Zahnmedizin
Von: Surnia (abgemeldet), 16.1.2007 14:29 Uhr
Hallo,

vor ca. 3 Jahren wurden beim 6er oben rechts die Nerven gezogen. Der Zahn hatte zuvor eine uralte Teilkrone. Bei einer Röntgenuntersuchung wegen einer anderen Sache war der Zahn unauffällig. Weil ich aber immer mal wieder (leichte) Schmerzen hatte und der Zahn auch EXTREM kälteempfindlich war ließ er sich überreden und legte den Zahn frei. Unter der Krone hatte sich eine tiefe weiche Karies gebildet, die leider so gut wie keine Beschwerden gemacht hatte. Aber genau an dem Tag, als der ZA Hand anlegte und die Karies ausräumte, begann mein Leiden.

Die 2 Wochen danach hatte ich schlimmste Schmerzen, der Zahn beruhigte sich nicht mehr und so entschloss sich der ZA, die Nerven zu ziehen. Leider brachte das keine Linderung. Die kommenden mehr als 8 Wochen war ich fast täglich beim ZA. Entweder mussten die Wurzelkanäle wieder und wieder gesäubert und behandelt werden, weil ich jedes Mal bei der Prozedur Schmerzen hatte. Oder aber ich hatte außerplanmäßige Probleme wie Entzündungen zwischen den Wurzeln (als Schatten auf den Aufnahmen erkennbar). Ich bekam Antibiotika, Schmerzmittel… Ich habe den Arzt angefleht, den Zahn endlich zu ziehen, er hat mir Mut gemacht, dass würde schon wieder werden. Oberkiefer wäre immer ein Problemfeld, da müsse man einfach zuversichtlich bleiben. Und tatsächlich war nach langer Zeit von einem Tag auf den anderen der Spuk vorbei. Die Wurzelkanäle wurde gestiftet, der Zahn überkront.

Zurückgeblieben ist eine Trigeminusneuralgie, die während der Behandlung wieder zu neuem Leben erwacht war.

UND: Nun ist dieser Zahn aber all die Jahre bis jetzt noch ... wie soll ich sagen? ... empfindlich. Ich kaue nicht gerne mit rechts. Seit neuestem ist DIESER Zahn auch wieder kälteempfindlich. Kann alles angeblich nicht sein, denn er ist ja tot. Es muss einer der umliegenden Zähne sein, und die Schmerzen strahlen eben einfach zu diesem Zahn hin aus. Welcher Zahn das sein soll kann mir der ZA aber nicht sagen.

Das glaube ich einfach nicht!!! Keiner der umliegenden Zähne muckst sich. Keiner ist übermäßig kälteempfindlich. Unter keiner Füllung ist der Hauch eines Schattens erkennbar. Und diese Schmerzen von damals bzw. diese Empfindungen (es sind ja nicht mehr richtige Schmerzen) sind am Ort geblieben. Ich lokalisiere es eindeutig unter DIESEM Zahn.

Wie sieht es mit der Wurzelhaut aus? Lebt die bei einem so lange toten Zahn eigentlich noch? Kann sie (immer noch) entzündet sein? Die Knochenhaut? Gibt es Möglichkeiten, den Zahn sicher als Ursache für die Beschwerden auszuschließen? Ich habe keine Lust, mir die umliegenden Zähne aufbohren zu lassen. Die sind nämlich teilweise teilüberkront oder aber mit relativ großen Füllungen versehen, die danach nicht mehr so ohne weiteres zuzementiert werden können. Abgesehen von dem Ungemach, auf das ich inzwischen ohne Not gerne verzichte, geht der Spaß dann nämlich gewaltig ins Geld.

Am liebsten würde ich den Zahn ziehen lassen. Ich bin dem ZA dankbar für seine Mühen, er hat sich wirklich rührend gekümmert. Aber ich bin inzwischen überzeugt, da müssen wir die Waffen strecken. Ich habe Angst davor, dass mir das nächste Unheil mit dem Zahn blüht, dem würde ich gerne vorbeugen bevor es ganz schlimm wird.

Entschuldigung, es ist echt lang geworden. Und helfen / raten wird man mir auf die Entfernung wohl auch nicht können :-(

Grüße!!



