Der 'ideale?' Hund als Familienmitglied!

Hallo zusammen

wir sind eine 3-köpfige Familie mit eigenem Haus und Zwergkaninchen im Garten. Unser Sohn ist 6 Jahre alt. Wir möchten diesen Sommer einen Hund als weiteres Familienmitglied begrüssen, sind uns aber noch nicht über die Rasse einig geworden. Unser Sohn möchte am liebsten einen Golden Retriever, weil er damit gute Erfahrungen in der Nachbarschaft gemacht hat, mein Mann möchte einen Hovavart und mir gefallen Labradore oder Berner Sennenhunde. Also wer kann uns Entscheidungshilfen geben? Erzählt uns doch bitte etwas über Erfahrungen mit diesen Rassen und auch über die zu erwartenden Kosten (Welpe, Futter ect). Wir sind für jeden Tip dankbar.

Gruß Kirsten u. Familie

Hallo Kirsten,

ich hatte mal einen Berner Sennenhund, kann also erst mal nur zu dieser Rasse Auskunft geben.

Im Großen und Ganzen war das ein super lieber Hund, aber aus verschiedenen Gründen würde ich ihn euch nicht empfehlen. Erst mal sind diese Hunde ja wirklich sehr groß (zumindest die Rüden, die Hündinnen fallen i.d.R. etwas kleiner aus) und wenn sie in den ersten Jahren noch sehr ungestüm sind, ist das für Kinder vielleicht nicht so toll. Sogar mich und meinen Ex-Freund hat unser Hund schon 'n paar Mal umgerannt.

Außerdem war unser Hund (ich weiß allerdings nicht, ob man das auf die Rasse generell beziehen kann) sehr dickköpfig. Deshalb sollte man meiner Meinung nach schon etwas Hunde-Erfahrung mitbringen, um diese Ungetüme bändigen zu können. Denn wenn die nicht hören wollen und an der Leine ziehen, dann hält die im Zweifelsfall keiner mehr.

Vom Wesen her war der aber echt klasse: Verschmust, geduldig, sanftmütig…

Unsere Nachbarn von gegenüber haben einen Golden Retriever, den sie auch schon hatten, als die Kinder noch klein waren. Diese Hunde werden ja nicht sooo groß, und ich hab auch schon oft gehört, dass das super Familienhunde sein sollen. Und zumindest der gegenüber hört auch aufs Wort. Klingt also empfehlenswert und wegen der Größe würde ich eben eher für den plädieren.

Was die Kosten angeht… Also, unser Sennenhund hat eine 1-kg-Dose Nassfutter pro Tag gegessen, morgens noch etwas Trockenfutter. Das läppert sich also schon, auch wenn man preiswertere Marken kauft. Dazu noch Tierarztkosten etc. Die sind anfangs nicht sooo hoch, Impfungen kosten ja relativ wenig. Wobei allerdings grade Sennenhunde (oder vielleicht auch große Hunde im Allgemeinen, das weiß ich nicht) auch anfällig sind für HD (= Hüftgelenksdysplasie), was dann meist operiert werden muss und teuer wird. Das kommt dann aber meist erst im Lauf der Jahre „so richtig“ zum Tragen.

So, das war erst mal alles, was mir eingefallen ist. Vielleicht hilft’s dir ja schon ein wenig.

Gruß
Mio

Hallo Kirsten,

Du hast geschrieben, daß Euer Sohn sich einen Golden Retriever wünscht, weil er einen kennt… Was gefällt Euch denn am Hovavart, am Labrador und am Berner Sennenhund? Kennt Ihr Euch ein bißchen mit den Rassen aus, oder geht Ihr erstmal nach „sympathisch Aussehen“?

Ich würde Euch empfehlen, erstmal zu überlegen, wie Ihr Euch das Leben mit dem Hund so vorstellt. Wieviel Zeit wollt Ihr aufwenden? Soll’s ein Hund sein, mit dem man joggen gehen kann, ein Spielkumpel für den Sohn, oder lieber ein ruhigerer zum Kuscheln? Seid Ihr bereit, mit dem Hund zu arbeiten (Erziehung/Training)? Könnt Ihr Euch vorstellen, die langen Haare wegzumachen (außer dem Labrador haben die angegebenen Rassen ja eher lange Haare). Wie sollte der Hund nicht sein? Habt Ihr schon mal einen Hund gehabt?

