Landschildkröten

Hallo alle zusammen,

eine Bekannte hat zwei Landschildkröten, die im Sommer tagsüber im Garten sind. Damit die beiden nicht abhauen bzw. sich einbuddeln, haben sie ein kleines Loch hinten im Panzer, also da, wo der Panzer übersteht. Wenn es morgens in den Garten geht werden die Schildkröten angeleint und können sich so frei bewegen, ohne wegzulaufen (Straße etc.).
Ist es schmerzlos für die Schildkröte, wenn das Löchlein gebohrt wird? Die Idee an sich finde ich eigentlich recht gut.

Viele Grüße
Sarah

das gibts doch nicht!
Hallo Sarah,

also ehrlich gesagt war ich etwas geschockt als ich Deinen Beitrag gelesen habe. Da gibt es tatsächlich noch Leute, die diese besch***erte Idee in die Tat umsetzen, und die Schildkröten bequem wie einen Hund anleinen. Das ist Quälerei! Egal, ob da gebohrt wurde, wo der Panzer übersteht; ein Loch gehört nicht nicht in den Panzer. Landschildkröten wollen nun mal viel laufen, das liegt in Ihrer Natur, und wer nicht konsequent auf seine im Garten laufenden Schildkröten aufpassen kann, der soll sich keine anschaffen. Damit muss man sich vor der Anschaffung eines solchen Tieres vertraut machen. Von wegen Schildkröten= lahm,langweilig,anspruchslose Haltung…
Wenn die Schildkröten ohne Beaufsichtung herumlaufen soll, dann am besten ein grosse Gehege bauen. Eine einfache Holzumrandung reicht, darauf sollte unbedingt ein Maschdraht, oder ähnliches. Katzen, Hunde, Elstern, all das sind Feinde, wogegen die Schildkröten mit blossem Kopf einziehen nicht ankommt(Umwerfen,Anpicken,vom Hund verscharrt werden etc). Der Kasten sollte idealerweise einige Zentimeter in die Erde eingelassen werden, sonst kann es passieren, dass die Schildkröte sich vergräbt, und man alles abbauen muss, um Sie wieder frei zu schaufeln. Sind die Tiere länger ohne Beaufsichtigung, eine flache Schaule Wasser mit reinstellen, und einen Sonnenschutz, also einen Ort zum Zurückziehen. (Steinhäuschen)
Aber von der Anlein-Idee halte ich persönlich ganz und gar nichts! Vielleicht versuchst Du es Deiner Bekannten klar zu machen.

Einen Gruss,
Nicole

Hi Sarah!

Ich kann mich Nicole nur anschließen und bin ebenfalls schockiert über diese Idee.

Die Erfahrung einer Bekannten zeigt übrigens, dass Schildkröten nicht weglaufen, solange sie ihr eigenes Domizil haben.

Die Schildkröte meiner Bekannten hat einen kleinen Teich und da hält sie sich das ganze Jahr (!!) über auf.
Weiterhin ist das Grundstück so abgezäunt, dass sie gar nicht weglaufen könnte.
Katzen verlieren das Interesse schnell an einer Schildkröte, da diese ja Schutz in ihrem Panzer hat.

Ich kann’s einfach nicht glauben, wie man auf die Idee kommt, einer Schildkröte ein Loch in den Panzer zu bohren, um sie anzuleinen.
Wäre Deine Bekannte ein wirklicher Tierfreund, wäre sie gleich auf die Idee eines Zauns o. ä. gekommen.

Grübelnde Grüsse von Melanie.

eine Bekannte hat zwei Landschildkröten, die im Sommer
tagsüber im Garten sind. Damit die beiden nicht abhauen bzw.
sich einbuddeln, haben sie ein kleines Loch hinten im Panzer,
also da, wo der Panzer übersteht. Wenn es morgens in den
Garten geht werden die Schildkröten angeleint und können sich
so frei bewegen, ohne wegzulaufen (Straße etc.).
Ist es schmerzlos für die Schildkröte, wenn das Löchlein
gebohrt wird? Die Idee an sich finde ich eigentlich recht gut.

Viele Grüße
Sarah

Klasse Idee!
Tach Sarah-Mae

Vielleicht sollte Deine Bekannte die Tiere in einem Edelstahtopf mit siedendem Wasser unterbringen. Gibt eine wunderbare Lady Curzon.

