Garten und Pflanzen
Von: Bernhard Hähnsen, 1.7.2003 23:39 Uhr
Ich habe einen sehr unebenen Rasen, ca. 100m², mit so ziemlich allen Unkräutern und Blümchen. Die Dellen und Maulwurfschäden überdecke ich jetzt mit einigen Kubikmetern Mutterboden, den ich mir anliefern lassen habe. Darin ist leider auch etliches Kleinwurzelzeugs zu sehen. An den höchsten Stellen muß ich ca. 10 cm aufschütten.
FRAGE: Was muß ich jetzt zuerst machen bevor ich den Mutterboden verteile? Den alten Rasen (Wiese) mit den Unkräutern ganz abtöten, damit nichts wieder durchkommt, oder erst den Mutterboden verteilen und ihn mit geeigneten Mitteln, z.B. Unkrautvernichter o.ä., vorsorglich behandeln? Mit welcher Maßnahme kann man den Boden am besten für neue Rasensaat vorbereiten, ohne den alten Rasen ganz abtragen zu müssen?
Welche Rasensaat ist belastbar / bespielbar? (3Hunde, 2 Enkelkinder). Wer hat Erfahrung?
Danke im voraus.
m.f.G. Käpt'n Bernhard.



  1. Antwort von mafeu 2
    Re: Von der Natur zum Beton?
    Hallo Bernhard, Welche Rasensaat ist belastbar / bespielbar? (3Hunde, 2
    Enkelkinder). Wer hat Erfahrung?
    Damit habe ich jetzt seit 6 Jahren Erfahrung.

    Unser großer Garten mit (nur) Rasen muss 6 Parteien standhalten.
    Zum Sonnenbaden, zum Fußball spielen (die Kleinen), rund um die Tischtennisplatte, zum Grillen mit vielen Gästen, für Federball, das große "Planschbecken", usw.

    An vielen Stellen ist der Rasen nach 2 Tagen nicht mehr grün, aber nach höchstens 1 Woche wächst das Gras wieder und sieht aus wie eh und je.

    Dennoch lassen wir den Rasen wachsen, wie er will. Das heißt, da wächst mehr Klee, Löwenzahn, Gänseblümchen und was auch immer, als Gras. Ebenerdig ist bei uns sowieso nichts. Und - mir (uns) gefällt's! Wofür extra Beete für Blumen? Die wachsen bei uns auf der ganzen Wiese!

    Na und? Es ist grün, bunt, wächst von alleine, sieht gut aus, und wir bestehen nicht auf 0,2 mal 3 cm große Grashalme. Für uns ist das "Rasen" genug.

    Wo ist das Problem? Bei uns wächst auch Gras und Löwenzahn zwischen den wenigen holprigen Pflastersteinen von der Straße zu meiner (ebenerdigen) Wohnungstür, und die würde ich niemals wegmachen!

    Gruß, Markus
    • Antwort von Dobbs 0
      Re: Von der Wiese zum Rasen?
      Hallo Bernhard,
      chemische Keule in Form von Unkrautvernichtern würde ich generell ablehnen. Der beste Weg ist, den alten "Rasen" abstechen und beiseite legen, dann ähnlich wie beim Umgraben einen Streifen ausheben und dort den alten abgestochenen Rasen mit dem "Gesicht" nach unten reinlegen. Dann den nächsten Streifen ausgheben und den Aushub auf die eben fertiggestellte Fläche geben. Das ganze bis Du mit den 100 qm fertig bist.
      Als nächstes siebst Du Deinen neuen Mutterboden aus und giebst ihn gleichmäßig auf die ganze Fläche auf.
      So bekommst Du eine relativ saubere Fläche.
      Alternativ kannst Du den Rasen auch abtragen und kompostieren und die Fläche von Grund auf neu aufbauen.

      Eine Frage stellt sich mir allerdings, was hast Du gegen eine bunte Wiese? Unkraut mußt Du auch bei Rasen rausziehen und Maulwürfe lassen sich von gepflegten Rasen auch nicht mehr abschrecken als von Wiese.

      Schöne Grüße Dobbs
      4 Kommentare
      • von Utemaus (abgemeldet) 1
        Re^2: Von der Wiese zum Rasen?
        Hallo Dops

        "Maulwürfe lassen sich von gepflegten Rasen auch nicht mehr abschrecken als von Wiese"

        Ich habe manchmal sogar den Eindruck, dass sie besonders den gepflegten Rasen lieben. Zumindest habe ich es des öfteren schon beobachten können.

        Viele Grüße
        Utemaus
      • Re^2: Von der Wiese zum Rasen?
        Hallo Dobbs;
        Das sind ja nett gemeinte Tipps:
        Rasen abstechen, beiseite legen; abtragen; Mit der Rasenfläche habe ich mich übrigens vertan! Es sind rund 500m²! Einen Spaten tief umzugraben, läßt wohl auch bald die Klees und "Löwenzähne" wieder durchkucken. Hab' mir heute im Gartenmarkt eine Empfehlung geholt: Mit "ROUNDUP" nur gezielt die Unkräuter abspritzen und den alten Rasen darunterlassen. Das sei ein gutes und festes "Fundament" für den neuen Mutterboden. Na denn. Wenn ich Deinem naturverbundenem Rat folgen würde, könnte ich mir wohl den Rasen bald von unten ansehen.*grins*.
        Freundliche Grüße von Opa Bernhard. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
      • von André (abgemeldet) 1
        Re^3: Von der Wiese zum Rasen?
        Hallo "Opa" Bernhard,

        für 500m² brauchst du eine ganze Menge Roundup. Wird richtig teuer. Zumal das dir überhaupt nicht helfen wird. Du kriegst zwar die ganzen Pflanzen weg, aber die Milliarden von Samenkörnern, die keimen nächstes Jahr wieder prächtig. Roundup eignet sich definitiv nicht zur Unkrautvernichtung im Rasen. An Wegen, auf der Terasse, im Kiesbett, oder um eine kahle Fläche zu bekommen, da geht das.