Über Erfahrungen kann ich Dir gern noch berichten, ich kenne ziemlich viele verschiedene Rassen, aber mich würde zuerst mal interessieren, was Ihr von Eurem zukünftigen Hund so erwartet. Wer weiß, vielleicht kennt Ihr ja „Euren“ Hund noch gar nicht!

Na dann, bin schon ganz gespannt.
Sylvia

http://www.elo-zucht.de/start.htm

Die ideale Familie für den Hund
Hallo Kirsten!

Ihr habt die typischen Hunde im Sinn, welche jetzt modern sind.

Zu den Labradors kann ich jetzt einiges sagen, weil wir seit einem Jahr einen dieser Ferkel als Pflegehund haben.
Auf die Gefahr hin, daß andere Hundehalter andere Erfahrungen gemacht haben und auf ihren Liebling nichts kommen lassen, will ich Euch doch stark von einem Labrador abraten.

Labradors sind tatsächlich Familienhunde, im Haus ruhig, sauber, können längere Zeit allein bleiben.
Das wars dann aber auch :
Labradors sind Jagdhunde, nur für die Jagd auf Wasservögel gezüchtet. Sie sind wie Schweine, sie suhlen sich in jedem Graben, möglichst voll mit Schlamm. Man braucht zu Haus einen separaten Raum für ihre Unterbringung nach dem täglichen Spaziergang. Einen Warmwasseranschluß draußen zum Abstrahlen mit dem Wasserschlauch.
Labradors sind kaum abzurichten, haben einen Dickkopf. Sie machen, was sie wollen. Sie haben einen Wandertrieb, das heißt, läßt man sie frei laufen, sind sie plötzlich weg. Nicht, daß sie weglaufen, nein, sie erkunden die Gegend und gehen in der Weltgeschichte spazieren.

Sie sind ganz anders, als ihr Aussehen verspricht. Sie haben es faustdick hinter den Ohren.
Einmal draußen, sind sie sofort wieder Jäger und machen, was sie wollen.
Im Haus, harmlos, lieb, beißen nicht, gehen aber Besuchern durch ihre Neugierde gewaltig auf die Nerven.
Warum nicht einen schönen Mischling aus dem Tierheim? Den kann man sich aussuchen, schon mal mit nach Haus nehmen und wenn es gar nicht funktioniert, geht er eben wieder zurück. Damit ist dann nichts verloren, für den Hund nicht und für die zukünftigen Hundehalter auch nicht. Mit Rassehunden haben schon viele Hundehalter ihre Probleme, mit Mischlingen viel weniger.

Gruß Werner

Hallo Kirsten,

wenn ich das richtig verstanden habe, ist das Euer erster Hund ? Damit fällt der Hovawart definitiv schon mal weg. Ein wunderbarer Hund, aber ganz sicher nicht für Anfänger geeignet.

Was die anderen drei Rassen betrifft, wie Werner schon sagte, z. Zt. Modehunde. Und das bedingt leider immer, daß Krankheiten und Verhaltensstörungen zunehmen. Besonders beim Golden ist das in den letzten Jahren recht dramatisch geworden.
Natürlich gibt es auch hier noch gute Zuchten und gesunde Hunde, aber es ist leider eine Art Roulette geworden.
Beim Labrador bin ich nicht ganz Werners Ansicht. Wenn sie so stur und nicht lernfähig wären, wären sie wohl kaum so oft als Blinden- und Behindertenhunde im Einsatz, vor allem in Amerika u. Großbrittanien.
Aber ein Labrador ist tatsächlich ein Schmuddelhund. Gilt allerdings auch für den Golden, wo das noch dramatischer ausarten kann wg. der längeren Haare.
Ich schließe mich Tierheimmäßig an. Geht doch einfach mal ein paar Mal hin, schaut, holt Euch verschiedene Hunde zum ausgehen und seht dann weiter. Sehr oft ist grade für Anfänger mit Kindern ein erwachsener Hund der bessere Partner.
Was die Kosten betrifft, ich habe selber einen Schäferhund-Colliemix und ich würde seine Futterkosten so auf ca. 30 - 40 DM pro Monat schätzen (wobei ich hochwertiges Trockenfutter fütter). Grade in der Aufzucht ist ein Hund aber oft teurer, weil man da wirklich nicht am falschen Ende sparen darf.
Andere Kosten sind Impfungen (ca. 50 - 100 DM pro Jahr), evtl. Parasitenmittel (vom Tierarzt, das können auch leicht 100 - 200 werden).
Grundausstattung kann man kaum festlegen, weil es Geschmackssache ist, ob man einen Korb holt oder einfach eine DEcke etc.
Grade die Kosten sprechen auch gegen die Moderassen, denn viele von diesen Hunden verursachen Tierarztrechnungen, die einem die Tränen in die Augen treiben können. Auch der Kaufpreis ist übrigens z. T. sehr hoch. Und vor Billiganbietern kann man wirklich nur warnen.
Falls Ihr Euch tatsächlich einen großrassigen Welpen holt, lasst Ihn bitte möglichst mit 1 Jahr röntgen. HD ist leider auch bei Mischlingen inzwischen verbreitet der Hund kann je nach Schweregrad gut damit leben, aber man sollte es wissen um ihn nicht zu sehr bzw. falsch zu beanspruchen.
Viele Grüße
Wilma u. Arno (auch ein Tierheimhund)

