Arbeitsrecht
Von: Μоnrое, 13.9.2008 17:09 Uhr
Hallo,

in einem fiktiven Unternehmen gibt es gerade div. Diskussionen bzgl. der Arbeitszeiten. In dem Zuge sind Fragen aufgetaucht. Gearbeitet wird an fünf Tagen jeweils acht Stunden plus eine Stunde festgelegte Mittagspause.

Es gibt also keine Frühstückspause im Vertrag. Kaffeeholen und Trinken, Brötchenessen erlaubt? Am Arbeitsplatz?

Zählt das PC hoch- und runterfahren und Aufräumen des Platzes zur Arbeitszeit? (Meiner Kenntnis ja, aber in diesem fiktiven Unternehmen wird es seitens einiger Arbeitnehmer in Frage gestellt).

Es gibt Diskussionen, dass trotz einer möglichen Zeiterfassung Überstunden erst ab fünfzehn oder dreissig MInuten Mehrarbeit zählen sollen. Argument ist, dass in fünfzehn Minuten nix geschafft wird. Meiner Meinung nach sind fünfzehn Minuten allein nicht viel. Aber in Zusammenhang mit der Restarbeitzeit kann ein Arbeitnehmer in diesen fünfzehn Minuten eine Arbeit sehr produktiv zu Ende bringen.

Gibt es im Web Berichte über die Einführung von Arbeitszeitmodellen mit zusammenfassenden Ergebnissen bzgl. Nutzen/Pro/Kontra?

Im Moment herrscht in diesem fiktiven Betrieb ein ziemlich lockerer Umgang mit der Arbeitszeit an sich. Wer Hunger hat, läuft zum Bäcker und holt sich was. Wenn Mehrarbeit ansteht, wird es halt gemacht. Im Grunde also ziemlich entspannt. Nun soll versucht werden, eine etwas flexiblere Arbeitszeitregelung zu finden.

Meine eigene Erfahrung ist, dass man dies sehr wohl auch mit einem Zeitkonto hinbekommt. Es liegt an jedem Einzelnen, ob er sich für eine Pause ausstempelt oder nicht. Wenn ich oder irgendjemand anders seinen Arbeitgeber beschei... will, dann kann er es mit Gleitzeit genauso wie zwischen 8:00 und 17:00 Uhr.

Vielen Dank für rechtliche Aspekte und Erfahrungswerte.
VG
Monroe



  1. Antwort von Ιnlіmіnе 3
    Re: Ist das so richtig? Arbeitszeit, Gleitzeit
    Hallo.

    In einem anderen fiktiven Unternehmen gab es eine ähnliche Regelung.
    Niemand stempelte aus, wenn er einen Happen essen ging, einige Minuten auf dem Klo saß oder eine Zigarette rauchte.

    Dafür wurden Überstunden erst angerechnet, wenn mehr als 30 Minuten an einem Tag zusammenkamen, dann aber auch die ganze Zeit.
    Stempelzeit 8:20 Stunden = 8:00 angerechnete Stunden
    Stempelzeit 8:31 Stunden = 8:31 angerechnete Stunden.

    Da es fiktive Mitarbeiter gab, die sich mit dieser Regelung benachteiligt fühlten (raucht nicht, trinkt keinen Kaffee und hat eine Riesenblase) und der Arbeitnehmer natürlich ein Recht darauf hat, seine gesamte Arbeitszeit bezahlt zu bekommen, wurde dies geändert.

    Die neue Regelung rechnete alle Arbeitsstunden ohne Abzug einer Karenzzeit an, im Gegenzug wurde verlangt, dass alle Pausen (Kaffee, Kippe, Klo) auch als solche erfasst wurden.

    Konsequenz nach einem halben Jahr:
    Der fiktive Durchschnittsmitarbeiter bekam vor der Neuregelung im Monatsmittel eine knappe Stunde nicht bezahlt, die sich durch die Karenzzeiten ergaben. Sprich: sie blieben abends manchmal ein paar Minuten länger, wurden dafür aber nicht bezahlt.

    Nach der Neuregelung hatten viele Mitarbeiter Mühe, ihre 8 Stunden Arbeitszeit vollzubekommen, und mussten daher regelmäßig abends länger bleiben, um nicht ins Minus zu geraten. Anrechenbare Überstunden entstanden nicht mehr. Und wenn abends keine Arbeit mehr zu tun war, wurden sie nach Hause geschickt, so dass der ein oder andere tatsächlich ins Minus lief. Im Schnitt kamen pro Mitarbeiter 4 Stunden im Monat zusammen, die er nicht bezahlt bekam.

    Ohne jede rechtliche Wertung nur als Meinung: Ich persönlich würde die Vertrauensarbeitszeit immer vorziehen.

    Gruß, Inli
    • Antwort von Wоlfgаng 1
      Re: Ist das so richtig? Arbeitszeit, Gleitzeit
      Hallo,

      gibt es in diesem fiktiven Unternehmen einen BR ?

      &Tschüß

      Wolfgang
      1 Kommentare
      • Kein Betriebsrat
        Guten Morgen,

        Nein
        VG
        Monroe
    • Antwort von һаrrүе 1
      Re: Ist das so richtig? Arbeitszeit, Gleitzeit
      Hallo,

      ich kenne auch ein fiktives Unternehmen, da war alles ohne Zeiterfassung geregelt. Da wurden Überstunden geschoben, ohne dass sie richtig erfasst wurden. Es wurde den Mitarbeitern ein paar Extratage Urlaub genehmigt, in Absprache mit dem Vorgesetzten.
      Dann wurde Zeiterfassung eingeführt. Alle mussten stempeln, auch bei Zigarrettenpausen. Es wurde täglich 1/2 Stunde Mittag automatisch abzogen, ab 9 Std Anwesenheit 3/4 Stunde abgezogen.
      Trotzdem sind wohl alle zufrieden, angeblich bekommt man auf ein sattes Pluskonto, dass man entsprechnend wieder abfeiern kann.
      Zuerst schimpften wohl alle, es hat sich aber letzendlich bewährt.
      Übrigens, PC runter-rauffahren gehört zur Arbeitszeit.
      Gruß
      Harry