Tschö ErBi, der wiedermal sieht, was wahre Tierfreunde sind.

Hi Sarah
Meine Vorredner/Schreiber würden wahrscheinlich auch kein Pferd beschlagen lassen und finden vielleicht Haare schneiden irgendwie brutal. Im Ernst: Schildkrötenpanzer ist Horn ohne Nervengewebe und Durchblutung. Du kannst im Überhang ein Loch bohren.
Gruß

eine Bekannte hat zwei Landschildkröten, die im Sommer
tagsüber im Garten sind. Damit die beiden nicht abhauen bzw.
sich einbuddeln, haben sie ein kleines Loch hinten im Panzer,
also da, wo der Panzer übersteht. Wenn es morgens in den
Garten geht werden die Schildkröten angeleint und können sich
so frei bewegen, ohne wegzulaufen (Straße etc.).

Also der Artikel hat wohl ne Menge Aufruhr erzeugt…

Meine Schildkreote Felix lebt jetzt seit 24(!) Jahren bei uns und ihr geht es prima:

  • im Garten hat sie nen Laufstall (Bretterkasten 2x1,5m mit)
  • der Boden(!) besteht aus Maschendraht wegen dem Eingraben!
    (=wie Meerschweinchenkasten verkehrtrum)
  • als Sonnenschutz liegt auf einer Seite ein Brett auf dem Kasten
  • Wasser hat sie keines - wird aber öfter gebadet
  • im Sommer ist sie auch nachts draussen -> morgens hats Tau
  • Hunde und Katzen: kein Problem!
  • Sonnenbrettchen hat se auch keines mehr (hat es zur Flucht verwendet) -> jetzt sonnt sich Felix morgens schräggestellt
  • wenn abgefressen/plattgelaufen wird der Kasten einfach ein paar Meter weitergestellt
  • genauso wenn man Rasenmaehen will oder sonstwas…
    (dann bekommt Felix Löwenzahn oder Salat)

Anleinen koennte(!) man vllt schmerzfrei machen, aber Felix ist ein derartiger Dickkopf, der wuerde sich irgendwie losmachen…

Beim Auslauf ist er mal ausgebüxt und 10 km (!!) und 2 Wochen weiter gefunden wurden - ist aber definitiv meine Schildkroete gewesen. Deshalb ist der Draht wichtig!

Vllt. hilft das

cu
kai

Aber Andrea!
Tach Andrea

Betreffend des Hornpanzers hast Du recht, aber das hälst Du dann nicht für artgerechte Haltung, oder?

Tschö Erbi

Hallo Melanie!

Die Erfahrung einer Bekannten zeigt übrigens, dass
Schildkröten nicht weglaufen, solange sie ihr eigenes Domizil
haben.

Das kommt scheinbar auf die Art an: meine Schildkroete ist mal 10 kam gelaufen(!) und wurde 2 Wochen spaeter wieder gefunden!

Und ein Teich als Domizil gilt sicher eher fuer WASSER/Sumpfschildkroeten, oder?

cu
kai

Hallo Nicole!

…am besten ein grosse Gehege bauen. Eine einfache
Holzumrandung reicht, darauf sollte unbedingt ein Maschdraht,
oder ähnliches. Katzen, Hunde, Elstern, all das sind Feinde,
wogegen die Schildkröten mit blossem Kopf einziehen nicht
ankommt(Umwerfen,Anpicken,vom Hund verscharrt werden etc). Der
Kasten sollte idealerweise einige Zentimeter in die Erde
eingelassen werden, sonst kann es passieren, dass die
Schildkröte sich vergräbt, und man alles abbauen muss, um Sie
wieder frei zu schaufeln

Meine Erfahrungen sind da etwas anders!!
-> bei Interesse siehe den Artikel „Landschildkröten -> Felix“

cu
kai

Hi Kai!

Also der Artikel hat wohl ne Menge Aufruhr erzeugt…

Meine Schildkreote Felix lebt jetzt seit 24(!) Jahren bei uns
und ihr geht es prima:

  • im Garten hat sie nen Laufstall (Bretterkasten 2x1,5m mit)
  • der Boden(!) besteht aus Maschendraht wegen dem Eingraben!
    (=wie Meerschweinchenkasten verkehrtrum)

Und da verheddert Sie sich nicht mit den Füssen?

