Schimmelbefall an Außenwand

Hallo Experten und Expertinnen,

leider hat sich in diesem Winter der Schimmel bei uns in zwei Räumen eingenistet (Außenwände, sehr schlecht isoliert).
Unser Vermieter behauptet nun, es würde an uns liegen (zu wenig/falsch lüften). Nun habe ich mal die Tapete an einer Stelle entfernt, darunter (also direkt auf der Wand) war ebenfalls Schimmel. Kann der Schimmel „von Innen“ kommen und bis zur Wand durchdringen, oder spricht dies eher für ein Problem mit der Wand selbst?
Wir lüften eigentlich nicht wenig (und auch nicht falsch), kann man sonst irgendwas tun?

Grüße

Anwar

Hallo Anwar,

das ist ein wirklich schwieriges Thema: Alle Vermieter behaupten, die Mieter würden nicht richtig lüften.

Du kannst folgendes versuchen:

1.) Lüftungsprotokoll führen
d.h. mit einem Hygrometer die Luftfeuchte feststellen
dann ca. 10 Minuten Stoßlüften (so heißt das, wenn man die
Fenter aufreißt)
danach Luftfeuchte feststellen und das alles aufschreiben
über den Tag hin mehrmals wiederholen.

2.) Querlüftung vermeiden
d.h. nicht die Türen zu wärmeren Räumen hin offen halten, sonder
verschließen. Sonst strömt die warme und sehr feuchte Luft
in die Räume mit den kalten Wänden und die Feuchtigkeit
kondensiert auf den Wänden.

3.) Die Räume überhitzen, sodass die Wände auch warm werden
(bei den schlecht gedämmten Wänden heizt du natürlich die
Umwelt außen mit), durch das Erwärmen allerdings trocknen
die Wände und der Schimmel wird weniger. Stoßlüften ist natürlich
weiter zu betreiben.

Schimmel ist total ätzend und meistens eine Folge schlechter Bauweise.
Sei vorsichtig, Gesundheitsgefahr!

Es gibt viel Spezialisten hier im Forum, du wirst sicher noch mehr zu „hören“ kriegen.

LG, Karin

Hallo,

Schimmel kommt nicht von innen.
Es ist eine Schimmelsporenablagerung an genau den Stellen an denen Schimmelsporen überleben können. Vorrausestzung ist Feuchtigkeit.

Deshalb kommt immer das Lüften-Argument.
Lüften bewirkt lediglich, dass die vermeintliche Stelle eine gewisse Feuchtigkeit nicht bekommt weil durch Luftbewegung der s.g. Taupunkt der Wand (der Punkt an dem Wasser kondensiert) wieder in die Wand wandert wo er hingehört.

Dieser Taupunkt kann sich durch Baugegebenheiten oder durch Änderungen in den Raum verlagern.
Beispiele:
Betonteile als s.g. Kältebrücke
Wärmedämmung auf der Fassade
Neue, dicht abschliessende Fenster (kein natürlicher Durchzug)
Änderung des Lüftverhaltens

Hallo Karin,

erstmal: Vielen dank für Deine Ratschläge.

das ist ein wirklich schwieriges Thema: Alle Vermieter
behaupten, die Mieter würden nicht richtig lüften.

Es ist ja nicht so, dass ich total uneinsichtig wäre, wenn es an mir liegt, würde ich gerne etwas sinnvolles tun.

1.) Lüftungsprotokoll führen

Hört sich sehr sinnvoll an, Danke.

2.) Querlüftung vermeiden

Wir haben eigentlich nur ein kälteres Zimmer, die Tür dort ist meistens zu.

3.) Die Räume überhitzen, sodass die Wände auch warm werden

Das klappt leider gar nicht, da die Heizkörper nicht an den äußeren Wänden, sondern innen im Raum sind. Die Isolierung ist so schlecht, dass man beim Durchschreiten des Raumes regelrecht einen temperaturunterschied fühlen kann.

Schimmel ist total ätzend und meistens eine Folge schlechter
Bauweise.

Ja, die Wände hier sind katasthophal, das stimmt. :frowning:

Sei vorsichtig, Gesundheitsgefahr!

Deshalb sind wir am überlegen, ob man noch etwas machen kann, sonst ziehen wir eben aus.

Grüße,

Anwar

Hallo Anwar,

wo genau an der Außenwand habt ihr eigentlich den Schimmel? Ist die
betroffene Fläche groß oder sind es besondere Bereiche, z.B. Fensterstürze oder Ecken?

Vielleicht kann man da speziell noch Ratschläge geben?

Also, wenn es euch nicht zu umständlich und teuer ist, dann zieht um!
Unsere Kinder (beide) haben das bereits hinter sich!

LG, Karin

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