Rüstung wirkungsvoll?

Angeblich waren die hochgerüsteteten Ritter absolut unmobil - man hat mir in der Schule immer gesagt, wenn sie Pferd fielen, waren sie quasi erledigt.

Nun habe ich eine Burg besichtigt un ddort hat man mir fast das gegenteil erzählt: Angeblich waren sie doch wohl beweglicher, als gedacht.

Wie denn nun? Und was haben die Dinger eigentlich genutzt? Wenn da jemand mit der Axt oder dem Schwert draufschlug, hielt die Rüstung das aus? Pfeile kamen ja wohl durch, aber irgendeinen Nutzen mußten diese Blechkasten doch haben?

Danke!

Gerd

Angeblich waren die hochgerüsteteten
Ritter absolut unmobil - man hat mir in
der Schule immer gesagt, wenn sie Pferd
fielen, waren sie quasi erledigt.

Das stimmt! Das war auch ein großer Nachteil der Rüstung!!!

Nun habe ich eine Burg besichtigt un
ddort hat man mir fast das gegenteil
erzählt: Angeblich waren sie doch wohl
beweglicher, als gedacht.

Naja die Ritter waren in ihren Rüstungen schon beweglicher als es vielleicht aussieht, zu akrobatischen Höchstleistungen waren sie aber nicht gerade fähig!
So konnte z. B. der Ritter sein Pferd nicht alleine besteigen sondern brauchte Hilfe.

Wie denn nun? Und was haben die Dinger
eigentlich genutzt? Wenn da jemand mit
der Axt oder dem Schwert draufschlug,
hielt die Rüstung das aus? Pfeile kamen
ja wohl durch, aber irgendeinen Nutzen
mußten diese Blechkasten doch haben?

Die Rüstung war schon in der Lage leichtere Schläge abzuleiten oder die Waffe abrutschen zu lassen, so dass der Schlag sein Ziel verfehlte. Pfeile von LANGBOGEN kamen durch, kleinere Bogen hatten glaube ich keine Chance! Das hat man gesehen, als eine berittene Rittermacht der Franzosen im Hundertjährigen Krieg von englischen Bogenschützen vernichtend geschlagen wurde!

Danke!
Gerd

Ich hoffe ich konnte helfen!
Vince

Angeblich waren die hochgerüsteteten
Ritter absolut unmobil - man hat mir in
der Schule immer gesagt, wenn sie Pferd
fielen, waren sie quasi erledigt.

Das stimmt! Das war auch ein großer
Nachteil der Rüstung!!!

UNFUG! Bitte einen Unterschied machen zwischen der in der Tat oft starren Turnierrüstung, einem Sportgerät im 15. und 16. Jahrhundert, und den Kriegsrüstungen der gleichen Epoche!

Nun habe ich eine Burg besichtigt un
ddort hat man mir fast das gegenteil
erzählt: Angeblich waren sie doch wohl
beweglicher, als gedacht.

Naja die Ritter waren in ihren Rüstungen
schon beweglicher als es vielleicht
aussieht, zu akrobatischen
Höchstleistungen waren sie aber nicht
gerade fähig!
So konnte z. B. der Ritter sein Pferd
nicht alleine besteigen sondern brauchte
Hilfe.

Gleichfalls nicht wahr! Selbst in der Turnierrüstung waren sie normalerweise in der Lage, allein ihr Pferd zu besteigen. Die Turnierrüstung wog bis 80 Kilo! Die Kriegsrüstung wiegt 25-30 Kilo, und in meiner kann ich auf ein Pferd mit Stockmaß 1,74 ohne Hilfe und sogar ohne Steigbügel aufsteigen und auch runterspringen wie danach auch problemlos aufstehen.

Wie denn nun? Und was haben die Dinger
eigentlich genutzt? Wenn da jemand mit
der Axt oder dem Schwert draufschlug,
hielt die Rüstung das aus? Pfeile kamen
ja wohl durch, aber irgendeinen Nutzen
mußten diese Blechkasten doch haben?