Hallo Sylvia,

also wir haben uns bisher informiert durch Literatur, Gespräche mit Hundehaltern und einigen Homepages im Internet. Erfahrungen haben wir in nur aus zweiter Hand durch andere Hundebesitzer, zb. in der Familie und bei Freunden/Nachbarn.

Meinem Mann gefällt am Hovavart, das er ein guter Hütehund sein soll, also wachsam und hoffentlich kein Jagdtrieb. Auch muß ein Hund für ihn eine bestimmte Größe haben, sonst ist es für ihn kein „richtiger“ Hund. Und das diese Rasse nicht so bekannt und verbreitet ist, spricht ihn an.

Natürlich geht bei uns dreien auch viel über das Aussehen. Welcher Hund knuffig und lieb aussieht. Ein Welpe soll es sein, weil wir 4 Zwergkaninchen im Garten halten, daher können wir auch keinen Terrier nehmen. Laut allen bisherigen Informationen sprechen Kaninchen genau deren Jagdtrieb an.

Zeit rechne ich unter der Woche so ca. 1 - 1,5 Std`en pro Tag, am Wochenende auch mehr. Meine Begeisterung für Labradore und Berner Sennenhunde rührt u.a. natürlich auch aus dem Aussehen, aber auch von Hunden, die mir begegnet sind. Da ist der besagte Golden Retriever aus unserer Nachbarschaft, ein total lieber Hund!!! Und die Berichte meiner Kollegin über ihren Berni :smile:). Negative Erfahrung haben wir mit einem Cocker-Mix aus der Familie gemacht. Der war ziemlich neurotisch.

Ja, was soll der Hund bei uns. Also er soll natürlich auch ein Freund für unseren Sohn sein, Begleiter auf Spaziergängen und Gesellschaft für uns alle drei. Ein bischen auch Wachhund für unser Haus.
Grundsätzlich haben wir weder was gegen Tierheimhunde, noch gegen Mixe!!! Wir haben auch schon bei zwei Tierheimen in unserer Gegend nachgefragt, aber die haben zur Zeit keine Welpen. Allerdings können wir auch erst ab Anfang August einen Hund holen, weil wir dann Urlaub haben.

Ich denke, damit habe ich wohl so ziemlich deine Fragen beantworetet, oder ? :wink:

Freue mich auf deine Antwort,
gruß Kirsten

Danke schon mal für die Infos!!!
Hallo zusammen

danke für eure Antworten, werde sie im Familiekreis zur Diskussion stellen.

Gruß Kirsten u. Familie

Hallo Kirsten,

eine Frage, laufen die Kaninchen frei im Garten ? Dann könnte es schwierig werden.
Ich denke aber mal die haben einen festen Auslauf, der gegen Raubvögel u. ä. geschützt ist ? Dann kann ich nur sagen, es spricht nix gegen einen erwachsenen Hund.
Natürlich sollte es dann nicht grade ein Hund mit ausgeprägtem Jagdinstinkt sein. Aber immerhin sind zwei Eurer Wunschkandidaten Jagdhunde.
vorsicht wäre auch bei einem Welpen geboten in bezug auf Kaninchen, also nicht mehr Mühe bei einem erwachsenen Hund.
Ansonsten hättet Ihr ja auch noch die Möglichkeit Euch für einen Welpen im Tierheim auf die Warteliste setzen zu lassen. Einen Rassehund von einem wirklich guten Züchter würdet Ihr auch nicht von heute auf morgen kriegen.
Und nur so als Warnung, schließt nicht von einem oder auch mehreren Hunden einer Rasse auf alle Rassegenossen. Das kann böse enden bzw. mit einer großen Enttäuschung.
Grade in bezug auf Jagdtrieb wird leider viel rumgelogen z. B. beim Hovawart, bei dem auch etliche tiere sehr wohl jagen. Eigentlich steckt das in jedem Hund, wenn es entsprechend gefördert wird oder er nicht ausgelastet ist.
Und umgekehrt kann durchaus ein Jagdhund oder auch Terrier mit Kleintieren oder Katzen leben. Dazu gehört aber einiges an Hundeerfahrung, will Euch das also nicht raten.
Viele Grüße
Wilma

