Erziehung eines ausgewachsenen Hundes

Hallo!

Meine Bekannte hat einen großen Hund (die Rasse weiß ich nicht genau, es ist ein Mischling). Leider hört der Hund überhaupt nicht! Gerade gestern ist er mal wieder weggelaufen, wir haben zu dritt 45 min gesucht, aber nicht gefunden. Irgendwann kam er dann ganz langsam angetrottet, aber er wurde nicht gerügt. Die Besitzerin sagte nur: „Ach, hast Du einen Spaziergang gemacht? Komm, wir gehen heim!“ Er ist sehr verwöhnt und wurde noch nie bestraft. Kann man ihn noch erziehen? Er ist schon 3! Eine Hundeschule kommt nicht in Frage, da die Besitzerin ihn über alles liebt und sie (wie sie selbst sagt) es nie verkraften würde, den Hund alleine zu lassen!

Hat jemand eine Idee? Ich wäre sehr dankbar, da die „Verzogenheit“ dieses Hundes für viele eine große Belastung ist!

Danke im Voraus!

Hallo ihr beiden,

Ihr sagt, die Verzogenheit des Hundes wäre eine Belastung.
Für euch, weil ihr ihn mit suchen müsst?

Ich weiss nicht, hat eure Bekannte den Hund seit er ein Welpe war, oder ihn erst später bekommen?
Worauf ich hinauswill, scheinbar will eure Bekannte den Hund doch gar nicht erziehen, sonst hätte sie ihm seinen „Spaziergang“ nicht so einfach durchgehen lassen.
Sprecht doch erstmal mit ihr, bevor ihr euch ungefragt „einmischen“ würdet.
Wobei ich zugeben muss, Hunde gehören erzogen.
Viel Glück
Und lehnt doch demnächst einfach mal ab, wenn ihr wieder mit „Suchdienst“ leisten sollt. Vielleicht geht eurer Bekannten dann auch ein Licht auf, dass es nicht nur sie angeht.

`s Teufli

Hallo Julia und Timo,

Meine Bekannte hat einen großen Hund (die Rasse weiß ich nicht
genau, es ist ein Mischling). Leider hört der Hund überhaupt
nicht! Gerade gestern ist er mal wieder weggelaufen, wir haben
zu dritt 45 min gesucht, aber nicht gefunden. Irgendwann kam
er dann ganz langsam angetrottet, aber er wurde nicht gerügt.

Das Rügen wäre auch kontraproduktiv in diesem Fall. Was versteht ein Hund denn, wenn er gerügt wird, wenn er zurück kommt?
Er versteht, dass er für das Zurückkommen bestraft wird und nicht fürs Weglaufen.
Meine kleine Hündin ist auch öfter mal ausgebüxt und teilweise erst nach 3 Stunden wieder gekommen. Sollte ich sie fürs Wiederkommen bestrafen? Stattdessen haben wir nun dafür gesorgt, dass sie nicht mehr so einfach weglaufen kann (den Zaun an den kritischen Stellen im Garten etwas höher gezogen).

Die Besitzerin sagte nur: „Ach, hast Du einen Spaziergang
gemacht? Komm, wir gehen heim!“ Er ist sehr verwöhnt und wurde
noch nie bestraft. Kann man ihn noch erziehen? Er ist schon 3!

Was stellt er denn so alles an, wofür er deiner Meinung bestraft gehört? Hat die Besitzerin ein Problem damit? Ist er eine Gefahr für andere Menschen? Und: was heißt für dich „verwöhnt“?

Eine Hundeschule kommt nicht in Frage, da die Besitzerin ihn
über alles liebt und sie (wie sie selbst sagt) es nie
verkraften würde, den Hund alleine zu lassen!

Wieso sollte sie denn ihren Hund alleine lassen? Hundeschulen arbeiten mit Hund und dem dazugehörigen Menschen. Das Frauchen müsste da schon mit hingehen!

Hat jemand eine Idee? Ich wäre sehr dankbar, da die
„Verzogenheit“ dieses Hundes für viele eine große Belastung
ist!

Nochmal: was genau empfindet ihr und andere denn da als Belastung? Welche Unarten hat der Hund denn noch?

Gruß
Uschi
http://www.webwelten.de/Jessy.htm

Hallo nochmal!

Der Hund läuft sofort raus, sobald irgendeine Tür (zum Garten, Haustür) offen ist. Das offen lassen der Tür lässt sich in manchen Situationen nunmal nicht vermeiden (zB beim ausräumen des PKW nach dem Großeinkauf).

Was er anstellt? Er läuft zB ganz langsam auf jemanden zu und zwickt ihm (völlig ohne Grund) in die Hand (nicht sehr fest, aber es blutet schon), dann dreht er sich um und läuft ganz langsam wieder weg, als sei nichts gewesen.

