Existenzgründung
Von: kоѕһ (abgemeldet), 27.2.2005 13:48 Uhr
seit kurzem habe ich mit einem bekannten den spleen, welchen wir nicht mehr aus dem kopf bekommen, eine kneipe/bar zu eröffnen. das problem ist nur, dass wir uns auf diesem gebiet wenig, um nicht zu sagen "0" auskennen ;)

die bar sollte ein zweites standbein werden, bzw ein jugendtraum sollte endlich erfüllt werden. ein konzept sthet auch noch nicht, uns schwirren nur eine ganze menge ideen im kopf... d.h., wir haben uns noch für keine richtung festgelegt!

meine frage jetzt ist wahrscheinlich ziemlich ausschweifend, weil ich gerne von menschen, die auch eine bar eröffnet haben, jegliche möglichen impressionen hören wollte*g*

...ganz grob, was dann auf mich zukommen würde, erfahrungen, vorschläge, kosten, etc...

...ich weiß, ihr müsst bei null anfangen, dennoch, oder gerade deswegen, würdet ihr mir sehr weiter helfen!

danke im vorraus, kosh



  1. Antwort von Wоlfgаng Drеүеr 1
    Re: Kneipe eröffnen
    Hallo! das problem ist nur, dass wir :uns auf diesem gebiet
    wenig, um nicht zu sagen "0" :auskennen ;)
    Das haben wir gemeinsam. Einige grundsätzliche Überlegungen tauchen aber in jeder Branche auf. So braucht man bei jedem Vorhaben ein Konzept, in dem u. a. steht, was genau passieren soll, für welche Zielgruppe das Angebot gedacht ist und wie das Ganze finanziert werden soll.

    Du fängst am besten mit Deiner Zielgruppe an. Eine Jugendkneipe sieht anders aus als ein Seniorentreff. In eine Bierpinte der unteren Preisklasse kann man einen Daddelautomaten stellen. Kommt nur das in einer dekorativen Anlage Selbstgebraute in gepflegter Atmosphäre zum Ausschank, sollte man auf den Spielautomaten lieber verzichten. Du könntest an eine Bar für Nachtschwärmer denken und das wieder in den verschiedensten Preisklassen und Ausstattungen. Bringe also zu Papier, wie Dein Traum-Etablissement und Deine Gäste aussehen. Sodann überlegst Du, wo wohl der günstigste Standort für das Vorhaben ist. Hat das alles Kontur angenommen, schreibst Du auf, was die Ausstattung von der Küche über die Sanitäranlagen bis zur Bestuhlung kostet. Dann hast Du schon mal einen groben Rahmen und kannst überlegen, welches Deiner Konten Du plünderst, um den Plan in die Tat umsetzen zu können. Natürlich machst Du Dir auch Gedanken, wie Du Deine Zielgruppe per Werbung am besten erreichst und wieviel Geld Du für die Anlaufzeit brauchst, um Deinen persönlichen Kühlschrank zu füllen und Dein Dach über dem Kopf zu bezahlen.

    Voraussichtlich bekommst Du für die Gründung eines Gastronomiebetriebs keine Kredite und keine Förderung aus öffentlichen Töpfen. Die Finanzierung mußt Du selbst realisieren.

    Es gibt in der Gastronomie etliche Franchise-Ketten. Dabei müßtest Du ein eigenes Konzept ganz und gar vergessen. In den wenigen mir genauer bekannten Fällen brauchte der Franchisenehmer nicht viel eigenes Geld, wurde aber mit derart hohen Kosten belastet, daß die Existenz keinen Spaß machen kann.

    Ob Brauereien heute noch als Kreditgeber für Kneipenwirten auftreten, weiß ich nicht. Falls ja, würde ich mir solchen Schritt gründlich überlegen, denn damit waren zumindest früher Mindestabnahmemengen verbunden und ein Unternehmer, der sich seine Einkaufsquellen nicht selbst aussuchen kann, ist nicht im Sinne des Wortes selbständig und schon gar nicht unabhängig.

    Gruß
    Wolfgang
    4 Kommentare
    • von kоѕһ (abgemeldet) 0
      Re^2: Kneipe eröffnen
      danke für die schnelle antwort!

      also, etwas ganz grundsätzliches haben wir uns ja schon ausgedacht:

      zielgruppe sind, ganz grob gesagt, alle personen von 20- 80 ;) wir wollten eine kneipe erschaffen, wo sich jung und alt trifft... hört sich abgedroschen an, ist aber so ungefähr unser ziel.

      als räumlichkeit haben wir an ein uriges kellergewölbe gedacht, vielleicht noch einen großen raum mehr, da wir ziemliche billardfanatiker sind *g* ...und auch die erfahrung gemacht haben, dass billardbars immer sehr gut besucht sind...

      in welche stadt wir wollen, steht noch offen, wobei wir den süddeutschen raum bevorzugen...(würzburg, schweinfurt, nürnberg, münchen etc)

      das ist so zeimlich alles, abgesehen von "kleinen ideen", die aber jetzt bei einem grundgerüst nichts verloren haben...

      was michauch interessieren würde, wäre der vorgang von "konzept steht bis -erster tag-eröffnung"... was muss ich alles beachten, an wen muss ich mich wenden...?

      vielleicht hat ja auch jemand eine bar/kneipe und kann mir ganz grob sagen, was da für kosten auf mich zukommen würden... oder ob man vielleicht doch irgendwelche unterstützungen bekommen kann

      also genau solche fragen, die sich jeder vor der eröffnung so einer einrichtung gefragt hat ;)

      danke, danke, kosh
    • von Ѕνеn (abgemeldet) 1
      Re^3: Kneipe eröffnen
      Hallo Kosh,

      eines der Probleme ist, dass Dich Dein Personal relativ schnell über den Tisch ziehen wird, wenn Du nicht alle Tricks selbst kennst.

