Öl: Brennwert oder Niedertemperaturheizung

Hallo, Ihr Wissenden,

jetzt ist es also soweit: Brenner und Kessel unserer Heizung müssen raus ! Wir müssen entscheiden, welche neue Ölheizung wir einbauen (wir denken daran, dies auch mit Solar zu kombinieren). Da soll es seit kurzem eine Brennwertanlage auch für Öl geben, die aber auch um einiges teurer ist. Uns wurde gesagt, sie würde aber etwa 5 - 20 % weniger Öl verbrauchen.

Wir sind uns nicht sicher, was wir machen sollen. Unser Jahresverbrauch liegt „nur“ bei ca. 2800 l -es würde also eine ganze Weile dauern, bis sich das amortisierte (vor allem, wenn es nur 5 % wären…) Ausserdem: die Öl-Brennwertanlagen soll es erst seit ca. 2 Jahren geben. Wir fragen uns, wie zuverlässig sie jetzt schon sind, oder ab man weitere Praxisjahre erst abwarten sollte.

Deshalb wäre es toll, wenn Ihr mir Eure Erfahrungen mitteilen könntet: evtl. zu einer Ölbrennwertanlage - oder hat jemand jüngst gute Erfahrung mit einer Niedertemperaturanlage gemacht - auf was sollten wir achten - von was ist abzuraten - wäre es in unserem Fall wirtschaftlicher, nur eine Niedertemperatur- mit Solaranlage zu kombinieren … Wäre dankbar für jeden Rat und jeden Hinweis - von Verbrauchern und natürlich Fachleuten.

Gruss, Eva

Hallo Eva,

zu Ölheizungen kann ich nciht viel sagen, aber nur ein Hinweis: Schaut mal bei der KFW nach Förderprogrammen für Heizungsanlagen.

Und noch einer vielleicht solltet ihr euch auch mal so eine Holzpellets Heizung ansehen, auch in Bezug auf den wahrscheinlich weiter steigenden Ölpreis.

Das Ganze mit einer Solaranlage für Warmwasser zu verbinden ist sicher nicht die schlechteste Idee :wink:

Grüße

Chris

Hallo Eva

Öl-Brennwertkessel gibt´s schon etwas länger als 2 Jahre!!
Es kommt auch auf das Gebäude und die Heizflächen an ob sich Brennwert lohnt.
Brennwert funktioniert nur gut. wenn eine geringe Vorlauftemperatur zur Verfügung steht.
Optimal ist da die Fussbodenheizung und eher ungünstig alte Gußheizkörper die meist für eine hohe Vorlauftemperatur ausgelegt sind. Aber mit der richtigen Planung vom Fachmann durchaus realisierbar.
Wichtig ist nur das dür das Gebäude eine Heizlastberechnung DIN EN 12831 durchgeführt wird um ein Anlage einzubauen die auch zu dem Gebäude passt und nicht, wie sehr viele Altanlagen- kessel, gnadenlos überdimensioniert ist.
Wenn noch einige Änderungen am Gebäude vorgenommen werden, z.B. Dämmmaßnahmen (dafür gibts Fördergelder KFW) spart das auch eine Menge ein.
An erster Stelle steht eine richtige fachmännische Beratung mit der richtigen Planung und Ausführung.

Hoffe das hat weitergeholfen ?
Schönes Wochenende :wink:

Gruß
Nelsont

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Hallo,

…(wir denken daran, dies auch mit Solar zu
kombinieren).

