Deutsche Sprache
Von: Μаrkuѕ (abgemeldet), 13.10.2003 14:43 Uhr
hi

manchmal höre ich beide ausdrücke, benützen hört sich ein wenig komisch an. was ist der unterschied, wenns einen gibt.

grüsse

markus



  1. Re: benutzen oder benützen???
    Meiner Meinung nach benutzen - der Unterschied ist, dass benuetzen falsch ist, aber wohl wie vieles in Dialekten etc als Norm verwandt wird.
    Sprachexperten, korrigiert mich, falls das eine sehr unqualifizierte Aussage ist!
    Gruss,
    Isabel [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    4 Kommentare
    • von Μаrkuѕ (abgemeldet) 3
      Re^2: benutzen oder benützen???
      Hallo Isabell Meiner Meinung nach benutzen - der Unterschied ist, dass
      benuetzen falsch ist, aber wohl wie vieles in Dialekten etc
      als Norm verwandt wird.
      => Richtiges und Falsches entstehen keineswegs nach einem logisch
      geschlossenen Regelwerk o.ä., sondern ergeben sich aus dem
      Sprachgebrauch. Eine Grammatik ist also nur zum Teil eine Aufstellung
      von systematisch-logisch begründeten Regeln. Einen weiteren Teil
      macht die schlichte Beschreibung dessen aus, was an Sprachphänomenen
      vorgefunden wird. Hat eine Formulierung eine bestimmte Verbreitung
      gefunden, gilt sie als gebräuchlich.



      Gruß
      Markus
    • Re^3: benutzen oder benützen???
      Das kann ich gut nachvollziehen - okay, was in einem Dialekt existiert, kann damit nicht falsch sein. 'Falsch' war das 'falsche' Wort - aber ich denke, es ist besser, immer auf Nummer Sicher zu gehen, und zB weder im Journalismus noch in Bewerbungsschreiben, oder allgemeine 'business communications' Begriffe und Schreibweisen zu verwenden, die nur im Dialekt als richtig gelten koennen.

      Aber das mit dem Sprachgebrauch kennen wir ja - wegen mit Dativ etc etc - und sonst haette es auch keine Rechtschreibreform gegeben.
      Also danke fuer Deinen Kommentar,
      Gruss,
      Isabel => Richtiges und Falsches entstehen keineswegs nach einem
      logisch
      geschlossenen Regelwerk o.ä., sondern ergeben sich aus dem
      Sprachgebrauch. Eine Grammatik ist also nur zum Teil eine
      Aufstellung
      von systematisch-logisch begründeten Regeln. Einen weiteren
      Teil
      macht die schlichte Beschreibung dessen aus, was an
      Sprachphänomenen
      vorgefunden wird. Hat eine Formulierung eine bestimmte
      Verbreitung
      gefunden, gilt sie als gebräuchlich.



      Gruß
      Markus
    • Re^4: benutzen oder benützen???
      Guten Abend

      Ich bin im süddeutschen bzw. schweizerischen Sprachraum zu Hause. Für mich und für sprachlich versierte FreundInnen (Redaktoren), sind die beiden Begriffe nicht absolut identisch (ich hab' soeben nachgefragt).

      "benützen" wird sachbezogen, eher emotionsfrei gebraucht:
      Diesen Raum benütze ich als Gastzimmer.

      "benutzen" dagegen hat einen eher entwertenden Touch, im Sinn von ausnützen:
      Um der Strafanzeige zu entgehen, habe ich XY als Alibi benutzt.

      Gruss - Arnica [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    • Re^5: benutzen oder benützen???
      Guten Abend, Arnica,

      das: "benützen" wird sachbezogen, eher emotionsfrei gebraucht:
      Diesen Raum benütze ich als Gastzimmer.
      "benutzen" dagegen hat einen eher entwertenden Touch, im Sinn
      von ausnützen:
      Um der Strafanzeige zu entgehen, habe ich XY als Alibi
      benutzt.
      klingt nach einer "typischen süddeutschen" Rationalisierung.

      So hat mir ein Journalist einreden wollen:
      "ich bin gestanden" bedeute: ich bin auf meinen Beinen gestanden. "Ich habe gestanden" aber meine: ich habe ein Verbrechen zugegeben.