  • als Sonnenschutz liegt auf einer Seite ein Brett auf dem
    Kasten
  • Wasser hat sie keines - wird aber öfter gebadet
  • im Sommer ist sie auch nachts draussen -> morgens hats
    Tau

Ist das nicht zu kalt? Unsere hat im Terrarium eine Heizwendel unter den Sand, da liegt Sie liebend gern drauf. Wenn es Ihr genug ist, Sie raus will, scharrt Sie an der Scheibe.

  • Hunde und Katzen: kein Problem!

Unser Dackel rennt immer wie blöd um die Schildkröte herum, er freut sich, hüpft aber auf Sie drauf(das führt dann zu Kursveränderungen), will in den Panzer reinschlecken, wenn Sie den Kopf reingezogen hat. Aber er beschützt Sie auch, wenn z.B. fremde Katzen sich nähern.
Wegen Katzen, unser Kater (Felix*g*) hat liebend gern Attacke auf den Kaltblüter gemacht, und wollte geschickt in die Panzeröffnung für den Kopf reinhäkeln.Er wartete sogar bis die Schildkröte den Kopf wieder ausfuhr. Deshalb das Gitter auf den Outdoor-Käfig oben drauf. Kaum hat er die Schildkröte gesehen, bekam er schwarze Augen, und die Jagdlust setzte ein. Unsere andere Hauskatze lässt Sie zwar zu frieden, aber nur zeitweise, wenn die Vögel halt nicht mehr interessant sind.

Anleinen koennte(!) man vllt schmerzfrei machen, aber Felix
ist ein derartiger Dickkopf, der wuerde sich irgendwie
losmachen…

Ist aber nicht grad artgerecht, einen Hund stellt man ja auch nicht in eine Box, und wirft Ihm ab und zu Fressen rein…
Ne, dass will mir nicht in den Kopf!

wäre ich Schildkröte, wäre ich lieber an einer langen Leine statt in einer Krabbelkiste. Und ob man beim weiter laufen an eingegrabenem Maschendraht scheitert oder es einfach irgendwann nicht mehr weitergeht, weil die Leine zu Ende ist macht nicht so den Unterschied.

nochmal ich
Hallo nochmal,

so konträre Antworten hätte ich eigentlich gar nicht erwartet :smile:.

Jedenfalls bin ich doch auch ein bißchen überrascht, da meine Bekannte von einigen ja halbwegs als Tierquälerin dargestellt wird. Das ist sie sicher nicht! So geht sie z. B. immer zu einem ganz bestimmten türkischen Gemüsehändler, weil nur der einen ganz besonderen Salat führt, den die Schildkröten lieben. Ehrlich gestanden bestand meine Sorge vorwiegend in dem „Bohrloch“, aber das scheint ja völlig schmerzfrei zu sein. Und was die artgerechte Haltung angeht - sein wir doch mal ehrlich: welches Haustier wird schon artgerecht gehalten??? Ich kenne keines! Wir haben zwei Hunde und 8 Wellensittiche und ich kümmere mich sehr um meine Tiere. Und zwar nicht nur um das leibliche Wohl. Für unsere Sittiche habe ich z.B. eine große Zimmervoliere selber gebaut. Das war im Endeffekt nicht billiger als eine gekaufte, aber das Ergebnis ist für die Vögel sicher besser. Sie fühlen sich so wohl, dass aus ursprünglich 4 Vögeln 8 geworden sind :smile:. Sie bekommen Keimfutter, Sprießkornhafer, frisches Obst etc. etc. Aber trotz allem sind sie im Käfig und nicht in Australien in Freiheit. Und daran ändert auch täglicher Freiflug nichts.
Ich finde die Idee mit der Schnur gar nicht so schlecht. Lieber ein Bewegungsradius von 5 Metern, wo die Tiere frei umherkrabbeln können, als in einer Kiste, die diesen Platz niemals bieten kann.
Außerdem können sie sich an der Schnur auch einbuddeln wo sie wollen. In einer Kiste mit Maschendraht unten wird ihnen ja quasi ein natürliches Verhalten vorenthalten. Ob das wirklich so viel tierfreundlicher ist?

