Hallo,
ich renoviere gerade komblett meine Wohnung und suchte noch nach einer Idee fuer den Fussboden in Bad, Kueche und auf dem Balcon. Nun fand ich heute Schieferplatten auf der Strasse und dieses Material finde ich sehr schoen. Die Platten dienten urspruenglich wahrscheinlich als Dachabdeckung (sie haben etwa DIN A4-Format und sind 5mm dick).
Meine Fragen:
- Kann ich diese Platten benutzen, um sie in Kueche und Bad auf alten Kacheln zu verlegen und auf dem Balcon auf einem Zinkuntergrund?
- wie schneide ich diese Platten?
- wie verfuge ich am Ende?
- was ist Schiefer ueberhaupt (wie wird es gewonnen/hergestellt)?
- wie kann ich dieses Material behandeln oder saeubern? wird es noch schoener, wenn man es wachst?
Gruss, Marcus
Hallo Marcus,
Schiefer ist ein Naturgestein, wird traditionell zur Dacheindeckung, aber auch für Wandverkleidungen außen, seltener im Innenbereich verwendet. Als Dacheindeckung werden die Schieferplatten überlappend mit je einem Nagel befestigt, wobei die überlappende Platte die Bohrung samt Nagelkopf abdeckt. Je nach Oberflächenqualität ist Schiefer auch für den Innenbereich geeignet. Befestigung wieder durch Nageln oder Kleben mit Fliesenkleber. Das Material ist sehr spröde, splittert leicht und bildet dabei scharfe Kanten. Schiefer läßt sich mit dem Trennschleifer schneiden. Wegen zu rauher Materialoberfläche sind Rollenschneider ungeeignet.
Sieh Dir die Kantenqualität und Oberflächenbeschaffenheit genau an, um abzuschätzen, ob sauberes Verfugen möglich ist.
Die Verlegung auf Blechverkleidungen im Außenbereich ist nur auf senkrechter Wand oder auf kräftigem Gefälle möglich, dann überlappend genagelt. Auf waagerechten Blechflächen ist die Wasserdichtigkeit nicht hinzubekommen und kleben kann man an solchen Stellen vergessen.
Das Problem ist die Qualität von Kanten und Oberflächen. Im Innenbereich, z. B. Küche oder Bad, mag ich bei der üblichen Oberflächenqualität von Schieferplatten nicht zuraten.
Wenn es sich um keinen Naturschiefer handelt, laß die Platten wo sie sind. Es hat nämlich Materialien im Handel gegeben, die als Kunstschiefer verkauft wurden. Wer es nicht so genau nahm, vergaß das Wörtchen „Kunst“ und so wurde daraus dann vermeintlich Schiefer. Da gab es aber asbesthaltige Sorten. Im Außenbereich mag das noch angehen, im Innenbereich und wenn man die Platten schneiden muß, würde ich unbedingt die Finger davon lassen.
Über Suchmaschinen findest Du unter dem Stichwort „Schiefer“ viele Hinweise, wie z. B. diesen: http://www.snl.ch/dhs/externe/protect/textes/D14017…
Gruß
Wolfgang
die normalen Schieferplatten kannst komplett vergessen. Das Material ist viel zu brüchig. Dachschieferplatten werde auch nicht geschnitten, sondern mit dem Spezialhammer zurechtgeklopft. Etwas kenne ich mich mit dem Material aus, das übrigens in der Eifel und auch anderen Mittelgebirgen (bis zum Harz) oft als Dachmaterial verwendet wird. Es ist übrigens eines der teuersten Dachplatten überhaupt.
Gewonnen wird Schiefer in entsprechenden „Bergwerken“ (gerade im Umfeld von Mayen gibt es eine größere Anzahl von Unternehmen, die sich damit beschäfigten). Es ist überwiegend vulkanischen Ursprungs. Das was die Vulkane an „Pulver“ herausgeschleudert haben, hat sich schichtförmig am Boden abgelagert und wurde durch Druck zusammengepresst. Deshalb kommt Schiefer immer in meist dünnen Platten in der Natur vor. Diese Platten werden geteilt und zu Dachplatten verarbeitet. Dickere Platten sind äußerst selten im Handel zu finden. Aus besonders hochwertigen und stabilen Stücken werden Tischplatten hergestellt.
Für Bodenfliesen ist m.E. Schiefer komplett ungeeignet.
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hi Marcus:
Disclaimer: gilt nur, wenn es sich um echten Schiefer handelt…
Kunstprodukte aus Pressteinmehl *grusel* kannst vergessen.
Unterscheidung. Schau dir genau die kanten an: bei echtem Schiefer erkennt man eine feine lineare Textur parallel zu den Schichtseiten.
Ad 1: Verwende dieses Material nicht als Bodenbelag, es ist zu empfindlich gegenüber punktuellem Druck. Ausserdem ist es nicht besonders Abriebfest, wegen der feinen internen Schieferung reiben sich Dünne Lagen ab. Du kannst es aber sehr wohl als Aussenwandverkleidung hernehmen. ist dafür m.e. das beste, kannst jedes Eternit o.Ä. wegschmeissen.
Schiefer werden im Normalfall mit einer Art Schere geschnitten. Man kann es aber auch mit einem Fliesenschneider versuchen (ist aber etwas heikel) Die Bearbeitung von altem Material ist schwierig, da sehr spröde…
Das Material wird dann durch gebohrte oder mit einem Spezialhammer geschlagene kleine Löcher auf einer Holzunterkonstruktion angenagelt… zu empfehlen sind Kupfernägel, die rosten net weg. (dann hält es wirklich ewig!)
Thema wachsen: bei Aussenmontage überflüssig, Einfaches waschen mit einem nicht zu starken Wasserstrahl (Gartenschlauch oder weich eingestellter Hochdruckreiniger) genügt. Die Platten, die bei der Prozedur kaputtgehen, sind eh unbrauchbar. Für die Anwendung im Innenbereich kann man es mal mit Wachsen probieren. einfach eine Platte nehmen und einwachsen…
Ad 2. Ich kenn die Schieferminen von Thüringen: Dort handelt es sich um alte Tonsteine, die durch hohen Druck (so 2- 3000 bar und erhöhte Temperatur (ca 300°C) uberprägt wurden. dadurch legen sich die Tonminerale schön paralell aneinander und es kommt auch zu einer Kornvergröberung. Dadurch und durch Entwässerungsreaktionen wird der Ton steinhart und sehr fein geschiefert.
Dachschiefer ist gerade im Aussenbereich ein wunderbares Material, Wetterfest, frostsicher, es glänzt nass manchmal mit einem leichten Goldschimmer…
Ausserdem ist es superleicht, (verglichen mit Ziegel z.B.), und hält tatsächlich ewig. es gibt Häuser, die sind seit 250 Jahren mit demselben Schiefer gedeckt… nur lose Platten wurden wieder angenagelt… waren Eisennägel!
Hoffe es Hilft
gruß
Mike