Anhängerrückfahrautomatik

Hallo,

meine Anhängerrückfahrautomatik geht nicht mehr. Wenn ich rückwärts fahre, bremsen die Bremsen. An was könnte dies liegen? Die Bremsen habe ich richtig eingestellt. Könnte es am Stoßdämpfer der Auflaufbremse liegen? Was ich mir von der Logik her nicht denken kann. Gibt es vielleicht ein passenderes Forum?

Gruß
Otto

Hallo!

meine :Anhängerrückfahrautomatik :geht nicht mehr. Wenn ich
rückwärts fahre, bremsen die :Bremsen. An was könnte dies
liegen? Die Bremsen habe ich :richtig eingestellt. Könnte :es am Stoßdämpfer der :Auflaufbremse liegen?

Könnte sein. Aber woraus schließt Du, die Bremse richtig eingestellt zu haben?
Vorweg: Bei einer Auflaufbremse hat die Verstellung der Bremsseile einen anderen Effekt als das Verstellen des Abstands Bremsbacken zur Bremstrommel!
In aller Regel liegen bei dem von Dir beschriebenen Effekt die Bremsbeläge zu dicht an der Trommel. Zum Einstellen der Bremse gehst Du wie folgt vor:

  • Löse die Einstellschrauben an den Bremsseilen so weit es irgend geht.

  • Auf dem Bremsträger jedes Rades befindet sich eine Einstellmöglichkeit, von außen mit einem Schraubendreher durch eine Bohrung erreichbar. Dort stellst Du die Bremsbacken an allen Rädern so ein, daß sie an der Trommel anliegen. Das hörst Du und spürst es, wenn Du am Rad drehst. Sodann machst Du den Abstand von Bremsbacken und Trommel an allen Rädern um den gleichen Betrag größer, z. B. um 5 Rastungen, wenn Du mit dem Schraubendreher durch das Loch im Bremsträger arbeitest.

  • Kurze Probefahrt rückwärts. Eine Bremswirkung beim Bremsen in Vorwärtsfahrt per Auflaufbremse kannst Du wegen der gelösten Bremsseile nicht erwarten. Es geht nur um die richtige Einstellung der Bremsbacken. Blockieren die Räder noch bei Rückwärtsfahrt, drehst Du die Bremsbacken an allen Rädern um weitere 5 Rastungen zurück. Erneute Probefahrt rückwärts. Es wird funktionieren!

  • Wenn die Rückwärtsfahrt einwandfrei funktioniert, stellst Du die vom Auflaufmechanismus betätigten Bremsseile ein. Eingestellt wird so, daß die Bremsseile gerade straff liegen, ohne jedoch die Bremsbacken aus ihrer Ruhestellung zu bewegen. Achte beim Einstellen der Bremsseile darauf, daß der in der Mitte unter dem Anhänger befindliche Ausgleichshebel (an dem alle Bremsseile mit Verstellmöglichkeit hängen) ungefähr gerade steht.

Der von Dir beschriebene Effekt hat nichts mit der Auflaufbremse zu tun, ist vielmehr eine Eigenart von Trommelbremsen. Je nach Drehrichtung des Rades zieht sich nämlich bei einer zu stramm eingestellten Trommelbremse eine Bremsbacke von alleine an die Trommel und blockiert diese.

Gruß
Wolfgang

Hallo!

Ohne an Deiner Ausführung zweifeln zu wollen, meint er sicherlich die Rückfahrsperre in der Auflaufautomatik. Es gibt da einen druckpunkt, wenn der durch das Rückwärtsfahren überschritten wird, nimmt die Bremsvorrichtung den Druck/Zug auf die Bremsseile zurück und Du kannst Problemlos rückwärts fahren mit nur leicht angelegter Bremse. Hat mein Anhänger auch.

gruß

dennis

Hallo,

meine Anhängerrückfahrautomatik geht nicht mehr. Wenn ich
rückwärts fahre, bremsen die Bremsen. An was könnte dies
liegen? Die Bremsen habe ich richtig eingestellt. Könnte es am
Stoßdämpfer der Auflaufbremse liegen? Was ich mir von der
Logik her nicht denken kann. Gibt es vielleicht ein
passenderes Forum?

Hast Du die Auflaufeinrichtung schon mal an den Fettnippeln regelmäßig geschmiert ? Sind zwei Stück da…

gruß

dennis

Hallo

Könnte sein. Aber woraus schließt Du, die Bremse richtig
eingestellt zu haben?

Ich habe nach der Betriebsanleitung, die beschreibt, dass bei bei blockierender Rückfahrautomatik, die Bremsbacken zu fest angezogen seien, diese nach und nach lockerer eingestellt.

