Elektrotechnik
Von: Τоrѕtеn Lаngеr, 29.5.2007 20:23 Uhr
Hallo!

Nach den teils heftigen Gewittern die letzten Tage habe ich mir überlegt, ob es sinnvoll ist eine (bzw. mehrere) Überspannungsschutzleiste(n) zu kaufen, damit nicht ständig immer der Stecker bei der Hifi-Anlage/Fernseher/Computer rausgezogen werden muß/soll.

Wir haben ein Reihenhaus ohne Blitzableiter, von daher ist ein Blitzeinschlag mit den daraus resultierenden Folgen für elektrische Geräte nicht auszuschließen. Ein Bekannter meinte zwar das der Blitz wenn überhaupt mit viel höhererer Wahrscheinlichkeit in die 200m Luftlinie entfernten Hochhäuser einschlagen wird, aber darauf möchte ich mich mal nicht verlassen.

Also habe ich mich mal im Fachhandel umgesehen. Den saubersten Eindruch haben auf mich die Leisten der Firma Brennenstuhl gemacht, die zwar sicher zu den teuersten gehört aber dafür auch eine gewisse Qualität erwarten läßt. Wenn es andere sehr gute Marken gibt dann her damit.

Nun die Hauptfrage :-)

Da gibt es Leisten mit 15.000 (30€), 30.000 oder sogar 60.000 (90€) Ampere Absicherung. Was kann ich mit diesen Angaben anfangen? Mir ist schon klar das es je höher auch desto besser ist, aber braucht man das oder ist z. B. die "High-End" Absicherung mit 60.000 Ampere purer Luxus (diese ist aber auch von der sonstigen Qualität top, mit Aluminium ähnlich einer SUN-Netzleiste)? Oder reicht auch das bei einem direkten Blitzschlag nicht wirklich, sodas man wenn überhaupt nur zu dem besten Produkt greifen sollte?

Ist vielleicht auch eine doppelte Staffelung sinnvoll (d. h. ein einzeln abgesicherter Hauptverteiler, danach die 4-6-fache Verteilersteckdose)?

Ich hoffe ihr könnt mir da bissl weiterhelfen.

Gruß, Torsten

P.S.: Die angeschlossenen Sachen haben schon einen gewissen Wert, also kein Aldi-Fernseher mit 5.1 Brüllwürfeln bzw. Media Markt Anlage. Computer muß sowieso täglich gehen, von daher steht der Wert außer Frage :-)



  1. Antwort von Uwі 1
    Re: Steckdosen Überspannungsschutzleiste/Blitzschl
    Hallo,

    ich will Dir ja nicht den Mut nehmen, aber die Netzteingänge
    von Geräten sind womöglich die am wenigsten gefährdeten
    Teile bei einem Blitzschlag. Zumindest wenn die Hausanschlüsse
    als Erdkabel reinkommen, hat man da eher weniger zu erwarten.

    Ansonsten haben ordentliche Geräte schon im Netzeingang einen
    gewissen Schutz. Solche Steckdosenleisten verbessern bzw.
    Entlasten diesen noch etwas, aber das bringt kaum was bei
    indirekten Einschlägen, weil da eh nicht so viel am Netzeingang
    passiert und bei direkten Einschlägen bringt es vermutlich auch
    nix, wenn der Primärschutz am Hausanschluß nicht vorhanden ist.

    Allerdings schaden tun sie auch nicht und für billige Geräte
    aus China mag es durchaus einen realen Schutzeffekt haben.

    Lese mal hier, was bei mir alles kaputt gegangen ist.
    http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv...
    Über 80% der Schäden waren Signalleitungen !
    Telefon, DSL, SAT, Klinkelanlage, Türöffner, Hauselektronik usw.
    Kaum ein Netzteil hat die Hufe hochgerissen ! Nach den teils heftigen Gewittern die letzten Tage habe ich
    mir überlegt, ob es sinnvoll ist eine (bzw. mehrere)
    Überspannungsschutzleiste(n) zu kaufen, damit nicht ständig
    immer der Stecker bei der Hifi-Anlage/Fernseher/Computer
    rausgezogen werden muß/soll.
    Das rausziehen ist trotzdem die sicherste Methode.

    Wenn man aber beim PC sicher gehen will, muß man auch
    Signalleitungen trennen (z.B. netzwerkkabel, Modem usw.)
    Beim Fernseher und Receiver sind es die Antennenleitungen.

    Allerdings würde ich nicht empfahlen, daran während eines
    Gewittern dran zu fingern ! Wir haben ein Reihenhaus ohne Blitzableiter, von daher ist ein
    Blitzeinschlag mit den daraus resultierenden Folgen für
    elektrische Geräte nicht auszuschließen.
    Wenn ein Blitz in die Dachhaut einschlägt, das fließen da
    ganz gewaltige Ströme ab, unabhängig davon ob da ein
    Blitzableiter ist oder nicht. Der Blitzableiter kann evtl.
    Brandgefahren am Dachstuhl reduzieren, sofern er fachgerecht
    installiert und gewartet wird. Den EMP verhindert er nicht.

