Sauberer und günstiger Strom ?!

Hallo,

ich möchte meinem teuren Stromanbieter den Rücken kehren und bin auf der Suche nach einer günstigen und möglichst ökologisch unbedenklicheren Alternative.
Dabei bin ich auf die TWF gestoßen ( http://www.twf-fn.de/ ). Wer hat schon Erfahrungen mit dieser Gesellschaft ? Welche empfehlenswerten Alternativen gibt es (wohne in Frankfurt/Main) ? Wenn man den Werbungen glauben kann, ist der Wechsel des Stromanbieters ein Kinderspiel… was sollte ich dabei trotzdem beachten ?

Vielen Dank für Eure Hilfe !

Gruß
Wolfgang

Hallo !

Du wirst niemals „sauberen“ Strom für Dein Geld bekommen!

Sollte der Strom, den man Dir „anbietet“, Wasserkraftstrom aus Norwegen oder Österreich sein, bringt man ihn Dir nicht eimerweise ins Haus. Du bekommst weiterhin Strom aus Kohlekraft- oder Atomkraftwerken ins Haus geliefert.
Alles andere ist Augenwischerei und der Zwischenhändler, also Dein neuer „Lieferant“, bekommt für Null Service auch noch Geld.

Grüße Max.

Hallo,

in Europa gibt es zur Versorgung von Gewerbe und Haushalten nur ein einziges Verbundnetz, in das alle Kraftwerke einspeisen, unabhängig davon, ob es sich um Kernkraftwerke, Kohlekraftwerke, Öl- oder Gaskraftwerke, Wasser- oder Windkraftwerke handelt. Wenn jemand behauptet, er würde Dir auf besonders umweltfreundliche Art erzeugten Strom liefern, verstromt er nicht etwa Kohle, sondern verkohlt den Verbraucher. Tatsächlich bestehen diese „Anbieter“ nur aus ein paar angemieteten Büroräumen mit Schreibtischen und PCs, die ähnlich wie manche Telefonanbieter über keinerlei eigene Hardware, keinen Meter Kabel, geschweige denn über eigene Kraftwerke verfügen. Es sind reine Abrechnungsfirmen, die mit dem Produkt nichts zu tun haben.

Wenn Du für die Umwelt etwas tun möchtest, minimiere Deinen Energieverbrauch. Wenn Du mit einer eigenen Solar- oder Windkraftanlage selbst zum Energieerzeuger wirst, hängst Du mit dieser Anlage immer noch am Verbundnetz. Der „saubere“ Strom für den Normalverbraucher in der Etagenwohnung oder im Siedlungs-Eigenheim ist also eine reine Werbeente von Schreibtischtätern.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

den Einträgen der Vorredner kann ich nur teilweise zustimmen. Sicher haben Bayernwerk, RWE, und wie is ealle heissen nicht schlagartig ökologisch erzeugten Strom anzubieten.
Ökologisch ist in meinem Verstaendnis nur, wenn der Anbieter
-selbst die Anlagen besitzt, bzw Anteil davon
-nicht mehr Strom verkauft als erzeugt wird(sonst wird Dir wieder aus Atomstrom verkauft)
-die Preisgestaltung derart ist, dass Stromsparen auch direkt durch reduzierte Preise belohnt und angereizt wird

Bei mir konnte die Technischen Werke Friedrichshafen (obwohl in naechster Nahe wohnend) nicht vollends ueberzeugen, und bin jetzt bei EWS Schönau, die nach meinem Wissenstand diese Forderungen erfüllt. (http://www.ews-schoenau.de/)

Noch was zum Strompool: Man kann den Strom, der durch meine Lampe fliesst, nicht einem bestimmten Anbieter oder Kraftwerk zuordnen, aber ich hab es in der Hand, wem ich mein Geld dafür gebe: Werden dafür weiterhin ausländische Atomkraftwerke gesponsort, oder ein Solarkraftwerk in meiner Nähe eröffnet ?