Ein Schwerttreffer stellt eigentlich nicht die Bedrohung dar. Vielmehr „panzerbrechende“ Waffen wie Morgenstern, Reiterhammer oder eben auch Axt. Auch ein Pfeil konnte, mit der richtigen Spitze bestückt und im richtigen Winkel treffend, durchschlagen!Eigentlich hält so ein Panzer aber sehr viel ab und wird durch Kannelüren, Fluten, Shiftungen noch zusätzlich beweglich

Die Rüstung war schon in der Lage
leichtere Schläge abzuleiten oder die
Waffe abrutschen zu lassen, so dass der
Schlag sein Ziel verfehlte. Pfeile von
LANGBOGEN kamen durch, kleinere Bogen
hatten glaube ich keine Chance! Das hat
man gesehen, als eine berittene
Rittermacht der Franzosen im
Hundertjährigen Krieg von englischen
Bogenschützen vernichtend geschlagen
wurde!

Was nicht zuletzt daran lag, daß z.B. bei Crecy die Engländer eine Woche eher da waren, Unmengen Löcher auf dem Schlachtfeld gruben, worin sich der französische Ansturm totlief und zusammengeschossen wurde…

Danke!
Gerd

Ich hoffe ich konnte helfen!
Vince

Hoffe ich auch!
Habe das meiste davon praktisch probiert:smile:

Marc

die funktion der ritter dürfte in etwa der der panzer in späteren zeiten entsprechen: sie sollten wohl die feindlichen massen zersprengen und so die schlacht entscheiden. auch von den kosten her dürfte der unterhalt eines ritters dem eines leopard II der bundeswehr entsprechen (umgerechnet auf damaliges wohlfahrtsniveau).
zur schlacht von azincourt, wo englische bodenschützen französische ritter besiegten: keegan, die schlacht, bei dtv. die franzosen verloren damals, auch bei crecy, nicht wegen der untauglichkeit des ritter-konzepts, sondern aus adliger arroganz.

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Hallo Gerd!

Das ist doch wie heute, wer besser ausgerüstet ist, hat Vorteile. Sind beide Ritter gleich geschützt und gleich bewaffnet, ist keiner im Vorteil, es sei denn durch körperliche Vorzüge.
Als Kaiser Karl der Große (den es ja angeblich nicht gab) zum erstenmal Panzerreiter gegen die Sachsen einsetzte, nahmen diese Reißaus.
Gruß Werner

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Angeblich waren die hochgerüsteteten
Ritter absolut unmobil - man hat mir in
der Schule immer gesagt, wenn sie Pferd
fielen, waren sie quasi erledigt.

Das stimmt! Das war auch ein großer
Nachteil der Rüstung!!!

UNFUG! Bitte einen Unterschied machen
zwischen der in der Tat oft starren
Turnierrüstung, einem Sportgerät im 15.
und 16. Jahrhundert, und den
Kriegsrüstungen der gleichen Epoche!

Tut mir leid ich meine hier allerdings die Kriegsrüstungen dieser Jahre, die keineswegs ausschließlich Kettenrüstungen waren es gab auch Kriegsharnisch und der wurde nicht nur in Ausnahmefällen benutzt, weil er nämlich wesentlich widerstandfähiger war als die Kettenrüstung!!!

Nun habe ich eine Burg besichtigt un
ddort hat man mir fast das gegenteil
erzählt: Angeblich waren sie doch wohl
beweglicher, als gedacht.

Naja die Ritter waren in ihren Rüstungen
schon beweglicher als es vielleicht
aussieht, zu akrobatischen
Höchstleistungen waren sie aber nicht
gerade fähig!
So konnte z. B. der Ritter sein Pferd
nicht alleine besteigen sondern brauchte
Hilfe.