        Ich schließ mich den Vorrednern an. Hier hilft die chemische Keule nix. Mach es so: So kurz wie möglich mähen, Mähgut vom letzen Schnitt liegenlassen (2x mähen ist besser, also erst mal grob vormähen, dann auf wenige Zentimeter trimmen). Jetzt tust du den ausgesiebten Mutterboden drauf, richtig fein einrechen, planieren, festrollen. Rasensamen drauf (hier ist die robusteste Mischung "Berliner Mischung")und festrollen. Immer schön feucht halten, dieses Jahr den Rasen schonen, also kein Spielplatz. Und das Mähen nicht vergessen.

        Du wirst nicht umhinkommen, Unkraut zu zupfen. Ganz ohne Unkraut bekommst du den Rasen sowieso nicht hin.

        Gruß und viel Spaß
        André
      • Re^4: Von der Wiese zum Rasen?
        Danke für alle "Anteilnahmen" Habe erstmal alles maschinell vertikutiert. Ohne chemische Keule! Melde mich nach dem ersten Rasenschnitt wieder. Bernhard. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    • Antwort von drambeldier 0
      Von der Wiese zum Kunstrasen
      Hi Bernhard,

      wenn du keine Wiese haben willst, hilft auf Dauer nur der grüne Kunststoff; Immergrün, hoch belastbar, braucht kein Wasser.

      Nach 5 Jahren vergeblichen Bemühens, einen Rasen heranzuziehen, habe ich meinen Frieden mit der Natur geschlossen und lasse wachsen, was da will. Bis die Gräser aussamen, mache ich erstmal gar nichts, dann wird mit der Sense gemäht. Das sieht 2 Wochen lang ziemlich verrupft aus, dann gehe ich mit dem Rasenmäher drüber. Das Schöne daran: In diesem Garten sehe ich Unmengen von verschiedenen Pflanzen und Getier, den ganzen Frühling freue ich mich über die Blumen, und für Bienen, Wespen, Hummeln, Trugwespen, Schneider, Fliegen jeder Größe bleiben ein paar Inseln mit wilder Kamille, Schafgarbe, Lavendel und noch ein paar mir unbekannten Kräutern, die sich eingeschlichen haben, stehen.

      Und nicht vergessen: Ein ordentlicher Rasen braucht 300 Jahre tägliche Pflege und Nieselregen.

      Gruß Ralf
      • Antwort von BelRia 0
        Re: Von der Wiese zum Rasen?
        Hallo,

        bevor du einen Unkrautvernichter einsetzt, könntest du dich hier mal durchlesen:

        Round up
        http://www.monsanto.de/monitor/
        http://www.roundup-ultra.de/index.php
        http://www.transgen.de/Lexikon/glufosinat.html

        Zu finden in den FAQ dieses Brettes *smile*

        Gruss BelRia allen Unkräutern und Blümchen.
        Du meinst sicher Wildpflanzen - es gibt keine Unkräuter. Heute geht man sogar dazu über, lang verschmäte Wildkräuter wieder gezielt einzusetzen, um unerwünschte Fremdaussaat zu verhindern usw. Warum muss es dann in unseren Gärten immer so gepflegt aussehen, dass sich keine Bienen und Co mehr wohlfühlen ?? überdecke ich jetzt mit einigen Kubikmetern Mutterboden, den
        ich mir anliefern lassen habe. Darin ist leider auch etliches
        Kleinwurzelzeugs zu sehen
        Grobes raussammeln und den Rest nochmnal durchsieben - wäre eine Möglichkeit :-) Den alten Rasen (Wiese) mit den
        Unkräutern ganz abtöten, damit nichts wieder :durchkommt,
        Wildkräuter wursteln sich überall durch *fg* oder
        erst den Mutterboden verteilen und ihn mit geeigneten Mitteln,
        z.B. Unkrautvernichter o.ä., vorsorglich :behandeln?
        Also wenn schon, dann besser umgekehrt schliesslich sollen ja die Enkelchen drauf spielen. Beachte aber auch die Einwirkzeit und wann sich das (Bio)Vernichtungsmittel abbaut. Welche Rasensaat ist belastbar / bespielbar? (3Hunde, 2
        Enkelkinder).
        Nimmst du am besten Spielrasen, wie er von den Städten verwendet wird, der hat sich bei uns gut bewährt.

        Gruss BelRia
        • Antwort von Jens Knapp 2
          Re: Von der Wiese zum Rasen?
          Hi, ohne die Bodenverhältnisse zu kennen, noch ein Tip: erst 5cm Kies auf die Fläche, dann Motorfräse durch, dann 5cm Sand + deinen Oberboden und nochmal Fräse durch. Wenn du Oberboden auf die Wiese schüttest, kann das, je nach Bodenart, zu Fäulnis der zugeschütteten Pflanzen führen, das ganze wird für Rasen zu nährstoffhaltig, zu wenig Drainage und zu verdichtet. Bei 500m² lohnt es sich, eine Motorfräse zu leihen.

          Gruß, Jens [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]