Handwerk & Hauswirtschaft allgemein
Von: mоm, 28.8.2007 08:58 Uhr
Hallo,

ich renoviere gerade ein Badezimmer, und habe eine Frage zur Wärmeisolation der Wände.

Das Bad ist ebenerdig, hat 2 Aussenwände (Ziegelmauern, diese werden mittelfristig aussen mit EPS isoliert), eine Innenwand (Ziegel) zu einem beheizten Raum und eine "Innenwand" zum unbeheizten Keller - diese ist mein Problemkind. Diese Wand zum Keller ist aus Beton, ca. 30cm dick und nicht isoliert - weder auf der Kellerseite noch auf der Badezimmerseite. Im Altbestand war auf der Badzimmerseite eine Lage Sauerkrautplatten (Heraklithplatten) drauf, darüber waren Fliesen bis ca. 3/4 der Raumhöhe. Beim Abtragen stellten wir fest, dass die Heraklithplatten feucht waren, dass kann allerdings daran liegen das vor einem Jahr eines der Wasserrohre kaputt war, die durch die Betonwand aus dem Keller kommen. Vom Boden her kommt jedenfalls kein Wasser, jetzt ist die nackte Betonwand staubtrocken.

Ich möchte diese Betonwand so gut es geht thermisch wieder isloieren, und dannach neu verfliesen. Geplant hatte ich folgendes:

- Styrodurplatten 20mm mit Klebemörtel aufbringen
- Dampfsperr-Folie aus Alu mit Lösungsmittelfreiem PU Kleber luftdicht aufkleben
- Haftgrundierung für die Alufolie
- Mit Flexkleber verfliesen
(sinngemäß aus der Styrodur Verlegeanleitung von BASF)

Eine Isolation der Kellerseite scheidet aus, da die Betonwand seitlich weiter ins Freie ragt und die Kälte reinzieht - die ganze Wand ist quasi eine Wärmebrücke.

Wobei ich mir unschluessig bin ist folgendes:
Ist Styrodur innen überhaupt sinnvoll für so ein Problem, oder besser einfach Thermoputz und dann darauf direkt die Fliesen??
Wie muessen die Stroyplatten armiert werden? Reicht Wulst-Punkt ankleben mit Klebemörtel?
Muss diese Isolation sonst irgendwie versteift/verstärkt werden, bevor verfliest wird? Der Kleber ist zwar laut Anleitung als Haftbrücke ok, aber ich bin da eher skeptisch.
Wenn die eine Wand mit Dampfsperre abgedichtet wird, sollen dann auch die anderen (Ziegel-)aussenwände damit abgedichtet werden?

Eine Alternative zur Alu-Dampfsperre wäre auch noch ein eigenes System, dass speziell zum Verfliesen geacht ist, z.B. Schlüter Ditra.

Danke schon mal und liebe Grüße,
MoM



  1. Antwort von Е. Κrull 2
    Re: Innenisolation einer Betonwand
    Hallo,

    bei der kleinen Fläche könnte sich die Investition in Glasschaum-Platten lohnen (z.B. Foamglas). Dann entfällt der ganze Abdichtaufwand mit der Folie und auch das Bearbeiten der Folie, damit darauf eine Fliese hält.

    Grüße
    EK
    • Re: Innenisolation einer Betonwand

      Ich möchte diese Betonwand so gut es geht thermisch wieder
      isloieren, und dannach neu verfliesen. Geplant hatte ich
      folgendes:

      - Styrodurplatten 20mm mit Klebemörtel aufbringen
      - Dampfsperr-Folie aus Alu mit Lösungsmittelfreiem PU Kleber
      luftdicht aufkleben
      - Haftgrundierung für die Alufolie
      - Mit Flexkleber verfliesen
      (sinngemäß aus der Styrodur Verlegeanleitung von BASF)
      ---------
      Auf die Alufolie kannst Du verzichten, da diese das Problem eher noch durch fehlende Diffussion verschärft. Diese alukaschierten Platten werden eigentlich nur im Schwimmbadbau benutzt.
      ------------- Eine Isolation der Kellerseite scheidet aus, da die Betonwand
      seitlich weiter ins Freie ragt und die Kälte reinzieht - die
      ganze Wand ist quasi eine Wärmebrücke.
      ---------------
      Dann wirst Du in der Außenecke ein Schimmelproblem bekommen wenn Du die angrenzende Außenwand nicht mitmachst.
      ------------------- Wobei ich mir unschluessig bin ist folgendes:
      Ist Styrodur innen überhaupt sinnvoll für so ein Problem, oder
      besser einfach Thermoputz und dann darauf direkt die Fliesen??
      ----------
      Styrodur ist geeignet.
      --------- Wie muessen die Stroyplatten armiert werden? Reicht
      Wulst-Punkt ankleben mit Klebemörtel?
      ----------
      Kleber mit grober Zahnspachtel vollflächig auf die Platte auftragen und verkleben
      -------------- Muss diese Isolation sonst irgendwie versteift/verstärkt
      werden, bevor verfliest wird? Der Kleber ist zwar laut
      Anleitung als Haftbrücke ok, aber ich bin da eher skeptisch.
      --------------
      Gewebearmierung auftragen und mit feiner Zahnspachtel quer abziehen. Danach verputzen und nochmal armieren.
      -------------- Wenn die eine Wand mit Dampfsperre abgedichtet wird, sollen
      dann auch die anderen (Ziegel-)aussenwände damit abgedichtet
      werden?
      --------------
      Ja. Zumindest die eine Außenwand noch mitnehmen.
      ------------------
      Eine Alternative zur Alu-Dampfsperre wäre auch noch ein
      eigenes System, dass speziell zum Verfliesen geacht ist, z.B.
      Schlüter Ditra.
      -----------
      Ist auch in Ordnung. Die werden dann nur verklebt. Sind aber sauteuer.
      -------------
      Danke schon mal und liebe Grüße,
      MoM
      • Antwort von Uwі 1
        Re: Innenisolation einer Betonwand
        Hallo,