Gleichfalls nicht wahr! Selbst in der
Turnierrüstung waren sie normalerweise in
der Lage, allein ihr Pferd zu besteigen.
Die Turnierrüstung wog bis 80 Kilo! Die
Kriegsrüstung wiegt 25-30 Kilo, und in
meiner kann ich auf ein Pferd mit
Stockmaß 1,74 ohne Hilfe und sogar ohne
Steigbügel aufsteigen und auch
runterspringen wie danach auch problemlos
aufstehen.

WAs hast du für eine? Es gab schon einen kleinen Unterschied zwischen der Rüstung eines Soldaten zu Pferde und der eines RITTERS!!! Die hatten damit mitunter schon ihre Probleme!
Wo wir gerade aber dabei sind: mit einer Metallrüstung egal welcher Art dürfte dieses „Abspringen“ alles andere als athletisch aussehn!

Wie denn nun? Und was haben die Dinger
eigentlich genutzt? Wenn da jemand mit
der Axt oder dem Schwert draufschlug,
hielt die Rüstung das aus? Pfeile kamen
ja wohl durch, aber irgendeinen Nutzen
mußten diese Blechkasten doch haben?

Ein Schwerttreffer stellt eigentlich
nicht die Bedrohung dar. Vielmehr
„panzerbrechende“ Waffen wie Morgenstern,
Reiterhammer oder eben auch Axt. Auch ein
Pfeil konnte, mit der richtigen Spitze
bestückt und im richtigen Winkel
treffend, durchschlagen!Eigentlich hält
so ein Panzer aber sehr viel ab und wird
durch Kannelüren, Fluten, Shiftungen noch
zusätzlich beweglich

Die Rüstung war schon in der Lage
leichtere Schläge abzuleiten oder die
Waffe abrutschen zu lassen, so dass der
Schlag sein Ziel verfehlte. Pfeile von
LANGBOGEN kamen durch, kleinere Bogen
hatten glaube ich keine Chance! Das hat
man gesehen, als eine berittene
Rittermacht der Franzosen im
Hundertjährigen Krieg von englischen
Bogenschützen vernichtend geschlagen
wurde!

Was nicht zuletzt daran lag, daß z.B. bei
Crecy die Engländer eine Woche eher da
waren, Unmengen Löcher auf dem
Schlachtfeld gruben, worin sich der
französische Ansturm totlief und
zusammengeschossen wurde…

Geb ich zu!!!

Danke!
Gerd

Ich hoffe ich konnte helfen!
Vince

Hoffe ich auch!
Habe das meiste davon praktisch
probiert:smile:

Auch das Abbekommen von Schwertschlägen? Die stellen ja so überhaupt kein Problem dar!!!

Marc

Vince

Tut mir leid ich meine hier allerdings
die Kriegsrüstungen dieser Jahre, die
keineswegs ausschließlich Kettenrüstungen
waren es gab auch Kriegsharnisch und der
wurde nicht nur in Ausnahmefällen
benutzt, weil er nämlich wesentlich
widerstandfähiger war als die
Kettenrüstung!!!

Wer spricht hier von Kettenrüstungen? Kette fingest Du nur noch über den Gelenken und in den Achseln. Der Rest sind Platten.

Nun habe ich eine Burg besichtigt un
ddort hat man mir fast das gegenteil
erzählt: Angeblich waren sie doch wohl
beweglicher, als gedacht.

Definitiv!

Gleichfalls nicht wahr! Selbst in der
Turnierrüstung waren sie normalerweise in
der Lage, allein ihr Pferd zu besteigen.
Die Turnierrüstung wog bis 80 Kilo! Die
Kriegsrüstung wiegt 25-30 Kilo, und in
meiner kann ich auf ein Pferd mit
Stockmaß 1,74 ohne Hilfe und sogar ohne
Steigbügel aufsteigen und auch
runterspringen wie danach auch problemlos
aufstehen.

WAs hast du für eine? Es gab schon einen
kleinen Unterschied zwischen der Rüstung
eines Soldaten zu Pferde und der eines
RITTERS!!! Die hatten damit mitunter
schon ihre Probleme!

