im Jazz gibt es ja bekanntlich viele verschiedenen Stilrichtungen.
Mir gefällt besonders eine Art von Jazz, von der ich aber nicht weiß, wie sie sich nennt. Somit kann ich leider auch nicht gezielt nach dieser Art von Jazz suchen und bitte Euch deshalb um Eure Unterstützung.
Am Besten gefällt mir die Art von Jazz, die ganz ruhig und chillig rüberkommt. Ist so ne Art von Bar-Musik mit sanften Piano-Klängen. In manchen Woddy-Allen-Filmen gibt es ziemlich geilen Jazz zu hören, ich weiß aber nicht, von wem diese Stücke sind. Es gibt auch Sachen von Stan Getz, Dave Brubeck oder von Miles Davis, die find ich ziemlich geil, aber Vieles von denen ist mir zu wirr und zu hektisch.
Gibt es eine bestimmte Stilrichtiung des Jazz, auf die meine Beschreibung paßt und kennt Ihr bestimmte Vertreter dieser Stilrichtung?
Sorry, kann es momentan nicht besser rüberbringen…
du bist schon auf dem richtigen weg - leider gibt es keine aussagefähige bezeichnung.
„bar-musik“ - ist zu allgemein
eher „piano-jazz“ oder „bar-jazz“
auch „swing“ (die alten, grossen kapellen) gehören teilweise in diese richtung.
da ich in meiner datenbank ausreichend stücke/interpreten in dieser richtung habe, kann ich dir einige speziellen interpreten nennen.
jamesxxxxxxxxxxxxx
Vermutlich kann man das, was du suchst nicht mit einer bestimmten Stilrichtung des Jazz in Verbindung bringen. Ich denke, es ist eher eine bestimmte Kategorie von Stücken oder Interpreten innerhalb verschiedener Stilrichtungen. Auch im Jazz der späten 50er und der 60er gibt es Stücke, die auf deine Beschreibung passen könnten.
Beispielsweise manches von Herbie Hancock (Watermelon Man), Jimmy Smith, Kenny Burrell oder Mose Allison.
ja, das geht auf alle Fälle stark in die Richtung. Einige Interpreten gefallen mir sehr gut, andere weniger. Aber das ist wohl normal. Jedes Stück eines Interpreten gefällt einem halt nicht. Muss mich da nochmal umhören.
danke für Deine Hinweise. Hab mir mal ein paar Sachen angehört. Außer Herbie Hancock kannte ich die alle vom Namen her gar nicht.
Also, Kenny Burell ist echt oberhammergeil. Genau das, was ich meinte. Da krieg ich fast nen Kloß im Hals.
Auch Jimmy Smith ist nicht übel. Mose Allison läuft zwar offiziell auch unter dem Genre „Jazz“, aber diese Sachen gehen mir zu stark in Richtung Blues. Hör ich auch schon mal gerne, aber nicht in erster Linie.
Bei Blues denk ich irgendwie immer an Baumwollplantagen in den alten Südstaaten (ist irgendwie bedrückend), bei dem Sound von Kenny Burell eher an die Skyline von Chicago oder an coole Bars in New York. Find ich viel positiver.
komme sehr gerne auf Dein Angebot zurück. Schicke mir doch bitte mal ein paar Hörproben, bzw. nenne mir einige Interpreten. Dann kann ich selber nach deren Musik suchen und mir ein paar Sachen zu Gemüte führen.
Mose Allison läuft zwar offiziell auch unter dem Genre „Jazz“, aber diese Sachen gehen mir zu stark in Richtung Blues. Hör ich auch schon mal gerne, aber nicht in erster Linie.
Ok, ich gebe zu, als eingefleischter Blues-Fan, der Jazz nur ab und an mal zur Abwechslung hört, ist mir Mose Allison nicht ganz unabsichtlich reingerutscht. Man sagt, er sei der einzige weisse Blues/Jazz-Musiker, der selbst mal Baumwolle gepflückt hat.
Bei Blues denk ich irgendwie immer an Baumwollplantagen in den alten Südstaaten (ist irgendwie bedrückend)
Ja, das ist ein leider weit verbreitetes Vorurteil. Mose Allison ist ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht zutrifft, man höre nur sein „Seventh Son“ oder Parchman Farm".
