Elektrotechnik
Von: WLeon, 11.5.2009 00:36 Uhr
Hallo Freunde; nach längerem habe ich nun eine Bitte. Für meine Solaranlage die aus uralten NiFe Zellen besteht,(30 Zellen mit je 130Ah) und die noch irgendwie funktionieren,
suche ich so lange diese Experten noch unter uns sind, mehrere gute
Ratschläge die sicher andere Leidtragende auch interessieren werden.

Frage 1:
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Wie soll ich diese NiFe-Zellen aktivieren, damit mehr Kapazität gespeichert werden kann?
Die Kalilauge (KL) ist seit 10 Jahren mit einem Ölfilm versehen, damit sie keinen Kohlendioxyd aufnehmen kann. Die (Nickel Cadmium ?) Zellen sind Einzelzellen von NiFe
und aus einem durchsichtigem Kunststoff gefertigt.

Geladen werden alle 30 als 12V 10 Zellen-Blöcke parallel aus einem professionellen Fronius Solar Sinus-Wechselrichter der eine aufwendige Ladeautomatik besitzt. Solar Paneel ladet max.5A

Frage 2:
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Es wurde mir ein nachweislich 3 Jahre alter V...... - als in Ordnung befindlich angeboten.
Es handelt sich um einen Antrieb und Beleuchtungsaccumulator - (kein Hochstrom Start erforderlich) Gewicht ca. die 65kg,
Kapazität:
C 1/20 = 230 Ah (20-stdg.Entladung);
C 1/5 = 180 Ah ( 5-stdg.Entladung)

(Eine def. Entladung mit Konstantstrom ergab eine Kaufkapazität 8/13A Entladung ca 40Ah) ULast - fiel gleich auf 11,8 V und blieb dort, der Accu war also nicht i.O.

Mehrmaliges Laden - Entladen hat nur unwesentliche Verbesserung gebracht dzt. 48Ah.
Aus meiner Amateurfunkpraxis kenne ich eine Methode die anscheinend niemand sonst mehr kennt: Es handelt sich dabei um eine spezielle Ladetechnik die z.B ein normales Ladegerät von Einhell - es wird Grätz Gleichrichtung angewendet, der Anfangs Ladestrom ist etwa 5-6A.
Nach kurzer Zeit fällt der Ladestrom auf 3,5A und wird ständig kleiner.
Aus einem zweiten Trafo mit 2 V - Anzapfungen, führe ich über 5-HV-MP Kondensatoren (Versuch), je nach Gleichstrom ca. 1/10 von 50Hz Wechselstrom direkt auf die Polklemmen. Also bei 3,5A Gleichstrom kommen U~ 350mA 50Hz überlagert. Seit 5 Tagen sind es nur mehr U= 1,6A und U~ 160mA. Die Batteriespannung würde bei einem höheren Wechelstromanteil bei Ladung fallen statt steigen.
Dies deute ich als Erhöhung der Aufnahmekapazität. Bei 1/10 U= bleibt die Accugleichspannung bei 14,1V. Die Ladeschlussspannung von 14,4V wurde noch nicht erreicht. Die Überschlagsrechnung ergab, 5 Tage mal 1,6A mal 24 Stunden = 190Ah die bisher zugeladen wurden.
Nach 2 weiteren Tagen wird sich weisen, ob der Accu eine höhere Kapazität hat als vorher. Der Accu ist unter ständiger Beobachtung und ist vollkommen kalt und gast nicht!!
Ich beabsichtige eine Entladung mit Ikonst=8,4 A durchzuführen.
Danach werde ich wieder hier Berichten.
Zu der Frage 2 - kennt jemand aus unserer großen Wer-weiss-was Gemeinde diese Aktivierungs-Desulfatierungs - Technik oder etwas anderes. Es würde sich auch die Megapuls Technik anbieten, die ist aber mit Kosten verbunden, außer jemand hat ein solches Gerät herumliegen und würde es für einen Test zur Verfügung stellen.
Es soll auch eine - ich glaube ECS - Ingenieurgruppe der Universität Graz geben, die ebenfalls an etwas arbeitet das Erfolge bei Desulfatierung verspricht.