Vorweg: Bei einer Auflaufbremse hat die Verstellung der
Bremsseile einen anderen Effekt als das Verstellen des
Abstands Bremsbacken zur Bremstrommel!
In aller Regel liegen bei dem von Dir beschriebenen Effekt die
Bremsbeläge zu dicht an der Trommel.

Durch stufenweise Lockerung habe ich keinen Erfolg erzielt.

Zum Einstellen der Bremse
gehst Du wie folgt vor:

  • Löse die Einstellschrauben an den Bremsseilen so weit es
    irgend geht.

habe ich dann an der Bremsstange gemacht.

  • Auf dem Bremsträger jedes Rades befindet sich eine
    Einstellmöglichkeit, von außen mit einem Schraubendreher durch
    eine Bohrung erreichbar.

Bei mir eine 17 mm-6-kant Schraube.

Dort stellst Du die Bremsbacken an
allen Rädern so ein, daß sie an der Trommel anliegen. Das
hörst Du und spürst es, wenn Du am Rad drehst.

habe ich gemacht.

Sodann machst
Du den Abstand von Bremsbacken und Trommel an allen Rädern um
den gleichen Betrag größer, z. B. um 5 Rastungen, wenn Du mit

dem Schraubendreher durch das Loch im Bremsträger arbeitest.

  • Kurze Probefahrt rückwärts. Eine Bremswirkung beim Bremsen
    in Vorwärtsfahrt per Auflaufbremse kannst Du wegen der
    gelösten Bremsseile nicht erwarten. Es geht nur um die
    richtige Einstellung der Bremsbacken. Blockieren die Räder
    noch bei Rückwärtsfahrt, drehst Du die Bremsbacken an allen
    Rädern um weitere 5 Rastungen zurück. Erneute Probefahrt
    rückwärts. Es wird funktionieren!

Bei mir ohne Rastungen, also stufenlos. Ich habe dann stufenweise bis zu einer Umdrehung der Stellschraube den Abstand vergrößert.

  • Wenn die Rückwärtsfahrt einwandfrei funktioniert,

hat funktioniert.

stellst Du
die vom Auflaufmechanismus betätigten Bremsseile ein.
Eingestellt wird so, daß die Bremsseile gerade straff liegen,
ohne jedoch die Bremsbacken aus ihrer Ruhestellung zu bewegen.

Ich habe die Verstellung auf der Bremsstange die vom Schubrohr betätigt wird (eine Seite Linksgewinde, andere Seite Rechtsgewinde und auf die Bremsseile wirkt) stufenweise verstellt und jedesmal die Bremswirkung und die Rückfahrsperre geprüft. Doch bevor ich eine ausreichende Bremswirkung durch Auffahren erreichte hat die Rückfahrautomatik nicht mehr funktioniert - beim Rückwärtsfahren haben die Bremsen blockiert.

Achte beim Einstellen der Bremsseile darauf, daß der in der
Mitte unter dem Anhänger befindliche Ausgleichshebel (an dem
alle Bremsseile mit Verstellmöglichkeit hängen) ungefähr
gerade steht.

Der von Dir beschriebene Effekt hat nichts mit der
Auflaufbremse zu tun, ist vielmehr eine Eigenart von
Trommelbremsen. Je nach Drehrichtung des Rades zieht sich
nämlich bei einer zu stramm eingestellten Trommelbremse eine
Bremsbacke von alleine an die Trommel und blockiert diese.

Könnte es sein, dass abgenützte Bremsbacken und die Mechanik die Ursache sein könnten? Der Wohnanhänger hat ca. 30.000 km. Die Bremsbacken und die Mechanik könnten erst nach Entfernung der 36 mm Achsmutter und der davorliegenden, tiefliegenden Simmerringe mit Spezialwerkzeug besichtigt werden.

Gruß
Otto

Gruß
Wolfgang

Hallo Dennis,
hab ich
Gruß
Otto

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Hallo,

Könnte es sein, dass abgenützte Bremsbacken und die Mechanik
die Ursache sein könnten? Der Wohnanhänger hat ca. 30.000 km.
Die Bremsbacken und die Mechanik könnten erst nach Entfernung
der 36 mm Achsmutter und der davorliegenden, tiefliegenden
Simmerringe mit Spezialwerkzeug besichtigt werden.

Wenn Dir der Zustand der Bremsbacken unbekannt ist, würde ich dies als Überlegung mit einbeziehen. Ist das so kompliziert, die Bremstrommeln abzunehmen ? Bei meinem, reicht es die große Radlagermutter zu entfernen und dann hat man die Bremstrommel in der Hand…

gruß

dennis

Hallo Otto!