Eine Gefahr für andere Menschen ist er nicht. Es ist nur lästig, dass er fast jeden, den er sieht, anspringt (legt die Pfoten auf dessen Schultern) und anfängt zu „rammeln“. Ausserdem unangenehm ist das natürlich auch Kindern gegenüber, da sie meistens Angst haben, wenn ihnen so ein großer Hund entgegenkommt!

Verwöhnt nenne ich es, wenn der Hund anfängt zu bellen, wenn er nicht den letzten Biss vom Essen kriegt. Ausserdem schläft der Hund (ca 1,2 m hoch mit langen, hellen Haaren) ausschließlich im Bett ein, und zwar nicht am Fussende. Er neigt dazu, alles kaputtzumachen, was er sieht (alle Schuhe, Tischtecken und Kleider im Schlafzimmer müssen weggeräumt sein), räumt öfter Mülleimer und Wäschekörbe aus. Ausserdem kann er nur schlafen, wenn die Zimmertür offen steht. Beim Abendessen legt er den Kopf auf den Tisch und sabbert (gegen sabbern kann er nichts tun, aber Kopf auf den Essenstisch???).Diese Liste könnte ich beliebig lange fortsetzen!

Verstehst Du jetzt, was ich meine? Ich bin nicht gegen Hunde, wir haben auch einen. Aber was zu viel ist, ist zuviel!

Gruß

Hi,

ich denke es geht ja auch nicht darum den Hund strafen zu wollen. Im eigenen Interesse sollte die Tante aber dafür sorgen, dass der Hund nicht ohne Begleitung herumstromert.

Man weiss nie ob der Hund wirklich in allen Situationen ruhig bleibt. Was ist wenn er spielenden Kindern begegnet und es einmal nicht gut geht? Man kann NIE 100% sicher sein, dass nichts passiert.

Ausserdem besteht die Möglichkeit dass der Hund von einem Jäger/Förster geschossen wird. Selbst wenn er nicht direkt beim Wildern ertappt wird… das will doch sicher auch keiner.

Ein Hund, und erst recht ein größerer, sollte ein Minimum an Gehorsam mitbringen und nicht einfach „Urlaub“ machen wie es ihm passt. Also, den Garten Hundesicher machen und beim Gassi gehen aufpassen, ggf. eben nur mit Leine.

Tschö
JD

Oha - das ist natürlich was anderes…

Hallo nochmal!

Der Hund läuft sofort raus, sobald irgendeine Tür (zum Garten,
Haustür) offen ist. Das offen lassen der Tür lässt sich in
manchen Situationen nunmal nicht vermeiden (zB beim ausräumen
des PKW nach dem Großeinkauf).

Was er anstellt? Er läuft zB ganz langsam auf jemanden zu und
zwickt ihm (völlig ohne Grund) in die Hand (nicht sehr fest,
aber es blutet schon), dann dreht er sich um und läuft ganz
langsam wieder weg, als sei nichts gewesen.

Wie bitte? Und das lässt deine Freundin durchgehen? Und was sagen die Leute, mit dener er so etwas macht? Das lässt sich doch niemand so einfach gefallen.

Eine Gefahr für andere Menschen ist er nicht. Es ist nur
lästig, dass er fast jeden, den er sieht, anspringt (legt die
Pfoten auf dessen Schultern) und anfängt zu „rammeln“.
Ausserdem unangenehm ist das natürlich auch Kindern gegenüber,
da sie meistens Angst haben, wenn ihnen so ein großer Hund
entgegenkommt!

Nach dem, was du weiter oben geschrieben hast, ist dieser Hund mit diesem Verhalten durchaus eine Gefahr für andere Menschen, vor allem für Kinder. Hier muss eure Freundin etwas dagegen unternehmen!

Verwöhnt nenne ich es, wenn der Hund anfängt zu bellen, wenn
er nicht den letzten Biss vom Essen kriegt. Ausserdem schläft
der Hund (ca 1,2 m hoch mit langen, hellen Haaren)
ausschließlich im Bett ein, und zwar nicht am Fussende. Er
neigt dazu, alles kaputtzumachen, was er sieht (alle Schuhe,
Tischtecken und Kleider im Schlafzimmer müssen weggeräumt
sein), räumt öfter Mülleimer und Wäschekörbe aus. Ausserdem
kann er nur schlafen, wenn die Zimmertür offen steht. Beim
Abendessen legt er den Kopf auf den Tisch und sabbert (gegen
sabbern kann er nichts tun, aber Kopf auf den
Essenstisch???).Diese Liste könnte ich beliebig lange
fortsetzen!

Danke, danke…bin restlos überzeugt. Was ich in diesem Fall machen würde: der Freundin ganz klipp und klar machen, dass, so lange sich ihr Hund so verhält, ich keinen Schritt mehr in ihr Haus machen würde. Dieser Hund ist tatsächlich schlecht erzogen.

Verstehst Du jetzt, was ich meine? Ich bin nicht gegen Hunde,
wir haben auch einen. Aber was zu viel ist, ist zuviel!