    Gruß Uwi Ein Bekannter meinte
    zwar das der Blitz wenn überhaupt mit viel höhererer
    Wahrscheinlichkeit in die 200m Luftlinie entfernten Hochhäuser
    einschlagen wird, aber darauf möchte ich mich mal nicht
    verlassen.
    Also habe ich mich mal im Fachhandel umgesehen. Den saubersten
    Eindruch haben auf mich die Leisten der Firma Brennenstuhl
    gemacht, die zwar sicher zu den teuersten gehört aber dafür
    auch eine gewisse Qualität erwarten läßt. Wenn es andere sehr
    gute Marken gibt dann her damit.
    Nun die Hauptfrage :-)
    Da gibt es Leisten mit 15.000 (30€), 30.000 oder sogar 60.000
    (90€) Ampere Absicherung. Was kann ich mit diesen Angaben
    anfangen? Mir ist schon klar das es je höher auch desto besser
    ist, aber braucht man das oder ist z. B. die "High-End"
    Absicherung mit 60.000 Ampere purer Luxus (diese ist aber auch
    von der sonstigen Qualität top, mit Aluminium ähnlich einer
    SUN-Netzleiste)? Oder reicht auch das bei einem direkten
    Blitzschlag nicht wirklich, sodas man wenn überhaupt nur zu
    dem besten Produkt greifen sollte?
    Ist vielleicht auch eine doppelte Staffelung sinnvoll (d. h.
    ein einzeln abgesicherter Hauptverteiler, danach die 4-6-fache
    Verteilersteckdose)?

    Ich hoffe ihr könnt mir da bissl weiterhelfen.

    Gruß, Torsten

    P.S.: Die angeschlossenen Sachen haben schon einen gewissen
    Wert, also kein Aldi-Fernseher mit 5.1 Brüllwürfeln bzw. Media
    Markt Anlage. Computer muß sowieso täglich gehen, von daher
    steht der Wert außer Frage :-)
    • Antwort von саrѕtеn ѕсһmіtz (abgemeldet) 0
      Re: Steckdosen Überspannungsschutzleiste/Blitzschl
      Wir haben ein Reihenhaus ohne Blitzableiter, von daher ist ein
      Blitzeinschlag mit den daraus resultierenden Folgen für
      elektrische Geräte nicht auszuschließen.
      Mit Blitzableiter ist ein Blitzeinschlag mindestens genauso wahrscheinlich. Ein Bekannter meinte
      zwar das der Blitz wenn überhaupt mit viel höhererer
      Wahrscheinlichkeit in die 200m Luftlinie entfernten Hochhäuser
      einschlagen wird, aber darauf möchte ich mich mal nicht
      verlassen.
      Weil das so auch nicht stimmt. Google mal nach "Blitzkugelmodell". Also habe ich mich mal im Fachhandel umgesehen. Den saubersten
      Eindruch haben auf mich die Leisten der Firma Brennenstuhl
      gemacht, die zwar sicher zu den teuersten gehört aber dafür
      auch eine gewisse Qualität erwarten läßt. Wenn es andere sehr
      gute Marken gibt dann her damit.
      Phönix und Dehn sind Hersteller von prof. Überspannungsschutz.
      Brennenstuhl kenn ich aus dem Baumarkt. Da gibt es Leisten mit 15.000 (30€), 30.000 oder sogar 60.000
      (90€) Ampere Absicherung.
      Nicht Absicherung, sondern Ableitvermögen. Was kann ich mit diesen Angaben
      anfangen?
      Gute Frage. Bei den o.G. Herstellern kann ich Dir versichern, dass die Angaben keine Phantasieprodukte sind.
      Besonders unangenehm finde ich Werbeaussagen, in denen mit einer Versicherungssumme von X-Millionen EUR geworben wird.
      Das ist die Haftpflichtversicherung des Unternehmers. Geht ein angeschlossenes Gerät durch Überspannung kaputt, dann wird diese versicherung nur zahlen, wenn ein Mangel des Gerätes nachgewiesen wird.
      Das wird kaum gelingen.
      Eher wird es heißen: Unsere Leiste hat ein Nennableitvermögen von 20.000A. Wenn das Gerät dahinter defekt ist, dann war der Blitz halt stärker. Beweis da mal das Gegenteil! Mir ist schon klar das es je höher auch desto besser
      ist, aber braucht man das oder ist z. B. die "High-End"
      Absicherung mit 60.000 Ampere purer Luxus (diese ist aber auch
      von der sonstigen Qualität top, mit Aluminium ähnlich einer
      SUN-Netzleiste)? Oder reicht auch das bei einem direkten
      Blitzschlag nicht wirklich, sodas man wenn überhaupt nur zu
      dem besten Produkt greifen sollte?
      Bei einem direkten Blitzschlag sind einige 100 kA am Werke. Ist vielleicht auch eine doppelte Staffelung sinnvoll (d. h.
      ein einzeln abgesicherter Hauptverteiler, danach die 4-6-fache
      Verteilersteckdose)?
      Das ist alles Wahrscheinlichkeitsrechnung.
      Wieviel will man investieren, um bei 90% aller Blitze / 99% / 99,9% sicher sein?
      Die Kosten gehen exponentiell mit derm Schutz. P.S.: Die angeschlossenen Sachen haben schon einen gewissen
      Wert, also kein Aldi-Fernseher mit 5.1 Brüllwürfeln bzw. Media
      Markt Anlage. Computer muß sowieso täglich gehen, von daher
      steht der Wert außer Frage :-)
      Vergiss nicht die Datenleitungen, DSL / ISDN / Netzwerk im Haus wollen auch abgesichert sein.
      Für den PC am besten eine Online - USV .
      • Antwort von Wоlfgаng 0
        Re: Steckdosen Überspannungsschutzleiste/Blitzschl
        Moin, ...eine (bzw. mehrere)
        Überspannungsschutzleiste(n) zu kaufen,...
        Die haben dann auch einen Schalter. ;-)
        Das hilft, wenn an Stecker schlecht ranzukommen ist.

