Deutsche Sprache
Von: Tiburón, 18.6.2004 17:09 Uhr
Hallo nochmal, Gruß,
Re (macht man da wirklich n Komma? Wäre ne gute
Diskussionsgrundlage für das "Deutsche Sprache"-Forum ;-)
)

Nein, nach NDR kommt da kein Komma hin.
Also ich bin der Meinung, daß da noch nie n Komma hinkam. Weder nach der ADR noch nach der NDR. So hab ich's gelernt. Das mit dem Komma, kenne ich erst, seitdem ich englische Briefe und eMails schreibe.

Grüßeohne Komma Anwar
Tibu



  1. Antwort von Florian Agreiter 0
    Kein Komma
    Hallo Tiburón,

    beim Briefschluss steht kein Komma - weder nach der alten noch nach der neuen Rechtschreibung.

    Ein Satzzeichen steht nur dann, wenn die Grußformel in den Brieftext eingebunden ist.
    Beispiel:   Wir freuen uns auf Ihre Antwort und verbleiben
                mit freundlichen Grüßen.
                Firma Musterbau

    Ansonsten:  Mit freundlichen Grüßen
                Max Mustermann

    Apropos Interpunktion im Brief: Es wäre auch korrekt, dich mit „Hallo, Tiburón“ zu begrüßen.
    Da „hallo“ eine Interjektion (Ausrufewort) ist (und nach einer solchen gewöhnlich ein Komma steht), wäre das Komma nach dem Hallo in der Begrüßung korrekt.
    Man setzt es für gewöhnlich nicht, da das Hallo in der Begrüßung in der Regel nicht besonders betont wird.

    Liebe Grüße
    Florian
    13 Kommentare
    • von Schorsch (abgemeldet) 0
      Nachfrage
      Hallo Florian, Apropos Interpunktion im Brief: Es wäre auch korrekt, dich mit
      „Hallo, Tiburón“ zu begrüßen.
      Da „hallo“ eine Interjektion (Ausrufewort) ist (und
      nach einer solchen gewöhnlich ein Komma steht), wäre das Komma
      nach dem Hallo in der Begrüßung korrekt.
      Wie sieht's denn aus, wenn ich statt 'Mit freundlichen Grüßen' mit einem einfachen Pfüat di, Ade oder schlicht Gruß beschliesse - zählt das auch unter Interjektion, oder ist hier ebenfalls das Komma fortzulassen?

      Gruss,
      Schorsch
    • Re: Nachfrage
      Wie sieht's denn aus, wenn ich statt 'Mit freundlichen Grüßen'
      mit einem einfachen Pfüat di, Ade oder schlicht Gruß
      beschliesse [...]
      Hallo Schorsch,

      beim (freistehenden) Briefschluss steht kein Komma.

      also: Pfüeti [Gott]
      Schorsch
      oder: Ade
      Schorsch
      In der Begrüßung wäre beides möglich:

      entweder: Pfüeti Hans, [...]
      oder: Pfüeti, Hans, [...]
      Liebe Grüße
      Florian
    • von Uschi (abgemeldet) 0
      Re^2: Nachfrage
      Hallo Florian, In der Begrüßung wäre beides möglich:

      entweder: Pfüeti Hans, [...]
      oder: Pfüeti, Hans, [...]
      da muss ich dir aber doch entschieden widersprechen! Pfüeti ist in keinem Fall in der Begrüßung möglich, da es sich dabei ausschließlich um einen Abschiedsgruß handelt!
      Nur "Servus" kann beides sein, Begrüßung UND Verabschiedung.

      Gruß
      Uschi

      PS: Pfüeti bedeutet so viel wie: Behüte dich (Gott)!
    • von Gudrun 1
      Re: Kein Komma - ohne jede Ausnahme
      Hallo Florian, beim Briefschluss steht kein Komma - weder nach der
      alten noch nach der neuen Rechtschreibung.

      Ein Satzzeichen steht nur dann, wenn die Grußformel in den
      Brieftext eingebunden ist.
      Beispiel:   Wir freuen uns auf Ihre Antwort und verbleiben
                  mit freundlichen Grüßen.

      (durchgestrichen: das war ich!)

      Nein, auch dann kein Satzzeichen

      Wir hatten das hier im Forum vor noch nicht allzu langer Zeit, da gab es auch einen Link, den ich mir aber nicht gemerkt habe.

      Und um Tibus Ausgangsfrage komplett zu beantworten:

      Gruß Gudrun <----auch kein Komma, auch dann nicht ...

      Gruß
      Gudrun <----... wenn ich zum Grüßen zwei Zeilen verwende.
    • Leider nicht ganz richtig, Gudrun
      Ein Satzzeichen steht nur dann, wenn die Grußformel in den
      Brieftext eingebunden ist.
      Beispiel:   Wir freuen uns auf Ihre Antwort und verbleiben
                  mit freundlichen Grüßen.

      (durchgestrichen: das war ich!)

      Nein, auch dann kein Satzzeichen

      Wir hatten das hier im Forum vor noch nicht allzu langer Zeit,
      da gab es auch einen Link, den ich mir aber nicht gemerkt
      habe.
      Hallo Gudrun,

      zwar weiß ich nicht, welche Seite diese Aussage trifft, dennoch bin ich mir sicher, dass in meiner Ausnahme der Punkt stehen muss.