        ich würde auch sagen, daß die Folie nicht gebraucht wird.

        Entweder als Isoliermat. das Styrodur oder auch Glaschaum .
        Gasbetonplatten sollten auch möglich sein.
        Anschlußwand sollte mit isoliert werden.

        Auf das Styrodur würde ich aber innen noch Gipskarton (für
        Feuchtraum geeignet) draufkleben.
        Die Gipskarton-Oberfläche dann glatt spachteln und mit
        hochwertigen Tiefgrund behandeln.

        Die Fläche zusätzlich mit "flexibler Gummihaut"
        -> LastoGum von PCI abgedichtet werden (spritzwassergefährdete
        Bereiche unbedingt damit abdichten).
        Auf dem LastoGum kann man dann problemlos Fliesen kleben.
        http://www.pci-augsburg.de/site_fixes/database/bauab...

        Für Durchführungen (Wasser,Abwasser, Gas) gibt es auch spezielle
        Gummimanschetten, die mit dem Lastogum eingeklebt werden.
        Desgleichern kann man zumindest im Bodenbereich alle Fugen und
        Ecken mit Gummidichtband abdichten (auch mit Lastogum einleben).
        http://www.pci-augsburg.de/site_fixes/database/bauab...

        Sonstige Fugen und Löcher zuletzt mit Silicon abdichten.

        Gruß Uwi ich renoviere gerade ein Badezimmer, und habe eine Frage zur
        Wärmeisolation der Wände.

        Das Bad ist ebenerdig, hat 2 Aussenwände (Ziegelmauern, diese
        werden mittelfristig aussen mit EPS isoliert), eine Innenwand
        (Ziegel) zu einem beheizten Raum und eine "Innenwand" zum
        unbeheizten Keller - diese ist mein Problemkind. Diese Wand
        zum Keller ist aus Beton, ca. 30cm dick und nicht isoliert -
        weder auf der Kellerseite noch auf der Badezimmerseite. Im
        Altbestand war auf der Badzimmerseite eine Lage
        Sauerkrautplatten (Heraklithplatten) drauf, darüber waren
        Fliesen bis ca. 3/4 der Raumhöhe. Beim Abtragen stellten wir
        fest, dass die Heraklithplatten feucht waren, dass kann
        allerdings daran liegen das vor einem Jahr eines der
        Wasserrohre kaputt war, die durch die Betonwand aus dem Keller
        kommen. Vom Boden her kommt jedenfalls kein Wasser, jetzt ist
        die nackte Betonwand staubtrocken.

        Ich möchte diese Betonwand so gut es geht thermisch wieder
        isloieren, und dannach neu verfliesen. Geplant hatte ich
        folgendes:

        - Styrodurplatten 20mm mit Klebemörtel aufbringen
        - Dampfsperr-Folie aus Alu mit Lösungsmittelfreiem PU Kleber
        luftdicht aufkleben
        - Haftgrundierung für die Alufolie
        - Mit Flexkleber verfliesen
        (sinngemäß aus der Styrodur Verlegeanleitung von BASF)

        Eine Isolation der Kellerseite scheidet aus, da die Betonwand
        seitlich weiter ins Freie ragt und die Kälte reinzieht - die
        ganze Wand ist quasi eine Wärmebrücke.

        Wobei ich mir unschluessig bin ist folgendes:
        Ist Styrodur innen überhaupt sinnvoll für so ein Problem, oder
        besser einfach Thermoputz und dann darauf direkt die Fliesen??
        Wie muessen die Stroyplatten armiert werden? Reicht
        Wulst-Punkt ankleben mit Klebemörtel?
        Muss diese Isolation sonst irgendwie versteift/verstärkt
        werden, bevor verfliest wird? Der Kleber ist zwar laut
        Anleitung als Haftbrücke ok, aber ich bin da eher skeptisch.
        Wenn die eine Wand mit Dampfsperre abgedichtet wird, sollen
        dann auch die anderen (Ziegel-)aussenwände damit abgedichtet
        werden?

        Eine Alternative zur Alu-Dampfsperre wäre auch noch ein
        eigenes System, dass speziell zum Verfliesen geacht ist, z.B.
        Schlüter Ditra.

        Danke schon mal und liebe Grüße,
        MoM