Also, alle die etwas wissen, sind gefragt und werden gebeten sich zu melden.
Freundliche Grüße WLeon



  1. Antwort von Wolfgang 1
    Re: NiFe ! | Bleiaccu desulfatieren ?
    Moin,
    Frage 1:
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    Wie soll ich diese NiFe-Zellen aktivieren, damit mehr Kapazität gespeichert werden kann?
    1. Was willst Du erreichen?
    Die angegebene Kapazität, wie sie bei der Formatierung vorlag, wirst Du nicht mehr erreichen.

    z.B. Ausgleichsladungen sind regelmäßig(jährlich) vorzunehmen.

    Alle 3 - 5 Jahre sollte die Batterie eine Kapazitätsprüfung unterzogen werden.
    Dieses ist besonders nach der Inbetriebnahme der Batterien nach langfristiger Lagerung wichtig,
    um das Ende der Lebensdauer der Batterie rechtzeitig zu erkennen.
    Gemäß der internationalen Norm DIN IEC 623 erfolgt die Ladung mit konstantem Nennstrom
    I5 (Nennkapazität C5 / 5h) über einen Zeitraum von 7 bis 8 Stunden.
    Nach der Ladung muss die Batterie mindesten 1 h
    und darf höchsten 4 h bei einer Umgebungstemperatur von (20 ± 5)°C gelagert werden.
    Die Entladung wird mit Nennstrom I5 bis zu einer Spannung von 1,0 V/Zelle im arithmetischen Mittel durchgeführt.
    Um eine Kapazität von 100% zu erreichen, muss die Mindestentladedauer 5 h getragen. Die (Nickel Cadmium ?) Zellen sind Einzelzellen von Nife und aus einem durchsichtigem Kunststoff gefertigt.
    Was denn nun, NiFe- oder NiCd-Zellen ?
    Oder meist Du Akkus von der Fa. Nife ? Die gehören jetzt zu Saft Nife (Alcatel)

    http://www.saftbatteries.com/
    - - - - -
    Hab bei uns eine alte Anlage mit Nife NiCd-Zellen,
    vor 2 Jahren erneuert, da mehrere Zellen defekt waren
    und keine neuen dazu gesetzt werden sollten nach so langer Betriebszeit
    bzw. auch nicht mehr erhältlich sind.
    Dort waren die Zellen schon über 24 Jahre in Betrieb. Die Kalilauge (KL) ist seit 10 Jahren mit einem Ölfilm :versehen, ...
    Standard bei NiFe-Zellen. http://de.wikipedia.org/wiki/Nickel-Eisen-Akkumulator
    Aber bei NiCd-Zellen unüblich.
    Geladen ... professionellen Fronius Solar Sinus-Wechselrichter ...
    Ok. Solar Paneel ladet max.5A
    Betriebsart ? Ladespannungen ?
    Inselanlage, oder was betreibst Du? Frage 2:
    --------
    Es wurde mir ein nachweislich 3 Jahre alter ...230Ah-Akku
    Als Ersatz für die Ni-Akku's, oder wofür ? (Eine def. Entladung mit Konstantstrom ergab eine Kaufkapazität 8/13A Entladung ca 40Ah)
    ULast - fiel gleich auf 11,8 V und blieb dort, der Accu war also nicht i.O.
    8/13A Entladung ?
    Was heißt das, bei Dir ?