      Die reguläre Interpunktion ist anzuwenden, wenn die Grußformel in den Text einbezogen ist.
      Hierzu ein Auszug aus dem Duden „Richtiges und gutes Deutsch“: Die Grußformel beginnt normalerweise mit einem großen
      Anfangsbuchstaben und steht ohne Punkt oder Ausrufezeichen. Wird
      sie jedoch in den Briefschluss einbezogen, gilt die reguläre
      Zeichensetzung und Groß- und Kleinschreibung:
      Ich hoffe Ihnen damit gedient zu haben und grüße Sie
      mit vorzüglicher Hochachtung.
      (c) Dudenverlag
      Siehe auch: http://www.duden.de/index2.html?service/newsletterar...

      Auf deine Antwort freuend verbleibe ich
      mit lieben Grüßen. (mit Punkt, da in den Text eingebunden)
      Florian

      aber:

      Liebe Grüße (hier ohne Satzzeichen, da die Grußformel – wie üblich – unabhängig steht)
      Florian
    • von Uschi (abgemeldet) 1
      Andere Meinung
      Hallo Florian, Hierzu ein Auszug aus dem Duden „Richtiges und gutes Deutsch“: Die Grußformel beginnt normalerweise mit einem großen
      Anfangsbuchstaben und steht ohne Punkt oder Ausrufezeichen. Wird
      sie jedoch in den Briefschluss einbezogen, gilt die reguläre
      Zeichensetzung und Groß- und Kleinschreibung:
      Ich hoffe Ihnen damit gedient zu haben und grüße Sie
      mit vorzüglicher Hochachtung.
      (c) Dudenverlag
      Das ist richtig, denn dabei handelt es sich um einen kompletten Satz. Auf deine Antwort freuend verbleibe ich
      mit lieben Grüßen. (mit Punkt, da in den Text eingebunden)
      Florian
      Das sehe ich anders. "verbleiben" braucht ein Prädikatsnomen (bzw. den Gleichsetzungsnominativ), damit der Satz komplett und damit richtiges Deutsch ist. Du müsstest also deinen Namen vor den Punkt setzen: ....verbleibe ich mit lieben Grüßen Florian.

      Gruß
      Uschi
    • Re: Ganz andere Meinung
      Hallo, Uschi, Gudrun und Florian,

      die Frage, ob Komma oder nicht - ich setze keins nach der Schlussfloskel, wohl aber eins nach der Anrede "Hallo, -, mal beiseite gesetzt, finde ich diese Art von Schlussfloskel doch sehr veraltet.

      Diese Art der Unterwürfigkeitsbezeugung bzw. der Captatio Benevolentiae gehört doch in die Mottenkiste des Kanzleistils der Kaiserzeit.

      In dem Briefsteller, mit dem ich meinen Schülern zeige, wie man an Ämter und Behörden, an Vermieter oder Arbeitsgeber und sonstige Leute schreibt, kommt kein einziges Mal so eine Floskel vor.

      Man beendet die Darstellung seines Anliegens, setzt einen Punkt, fügt einen Absatz ein und dann kommt die Schlussfloskel.

      Mit freundlichen Grüßen
      Fritz
    • von Uschi (abgemeldet) 2
      Anderes Thema?
      Lieber Fritz,

      bei mir rennst du damit ja offene Türen ein. Darum geht es aber doch eigentlich hier nicht, oder?
      Es geht darum, ob der Punkt in Florians Beispiel korrekt ist oder nicht. Er ist es nicht. Punkt.

      Grüße
      Uschi
    • von Schnoof 0
      Re: Andere Meinung
      Auf deine Antwort freuend verbleibe ich
      mit lieben Grüßen. (mit Punkt, da in den Text eingebunden)
      Florian
      Das sehe ich anders. "verbleiben" braucht ein Prädikatsnomen
      (bzw. den Gleichsetzungsnominativ), damit der Satz komplett
      und damit richtiges Deutsch ist. Du müsstest also deinen Namen
      vor den Punkt setzen: ....verbleibe ich mit lieben
      Grüßen Florian.
      Ich verbleibe Florian? Das klingt aber nicht korrekt. Ich konnte auch nirgens lesen, daß verbleiben allein nicht stehen darf. "Wollen wir so verbleiben?" Das ist ein vollständiger korrekter Satz.

      Bis denne
      Schnoof
    • von Uschi (abgemeldet) 0
      Duden
      Ich verbleibe Florian? Das klingt aber nicht korrekt. Ich
      konnte auch nirgens lesen, daß verbleiben allein nicht stehen
      darf. "Wollen wir so verbleiben?" Das ist ein vollständiger
      korrekter Satz.
      Hallo Schnoof,

      verbleiben hat mehrere "Funktionen". Ich darf zur Untermauerung meiner Antwort aus dem Duden zitieren:

      b) <mit Gleichsetzungsnominativ> bleiben (1 c):
      er verblieb zeit seines Lebens ein Träumer;
      in Grußformeln am Briefschluss: in Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich Ihr N. N.;
      ich verbleibe mit freundlichen Grüßen Ihre N. N.;

      In diesem Fall hat es eben die Funktion von "bleiben" und das braucht dieses Prädikatsnomen.

