Versicherungen
Von: chaoskind81, 29.1.2012 10:49 Uhr
Hallo,

ich (30 Jahre alt) hatte vor 2 Jahren einen unverschuldeten Autounfall bei dem ich eine Schlüsselbeinfraktur und einen Pneumothorax erlitten habe. Die Fraktur ist nicht optimal zusammengewachsen, so dass ich noch immer in Behandlung bin. Von einem Gutachter wurde mir eine Dauerschädigung von 10% attestiert und von meiner Ärztin wurde mir gesagt, dass sich am Schultergelenk früher oder später Arthrose entwickeln wird. Außerdem kann ich aufgrund der Folgen meinen Beruf (Krankenschwester, arbeite in nem Pflegeheim) nicht mehr auf Dauer ausüben. Auch sportlich bin ich dadurch eingeschränkt (regelmäßiges Fussballtraining musste ich aufgeben und Fahrradfahren nur noch eingeschränkt). Nun wurden mir und meiner Anwältin von der gegnerischen Versicherung 10.000€ zum Abschluss dieser Angelegenheit angeboten, was wir beide angesichts der zu erwartenden Spätfolgen, meines Alters (muss ja noch 35 Jahre arbeiten) und dass ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann, als zu wenig empfinden. Nun soll ich mir überlegen, welche Summe ich als angemessen empfinde.
Habe aber keine Ahnung, was ich verlangen könnte. Ich würde so als Laie vielleicht 25.000€ sagen.
Was könnte ich unter diesem Umständen verlangen?

MFG
Bianca



  1. Antwort von olli7475 (abgemeldet) 0
    Re: schmerzensgeld bei dauerschaden
    Hallo Bianca,

    das ist immer eine schwierige Frage. Evtl. kann Dir die Schmerzensgeldtabelle bei http://www.schmerzensgeld.info/default.aspx weiterhelfen. Die Schmerzensgelder, die für eine solche Verletzung bezahlt werden liegen in der Regel weit unterhalb von 10.000,- EUR. Die sogar dann, wenn erhebliche weitere Verletzungen vorlagen. Ich kann also die Ansicht Deiner anwältin nicht unbedingt teilen, wonach diese 10.000,- EUR zu niedrig sein sollen. Es wäre auch an Deiner Anwältin, Referenzfälle herauszusuchen um einschätzen zu können, wie hoch denn die Schmerzengelder in ähnlichen Fällen sind. Es kann nciht Deine Aufgabe sein einen Phantasiewert zu liefern. aus meiner Praxis heraus würde ich sagen, dass man die Versicherung im Falle einer Abschlusszahlung sicherlich noch etwas nach oben handeln kann. Üblicherweise machen lange Verhandlungen Mandanten normalerweise mürbe und irgendwann ist man dann auch bereit, für einen vergleichsweise niedrigen Vergleichsbetrag ein Ende zu akzeptieren. Du hast ja sicher schon einen Schmerzensgeldvorschuss erhalten, mit dem man es eine weile aushalten kann. Evtl. kannst Du die Verhandlung dann noch selber etwas in die Länge ziehen und noch das ein oder andere Gutachten beschaffen. Dafür, dass Du Deinen Job nicht mehr machen kannst, bräuchtest Du jedenfalls ein ärztliches Attest / Gutachten. Evtl. auch über die Rentenversicherung? Da müsste man mal nachfragen. Wenn Du sowas hast, dann würde ich aber auch sagen, dass 10.000,- EUR zu wenig sind. Aber die Ideen müsste eigentlich Deine Anwältin bringen... ;-)

    Viele Grüße!
    Olli