      Dass das eine Verb "stehen", das andere "gestehen" heißt, hat der aus Betriebsblindheit gar nicht realisiert. Das ganze ist ein müder Kalauer a la Tünnes und Schäl.

      Ich sehe keinen Unterschied zwischen benutzen und benützen.

      Gruß in Thurer Land!

      Fritz
  2. Antwort von tоbіаѕ wаntzеn (abgemeldet) 1
    Re: benutzen oder benützen??? - beides
    hi,

    der wahrig lässt beides zu: "benutzen, benützen tr.1" steht da zu lesen. der wahrig "deutsches wörterbuch" nennt "benützen" als "orthografische variante" und verweist auf "benutzen".

    vielleicht kann jemand noch was ethymologisches dazu sagen und licht ins dunkel bringen :o)

    gruß
    tobias
    • Antwort von Αnоnүm (abgemeldet) 6
      Re: benutzen oder benützen???
      Hallo Markus!

      Also soweit wuerde ich nicht gehen, benuetzen als falsch zu bezeichnen. Immerhin wird das Wort in ganz Oesterreich und auch in Sueddeutschland und der Schweiz verwendet. Im Norden des deutschen Sprachraums sagt man eher benutzen (was fuer mich irgendwie mangelhaft klingt) ;o)

      Liebe Gruesse und immer die richtigen Woerter benuetzen! ;o)
      Bethje
      7 Kommentare
      • von mаfеu 0
        Re^2: benutzen oder benützen???
        Hallo Markus!
        Zufall, aber passt ;-) Im Norden
        des deutschen Sprachraums sagt man eher benutzen (was fuer
        mich irgendwie mangelhaft klingt) ;o)
        Aber du nutzt ja auch dieses Forum, weil es dir einen Nutzen bringt, und das ohne ü, oder? Liebe Gruesse und immer die richtigen Woerter benuetzen! ;o)
        Naja...
        Gruß, Markus

        *ggg* stell dir vor, die Römer hätten plötzlich gesagt "cärpe diem"... ;-)
      • von Αnоnүm (abgemeldet) 1
        Re^3: benutzen oder benützen???
        Hallo Markus! Aber du nutzt ja auch dieses Forum, weil es dir einen
        Nutzen bringt, und das ohne ü, oder?
        aber du fragst dich doch, was es dir nuetzt etwas bestimmtes zu tun. Warum soll man dann nicht auch benuetzen sagen koennen? Warum sagen wir Topfen und ihr Quark, wir Karfiol und ihr Rosenkohl, wir Gelse und ihr Muecke...?! Aber gerade diese Unterschiede machen die Sprache doch erst recht interessant, oder? ;o) *ggg* stell dir vor, die Römer hätten plötzlich gesagt
        "cärpe diem"... ;-)
        gab es die Umlaute nicht erst nach den Lautverschiebungen?!

        Gruesse
        Bethje
      • von еklаѕtіс (abgemeldet) 0
        off topic: Karfiol
        Hallo Bethje, Warum sagen wir Topfen und ihr Quark, wir
        Karfiol und ihr Rosenkohl, wir Gelse und ihr Muecke...?!
        Ich dachte immer, Karfiol sei Blumenkohl??
        [und bei uns heisst Rosenkohl sehr appetitlich "Brokkel"]

        Gruesse, Elke
      • von Αnоnүm (abgemeldet) 0
        Re: off topic: Karfiol
        Hi elke! Ich dachte immer, Karfiol sei Blumenkohl??
        [und bei uns heisst Rosenkohl sehr appetitlich "Brokkel"]
        Heisst Rosenkohl dann bei uns Brokkoli?!

        restlos verweirrt,
        Bethje :o)
      • von еklаѕtіс (abgemeldet) 0
        Re^2: off topic: Karfiol
        Hallo Bethje,
        probier mal Google "Bilder" ..;-)
        Nein, Brokkoli ist Brokkoli (der ist viel zu modern, um Dialektausdruecke zu haben). Rosenkohl ist auf englisch 'brussel sprout', das sind die kleinen Minikohlkoepfe (so etwa walnussgross). Brokkoli sieht aus wie gruener Blumenkohl, aber waechst anders (nicht als Ball).
        Aber wie Rosenkohl bei euch heisst, weiss ich nicht.
        Eh alles Gemuese...
        Gruesse, Elke
      • Re^3: off topic: Karfiol
        Hallo Bethje und Elke!