Und hier ist die Antwort
Hallo Kirsten,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort! Jetzt kann ich mir doch schon besser vorstellen, worauf es hinauslaufen soll. Und nun wie versprochen ein paar Tips aus meiner Erfahrung.

Zuerst einmal möchte ich Euch auf etwas hinweisen, was manchmal vergessen wird. Es ist natürlich gut, wenn man schon mal einen Hund der Rasse kennengelernt hat, auf die man es „abgesehen“ hat. Nur hat man leider trotzdem nie eine Garantie, daß der Hund, den man sich auf Grund dieser Erfahrungen kauft, dann wirklich so ist wie die „Vorbilder“ (Nachbarshund). Jeder Hund ist ein Individuum, das sich durchaus vom normalen Bild seiner Rasse unterscheiden kann. Ich arbeite freiwillig in einem Tierheim und habe dort zum Beispiel schon einen aggressiven Golden Retriever sowie mehrere höchst nervöse Labradore kennengelernt. Es stimmt natürlich, daß Golden Retriever üblicherweise „lieb“ und Labradore im Normalfall recht ausgeglichen sind, nur wie gesagt: man hat nie eine Garantie. Das ist einer der Gründe, weswegen ich den meisten Menschen eher dazu raten würde, sich erstmal nach einem erwachsenen Hund umzusehen (und ich würde das auch selbst so machen). Wenn Ihr einen erwachsenen Hund kennenlernt, könnt Ihr zumindest als Nicht-Hundekenner seinen Charakter viel besser einschätzen, als das bei einem Welpen der Fall ist. Einen Welpen zu sich nehmen heißt immer irgendwie „die Katze im Sack kaufen“. Natürlich ist es möglich, daß auch ein erwachsener Hund irgendwelche Überraschungen birgt, aber zumindest grundlegende Charakterzüge (d.h. ob der Hund eher aktiv oder ruhig ist, ob er zu Nervosität oder Ängstlichkeit neigt, ob er gern spielt oder eher nicht, ob er sich mit anderen Hunden verträgt) kann man einigermaßen einschätzen. Und: Ihr habt wirklich die Möglichkeit, verschiedene Hundecharaktere kennenzulernen und eine echte Wahl zu treffen. Bei Welpen wird oft eher danach ausgewählt, wer gerade am niedlichsten spielt oder einen hübschen Fleck auf der Nase hat… Ach so: die Kaninchen sind kein Grund, einen Welpen zu holen. Wenn Ihr Euch nicht gerade für einen Hund entscheidet, der für seine Jagdlust bekannt ist, dürfte es kaum Probleme geben. Natürlich müßt Ihr ihm zeigen, daß die Kaninchen nicht auf seinem Speiseplan stehen ;o) Aber das muß man vielleicht auch einem Welpen begreiflich machen, wenn er dann erwachsen wird.

Wenn Ihr Euch für eine der drei von Dir genannten Rassen entscheidet, solltet Ihr auf jeden Fall gutes Training einplanen. Diese Rassen wurden zur intensiven Arbeit mit dem Menschen gezüchtet und wollen gefordert werden (sowohl geistig als auch körperlich). Anderthalb Stunden Beschäftigung mit dem Hund pro Tag sind gut, besonders wenn Ihr auch mit dem Hund arbeitet (d.h. zum Beispiel „Sitz“ o.ä. üben, mit dem Golden Retriever oder Labrador auch Ballspielen [Apportieren]; bei Interesse könnt Ihr auch richtig Hundesport im Verein betreiben oder so). Das gilt auch für viele andere Rassen: ein unterforderter Hund langweilt sich, was u.U. zu Aggressivität oder anderen ungewollten Verhaltensweisen führen kann. Davon abgesehen macht es sehr viel Spaß, mit seinem Hund zu arbeiten, und das gemeinsame Leben wird für alle Beteiligten reicher und schöner. Und wer will schon einen ungehorsamen Hund?!