    Wird eine Kapazitätsprüfung durchgeführt, so sollte nach IEC 60 254-1 verfahren werden.
    Sollwert der Gleichspannung ist ca. 1,8 V/Z Entladeschlußpannung.
    ... Zu der Frage 2 - Aktivierungs-Desulfatierungs - Technik
    Sulfatierung
    Seit Erfindung der Batteriepulser hat sicher jeder schon mal von Sulfatierung gehört oder gelesen.
    Dennoch ist Sulfatierung keine normale Alterserscheinung eines Bleiakkus.
    Bei der Entladung entsteht an beiden Elektrodensätzen Bleisulfat (PbSO4).
    Dieses ist normalerweise sehr fein und ausreichend reaktionsfreudig.
    Überlässt man aber einen Bleiakku längere Zeit sich selbst,
    verbinden sich die einzelnen Bleisulfat-Partikel zu relativ großen Partikeln,
    die nur schwer bis gar nicht mehr zu Blei bzw. Bleidioxid zurück zu verwandeln sind.
    Wohlgemerkt: Sulfatierung kommt in der Praxis nur bei falschbehandelten
    Akkus vor,
    nämlich wenn die Vorschriften des Herstellers bzgl. der regelmäßigen Aufladung
    nicht beachtet werden.

    Aus diesem Grund sollen Bleiakkus immer gut geladen gehalten werden,
    dann ist kaum Bleisulfat vorhanden und es kann nicht "verklumpen".
    Ursache: Fehlbehandlung, dauerhaft zu niedriger Ladezustand..

    Grundsätzliches zur De-/Sulfatierung bei Bleiakkus,
    liest Du am besten mal nach:
    http://www.dvddemystifiziert.de/batterien/carfaq16.html
    http://www.basytec.de/uect/uect97.html Es würde sich auch die Megapuls Technik anbieten, ... http://www.novitec.de/
    Schau mal hier: http://www.microcharge.de/index.php?option=com_conte... Es soll auch eine - ich glaube ECS - Ingenieurgruppe der Universität Graz geben, ...
    http://www.bticcs.com/

    Diese Techniken funktionieren nur, unter den oben erwähnten Einschränkungen. Freundliche Grüße WLeon
    Grundlagen, die jeder Batteriebenutzer kennen sollte.
    http://www.batteryuniversity.com/index-german.htm

    mfg
    W.
    2 Kommentare
    • von WLeon 1
      Re^2: NiFe ! | Bleiaccu desulfatieren ?
      Hallo Wolfgang - habe Dank für die wirklich umfassendste Antwort.
      Ich habe seit Jahren, 30 Stk. geschenkt erhaltene NiFe KAP13, sie
      sind aus Nickel Cadmium; Nickel Eisen sind es nicht, wie Du richtig
      schriebst sind es Accus der Fa NiFe. Meine Funkbude ist weitab von
      jedem Stromnetz (ausser der 20KV Leitung die meinen Grund quert), es
      handelt sich um eine Insellösung. Warum ich NiFe und Bleiaccu zugleich
      verwende - manchmal brauche ich einfach mehr POWER (220V Inverter)und
      der ist nicht aus alten NiFe Zellen herauszubekommen. Es ist alles was
      ich habe eine lowcost-Lösung ohne jeden kommerziellen Nutzen. Ich
      weiss sehr wohl, dass ich die 390Ah mit 100Amp laden könnte (wenn sie
      neu wären) und ich diesen Strom zur Verfügung hätte, das eine Zelle
      mit 1,7V geladen werden soll, deshalb werde ich, da ich am Ladegerät
      (ist für Bleiaccu ausgelegt) nur 13,8 - 14,4V heraus bekomme (90W
      Solarpaneel maximaler Strom 5Amp) statt der jetzt 3 mal 10 Zellen zu
      je 130Ah nur 3 mal 9 Zellen Serie legen. Die übrigen 3 werde ich
      parallel schalten und als Notbatterie in Reihe legen, falls beim
      Funkbetrieb die Spannung in die Knie geht. Es gibt das Problem im
      Funkbetrieb - höchste und erwünschte Spannung ist 13,8V - bei 12V
      oder weniger, viel weniger HF-Leistung, bei mehr als 13,8V könnte das
      Funkgerät hops gehen. Kann ich Dir die anderen Fragen direkt
      beantworten, oder ist Deine EM-Adresse top secret? Eigentlich sollten
      die Accus immer maximal aufgeladen ohne überladen zu sein, da nur
      sehr wenig verbraucht wird, weil dauernd von der Sonne (wenn sie
      scheint) gepuffert wird, und ich 2 mal in der Woche für 2 Stunden
      oder auch mehr, dort bin, meine Insellösung ist auf 8500m üNN.
      Einstweilen vielen Dank und auf bald mal wieder WLeon/oe8wv@gmx.net
    • von Wolfgang 0
      Re^3: NiFe ! | Bleiaccu desulfatieren ?
      Moin,