Keine Unterschiede! Es gab wenig gerüstete Soldaten, und deren Rüstungen waren, genau wie jene der meisten Ritter, Kompositrüstungen, was bedeutet, daß man aus drei Rüstungen eine machte, die dann passte. Der Rest der Teile wurde weiterverkauft und bildete die Basis einer neuen Kompositrüstung. Geld für eine maßgefertigte Rüctung hatte kaum jemand, Ritter oder Söldner. das Feudalwesen war im Zusammenbruch. Der Infanterist mit Spieß und Hellebarde begann, das Schlachtfeld zu beherrschen.

Wo wir gerade aber dabei sind: mit einer
Metallrüstung egal welcher Art dürfte
dieses „Abspringen“ alles andere als
athletisch aussehn!

Ich sagte: Es geht! Nicht: „Es sieht toll aus“

Ein Schwerttreffer stellt eigentlich
nicht die Bedrohung dar. Vielmehr
„panzerbrechende“ Waffen wie Morgenstern,
Reiterhammer oder eben auch Axt. Auch ein
Pfeil konnte, mit der richtigen Spitze
bestückt und im richtigen Winkel
treffend, durchschlagen!Eigentlich hält
so ein Panzer aber sehr viel ab und wird
durch Kannelüren, Fluten, Shiftungen noch
zusätzlich beweglich

Die Rüstung war schon in der Lage
leichtere Schläge abzuleiten oder die
Waffe abrutschen zu lassen, so dass der
Schlag sein Ziel verfehlte. Pfeile von
LANGBOGEN kamen durch, kleinere Bogen
hatten glaube ich keine Chance! Das hat
man gesehen, als eine berittene
Rittermacht der Franzosen im
Hundertjährigen Krieg von englischen
Bogenschützen vernichtend geschlagen
wurde!

Was nicht zuletzt daran lag, daß z.B. bei
Crecy die Engländer eine Woche eher da
waren, Unmengen Löcher auf dem
Schlachtfeld gruben, worin sich der
französische Ansturm totlief und
zusammengeschossen wurde…

Geb ich zu!!!

Danke!
Gerd

Ich hoffe ich konnte helfen!
Vince

Hoffe ich auch!
Habe das meiste davon praktisch
probiert:smile:

Auch das Abbekommen von Schwertschlägen?
Die stellen ja so überhaupt kein Problem
dar!!!

Tun sie auch nicht! Habe schon oft genug eins drauf gekriegt. Die Delle im Helm stammt von einem verunfallten Helebardenschlag, aus Versehen. Mir geht es noch immer gut

Hiermit Grüßt,

Marc

Fechtmeister der E.S.A,
IG Armatus

Hiermit Grüßt,

Marc

Fechtmeister der E.S.A,
IG Armatus

OK ich gebe mich hiermit endgültig dem Fechtmeister der E.S.A. geschlagen.

Vince
*der kein Fechtmeister ist*

PS: nichts für ungut, ich muß sagen, du hast mich überzeugt!

Also Gerd: Vergiss was meine Wenigkeit gesagt hat (und für vollkommen richtig hielt) und vertrau auf den Rat des Fechtmeisters!!!

www.kettenhemd.de
Für Detailinformationen:
http://www.kettenhemd.de/
Fand ich sehr schön.

also ich muß sagen:
hut ab, blauschatten! das nenn ich die wahren experten.

viele grüße.
schneeprinzessin, die wo auch keine fechtmeisterin ist, sondern sich eher mit latexschwertern prügelt.

Angeblich waren die hochgerüsteteten
Ritter absolut unmobil - man hat mir in
der Schule immer gesagt, wenn sie Pferd
fielen, waren sie quasi erledigt.

Das stimmt! Das war auch ein großer
Nachteil der Rüstung!!!