        Kennt ihr das denn nicht:

        Norddeutsch - Mitteldeutsch – Süddeutsch – Österreichisch – Schweizerdeutsch

        Nota bene: Es wird nie die völlige Identität der genannten Sachen behauptet!
        Auch wurde oft darauf verzichtet, dialektale Auspracheformen neben den "hochdeutschen" Begriffen eigens zu erwähnen, also etwa: Riewekooche zu Reibekuchen oder Pannekooche zu Pfannkuchen

        Salate, Gemüse, Obst

        Aprikosen - Marillen
        Grapefruit – Pampelmuse
        Orange – Apfelsine
        Zwetschken – Pflaumen - Prumme
        Johannisbeere – Johannestraube Kanzbeere - Ribisel – Träuble
        Erdbeeren.- Breschtling/Breschling – Erbele
        Blaubeeren – Schwarzbeere – Heidelbeeren – Bickbeeren – Morbele
        Brombeeren – Bromle
        Himbeeren – Impele
        Stachelbeeren – Knurschele/Knürschele - Agrasl
        Rosinen - Rosinge - Zibeben - Korinthen – Sultaninen
        Karotten – Möhren - Mohrrüben - Gelbe Rüben - Rüebli – Wurzeln - Murre
        Tomaten - Paradeiser
        Kartoffeln - Erdäpfel – Earpel - Erdbirnen /Äbbiara – Herdöpfel - Grundbirnen /Grombire /Grumbiere/Grumperre
        Blumenkohl - Karfiol
        Rosenkohl – Kohlsprossen – Spruute
        Kohlrabi – Choleräbli (CH) - Kohlraben
        Kohlrübe - Zuckerrübe - Angersche(?) - Runkelrübe.- Burgunder(?)rübe – Knolle
        Rote Rübe - Rote Bete - Rane/Rone – Randig - Randen (CH)
        Kraut - Weißkraut – Kappes
        Blaukraut - Rotkraut - Rotkohl
        Wirsing – Kohl – Schawur – Grünkohl – Braunkohl - Krauskohl
        Kopfsalat - grüner Salat - Häuptelsalat – Blattsalat
        Rapunzel - Feldsalat – Feldschloot - Ackersalat - : Nüsslisalat - Sunnewirbeli - Ritscherle – Vogerlsalat - Nissl
        Paprika – Paprikaschote (?) – Pepperoni - Pfefferonen
        Meerrettich - Kren
        Rettich - Radi -
        Bohnen - grüne Bohnen – Brechbohnen - Wachsbohnen – Fisolen – Schnittbohnen – Prunkbohnen - Feuerbohnen - Scharndln
        Erbsen - Eatze
        Mais - Welschkorn - Kukuruz
        Pilze – Schwammerl – Pfifferl
        Pfifferlinge – Gelberla - Eischwammerln
        Kiefern/Tannenzapfen – Butzelküh - Butzeln


        Ganz unten in der Artikelliste im Dialektbrett.

        Fritz
      • von Αnоnүm (abgemeldet) 0
        Re^3: off topic: Karfiol
        Ok alles klar

        Blumenkohl ist Karfiol
        Brokkoli ist Brokkoli
        Rosenkohl sind Kohlsprossen o) Raetsel geloest!
        Gruesse,
        Bethje
    • Antwort von Јrіеläсһеr (abgemeldet) 0
      Oh wie scheen ist Eestereich.
      Benützen ist glaube ich die offizielle Variante in Österreich. In Zeitung wird man auch "Benützung" lesen. In Deutschland wäre die u-Version richtig. Die Ösis haben halt ein paar Umlauteigenheiten. Anstatt "farbig" sagen s' glaub i a "färbig" und bei "haltig" "hältig".

      Manchmal werden auch Umlaute weggelassen. "Tragst des dort amal hin."
      1 Kommentare
      • Der melodische Süden!
        Das ist richtig.
        Abgesehen vom Alemannischen ist das Süddeutsche "vokalischer", "umlautfreundlicher".

        der Plural von Wagen => die Wägen,
        du backst => bäckst,
        schwatzen => schwätzen

        und viel andere mehr.

        Fritz