        Ausschalten schützt aber nicht unbedingt bei Gewitter.
        
        Stecker Raus - Das ist der beste Schutz für wertvolle Geräte!
        Wir haben ein Reihenhaus ohne Blitzableiter,...
        Ohne äußere Ableiter, wird es wohl nicht ausreichen, bei direktem Blitzeinschlag oder bei Einschlag in der Nähe.
           Leben mit Blitzen
        Diese Broschüre soll Ihnen zeigen,
        wie Sie den Gefahren eines Gewitters
        richtig begegnen und dabei weitere,
        wissenswerte Informationen rund
        um das Thema Blitz geben.

        http://www.dehn.de/www_DE/PDF/DS/DS661.pdf

        Das Blitz-Schutzzonen-Konzept
        http://www.dehn.de/www_DE/PAGES_D/produkte/bsz_konze...
        ...Den saubersten
        Eindruch haben auf mich die Leisten der Firma Brennenstuhl
        ...
        Kenn ich auch nur aus dem Baumarkt.
        http://www.mercateo.com/q?query=%FCberspannungsschut...
        ...
        Ist vielleicht auch eine doppelte Staffelung sinnvoll ...?
        Ja, siehe Blitz-Schutzzonen-Konzept.
        Blitzschutz-Fachkräfte informieren über Blitzschutz
        Die findest Du hier:
        http://www.vdb.blitzschutz.com/mitglieder/index.htm
        ...
        Gruß, Torsten
        ...
        mfg
        W.
        • Antwort von Τоrѕtеn Lаngеr 0
          Re: Eine Frage noch...
          und schonmal vielen Dank für eure Antworten. Habe mir auch die Links mal durchgelesen. Mit ein paar Euro ist das Thema Blitzschutz also nicht getan. So ähnlich habe ich es mir insgeheim schon gedacht. Das heißt also sofern man da ist weiterhin auf's Internet/Fernsehen/Musikhören verzichten wenn ein Gewitter naht.

          Nun zur Frage: Wenn die Stecker gezogen waren und das Gewitter vorbei ist und man gleich danach wieder den Stecker reinsteckt, kann es dann noch zu irgendwelchen "zeitverzögerten" Wirkungen kommen, z. Bsp. wenn in einer Nebenstelle der Blitz eingeschlagen hat (also schädlicher "Überspannungskriechstrom" oder so ähnlich)?
          1 Kommentare
          • Re^2: Eine Frage noch...
            Hallo Fragewurm,
            Nun zur Frage: Wenn die Stecker gezogen waren und das Gewitter
            vorbei ist und man gleich danach wieder den Stecker
            reinsteckt, kann es dann noch zu irgendwelchen
            "zeitverzögerten" Wirkungen kommen, z. Bsp. wenn in einer
            Nebenstelle der Blitz eingeschlagen hat (also schädlicher
            "Überspannungskriechstrom" oder so ähnlich)?
            Blitze schlagen auch in Übertragungsleitungen ein. Dadurch kann es auch zu Unterbrechungen und Überspannungen kommen, wenn das Gewitter schon weiter weg ist.

            Zudem kommt es auch ganz unabhängig von Gewittern durch Schaltvorgänge im Netz auch zu Spannungsspitzen.

            MfG Peter(TOO)