      Weiterhin gibt es einige weitere Punkte, für die man Branchenerfahrung braucht.

      Daher würde ich vor der Eröffnung der Kneipe selbst einige Zeit in einer arbeiten (möglichst mit ähnlichem Zielpublikum und in der gleichen Stadt). Viele Gäste gehen auch mit, wenn ein guter Barkeeper dann selbst was aufmacht. Ausserdem kannst Du so schon einen ganz guten Eindruck über die Möglichkeiten und Grenzen erhalten.

      Grüsse

      Sven
    • von kоѕһ (abgemeldet) 1
      Re^4: Kneipe eröffnen
      @ sven: nun ja, die bar ist eher als nebenberuf gedacht und die zeit zum kellnern etc hab ich nicht, bzw will ich nicht ;)
    • von Ѕνеn (abgemeldet) 0
      Re^5: Kneipe eröffnen
      Hallo kosh, @ sven: nun ja, die bar ist eher als nebenberuf gedacht und
      die zeit zum kellnern etc hab ich nicht, bzw will ich nicht ;)
      Dann brauchst Du einen Geschäftsführer, den Du
      1. sorgfältig auswählen mußt und dem Du
      2. kein fixes Gehalt, sondern Erfolgsbeteiligung, zahlen mußt
      damit er wirklich in Deinem Sinne handelt.

      Das Problem wird nämlich sein, dass Du nebenberuflich nicht unbedingt immer die Zeit hast, Dich um den Laden zu kümmern (daher solltest Du auch in der Nähe des Ladens wohnen, damit Du wenigsten ab und zu mal einfach dort vorbeigehen kannst).

      Ich hatte selbst mal "nebenberuflich" was angefangen (Gardinennäherei mit Zusammenarbeit / Vertrag mit einem schwedischen Möbelhersteller) und musste leider sehr schnell feststellen, dass
      1. Mitarbeiter nicht viel arbeiten, wenn man selbst nicht da ist, ausser man gibt ganz klare Ziele vor, die man auch überwacht (und dazu sollte man die Tricks der Angestellten kennen)
      2. Mitarbeiter auch gerne mal in die eigene Tasche arbeiten oder Freunden mehr als nur mal einen Drink ausgeben.
      3. Es nicht richtig voran geht, wenn man selbst gedanklich mehr bei seinem Hauptberuf sein muß
      4. Reklamationen vertuscht werden, statt ordentlich durch das Personal bearbeitet zu werden.

      So einfach mal "nebenher" ist oftmals sehr schwierig. Wie gesagt, Du brauchst eine Person Deines Vertrauens, dann könnte es evtl. gehen.

      Grüsse

      Sven

      P.S.: Existenzgründungszentrum ist wegen der vielen kaufmännischen Sachen (Steuer, Kalkulation, Versicherung, Arbeitsrecht usw.) die man auch für einen Business Plan braucht, wirklich zu empfehlen (selbst dann, wenn man eine kaufmännische Ausbildung hat !)
  2. Antwort von Αndrеаѕ Ѕіmоn (abgemeldet) 0
    Re: kneipe eröffnen
    Hallo,

    das Teuerste an dem Geschüft bist DU. Ich habe mich vor Jahren für so etwas interessiert. Erkundige Dich mal nach den Kosten für

    - Krankenversicherung
    - Arbeitslosenversicherung (freiwillig)
    - Rentenversicherung (auch freiwillig)

    und den anderen Nebenkosten. Also, ich wollte in den 80er Jahren mit einem Bekannten eine Kneipe aufmachen, mein Bekannter sollte normal als Angestellter arbeiten, da haben die Kosten alleine für dessen Versicherung über 700 DM betragen.

    Versuch es, aber investiere nicht zu viel Geld. Ganz wichtig ist auch, wie Du als Mensch rüberkommst. Habe selbst erlebt, wie bei dem richtigen Wirt hinter dem Tresen der mieseste Laden eine Goldgrube wurde, aber eben auch, wie eine florierende Kneipe durch einen sehr eigenwilligen Wirt in zwei Jahren von 100 auf Null gebracht wurde.

    Andererseits sind grade die runtergewirtschafteten Läden am günstigsten. Bei mir ging der Bierverleger, dem die Gaststätte gehörte, von 12.000 DM Abstand auf 6.000 runter und rief drei mal, ob ich den Laden nehme. Allerdings: der Bierverleger hatte die Kneipe selbst auch nur gepachtet und musste pro Monat 1700 DM hinlegen. Das macht man nicht lange mit.

    Vielleicht wird's was, aber hier in Lübeck gibt es einen Spruch: Mit jedem Zug, der nach Lübeck fährt, komnmt ein Idiot angereist. Und der will Gastwirt werden. ;-)

    Gruss

    Andreas