Ja, stimmt. Der Übergang von Blues zu Jazz ist ja auch fließend. Besonders jazziger Blues hat wahrscheinlich mehr mit Jazz zu tun, als besonders bluesiger Jazz
Übrigens: Das ganze Leben besteht in gewisser Hinsicht aus Vorurteilen. Unsere Wahrnehmung ist durch verschiedene Faktoren vorfestgelegt. So kommt es, dass jeder andere Assoziationen hat, wenn er Jazz oder Blues hört. Hab mich da kürzlich mit nem Kumpel drüber unterhalten. Er haßt Jazz. Als er mir erklärte, warum, hab ich ihn besser verstanden. Er hat sich einfach ein negatives Bild davon gemacht. Er denkt bei Jazz immer an alte und einsame Männer Wäre auch mal was fürs Psychobrett.
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Wie schätzt Du persönlich die Bedeutung eines Floyd Dixon oder
eines Tiny Kennedy in der Welt des Blues ein? Was sind Deine
Favoriten?
Offen gestanden, kann ich mich dunkel daran erinnern schon mal was von Floyd Dixon gehört zu haben, aber Tiny Kennedy war mir bisher unbekannt. Sie sind wohl beide dem Jump Blues bzw. Rhythm & Blues zuzuordnen und gehören damit nicht zu der Musikrichtung, die ich unter Blues verstehe. Das sagt überhaupt nichts über die Qualität der beiden aus. Eher schon etwas über einen uralten Streitpunkt zwischen den Jazzern und den eingefleischten Bluesern. Die einen sehen den Blues als Unterkategorie des Jazz und rechnen dazu viele Stilrichtungen und Interpreten, die ein echter Blues-Liebhaber zum Jazz, Rhythm & Blues oder was auch immer rechnet, aber nicht zum Blues.
Die Blues-Gemeinde steht hingegen eher auf dem Standpunkt, dass der Blues eine eigenständige Musikrichtung ist. Das fängt an in den 20ern mit den Ur-Vätern Charley Patton, Son House, Blind Willie McTell, Skip James und geht in den 30ern und frühen 40ern weiter mit Memphis Minnie, Frank Stokes, natürlich Robert Johnson, Big Bill Broonzy, Tampa Red, dann in den 50ern mit Muddy Waters, Howling Wolf, B.B.King, um nur diejenigen der bekannteren Namen zu nennen, die mir spontan einfallen.
Ok, ich will hier nicht die Story des Blues erzählen, dafür gibt es genug einschlägige Literatur. Zum Einstieg würde ich jedem Bill Wyman’s Blues Odyssey empfehlen, meinetwegen auch Blues für Dummies.
klasse Statement. Danke. Klar könnte ich auch selber recherchieren, aber wenn einem ein Insider gleich mal ein paar Dinge aus seiner Sicht erzählt, ist das viel interessanter.
Ich kenne die Namen von einem Blues-Sampler. Die Stücke gefallen mir ganz gut. Wollte halt nur wissen, ob diese Herrschaften typisch sind für den Blues. Aber scheinbar sind das nur Randfiguren, bzw. machen eine andere Art von Blues.
Die Namen die Du aufgezählt hast, kenne ich zum Teil auch vom Hören-Sagen. Habe aber noch nie bewußt deren Musik gehört.
Ich sehe das so: Blues ist die Voraussetzung für den Jazz, sozusagen die Vorstufe. Genauso wie es ohne die Beatles die Rolling Stones nicht gegeben hätte und ohne die Stones gäbe es auch Metallica oder AC/DC nicht. Alles baut aufeinander auf, nichts gibt es ohne Grund. Genau wie in der Literatur oder in der Kunst.
Ich verstehe nur nicht, warum z. B. ein eingefleischter Blues-Fan sich gegen Jazz verwehrt und umgekeht (ich meine damit nicht Dich persönlich!) Man kann doch beides hören. Ich selbst höre auch Klassik, Rock, Jazz und Swing und auch mal Pop. Je nach Stimmungslage.
Man muss Musik-Hören doch nicht gleich zu einer Ideologie machen. Man ißt ja auch nicht nur Kartoffeln oder nur Schokolade oder nur Wurst, sondern von allem ein bisschen. Aber es ist wahrscheinlich menschlich, viele Dinge zu ernst zu nehmen, die eigentlich gar nicht zum Ernstnehmen gedacht sind.