Was für ein Quatsch!!! Natürlich kann man in voller Rüstung alleine auf ein Pferd steigen und auch aufstehen, wenn man runterfällt. Man kann in einer gotischen vollplattenrüstung sogar einen Handstanüberschlag machen, vorausgesetzt, man kann ihn auch ohne. Das Sing muß nur optimal angepaßt sein.
Das dämliche Gerücht von unbeweglichen Rittern geht allein auf die Tatsache zurück, daß irgendwelche wissenschaftler sich in historische Teile gezängt haben, die ihnen nicht richtig paßten.

Nun habe ich eine Burg besichtigt un
ddort hat man mir fast das gegenteil
erzählt: Angeblich waren sie doch wohl
beweglicher, als gedacht.

Naja die Ritter waren in ihren Rüstungen
schon beweglicher als es vielleicht
aussieht, zu akrobatischen
Höchstleistungen waren sie aber nicht
gerade fähig!
So konnte z. B. der Ritter sein Pferd
nicht alleine besteigen sondern brauchte
Hilfe.

Wie denn nun? Und was haben die Dinger
eigentlich genutzt? Wenn da jemand mit
der Axt oder dem Schwert draufschlug,
hielt die Rüstung das aus? Pfeile kamen
ja wohl durch, aber irgendeinen Nutzen
mußten diese Blechkasten doch haben?

Die Rüstung war schon in der Lage
leichtere Schläge abzuleiten oder die
Waffe abrutschen zu lassen, so dass der
Schlag sein Ziel verfehlte. Pfeile von
LANGBOGEN kamen durch, kleinere Bogen
hatten glaube ich keine Chance! Das hat
man gesehen, als eine berittene
Rittermacht der Franzosen im
Hundertjährigen Krieg von englischen
Bogenschützen vernichtend geschlagen
wurde!

Danke!
Gerd

Ich hoffe ich konnte helfen!
Vince

Toll
Danke Genau das gleiche hab ich vor 10 Tagen von Blauschatten erfahren!!!

Vince

PS: lies erst mal nach bevor du was zurückschreibst!!!

Hiermit Grüßt,

Marc

Fechtmeister der E.S.A,
IG Armatus

Gleichfalls viele Grüße.
Ich hätte da ein paar Fragen an den Meister:

a) Ich kann leidlich mit dem Degen umgehen und würde versuchen, einem Schwergerüsteten die rechte Hand zu durchstechen. Würde Dein Handschutz das verhindern?

b) Stell Dir eine Radschloßpistole Kaliber 18 mm mit Bleikugel geladen vor. Würde das Geschoß Deine Rüstung durchschlagen, wenn die Pistole

  • aus zehn Schritt Entfernung
  • aus drei Schritt Entfernung
  • aufgesetzt
    abgefeuert würde?

c) Würde Deine Rüstung einem Armbrustbolzen standhalten?

d) Welchen Schutz würde ein Schild (aus Holz/Leder/Stahl) gegen die erwähnten „panzerbrechenden“ Waffen, nämlich

  • kurzschäftige Axt
  • Axtseite der Hellebarde
  • Rückenseite der Hellebarde (mit Stachel)
  • Streitkolben
  • Hammer
    bieten?

Django

Hiermit Grüßt,

Marc

Fechtmeister der E.S.A,
IG Armatus

Gleichfalls viele Grüße.
Ich hätte da ein paar Fragen an den Meister:

a) Ich kann leidlich mit dem Degen umgehen und würde
versuchen, einem Schwergerüsteten die rechte Hand zu
durchstechen. Würde Dein Handschutz das verhindern?

Kommt drauf an, wo Du triffst. Gut möglich. Ist der Nachteil an Stichwaffen mit relativ dünnen Klingen…:frowning:

b) Stell Dir eine Radschloßpistole Kaliber 18 mm mit Bleikugel
geladen vor. Würde das Geschoß Deine Rüstung durchschlagen,
wenn die Pistole

  • aus zehn Schritt Entfernung
  • aus drei Schritt Entfernung
  • aufgesetzt
    abgefeuert würde?

