Expertenwissen
Von: , 18.01.2010 16:45 Uhr
Liebe/-r Experte/-in,

ich habe ein Rechenproblem bzgl. des Waermeverlusts von einem Schwimmbad:

Die Leute schreiben, dass ihr Becken (vermutlich meistens im Garten) pro Tag ca. 1 Grad Celsius Temperatur verliert, wenn sie es mit einer Folie abgedeckt haben.

Daher nehme ich mal an, dass die Verdunstung zu vernachlaessigen ist (bzw. nur zu etwa 10 Prozent am Waermeverlust beteiligt ist).

Nehmen wir mal ein Becken 8x5 Meter, das hat eine Wand+Bodenflaeche von etwa 80 qm, ueber die die Waerme verloren geht, wenn wir die Folienflaeche mitnehmen, dann 120 qm.

Wasserinhalt duerften etwa 60.000 Liter sein. Dann entspricht der Verlust von 1 Grad einer Energiemenge von ziemlich genau 70 kWh. Um 70 kWh auf einer Flaeche von 120qm in 24 Stunden zu verlieren, verhaelt sich die Grenzflaeche entsprechend einem U-Wert von 1,86. (Annahme Wasser 23 Grad, Erdreich 10 Grad). Da das Erdreich in der Naehe des Beckens ja eigentlich sogar waermer sein muesste, sollte das die Worst-Case-Rechnung sein. Fuer ein Stand-der-Technik-gedaemmtes Becken denke ich, ist das ein unglaublich schlechter Wert, immerhin hat ungedaemmter Beton grob gesehen einen U-Wert von 3.

Hab ich da irgendwo einen Denkfehler, oder geht einfach alles durch die Folie ?

vielen Dank fuer ein bisschen Erleuchtung...

Martin

3 Antworten zu dieser Frage
  1. Antwort von nach 50 Minuten 1 hilfreich
    Re: Schwimmbad Waermeverlust
    Sorry keine praktische Erfahrung disbezüglich vorhanden. Grund auf den Kanaren ist so ein Problem nicht relevant.
    Mathematisch sieht die Berrechnung korrekt aus.
    Gruß
    S.M. Fuchs
  2. Antwort von nach 7 Stunden 1 hilfreich
    Re: Schwimmbad Waermeverlust
    Hallo Martin,
    die Erleuchtung findest du direkt am Anfang.
    Die Verdunstung ist ein sehr starker Abkühlmechanismus.
    Denke bitte einfach mal ans Schwitzen.
    Für Wärmeverlustrechnungen werden die Wand und Bodenflächen bei einem eingelassenen Becken garnicht berücksichtigt.
    Die genannten Wärmeveluste von einem Grad bei abgedeckten Becken sind reine Hausnummern.
    Wieviel Wärmeenergie verloren geht hängt von vielen Faktoren ab.
    Hallenbad oder Freibad,
    Temperaturdifferenz Luft-Wasser,
    Luftfeuchtigkeit,
    Abtransport der abgegebenen Wärme (Wind etc.), Wasseroberfläche ruhig oder in Bewegung usw.
    Die Verdunstung spielt hier eine große Rolle.
    Wenn z.B. in einem Hallenbad die Luft kälter als das Wasser ist Verdunstet viel Wasser, das können in einem privaten Standardhallenbad unter umständen auch mal 2-3 Liter die Stunde sein.
    Da zum Verdunsten immer Wärme benötigt wird, wird diese auch dem Wasser entzogen. Daher macht eine Abdeckung auch in einem Hallenbad sinn.
    Allerdings nur wenn die Abdeckzeiten möglichst lang sind. Ansonsten ist es besser die Luft 2-3°C höher zu heizen als das Wasser und die Luft zu entfeuchten oder zu ersetzen. Darum findet man in öffentlichen Bädern kaum Abdeckungen.

    Falls noch Fragen offen sind gerne nochmal melden.

    Gruß

    Christoph

    Rohde Schwimmbadtechnik - 71384 Weinstadt
  3. Antwort von nach 1353 Tagen 0 hilfreich
    Re: Schwimmbad Waermeverlust
    Ich kann mich den Ausführungen von Christoph nur anschließen. Wir machen die Erfahrung, das bei Schwimmbad Besitzern der Aspekt der Heizkosten am Anfang zu wenig berucksichtigt wird.
    Später jedoch möchte man das Bad auch in den kälteren Monaten nutzen. Jedoch sind wegen der hohen Warmeverluste hohe Energiekosten ein Hindernis. Empfehlenswert ist in solchen Fällen eine Erwarmung des Wassers durch Solarmatten. Hier sind zwar gewisse Anschaffungskosten, aber auf Dauer günstiger als das Beheizen durch Durchlauferhitzer. Ob sich das alles wirklich lohnt, muß jeder Betreiber selbst entscheiden.
    Lieben Gruß aus Augsburg
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