Hundekämpfen „in Stimmung zu bringen“. Naja, das finde ich dann für einen Haushund nicht wünschenswert.
Daß der Hundehalter, wenn er denn balgt, die Oberhand behalten muß und daß das dann auch hilfreich ist, um die Rangordnung zu erhalten, hatte ich ja indirekt auch gesagt.
Was ich in meinem Artikel geschrieben habe, möchte ich auch hauptsächlich auf zu dominante Hunde angewendet wissen. Wenn der Hund keine Probleme macht, kann er natürlich auch vor dem Essen gefüttert werden… usw. Ich hatte aber angenommen, daß Gallis Hund gerade einen Machtkampf angezettelt hat, und daher sämtliche „Rangfolgeregeln“ aufgezählt.
Viele Grüße
Sylvia
Es kann auch sein, daß Dein Hund einfach nur ängstlich ist und
aus lauter Unterwürfigkeit in die Wohnung macht. Das kann ich
mir gut vorstellen, wenn so ein Hundewelpe zwischen vielen
Menschenbeinen steht. Vielleicht hat ihm das Angst gemacht?
Nein, das glaube ich nicht! Er ist sehr aufgeweckt, neugierig und eigentlich kein bißchen ängstlich! Die „Menschenbeine“ kannte er auch alle sehr gut, denn sie gehören alle zur Familie! Ich denke eher, dass er es aus lauter Aufregung (Geräusche, Stimme, Aktion) nicht mehr richtig unter Kontrolle hatte.
Als letzte Erklärungsmöglichkeit bleiben noch mehr oder
weniger tiefgreifende Veränderungen im Leben des Hundes, z.B.
der Einzug einer neuen Person oder eines neuen Haustieres
(oder die Geburt eines Kindes), auf die der Hund gewissermaßen
„eifersüchtig“ ist. Kann das bei Euch der Grund sein? Hat sich
sonst irgendwas geändert, habt Ihr die Schlafstelle des Hundes
verlegt oder so?
Es gab eigentlich überhaupt keine Veränderung im Leben des Hundes. Es ist aber nicht mein Hund, sondern der meiner Schwester, daher kann ich das nicht mit 100%iger Sicherheit sagen. Aber soweit ich weiß, ist alles beim alten!
P.S. Wie oft kommt der Hund denn raus? Und zu welcher Rasse
gehört er?
Der Hund kommt 4 Mal am Tag raus: einmal sofort nach dem Aufstehen, dann morgens so gegen 10/11 Uhr, nachmittags gegen 16/17 Uhr und dann abends/nachts vor dem Schlafen. Er ist wirklich ausgelastet, hat viel Kontakt zu Artgenossen (sowohl gleichaltrig als auch erwachsene Tiere) und geht außerdem jeden Samstag zur Hundeschule. Überfordert ist aber sicher auch nicht, denn er hat genügend und lange Pausen zwischendurch! Er ist sehr klug und gelehrig und genießt alle neuen Eindrücke!
Er (übrigens heißt er Gorgeous) ist ein Deutsch-Kurzhaar, leider mit kupierter Rute… aber ein sehr schönes Tier mit ganz kurzem und glatten schokofarbenen Fell. Wirklich eine Pracht von einem Hund (obwohl ich die meisten Jagdhunde selber gar nicht mag…)!
Gruß, Galli
Ich denke eher, dass er es aus lauter Aufregung
(Geräusche, Stimme, Aktion) nicht mehr richtig unter Kontrolle
hatte.
Das kann sein, hat aber in gewisser Weise auch etwas mit Überforderung/Unwohlsein zu tun. Da er aber auch sonst in die Wohnung macht, nehme ich an, daß da noch was anderes dahintersteckt.
Versucht es doch erstmal mit dem Arztbesuch und dem Reinheitstraining-Auffrischungskurs. Falls das auch nichts bringt, habt Ihr zumindest zwei mögliche Ursachen ausgeschlossen und könnt weitersehen.
Wenn der Hund in die Hundeschule geht, könnt Ihr ja auch mal mit dem Trainer sprechen, der kennt den Hund ja schon und kann das vielleicht auch besser beurteilen als ich aus der Ferne (obwohl ich aus Deinem Bericht kein anderes Problem erkennen kann). Leider weiß ich ja auch nicht alles… ;o)
Sylvia