Durch meine Auf jeden Fall, denke ich.
Um Geschosse abzuwehren, hatten spätere Rüstungen dann den Gänsebauch. Beim Armbrustbolzen kommt es auf das Bolzeneisen und die Wurfkraft der Armbrust an. Die großen Armbrüste mit englischer Winde geht auch da durch.

c) Würde Deine Rüstung einem Armbrustbolzen standhalten?

d) Welchen Schutz würde ein Schild (aus Holz/Leder/Stahl)
gegen die erwähnten „panzerbrechenden“ Waffen, nämlich

  • kurzschäftige Axt
  • Axtseite der Hellebarde
  • Rückenseite der Hellebarde (mit Stachel)
  • Streitkolben
  • Hammer
    bieten?

Der Stahlschild sollte absoluten Schutz bieten, ist aber tierisch schwer. Durch Leder müßte der Stachel durchgehen, auch das Holz hätte dem nicht viel entgegenzusetzen.Das Ganze setzt aber einen apatischen oder unfähigen Schildträger voraus, da der sonst den Schild aktiv benutzt, also die Waffen „beiseite fegt“. Damit reduziert sich die auftreffenergie erheblich.

Django

Lieben Gruß,

Marc

An Marc, den Fechtmeister

Danke für die prompte Antwort. Allerdings muß ich gleich weiterfragen:

  1. Auf welche Benutzung war der Schild des Ritters denn ausgerichtet? Ich dachte immer, es ging um die Abwehr von Lanzenstößen; kann man da mehr tun, als den Schild der Lanze in den Weg zu halten? Daß es möglich ist, einen Axthieb oder Hammerschlag aktiv zu „blocken“ wie bei fernöstlichen Kampftechniken, leuchtet mir ein.
  2. Brachte die englische Winde den Armbrüsten wirklich mehr Schußkraft als die deutsche Winde? Die englische Winde war ein Flaschenzug, die deutsche ein Schneckengetriebe, wie es sich heute z.B. im Fleischwolf wiederfindet und dort enorme Kräfte entwickeln kann.
  3. Wenn ich mir die Armbrüste betrachte, habe ich das Gefühl, daß sie beim Abschießen des Bolzens vorn hochgeschlagen haben müssen. Der Bogen der Armbrust lag etwas tiefer als der Bolzen. Beim Lassen zog die Sehne den Bolzen nach vorn, aber sie zog auch den Bogen (und damit die Säule) nach oben; oder täusche ich mich da? Praktische Erfahrungen habe ich keine.
  4. Meine Frage nach den Radschloßpistolen war von einer Beschreibung im IV. Band der „Geschichte der Kriegskunst“ von Hans Delbrück, 1920, inspiriert. Delbrück beschreibt, daß während der Hugenottenkriege in Frankreich, also nach 1560, die mit Pistolen bewaffneten Reiter versuchten, schwergerüsteteten Gegnern aus ganz kurzer Entfernung in die Hüfte oder deren Pferden aufs Blatt zu schießen, weil sonst keine Garantie bestand, die Rüstung zu durchschlagen.

Bitte für meine laienhaften Fragen um Verständnis.

Django

Danke, Du mich auch!

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

An Marc, den Fechtmeister

Danke für die prompte Antwort. Allerdings muß ich gleich
weiterfragen:

  1. Auf welche Benutzung war der Schild des Ritters denn
    ausgerichtet? Ich dachte immer, es ging um die Abwehr von
    Lanzenstößen; kann man da mehr tun, als den Schild der Lanze
    in den Weg zu halten?

Ein Auftreffwinkel von 45° läßt die Lanze wahrscheinlich abgleiten, bei 90° geht die Lanze sehr wahrscheinlich durch oder bricht
:2. Brachte die englische Winde den Armbrüsten wirklich mehr

Schußkraft als die deutsche Winde? Die englische Winde war ein
Flaschenzug, die deutsche ein Schneckengetriebe, wie es sich
heute z.B. im Fleischwolf wiederfindet und dort enorme Kräfte
entwickeln kann.