      Gruß
      Uschi
    • von Gudrun 1
      neue Beispiele sind nicht vergleichbar
      Hallo Florian,

      ein beliebtes "Spiel" in diesem Forum ist es, auf eine ganz bestimmte Beispiel-Frage mit einer Antwort zu einem ganz anderen Beispiel zu reagieren oder - so wie Du - auf meinen Einwand an Deinem gestrigen Beispiel zwei neue Beispiele zu präsentieren, die mit dem ersten nicht vergleichbar sind.

      Das war jetzt mein augenzwinkernder "Senf zum Sonntag". ;-)

      Ich bleibe dabei: ohne Punkt (Dank an Uschi für die Erklärung), es gehört aber natürlich eine Leerzeile dazwischen:

      "Wir freuen uns auf Ihre Antwort und verbleiben

      mit freundlichen Grüßen"



      Deine zwei heutigen Beispiele würde ich - wenn ich sie überhaupt verwendete - auch mit Punkt am Ende schreiben, aber dann tatsächlich im Textfluß, d.h. ohne Zeilenschaltung (die ohne mein Zutun jetzt leider entsteht, weil das Forum-Fenster nicht so breit wie ein Briefbogen ist):

      "Ich hoffe Ihnen damit gedient zu haben und grüße Sie mit vorzüglicher Hochachtung."

      "Ich hoffe, dass wir uns recht bald wiedersehen, und grüße Sie in alter Verbundenheit."


      Ganz nebenbei: die Komma-Setzung in diesen beiden DUDEN-Sätzen ist mir rätselhaft, aber das ist wohl ein anderes Thema!

      Dir wünsche ich noch einen schönen Rest-Sonntag und verbleibe

      mit freundlichem Gruß

      Gudrun
    • Die neuen Beispiele sind vergleichbar!
      Hallo Gudrun,

      durchaus sind die Beispiele von gestern mit den heutigen vergleichbar. Der Duden bezieht sich ebenso auf den Briefschluss und bringt genau das zum Ausdruck, was ich auch zum Ausdruck bringen wollte.

      Auch mich wundert, dass der Duden an dieser Stelle auf die Kommata verzichtet – nach der neuen Rechtschreibung ist dies möglich, entspricht m. W. aber nicht der Empfehlung der Duden-Redaktion.

      Unser geliebter Duden sagt, das Adjektiv „verbleiben“ stehe im Briefschluss mit dem Gleichsetzungsnominativ. Dies gilt wohl für den unverbundenen Briefschluss. In meinem Beispiel, das nun wirklich ein rein exemplifikatorisches (!) Konstrukt ist, kann m. E. kein Gleichsetzungsnominativ stehen – außerdem ist das von mir angeführte Beispiel nicht der klassische (freistehende) Briefschluss, sondern ein Ausnahmefall.

      Zu Uschis Vorschlag: Auf deine Antwort freuend verbleibe ich
      mit lieben Grüßen Florian.
      Der Satz soll aussagen: „Ich verbleibe (mit lieben Grüßen) [und warte auf deine Antwort].“ Würde man nach den Grüßen den Vornamen Florian (als Subjektsprädikativum) anhängen, würde die Aussage verfälscht werden. Dann hieße es nämlich: „Ich verbleibe [...] Florian.“

      Liebe Grüße
      Florian
    • von Gudrun 1
      Bei mir nicht!
      Hallo Florian, durchaus sind die Beispiele von gestern mit den heutigen
      vergleichbar.
      ich sehe einen Unterschied, ob der "Gruß" im Sinne des Wortes irgendwo mitten im letzten Satz des Textes steht oder eben wirklich "untendrunter"!
      Einen weiteren Unterschied sehe ich zwischen Geschäfts- und Privatbrief. Auch mich wundert, dass der Duden an dieser Stelle auf die
      Kommata verzichtet
      Ich dachte eher an ein Komma zuviel, nämlich dieses:

      ".... bald wiedersehen, und grüße Sie ..." Unser geliebter Duden sagt, ...
      Für Grammatik-Fragen fühle ich mich mangels Germanistik-Studium nicht zuständig. In meinem Beispiel ...
      Jetzt wirst Du aber ungenau. Du hattest 3 Beispiele! Zu Uschis Vorschlag: Auf deine Antwort freuend verbleibe ich
      mit lieben Grüßen Florian.
      Der Satz soll aussagen: ...
      Ich kann Deinen Aussage-Spekulationen nicht folgen.
      Optimal wäre es eigentlich, Sätze so hinzuschreiben, daß der Leser nichts mißversteht, und was spricht dagegen, einen langen und verqueren Satz "umzubasteln":
      "Auf Deine Antwort freue ich mich jetzt schon.
      Liebe Grüße"

      Und damit hätte sich die "Punkt"-Frage gleich miterledigt!

      Gruß Gudrun *für die dieses Thema damit auch erledigt ist*