Ratgeber zu Likör herstellen, Alkohol zu teuer

Von: , Frage gestellt am Mi, 29. Nov 2006

Hej Zusammen,

bei meiner Likörherstellung stosse ich immer schnell an meine finanziellen Grenzen, wenn ich in der Apotheke Ethylalkohol 90% kaufe denn der kostet pro Liter € 44. Für einen 20%igen Likör benötige ich jedoch bereits ca. 200ml, wäre also auf den Liter € 8,80 nur der Akloholanteil. Ein teures Geschenk also. Bei Klaren oder Korn gibt es einen unerwünschten Beigeschmack im Likör. Da wir in der nähe von Aachen (nähe ist relativ)wohnen, habe ich mich schon mal gefragt, ob der Alkohol (Ethylalkohol aus der Apotheke) dort nicht vielleicht günstiger zu bekommen ist. Oder, falls Ihr noch eine andere Idee habt, was ich für den Likör nehmen kann, heraus damit.

Ist übrigens Quittenlikör. Im Sommer kommt noch Holunderlikör dazu.

Danke Euch allen und liebe Grüße

Sven

21 Antworten zu dieser Frage

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Alkohol herstellen?

        Hallihallo,

        Nu hab ich mal n paar Fragen (Juhu.... endlich einer, der von
        Dest. Ahnung hat ;-)))) Wenn Du keinen Wert auf "Weinbrand" legst, dann kannst du mit
        6 Kilo Zucker und einem Paket Turbohefe in wenigen Tagen etwa
        25 Liter 20%igen herstellen. Nach dem destillieren hast
        reichlich hochprozentiges.
        Ich dachte immer, dass 1 g Zucker * 0,47 die Alkoholmenge in
        Gramm ergibt. Dieses mal 1,25 (Dichte) ergibt Alkohol in ml.

        6000*0,47*1,25*5 gibt bei mir allerdings bloss runde 17,6
        Liter. Hab ich hier immer einen Rechenfehler gemacht?
        (Quelle: Kitzinger Weinbuch)
        Wow, das ist aber technisch. Ich hab das in der Theorie nie nachgerechnet, aber wenn ich 6 Kilo Zucker mit 20 Liter Wasser und der Hefe mische, dann hab ich nach einer Woche etwa 25 Liter von einem 15% Alkohol. Nach den Angaben der Hefehersteller sollen aber bis zu 20% möglich sein. Beim destillieren bin ich extrem Großzügig beim Abtrennen von Vor- und Nachlauf, trotzdem bekomme ich einige Liter sehr hochprozentiges zum Weiterverarbeiten.
        Wie sieht es eigentlich mit unerwünschten
        Gärungsnebenprodukten aus? Bei der reinen Vergärung von Zucker
        und dem nachfolgenden Destllieren? Trennung in Vor- Mittel und
        Nachlauf? Gibt es hier denn überhaupt nennenswerte Mengen an
        Fuselölen?
        Die Turbohefen vergären sehr reintönig, aber wie gesagt - ich darf großzügig mit Vor- und Nachlauf umgehen und verschmeiße lieber zu viel als zu wenig. Bei einem Destillat aus vergorenem Zuckerwasser will man ja auch kein Aroma - sondern einen blanken und neutralen Alkohol. Die Gefahr einer Fehlgärung besteht kaum, was dann auch eventuelle Nebenstoffe gering hält. Trotzdem ist mit persönlich eine Maische aus Obst und ein daraus gebrannter aromatischer Obstschnaps wesentlich lieber als ein Turbo/Zucker Alkohol. Ich genieße lieber Qualität als Menge ...
        ABER: Dank der weltweit einzigartig strengen Gesetze in
        Deutschland ist schon der Besitz einer Destille zum
        Hobbygebrauch verboten.
        Wie jetzt??!?!?!?!? Schon der Besitz einer größeren Destille
        ist strafbar? Auch nicht zu den vielgerühmten und berühmten
        Deko-Zwecken? Oder missverstehe ich hier was?
        Ja. tasächlich ist der Besitz auch einer Dekodestille in Deutschland meldepflichtig. Wer eine Destille hat muß diese beim Zoll anmelden. Und wer mit seiner Destille Alkohol brennen möchte bekommt kaum eine Genehmigung! Wer ätherische Öle u.s.w herstellen möchte kann eine Ausnahmegenehmigung erhalten, darf dann aber keinen Alkohol als Grundlage für seine Heilmittel oder Parfumes destillieren. Dekodestillen werden vom Zoll unbrauchbar gemacht, meistens durch Löcher im Brennkessel ...

        Da hilft nur Schwarzbrennen ;-)
        Viele fragende Grüße

        Midir

        • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
          Re^4: Alkohol herstellen?

          Hallo nochmals Ja. tasächlich ist der Besitz auch einer Dekodestille in
          Deutschland meldepflichtig. Wer eine Destille hat muß diese
          beim Zoll anmelden. Und wer mit seiner Destille Alkohol
          brennen möchte bekommt kaum eine Genehmigung! Wer ätherische
          Öle u.s.w herstellen möchte kann eine Ausnahmegenehmigung
          erhalten, darf dann aber keinen Alkohol als Grundlage für
          seine Heilmittel oder Parfumes destillieren. Dekodestillen
          werden vom Zoll unbrauchbar gemacht, meistens durch Löcher im
          Brennkessel ...

          Da hilft nur Schwarzbrennen ;-)

          Da bleibt mir nur, Heine zu zitieren:

          Nachtgedanken

          Denk ich an Deutschland in der Nacht,
          Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
          Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
          Und meine heißen Tränen fließen.

          ....



          Danke

          Midir



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