Und was zum Preis: Stromsparen ist richtigerweise die ökologischste Art, mit Strom umzugehen, aber wenn am Ende des Jahres der Preis annähernd gleichbleibt, sagt sich mancher: was solls, bringt ja nichts.
Die EWS hat hingegen keinen Grundbetrag, und einen relativ hohen KWh-Tarif. Da lohnt sich dann das Sparen direkt in Cent und Euro. Auch für Vielverbraucher (Industrie,Gewerbe) gibts keinen Rabatt.

Viel Spass beim Entscheiden
Hans

ja, aber …
Moin Wolfgang,

Verbundnetz hin oder her, irgendwo muß der Strom eingespeist werden. D.h. jeder der Strom verkauft muß ihn irgendwo produzieren oder einkaufen. Es gibt einen Spotmarkt und eine Strombörse.

D.h. wenn ich bei einem Lieferanten „Öko-Strom“ einkaufe, müßte der in der Lage sein, mir nachzuweisen, wo dieser Strom herkommt.
Wenn man also mal für zwei Sekunden an das Gute im Menschen glaubt, müßte es also theoretisch möglich sein, wirklich nur Strom aus Wasser- oder Windkraft einzukaufen. Frage ist: Was macht mein Stromhändler bei Windstille und Trockenheit? Hat er Reserven oder wird dann doch wieder Atomstrom aus Frankreich zugekauft?

Ich habe nicht mit Stromhändlern zu tun, aber ich denke, daß Du denen ein wenig Unrecht tust. Selbst wenn einer kein Kraftwerk besitzt und das ganze nur vom Schreibtisch aus verdealt kann er doch trotzdem in der Lage sein, „umweltfreundlichen Strom“ anzubieten, wenn er nichts anderes einkauft.

Dies traue ich dann sogar eher kleinen Händlern ohne eigene Produktion zu als den großen Etablierten, die ihren Atomstrom auch irgendwie loswerden müssen.

Gruß

heavyfuel

[der Dieselkraftwerke aufstellt bei denen der Kunde sauer ist wenns regnet, weil er dann nicht produzieren darf und der Strom aus Wasserkraft kommt…]

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

schau mal auf dieser Seite nach:

http://www.lichtblick.de/

der Strom kommt aus einem Mix von maximal 50 % Kraft-Wärme-gekoppelten Gaskraftwerken. Der Rest aus Wasser, Solar, Wind, Biomasse. Kein Atom, keine Kohle.
1/4 der Gewinne wird in Neuanlagen investiert, alle laufenden Anlagen sind nach Kriterien des Öko-Instituts Neuanlagen. Es wird eine Co2-Reduzierung von 66% gegenüber dem Bundesdurchschnitt garantiert (im Durchschnitt sind auch die fast CO2-freien Kernkraftwerke enthalten). Tatsächlich wird eine deutlich höhere Reduzierung erreicht.

Lichtblick ist „grüne Strom“ zertifiziert vom Öko-Institut und WWF Deutschland.

Niedriger Grundpreis, guter kWh-Preis, Also verbrauchsorientiert.

Der Wechsel war bei mir problemlos. Formular ausgefüllt. Drei Monate später (Kündigungsfrist!) die Info, dass ich jetzt Strom via Lichtblick beziehe.

Natürlich trägt hier, nördlich von Karlsruhe, hauptsächlich das AKW Phillipsburg zu meiner Energieversorgung bei. Nur bezahle ich nichts an den Betreiber dieses Kraftwerks (klar, die Durchleitungsgebühr ist im neuen Strompreis enthalten).
Ich würde aber keinen „Ökostrom“ von Anbietern nehmen, die auch AKWs betreiben. Dort besteht immer die Gefahr, dass der Atomstrom durch den Ökostrom gesponsort wird.

