Hallo, kann mir jemand sagen, seit wann die Sachsen, die im früheren Königreich Sachsen wohnen, „Sachsen“ heißen. Kamen sie aus der Gegend, in der heute die Niedersachsen wohnen?
Hallo, kann mir jemand sagen, seit wann die Sachsen, die im
früheren Königreich Sachsen wohnen, „Sachsen“ heißen. Kamen
sie aus der Gegend, in der heute die Niedersachsen wohnen?
Hallo Anne!
Nein, die heutigen Sachsen wohnten schon immer dort.
Die Geschichte ist anders :
Unter Heinrich dem Löwen, einem original Niedersachsen, der damals aber noch Sachse genannt wurde, wurde Sachsen zu einem mächtigen Staat im Norden, welcher dem Kaiser Friederich I, Barbarossa ein Dorn im Auge war.
Barbarossa war ein Cousin Heinrichs und wurde von diesem nicht auf seinen Kriegszügen nach Italien unterstützt und auch sonst hatten beide große Schwierigkeiten miteinander.
Heinrich nahm sich gegen seinen Cousin und Kaiser sehr viel heraus.
1180 wurde Heinrich, also Sachsen, besiegt und das Land durch Barbarossa aufgeteilt.
Die südlichen Teile behielten den Namen Sachsen.
Die Geschichte ist natürlich sehr viel verwickelter und komplizierter. Wenn Du Interesse hast, kann ich Dir die Namen einiger Bücher schicken, die diese Geschichte genau beschreiben
Gruß Werner
Hallo, kann mir jemand sagen, seit wann die Sachsen, die im
früheren Königreich Sachsen wohnen, „Sachsen“ heißen. Kamen
sie aus der Gegend, in der heute die Niedersachsen wohnen?
Die Geschichte der Sachsen ist natürlich viel älter. Sie werden schon von den Römern erwähnt (Ptolemäus um 160 n.Chr.), wohnend „auf dem Nacken der kimbrischen Halbinsel“. Das ist das heutige südwestliche Schleswig-Holstein. Genannt werden sie wohl so, da sie „den Sachs (ein Kurzschwert) als Waffe benutzen“. Im Weiteren breiteten sie sich nach Süden aus, also ins heutige Niedersachsen. Und natürlich über die Nordsee, zusammen mit den Jüten und Angeln nach England, weswegen man die Engländer bekanntlich die „Angelsachsen“ nennt. Vertrieben haben sie die damals noch dort siedelnden keltischen Stämme. Wahrscheinlich fällt auch die Artussage in diese Zeit. Unter Karl dem Grossen - dem „Sachsenschlächter“ - ereilte sie dann ihr Schicksal, als er sie gewaltsam christianisierte. Held der Sachsen war damals ihr Herzog Widukind von Corvey. Usw. usw. Es gibt unendlich viel Literatur, obiges stammt aus „Die Sachsen, Schwertgenossen Sahsnothas“, Franz Kurowski, Weltbildverlag, 1991. Vielleicht ist’s noch zu kriegen.
Gruss Stucki
Zwei Anmerkungen/Korrekturen
Unter
Karl dem Grossen - dem „Sachsenschlächter“ - ereilte sie dann
ihr Schicksal, als er sie gewaltsam christianisierte.
Das angebliche Blutbad von Verden, als 5000 Sachsen geköpft worden sein sollten, hat sich inzwischen als Rechtsschreibfehler herausgestellt. In dem mittelalterlichen Text, natürlich lateinisch, wurde berichtet, dass sie umgesiedelt wurden. Durch Weglassen eines Buchstabens wird aus umsiedeln hinrichten.
Das Schicksal hatte mit den christlichen Sachsen noch einiges vor. Die große Zeit kommt ja erst noch! Keine 200 Jahre nach der „gewaltsamen Christianisierung“ (naja, das war ja wohl ein Problem des Adels, nicht des Volkes, und so gewaltsam ging es da nicht ab), hatte die sächsische Dynastie der Ottonen und Salier die Karolinger beerbt.
Held der
Sachsen war damals ihr Herzog Widukind von Corvey.
Widukind von Corvey ist ein hochmittelalterlicher Geschichtsschreiber. Der Sachsenherzog - auch als Wittekind bekannt - hatte keinen Beinamen.
Die „grausame“ Behandlung der besiegten Sachsen sieht man schon daran, dass alle Adeligen nach dem Lehenseid auf Karl in ihren Rechten bestätigt wurden.
Die Vorstellung eines „clashs of civilzations“ dürfte eher der deutsch-nationalen Denkweise der Historiker des 19.Jds. zuzuordnen sein.
Andreas
Danke Andreas,
bin kein genauer Kenner, habe das nur aus dm genannten Buch. Habe schon an anderen Stellen gesehen. dass man mit mancher „Berichterstattung“ vorsichtig sein muss.
Wie ist das mit dem von mir genannten Buch? Hast Du Information?
Gruss, Stucki
Hallo Stucki!
Dann hast Du das Buch aber sehr nachlässig gelesen!
Ausdrücklich wird Wittekind beschrieben als Führer der Sachsen und Widukind als armer Mönch, der versucht, die Geschichte aufzuschreiben. Er nennt sich doch Widukind von Corvey, also in dem Kloster Corvey wohnend.
Mach das Buch nicht schlecht!
Gruß Werner
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Dann hast Du das Buch aber sehr nachlässig gelesen!
Ja, ja hab’ ich wohl, finde die Stelle mit „Widukind von Corvey“ jetzt nicht mehr so schnell, istb ja auch nicht so wichtig in diesem Zusammenhang.
Ausdrücklich wird Wittekind beschrieben als Führer der Sachsen
und Widukind als armer Mönch, der versucht, die Geschichte
aufzuschreiben. Er nennt sich doch Widukind von Corvey, also
in dem Kloster Corvey wohnend.
„Wittekind“ wird in dem Buch meist „Widukind“ genannt …
Mach das Buch nicht schlecht!
Tue ich auch nicht. Nur die von Andreas etwas harmloser dargestellte Christianisierung kommt - meine ich - in dem Buch nicht raus.
Gruß Stucki
Dann hast Du das Buch aber sehr nachlässig gelesen!
Ja, ja hab’ ich wohl, finde die Stelle mit „Widukind von
Corvey“ jetzt nicht mehr so schnell, istb ja auch nicht so
wichtig in diesem Zusammenhang.
Na, wenn man über Geschichte doziert, ist es schon wichtig, ob ich von einem sächsischen Fürsten und Heerführer rede oder über ein armes Mönchlein, welches versucht, Geschichte zu schreiben.
„Wittekind“ wird in dem Buch meist „Widukind“ genannt …
Sicher, weil Wittekind der sächsische Name ist und Widukind die romanisierte Form.(So viel ich weiß).
Mach das Buch nicht schlecht!
Tue ich auch nicht. Nur die von Andreas etwas harmloser
dargestellte Christianisierung kommt - meine ich - in dem Buch
nicht raus.
Das Buch gibt drei Überlieferungen wieder, welche von ihnen richtig und welche Sagen sind, läßt sich heute nicht mehr einwandfrei klären.
Gruß Werner
Gruß Stucki