Tipps zu Befugnisse und Verbrecherjagd - 'gute Policey'

Von: , Frage gestellt am Mi, 10. Dez 2003

Hallo,

ich suche Informationen über die "Polizei" im Spätmittelalter (14./15. Jh).

Ich habe zwar schon etwas über das Gerichtswesen und Justiz gefunden, bin jedoch
auf keine brauchbaren Informationen über die VERBRECHENSVERFOLGUNG, sprich
Exekutive, gestossen.
Wie wurde im Spätmittelalter die Verbrecherjagd gehandhabt? Zwar habe ich die
"Policey" entdeckt, jedoch nirgends finden können, was diese genau im
Spätmittelalter für Aufgaben, Rechte und Pflichten hatte?
Scheint mir fasst, als sei die "gute Policey" nur für Objektschutz und kleine
Delikte zuständig gewesen.
Aber wer hat die Morde etc. aufzuklären versucht?

Und ausserdem: WER konnte WEM den Auftrag zum Aufspüren von Verbrechern (vorallem
von solchen, die eine s.g. "höhere Strafe" begingen) im Spätmittelalter erteilen?
Hat hier etwa ein Graf einen Ritter losgeschickt? Oder ein Bügermeister einen
Richter?

Bin da leicht ratlos und würde mich über jedes Feedback freuen.
Vielleicht hat jemand eine gute WebSite, eine Buchidee oder weiss selbst mehr.

Vielen Dank,
Derek

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Am Rande: erste Razzia 12. zum 13. Oktober 1307

    Hallo,
    die erste große Polizeiaktion der neueren Zeit, die den Namen Razzia verdient haben dürfte, war die Verhaftung der Templer in Frankreich in der Nacht vom 12. zum 13. Oktober 1307.
    http://www.bautz.de/bbkl/m/molay.shtml
    Bemerkenswert: Hier wurden Edelleute durch gewöhnliche Büttel verhaftet. Was darauf folgte, würde man heute als "Justizmord" bezeichnen.
    Daran ist auch schon die beginnende Auflöung des Feudalstaates zu sehen.
    Ciao R.

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re: Am Rande: erste Razzia 12. zum 13. Oktober 130

      Hallo rOs, die erste große Polizeiaktion der neueren Zeit, die den Namen
      Razzia verdient haben dürfte, war die Verhaftung der Templer
      in Frankreich in der Nacht vom 12. zum 13. Oktober 1307.
      Wenn man anachronistische Etiketten und Namensschilder mag... *gradwiederHistoriographieHustenbekommt* http://www.bautz.de/bbkl/m/molay.shtml
      Gute Seite und eine wichtige Referenz... siehe auch: http://www.newadvent.org/cathen/10433a.htm, http://www.newadvent.org/cathen/12178c.htm und http://www.newadvent.org/cathen/14493a.htm Bemerkenswert: Hier wurden Edelleute durch gewöhnliche Büttel
      verhaftet. Was darauf folgte, würde man heute als "Justizmord"
      bezeichnen.
      Schlicht und einfach: Nein. Edelleute werden erst im 18. Jahrhundert vom Büttel angefasst. Philippe le Bel hat ganz einfach seine im verbundenen Ritter und Herzöge ausgeschickt (wenn Du in englischen Texten 'Sherrifs' findest, wie hier , dann sind das lediglich jene Adeligen, die höhere Gerichtsbarkeit über ein grösseres Gebiet (engl. County), die keine Templer war. Kein Büttel, keine Bürgerwehr... immer noch Feudalsystem. Daran ist auch schon die beginnende Auflöung des Feudalstaates
      zu sehen.
      Äh, nochmal nein. Ist wohl eher ein Hinweis auf Philippes Finanzsorgen und die Verquickung zwischen potentia</> und <i>sacerdotia. Philippe wurde der Einfluss (metaphysischer und finanzieller Natur) der Tempöer einfach zu viel... Zwei Übel mit einer Sünde zu löschen, ist da doch viel einfacher, oder?

      Gruss

      Yseult

      NB: Noch zwei Templer Links, Chronologie und Fakten (einfach, aber klar): http://www.webpages.free-online.co.uk/portcull/dunch... und http://www.webpages.free-online.co.uk/portcull/dunar...



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