  1. Antwort von Kai Müller 1
    Re: Wurzelhautentzündung bei einem toten Zahn?
    .............. schnipp .................. Am liebsten würde ich den Zahn ziehen lassen. Ich bin dem ZA
    dankbar für seine Mühen, er hat sich wirklich rührend
    gekümmert. Aber ich bin inzwischen überzeugt, da müssen wir
    die Waffen strecken. Ich habe Angst davor, dass mir das
    nächste Unheil mit dem Zahn blüht, dem würde ich gerne
    vorbeugen bevor es ganz schlimm wird.

    Entschuldigung, es ist echt lang geworden. Und helfen / raten
    wird man mir auf die Entfernung wohl auch nicht können :-(
    Servus Surnia,
    da hast Du so unrecht nicht :-(

    Dein Zahnarzt kann doch, besser als Du, einen gezielten Kältetest machen, indem er den Verdächtigen und seine Nachbarn mit dem Kältespray prüft. Natürlich glaubt ein Zahnarzt, der den Nerv selber 'gezogen' hat nicht an eine 'Wiederauferstehung' des Nervgewebes, da kann er ja gleich eine kleine Schamanerie aufmachen ;-).

    Nachdem es aber andererseits auch eine gute Idee ist, den PatientInnen Glauben zu schenken, ist er in einem Dilemma (wär' ich auch). Die Aufbeißempfindlichkeit, die 'Unbehaglichkeit', die Du da spürst, können tatsächlich von der Wurzelhaut ausgehen, die, als Teil des Zahnhalteapparates weiter vital geblieben ist. Das ändert aber alles nichts daran, daß Du den Zahn nicht mehr behalten willst, während Dein ZA sein 'objektiv' gelungenes Werk nicht in der Zange haben will. Spricht für ihn, denn das Geld für die Wurzelbehandlung hat er schon - wenn er jetzt die Verdienstmöglichkeit: ziehen, Brücke machen ausschlägt, ist das ja schon mal ok.

    Eine Erklärung fällt mir schon noch ein: bei den oberen Molaren (besonders bei den '6ern') gibt es in bis zu 60% der Fälle (die Zahlenangaben schwanken in der Literatur) MEHR als 3 Wurzelkanäle. Die meisten dieser zusätzlichen Kanäle werden anscheinend übersehen, sonst müßten viel mehr Kanäle abgerechnet werden, als es der Fall ist. Ich will Dich damit jetzt nicht überreden, den Zahn zu behalten (irgendwann ist Schluss!), sondern Dir ein Argument für Deinen ZA anbieten, es gut sein zu lassen. Wenn Deine Beschwerden dann weg sein sollten (wie sieht das Emoticon für gedrückte Daumen aus?), gönn Dir ruhig ein halbes Jahr Erholung - dann weißt Du wenigstens, wie dringend Du einen Ersatz brauchst.

    Also - setz' ihm den vierten Kanal auf die Brust ;-)

    Kai
    1 Kommentare
    • von Surnia (abgemeldet) 1
      Re^2: Wurzelhautentzündung bei einem toten Zahn?
      Schock, 4 Wurzeln?

      Hm, im tiefsten Grunde meines Herzens will ich den Zahn ja behalten, besser was Eigenes als Konstrukte. Aus diesem Grund macht man ja auch so viel Trara um Zahnerhalt, um es hinauszuzögern.

      Ich befürchte, man wird erst sehen, was Sache ist, wenn man den Zahn in den Händen hält.

      Die umliegenden Zähne sind es, da bin ich mir 99%ig sicher, NICHT. Diese Kältetestung ergibt bei ihnen nur die üblichen Reaktionen, bei DIESEM Zahn klebe ich noch 5 Minuten später wimmernd an der Decke.

      Danke!!
  2. Antwort von romina 0
    Re: Wurzelhautentzündung bei einem toten Zahn?
    Hallo Surnia,

    Dein Artikel hat mich sehr interessiert. Nun möchte ich gerne wissen, ob eine Trigeminusneuralgie durch einen Arzt (Neurologen oder ähnliches) diagnostiziert wurde?

    Liebe Grüsse
    Romina