Was mir zu „Euren“ Hunderassen sonst noch so einfällt: Labradore sind normalerweise gut zu erziehen. Nicht umsonst werden viele Labradore als Blindenhunde ausgebildet. Bei ihnen muß man aber sehr aufs Gewicht aufpassen: der Labrador frißt sozusagen wie ein Scheunendrescher und sollte nie mehr als seine Ration Futter (sowie immer genügend Auslauf) bekommen. Labbis neigen sehr zum Dickwerden, was dann noch zusätzlich ungünstig ist, weil viele ältere Labradore Arthritis bekommen (die durch Übergewicht zusätzlich verstärkt wird). Auch Berner Sennenhunde neigen zu Übergewicht. Labradore und auch Golden Retriever sollten auf jeden Fall (wie ja auch andere schon angemerkt haben) ab und zu mal ins Wasser dürfen. Sie wurden gezüchtet, um bei der Jagd abgeschossene Wasservögel aus dem Wasser zu holen (apportieren), und es ist nicht gerade artgerecht, wenn man sie nie schwimmen oder herumplanschen läßt. Wer mal einen dieser Hunde im Wasser gesehen hat, versteht das. Hütehunde (Hovavart) jagen zwar nicht, aber sie hüten eben. Es kann also durchaus passieren, daß der Hovavart Eure Kaninchen durch den Garten treibt, weil er sie für eine Viehherde hält. Ich habe auch schon von Hütehunden gehört, die Kinder (oder Fahrräder oder Autos) „hüten“, sprich: sie nicht aus den Augen lassen und ihnen hinterherlaufen wollen. Deshalb auch hier nochmal: mit diesen Hunden muß man arbeiten, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen. Je ausgelasteter und je besser ausgebildet der Hund ist, desto weniger wahrscheinlich sind derartig fehlgeleitete Verhaltensweisen. Beim Golden Retriever, beim Berner Sennenhund und beim Hovavart muß regelmäßige Fellpflege (Bürsten) eingeplant werden (natürlich freut sich auch ein Labrador, wenn er eine Bürstenmassage bekommt). Was Gesundheitsprobleme angeht, so sind Labradore Kandidaten für Allergien, Augenprobleme und wie gesagt Arthritis sowie auch Hüftdysplasie; ansonsten sind sie recht robust. Auch Golden Retriever neigen zu Hüftdysplasie und Allergien, dazu kommen Epilepsie und Schilddrüsenprobleme. Natürlich muß das nicht der Fall sein, aber es sind eben gesundheitliche Probleme, die bei den genannten Rassen gehäuft auftreten. Bei Hovavarts kenne ich mich nicht so gut aus, da kannst Du Dich ja noch anderswo schlau machen. Berner Sennenhunde haben auch Probleme mit Hüftdysplasie und mit etwas, wofür ich den deutschen Namen nicht kenne (auf Englisch heißt das „bloat“): wenn sie zu schnell zu viel fressen, bekommen sie Darmverschlingung (?) und blähen sich auf wie ein Luftballon. Diese Erscheinung tritt vor allem bei sehr großen Hunden auf und führt normalerweise sehr schnell (innerhalb einer halben Stunde) zum Tod. Vorbeugend sollte man mehrere kleine Rationen täglich statt einer großen füttern und den Futternapf nicht auf den Boden, sondern etwas erhöht stellen, damit der Hund beim Fressen nicht so viel Luft in sich „hineinpumpt“.

Wenn’s nun nicht unbedingt einer der aufgezählten Hunde sein muß, seht Euch doch noch mal im Tierheim um. Mischlinge sind ja auch liebenswerte Tiere! Vielleicht seht Ihr ja einen Hund, der nicht annähernd rasserein ist und trotzdem Euer Herz gewinnt. Mischlinge stehen in dem Ruf, im allgemeinen gesünder zu sein als reinrassige Hunde, was vererbte Krankheiten angeht. Das gilt vor allem für Labbis und Golden Retriever, die ja als Modehunde nicht immer unter guten Bedingungen gezüchtet werden (wie auch andere hier schon gesagt haben), und dann leider oft unter Krankheiten leiden, die durch Inzucht oder einfach die Verwendung schlechter Elterntiere verstärkt hervortreten.