Ich danke Euch allen für Eure Meinung und werde das Gespräch mit meiner Bekannten suchen. Nicht um ihr Vorhaltungen zu machen, aber um sie nach ihren Gedanken dazu zu befragen.

Viele Grüße
Sarah

Hallo Nicole!
(bist ja auch ueberall dabei :wink:)

Meine Schildkreote Felix lebt jetzt seit 24(!) Jahren bei uns

  • im Garten hat sie nen Laufstall (Bretterkasten 2x1,5m mit)

Und da verheddert Sie sich nicht mit den Füssen?

Nö, kein Thema!
(vllt. gibts doch Art- oder v.a. Altersunterschiede?)
-> Felix ist ne 4-Zehenschildkroete und der Panzer so ca. 15 cm lang, er ist insgesamt recht „stabil“ gebaut, beim Auslauf krabbelt der ueber ganz andere Sachen hinweg!!!

  • im Sommer ist sie auch nachts

Ist das nicht zu kalt?

Nochmal Nö!
Felix mags es gar nicht so warm, bei 30 Grad verkriecht er sich.
Irgendwo las ich mal was von 13 Grad als Mindesttemperatur, es ist lustig, genau dann wird er aktiv, sonnt sich, frisst usw…

Normalweise hats ja aber was weiss ich 18-20 Grad auch in der Nacht, tags mehr im Sommer und andere wechselwarme Tiere sind ja auch draussen (Insekten, Eidechsen etc…).

Wir hatten mal ne andere (griech.) Schildkroete die wurde erst mit 30 Grad so richtig munter, mag an der Art liegen…

Unsere hat im Terrarium eine Heizwendel…

was ist das fuer ne Art? Felix koennste scheichen mit sowas…

  • Hunde und Katzen: kein Problem!

unser Hund war vllt. harmlos, und ein anderer hat mal unsere andere (s.o.) rumgetragen, war aber harmlos…
-> das ist es schon gefaehrlicher, wenn Kinder im Spiel drauftreten oder so (ist bei uns mal passiert wegen den Pappnasen von Nachbarskindern…)

Wegen Katzen, unser Kater (Felix*g*) hat liebend gern Attacke

Unsere Katzen haben immer nur (gern und oft!) auf dem Kaefig gesessen und haben offensichtlich nicht verstehen koennen, dass man allen Ernstes und scheinbar mit Wonne Loewenzahn fressen kann, zum Schiessen…

Anleinen koennte…

damit kein Mistverstaendnis aufkommt: ich bin GEGEN das Anleinen, hielte das ganze bei unserem „Panzer“ aber eben auch gar nicht fuer praktikabel, hab deshalb gar nicht naeher nachgedacht…

Ich finde so nen Kasten auch viel einfacher zu „handlen“, als das ganz Leine an/ab, durchgefault/gebissen/abgerissen was weiss ich…

-> So bekommt Felix ab und zu Freilauf, er kommt auf mich zu und krabbelt von selbst (!) auf die flache Hand wenn ich sie in den Kaefig lege und wartet (!) bis man ihn raussetzt…

und dann marschiert er in Hoechsttempo durch den Garten, dass man schon dauernd aufpassen muss - 5 min nicht hingeguckt und er ist in der Hecke verschwunden oder sonstwo in der Botanik - ER hat damit gar kein Problem…

cu
kai

Huhu Sarah-Mae!

Nun muss ich aber doch noch was dazu sagen.
Zitat aus einem Schildkrötenbuch:
„Er besteht grösstenteils aus lebendem, verletzlichem Material.[…] Dieses Knochengewölbe ist von einer empfindlichen Knochenhaut überzogen. Jeder, der schon einmal einen Tritt gegen das Schienbein bekommen hat, weiss, wie empfindlich diese Knochenhaut ist. […]“

Desweiteren habe ich irgendwo gelesen, dass der Panzer auf keinen Fall durchbohrt werden darf, eben weil es lebendes Gewebe ist.

Ich kann es also keinem empfehlen, wenn man nicht den Platz hat, die Schildkröte richtig zu halten, sollte man sich keine zulegen.
Zum Schutz vor weglaufen kann man auch einfach ein Gitter im Boden versenken, und zwar so, dass es etwa einen Meter tief ist und nicht nur zu den Seiten, sondern auch nach unten ausbruchssicher ist.

Liebe Grüsse
Bine

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