Gruss, Niels

Hallo,

Dein neuer „Lieferant“, bekommt für Null Service auch noch
Geld.

Wieso null Service? Der Service besteht darin, die Stromproduzenten auf ihre ökologische Produktionsweise zu analysieren, Lieferverträge abzuschliessen, und meine Stromzahlungen an diese Produzenten weiterzuleiten (natürlich nicht direkt sondern über den Umweg ihrer Vertäge mit dem Produzenten). Es ist der gleiche Service, den auch jeder Supermarkt bietet, indem er mir ein gebündeltes Angebot zur Verfügung stellt, das ich mir sonst mühsam zusammensuchen müsste.

Gruss, Niels

Hallo !

Warum verschweigst Du die Hälfte?
Warum verschweigst Du bei Deiner Werbung für Ökoanbieter, daß bei Reparauren und Neuinstallation der alte Lieferant erscheint und dann saftige Rechnungen präsentiert?
Denn der sogenannte Ökoanbieter hat keinen Service. Sein Service beschränkt sich auf Rechnungenschicken.
Und nicht vergessen : Der Ökoanbieter ist doch in 99% ein Ableger des alten Anbietres. Gibt sich nur nicht zu erkennen.

Grüße Max.

Hallo !

bei Reparauren und Neuinstallation der alte Lieferant
erscheint und dann saftige Rechnungen präsentiert?

Bei was für Reparaturen? bei was für Installationen?

Und nicht vergessen : Der Ökoanbieter ist doch in 99% ein
Ableger des alten Anbietres. Gibt sich nur nicht zu erkennen.

Da muss man eben schauen, den richtigen zu erwischen. In diesem Sinne halte ich die Tests und Zertifikate des Ökoinstituts schon für sinnvoll.

Gruss, Niels

Na, z.B. werden die Zähler in bestimmten Zeitabständen ausgewechselt, kostenlos. Dann nicht mehr!
Knallt bei Dir mal eine der drei Hauptsicherungen durch, bezahlst Du den Service.

Gruß max

Hallo,

Na, z.B. werden die Zähler in bestimmten Zeitabständen
ausgewechselt, kostenlos. Dann nicht mehr!

Habe bei Lichtblick nachgefragt. Antwort:
Die Zähler sind von Lichtblick gemietet und Arbeiten daran dürfen nur nach Genehmigung und mit Kostenübernahme durch Lichtblick erfolgen. Dazu gehört auch der regelmäßige Austausch.

Knallt bei Dir mal eine der drei Hauptsicherungen durch,
bezahlst Du den Service.

Habe eine Recherche im Web gemacht. Das kostet bei den meisten Anbietern (bei allen, bei denen ich eine Preisliste gefunden habe) sowieso etwas (Insbesondere, wenn es sich um größere Installationen handelt). Wie will der Netzbetreiber denn sonst in einem Mietshaus die Installation (zB der Hauptsicherung) verrechnen, wenn 5 Mietsparteien unterschiedliche Stromanbieter haben? 2x kostenlos plus 3x 1/5 Installationskosten? Würde es nicht auch eine Wettbewerbsverzerrung darstellen, wenn ein Netzbetreiber seinen eigenen Stromkunden Vorteile verschafft, nur weil ausser ihm niemand etwas an seinem Netz machen darf?

Man muss bedenken, dass die Netzinfrastruktur vom Anbieter angemietet wird und damit die Netzbetreiber auch eine gewisse Verplichtung zur Wartung haben. Das muss sicher zwischen dem Anbieter und dem Netzbetreiber ausgehandelt werden. Deswegen ist auf jeden Fall eine gute Informationsbeschaffung vorab vonnöten, für was der Anbieter garantiert.

Aber ich will nicht übermäßig Werbung für einen Anbieter machen. Es wurde nur eben im Ausgangsposting nach alternativen Anbietern gefragt und ich habe meine Erfahrung mit einem solchen.

Gruss, Niels

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