Was den „Wachhund“ angeht, so wäre es interessant zu wissen, was Ihr Euch davon erwartet. Meiner Erfahrung nach zeigt fast jeder Hund mehr oder weniger von sich aus an, wenn sich jemand dem Grundstück oder der Haustür nähert. Ob man dazu nun speziell einen „Wachhund“ braucht?

Mir fällt gerade noch ein, daß Ihr vielleicht auch mal über einen Boxer nachdenken könntet, falls Euch das Sabbern nicht stört. Boxer sind im allgemeinen recht liebe Hunde, die gern spielen und sehr an ihrer Familie hängen. Nur das Sabbern ist halt nicht jedermanns Sache.

Also, das wars erstmal, vielleicht denkt Ihr ja doch noch mal über einen erwachsenen Hund nach. Wenn Ihr Euch sowieso noch bis Ende August Zeit lassen wollt, kann es ja eigentlich auch nicht schaden, wenn Ihr Euch mal ein bißchen umseht. Und zum Schluß noch was aus meiner Erfahrung mit Tierheimhunden: meiner Meinung nach kann jeder im Tierheim „seinen“ (d.h. den passenden) Hund finden, die Suche dauert manchmal ein bißchen, aber man weiß dann auch, was man mit nach Hause nimmt. Und: laßt Euch Zeit, dann werdet Ihr schon den richtigen Hund finden.

Ich würde mich freuen, wenn Du Dich noch mal meldest. Bin ja schließlich neugierig ;o)

Viele Grüße
Sylvia

Hallo Sylvia,

auch dir Dank für die ausführliche Antwort. Wir werden sie in unsere Überlegungen mit einfließen lassen. Und ja, ich werde dir gerne berichten, was daraus geworden ist. Natürlich auch, um dann aus deiner Erfahrung weiter abschöpfen zu können :smile:)).

Folgendes wollte ich noch beantworten.

Was den „Wachhund“ angeht, so wäre es interessant zu wissen,
was Ihr Euch davon erwartet. Meiner Erfahrung nach zeigt fast
jeder Hund mehr oder weniger von sich aus an, wenn sich jemand
dem Grundstück oder der Haustür nähert. Ob man dazu nun
speziell einen „Wachhund“ braucht?

Einen richtigen Wachhund wohl nicht, ehr eine Art lebender Alarmanlage und das ist eigentlich jeder Hund, wie du schon angemerkt hast.

Mir fällt gerade noch ein, daß Ihr vielleicht auch mal über
einen Boxer nachdenken könntet, falls Euch das Sabbern nicht
stört. Boxer sind im allgemeinen recht liebe Hunde, die gern
spielen und sehr an ihrer Familie hängen. Nur das Sabbern ist
halt nicht jedermanns Sache.

Stimmt, das Sabbern beim Boxer mißfällt mir extrem und daher kommt er für mich perönlich nicht in Frage.

Also, das wars erstmal, vielleicht denkt Ihr ja doch noch mal
über einen erwachsenen Hund nach.

Das machen wir bereits. Besonders, da 4 Wochen Urlaub was knapp sind, um einen Welpen auf 4 Std Alleinsein zu trimmen.

Und zum Schluß noch was aus meiner Erfahrung mit Tierheimhunden
meiner Meinung nach kann jeder im Tierheim „seinen“ (d.h. den
passenden) Hund finden, die Suche dauert manchmal ein bißchen,
aber man weiß dann auch, was man mit nach Hause nimmt.

Manche Tierheime machen es einem leider sehr schwer, aber es gibt gottseidank auch sehr nette und kompetente Tierheimmitarbeiter. Daher werden wir auch dort weiter unser Glück versuchen, doch jetzt wohl etwas intensiver als vorher.

Ich würde mich freuen, wenn Du Dich noch mal meldest. Bin ja
schließlich neugierig ;o)

Das mache ich, siehe oben!!!

Eine Frage habe ich noch, mir hat hier im Forum jemand einen Link über ELO`s, eine neue nicht anerkannte Hunderasse, eingestellt. Die Beschreibung über die Hunde hört sich ganz gut an. Hast du von diesen Hunden schon mal was gehört?

Nochmal vielen Dank, das du dir soviel Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten.

viele Grüße

Kirsten

ELO’s
Hallo Kirsten,

von ELO’s in Verbindung mit Hunden hab ich noch nichts gehört, ich kenn nur das Electric Lights Orchestra…

Na dann, ich freu mich schon auf Euren Familienzuwachs, und wenn Du Fragen hast: Du weißt ja, wo Du Hilfe findest ;o)

Sylvia