Das Schneckengetriebe war eher selten und kam sehr spät in Gebrauch. Am verbreitetsten war der Gürtelhaken, der Geißfuß und schließlich die Zahnstangenwinde

  1. Wenn ich mir die Armbrüste betrachte, habe ich das Gefühl,
    daß sie beim Abschießen des Bolzens vorn hochgeschlagen haben
    müssen. Der Bogen der Armbrust lag etwas tiefer als der
    Bolzen. Beim Lassen zog die Sehne den Bolzen nach vorn, aber
    sie zog auch den Bogen (und damit die Säule) nach oben; oder
    täusche ich mich da? Praktische Erfahrungen habe ich keine.

Hmmmm…habe ich noch nie drauf geachtet. Habe auch gerade keine Armbrust zum Probieren zur Hand. Würde mich aber auch interessieren. Laß es mich wissen, wenn Du es herausgefunden hast.

  1. Meine Frage nach den Radschloßpistolen war von einer
    Beschreibung im IV. Band der „Geschichte der Kriegskunst“ von
    Hans Delbrück, 1920, inspiriert. Delbrück beschreibt, daß
    während der Hugenottenkriege in Frankreich, also nach 1560,
    die mit Pistolen bewaffneten Reiter versuchten,
    schwergerüsteteten Gegnern aus ganz kurzer Entfernung in die
    Hüfte oder deren Pferden aufs Blatt zu schießen, weil sonst
    keine Garantie bestand, die Rüstung zu durchschlagen.

Ist recht wahrscheinlich. Die Rüstungen jener Epoche waren fester, bedeckten aber nicht mehr den ganzen Körper. Der "Buffcoat des englischen Bürgerkrieges war aus stellenweise 4 Lagen Leder und soll z.T. auch Kugeln aufgehalten haben. Bei einem glatten Lauf und unterkaliebrigem Geschoß war die Leistung wohl auch nicht so berauschend… .

Bitte für meine laienhaften Fragen um Verständnis.

Dafür habe ich ja „Experte“ davorstehen und bin in diesem Forum, und dafür gibt es wer-weiss-was schließlich. Ich freue mich auch, wenn ich Antwort auf meine Fragen bekomme.

Django

Marc

Sorry!!! :smile:
Hi Gerhard!

Sorry, dass ich dein posting so fies beantwortet hab, du wolltest mir ja sicherlich nur helfen. Aber ich glaub das das damals eh nicht so mein Tag war , sprich: ich war ganz daneben!
Kommt bestimmt nicht wieder vor!!!

Vince

An Marc.

Am 8.7.2000 ist in Dresden „Museumsnacht“, d.h. die Dresdner Museen lassen die Leute an jene Bestände heran, die sowieso schon durch unsachgemäße Behandlung ruiniert sind. Voriges Jahr kriegte ich eine Radschloßpistole in die Hand, die einer mal mit Hilfe von Phosphorsäure entrostet hatte, und konnte sie (aber leider ohne Pulver) „laden“, spannen und „abfeuern“. Vielleicht ist dieses Jahr eine Armbrust „erreichbar“.

Django

Angeblich waren die hochgerüsteteten Ritter absolut unmobil -
man hat mir in der Schule immer gesagt, wenn sie Pferd fielen,
waren sie quasi erledigt.

http://www.knifeshop.com schrieb mir auf meine Anfrage das Gewicht einer 1m80 großen Rüstung.

Das Gewicht beträgt ca. 40kg

Den Rest kannst Dir selbst ausdenken! Ich meine, daß man gut trainiert sein muß um gut in einer Rüstung zu sein. Das waren die damaligen Ritter glaube ich auch. Wenn Du und ich in eine Rüstung müßten würden wir sicherlich nicht mehr laufen können!

Ingrid