Zustimmung. Ich sehe aber das Problem eher darin, deiner Freundin klar zu machen, dass so ein Hundeverhalten unerwünscht und unangemessen ist. Sicher könnte auch ein 3jähriger Hund in der Hundeschule noch „umerzogen“ werden, aber die Freundin müsst ihr dann gleich miterziehen.

Gruß
Uschi

Wenden an Tierheim und/oder Tierschutzverein, die meisten kennen Adressen GUTER Tiertrainer.

Halte Dich von Tiertrainern fern, die teletakt (Schockhalsbänder) benutzen, 99% der Hunde begreifen es auch so. Empfehlenswert ist Disktraining oder Clickertraining.

Gruss
Roger

Hallo,

einen 3jährigen Hund kann man ganz hervorragend erziehen. Die Lektüre eines einschlägigen Buches, z. B. „Erziehungsprogramm für Hunde“ ISBN 3-440-07775-6 Buch anschauen ist als Einstieg nützlich. Die richtige Hundeschule kann Wunder wirken, nur Hexerei, also Soforterfolge, darf niemand erwarten. Frauchen sitzt aber einem Irrtum auf, wenn sie glaubt, dafür ihren Liebling zeitweise weggeben zu müssen. Weit gefehlt: Der Besuch der Dosenöffnerin in der Hundeschule ist eigentlich das Wichtigste!
Entscheidend ist, daß sie lernt, wie sie mit ihrem Hund umzugehen hat. Dann kapiert’s auch der Vierbeiner.

Das größte Problem ist, die richtige Hundeschule zu finden. Hundevereine, wo man schon beim Betreten der Anlage in Käfigen gehaltene Tiere sieht, sind die falsche Adresse. Ungeeignet ist auch alles, was auf Sport und das Verteilen von Vereinsnadeln hinaus läuft. Es gibt überall Stellen für den Familienhund, der die elementaren Dinge sicher befolgen soll. Dabei lernt Fiffi zuerst das Sozialverhalten unter Seinesgleichen und Frauchen lernt etwas über ihre Rolle als Rudelführerin (Leitkuh? (*g*)).

Gruß
Wolfgang

… Ausserdem schläft der Hund (ca 1,2 m hoch mit langen, :hellen Haaren)ausschließlich im Bett ein, und zwar nicht am :Fussende.

Hallo Julia,

diesen Satz finde ich sehr aufschlußreich. Aus dem ersten Teil geht hervor, daß Deine Bekannte eine sparsame Frau ist. Ein so großer Hund im Bett spart im Winter viel Heizung.
Aus dem letzten Teil Deines Satzes ist zu entnehmen, daß auch Du einen Hund hast und dieser zumindest gelegentlich in Deinem Bett am Fußende schläft.

Amüsierte Grüße
Wolfgang

Ich meinte natürlich Bekannte, nicht Tante.
Sollte keine Beleidigung oder so sein. Verschrieben :smile:)

Solange die Besitzerin uneinsichtig ist und dem Hund die Alpha-Rolle zubilligt, vergiß es.
Hundeschule und Abwechslung(Agility o.Ä.) wären angebracht. Rein theoretisch ist es möglich, auch einem dreijährigen Hund noch was beizubringen, aber das kommt stark auf den Dackel an:smile:.

Viel Spaß damit,

Marcus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Julia,

was Du da beschreibst, ist eindeutig Dominanzverhalten: der Hund fordert Essen, er schlaeft nur im Bett, er „bespringt“ alles und jeden (hoffentlich ist er wenigstens kastriert?). Das weist darauf hin, dass seine Besitzer entweder nichts dabei finden, von ihrem Hund „regiert“ zu werden, oder dass sie sich damit nicht zu helfen wissen.

Wenn es die Leute nicht stoert, dass der Hund so eine Plage ist, werdet Ihr wohl nicht viel ausrichten koennen - ich habe selbst eine Hundebesitzerin erlebt, die die Tyrannei ueber sich ergehen liess, weil sie zu bequem war, das Zepter selbst in die Hand zu nehmen. (Der Hund war sehr intelligent und lernbegierig, aber er brauchte eine straffe Hand.) Wenn die Hundebesitzer einfach nur ratlos bzw. hilflos sind (und es vielleicht nicht zugeben wollen), dann habt Ihr eine Chance.

Aus meiner Erfahrung kann ich Euch garantieren, dass Hunde in jedem Alter erziehbar sind. Es gibt Hunde, denen schwer beizukommen ist, aber das liegt nicht am Alter. Und, wie vor mir schon mehrmals erwaehnt wurde: die Besitzerin sollte auf jeden Fall mit zur Hundeschule gehen, denn das Hauptproblem ist nicht der Hund, sondern der Halter. Aber das muesst Ihr der Frau ja nicht sagen ;o)

Viel Glueck
Sylvia (die gerade einen langen Tag mit vielen Hunden hinter sich gebracht hat)