Könnte es sein, dass abgenützte Bremsbacken und die Mechanik
die Ursache sein könnten?

Ja, könnte sein.

Die Bremsbacken und die :Mechanik könnten erst nach :Entfernung der 36 mm :Achsmutter und der :davorliegenden, tiefliegenden
Simmerringe mit :Spezialwerkzeug :besichtigt werden.

Das wäre eine ungewöhnliche Konstruktion. Die Gummidichtung, die Du nach Entfernen der dicken Befestigungsmutter siehst, ist nur eine Abdichtung des fettgefüllten Radlagers. Das Radlager ist in die Bremstrommel eingepresst und sitzt auf einem Zapfen auf dem Bremsträger, der seinerseits wiederum über eine Schwinge an einem Torsionsstab hängt. Aber das muß Dich alles gar nicht interessieren. Nach Entfernen der 36mm-Mutter muß sich die Bremstrommel per Hand vom Lagerzapfen ziehen lassen. Es kann sein, daß die Bremstrommel ziemlich hartnäckig an den eingeschliffenen Bremsbacken hängt. Bremsbacken müssen also ganz weit zurück gestellt werden und trotzdem können sie noch an einem im Laufe der Zeit in der Bremstrommel entstandenen Kragen hängen. Das tun die Bremsbacken besonders gerne, nachdem man an der Verstellmöglichkeit drehte. Diese Verstellung wirkt nämlich direkt nur auf eine der beiden Bremsbacken, die andere wird automatisch über einen Hebel mitgenommen. Die mit einem Stift und einer Andruckfeder auf dem Bremsträger fixierten Bremsbacken kann man überreden, sich zu zentrieren, indem man die Bremse am Bowdenzug des Bremsseils oder an der Zugstange der Bremse per Hand einmal kräftig betätigt. Danach sollte sich die Bremstrommel samt Radlager evtl. unter leichter Überzeugungsarbeit per Gummihammer (kein Stahlhammer!) vom Zapfen abziehen lassen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Otto!

Du erwähnst 30.000 km, die der Anhänger hinter sich hat. Der Verdacht liegt nahe, daß Du neue Bremsbeläge brauchst. Wenn Du mit dem Festnieten von Bremsbelägen ungeübt bist, tue Dir das nicht an, sondern kaufe komplette Bremsbacken. Bevor Du die neuen Bremsbacken einbaust, feile eine Fase an die Kanten der Beläge. Die alten Bremsbacken werden sich in die Bremstrommel eingeschliffen haben, so daß außen ein Kragen entstanden sein wird, der ziemlich sicher auch noch von einer dicken, narbigen Rostschicht bedeckt sein wird. Wenn Du eine Drehbank zur Hand hast, drehe den Kragen ab und ziehe einen hauchdünnen Span von der Bremsfläche ab. Danach sind die Trommeln wie neu. Steht keine Drehbank zur Verfügung, tuts auch ein Dreikantschaber, mit dem sich der dick auftragende Rost gut entfernen läßt. Die Trommel dankt es Dir, indem sie sich leichter über die neuen Bremsbelage mit den angefasten Kanten schieben läßt.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang und Dennis,

zunächst vielen Dank für eure Tipps. Jetzt habe ich eine Trommel abgenommen. Problem war zunächst, dass ich keine passende Zange für den tiefliegenden Sprengring habe. Dies konnte ich mit Basteln lösen.
Die Belagstärke beträgt noch 3,5 mm. Die Beläge sind geklebt. Wären sie genietet, würde ich sie als abgenutzt ansehen. So können aber keine Nieten die Belaggrenze definieren. Wenn ich aber mal schon so weit bin, wäre es sicher sinnvoll oder gar erforderlich, die Bremsbacken zu ersetzen mit der Hoffnung, dass die Rückfahrautomatik dann wieder funktioniert? Was meint ihr? Es ist auch so gut wie kein Rostkragen vorhanden.
Was ich trotz Inaugenscheinnahme noch nicht begriffen habe: wie die Rückfahrautomatik eigentlich funktioniert. Denn sowohl beim Bremsen als auch beim Rückwärtsfahren wird die Schubstange nach hinten geschoben und damit werden die Bremsseile angezogen. Ist da nicht doch der Stoßdämpfer mit im Spiel? Ich habe jedoch keine Erklärung dafür.

Gruß
Otto

Gruß
Otto

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Zusatzfrage
hat die Achsmutter auf der rechten Seite ein Linksgewinde? Bei 280 Nm kann man das ja nicht so einfach testen.

Gruß
Otto