Überlegt euch das bzw. rechnet es mal nach, ob es sich lohnt.
Ich habe für Warmwasser einen Heizbedarf von ca. 20-25m³ Gas
in den Sommermonaten. Das kann ich so genau sagen, weil eben
genau dieser Gasbedarf anfällt, wenn ansonsten nicht geheizt
wird. Im Winter wird es etwas mehr sein, weil da die Zulauftemp.
niedriger ist und evtl. etwas mehr verbraucht wird.
Aber gerade im Winter wird es auch passieren, daß die Solaranlage
den Bedarf nur noch teilweise deckt (Im Sommer ist dafür
Überschuss satt vorhanden -> Pool beheizen!).
Sind also ca. 300-400m³(=ca. 3000-4000kWh) pro Jahr, was
max. ca.200€ Verbrauchskosten bei gegenwärtigen Preisen von
ca. 5Cent pro kWh entspricht.
Eine Solaranlage für Warmwasseraufbereichtung würde rechnerisch
nur rentieren, wenn sich in den nächsten 10 Jahren mind. die
Anschaffungskosten und die Zinsen für Invest einsparen lassen.
Da dürften aber keine 2000€ Investkosten entstehen.
Das scheint mir aber sehr knapp.
Fazit: Anschluß einer Solaranlage mit vorbereiten lassen, aber
nicht gleich jedem Werbeversprechen auch Wärmeenergie satt
ohne Beweise trauhen.

Da soll es seit kurzem eine Brennwertanlage auch
für Öl geben, die aber auch um einiges teurer ist. Uns wurde
gesagt, sie würde aber etwa 5 - 20 % weniger Öl verbrauchen.

20% scheint deutlich übertrieben und bezieht sich wohl auf
den Vergleich mit alten Anlagen.
Schaut euch die Wirkungsgrade der Brenner an.
Normale haben einen Wirkungsgrad im Bereich oberhalb 90% und
Brennwerttechnik über 100%. Das hört sich zwar komisch,
bezieht sich aber auf fest definierte Prüfbedingungen mit
herkömlichen Brennern.
Einsparungen um ca. 10% scheinen praktikabel.

Wir sind uns nicht sicher, was wir machen sollen. Unser
Jahresverbrauch liegt „nur“ bei ca. 2800 l -es würde also eine
ganze Weile dauern, bis sich das amortisierte (vor allem, wenn
es nur 5 % wären…)

Rechnet doch mal mit optimistischen 10%.
Lohnt es sich da schon?

Ausserdem: die Öl-Brennwertanlagen soll es
erst seit ca. 2 Jahren geben. Wir fragen uns, wie zuverlässig
sie jetzt schon sind, oder ab man weitere Praxisjahre erst
abwarten sollte.

Insgesamt ist die technik von Gas und Ölbrennern keine neue
Technologie, sondern als gut ausgereift anzusehen.

Deshalb wäre es toll, wenn Ihr mir Eure Erfahrungen mitteilen
könntet: evtl. zu einer Ölbrennwertanlage

Zu Öl kann ich nichts sagen, aber allg. folgendes:

Es gibt offensichtlich die Tendenz bei Herstellern und auch
bei Installationsfirmen einen überdimesionierten Brenner an den
Mann zu bringen. Bei eurem moderaten Verbrauch sollte ein
Brenner mit ca. 12-15KW gut reichen. Meist weren aber Brenner
mit weit über 20KW schon für kleine EFH angeboten.
Da ist das nächste Kriterium: Gibt’s die Brennwerttechnik auch
in der kleinen Leistung oder nur mit dem überdimesionierten Teil?

Ich habe für’s ganze Haus einen 11KW-Brenner und der ist lange nicht
ausgelastet (Jahresbedarf allerdings nur ca. 1500m³ Gas
(was etwa auch 1500l Öl entspricht).
Laßt euch statt dessen lieber einen ordentlichen Boiler installieren
(z.B. 120-150l).
Falls es tatsächlich zu einer zusätzlichen Solaranlage kommt,
ist ein richtig großer Speicher mit mind. 300Litern eh angesagt.
Gruß Uwi

Hallo,
ich möchte Euch sehr herzlich für Eure Hinweise danken, die schon sehr wertvoll waren: Zum Beispiel habe ich nun erfahren, dass unsere
Heizung bisher wohl auch schon überdimensioniert war: nämlich 25 Kw für unser EFH. Und nun sollen wir einfach wieder ein Angebot mit 25 Kw bekommen… Und noch weitere Hinweise von Euch geben uns nun die Möglichkeit, gezielter zu hinterfragen bzw. vorzugehen. Mal sehen, wenn in diesen Tagen das Angebot kommt … Also: Vielen Dank nochmals!
Gruss, Eva