      Per Mail, wie bei W.W.W. üblich (der kleine Briefumschlag, neben dem Namen). ;-) ... meine Insellösung ist auf 8500m üNN.
      Hui, wo ist das, im Himalaya ?
      Die 14 Achttausender: http://www.himalaya-info.org/Achttausender.htm

      mfg
      W.
  2. Antwort von John (abgemeldet) 0
    Re: NiFe Erfahrungen + 230Ah Bleiaccu desulfatiere
    Hallo WLeon,

    soweit ich deinen langen Artikel verstanden habe hast du nicht erkannt, das NiFe-Akkus mit 16V= geladen werden müssen.

    Hier findest du die wohl beste Betriebsanleitung für das wohl beste Ladegerät/USV der Welt, ich untertreibe nicht:
    http://www.xantrex.com/german/docs/web/id/1437/docse...

    Lese es durch, es lohnt sich. Da wird auch die 16Volt Ladespannung beschrieben und das desulfatisieren. Dann bist du auf jeden Fall klüger, auch wenn das Gerät nicht bezahlbar ist.

    Schönen Gruß
    John
    2 Kommentare
    • von Uwi 0
      Re^2: NiFe Erfahrungen + 230Ah Bleiaccu desulfatie
      Hallo, und das desulfatisieren.
      Es gibt immer wieder mal Projekte, wo so super tolle Ladetechniken
      beschrieben werden und da wird auch öfters behauptet, dass man das
      Sulfatisieren mit solchen Ladetechniken verringern kann.
      Ob es stimmt, sein dahingestellt.

      Was ich aber auch nicht glauben kann, ist dass man es nicht nur verhindern,
      sondern auch noch rückgängig machen kann.
      Gruß Uwi
    • von Wolfgang 1
      Re^2: NiCd Zellen
      Moin, ...das NiFe-Akkus mit 16V= geladen werden müssen.
      Wenn Du richtig liest, dann siehst Du das NiCd-Akku's der Fa. Nife gemeint sind. Hier findest du die wohl beste Betriebsanleitung für das wohl
      beste Ladegerät/USV der Welt, ich untertreibe nicht:
      Nein, es ist die absolute Übertreibung !

      Die Anleitung vom Ladegerät ist für die Batterie, völlig uninteressant !

      Was in der Installations- und Betriebssanleitung des Batterie-Herstellers für Ladeanweisung steht,
      ist für die jeweiligen Akku's entscheidend.


      Ein Beispiel: Siehe Seite 8
      SPH Ni-Cd batteries. Installation and operating instructions.(De)
      http://www.saftbatteries.com/doc/Documents/stationar...
      ... Schönen Gruß
      John
      mfg
      W.
  3. Antwort von Matthias Kattelmann 0
    Re: NiFe Erfahrungen + 230Ah Bleiaccu desulfatiere
    Hallo
    Ich meinte, irgendwo mal gelesen zu haben, das NiFe Sammler gasen.
    Schau mal selbst bei Wikipedia usw..
    Bei einer intakten Batterie würde ich nichts versuchen mit irgendwelchen Tricks, die Kapazität zu erhöhen.
    Normales Laden ist mit Konstantstrom und Spannungsbegrenzung.
    Die alten Geräte ohne wirksame Spannungsbegrenzung könnte man auch in die Tonne treten.
    Bleiakkus gehn bis zu diesen 14,4 Volt.
    Und wenn die Akkus sulfatiert sind, sind sie sulfatiert, keine Chance.
    "Impulsladung" hört sich auch nicht seriös an.
    MfG
    MfG