Handwerk & Hauswirtschaft allgemein
Von: Moppel (abgemeldet), 6.9.2003 15:49 Uhr
Hallo
Weiss hier jemand wie viel Strom eine handelsübliche mobile Klimaanlage in etwa verbraucht?
Angenommen das Gerät hat eine Kühlleistung von 2200 Watt und eine Leistungsaufnahme von 900 Watt und ich möchte an einem warmen Sommertag die Raumtemperatur von 30°C auf konstante 25°C senken und dort etwa 12 Stunden am Tag halten(mit Thermostatregelung).
Wird dann das Gerät konstant mit 0.9kW/h gespeist oder wie wird sich der Verbrauch beim Halten der Temperatur ungefähr verhalten (50%Leistungsaufnahme pro Std. oder noch weniger? )

Vielen Dank schon mal für Antworten
Moppel



  1. Antwort von Uwi 0
    Re: Stromverbrauch bei Klimaanlagen
    Hallo
    Deine Frage kann Dir niemand genau beantworten.
    Der wahrscheinlichste Fall ist aber, daß die Anlage die
    angegebenen 900W dauernd verbraucht. Das runterkühlen von 30°C
    auf 25°C kann lange dauern, weil die Wärmekapazität der Wände
    sehr groß ist (anhängig von Bauart -> Holz oder Ziegel).

    Unklar ist auch, welche Leistung Du brauchst, um 25°C zu halten.
    Das hängt hauptsächlich davon ab, wiewiel Wärmeeintrag es in den
    Raum gibt, abhängig von
    -> Wärmeisolation der Wände und Fenster
    -> Größe und Ausrichtung der Fenster(falls nicht mit Rollos zugemacht)
    -> Intensität und Zeit der Sonnenstrahlung
    -> Außentemperatur
    -> Energieeintrag ins Zimmer durch Leute und Geräte (PC,Lampen usw.)
    -> Häufigkeit des Öffnens von Türen/Fenstern

    Abgesehen davon scheint mir das Verhältnis 900W Leistungsaufnahme
    zu 2,2KW Kühlleistung recht hoch. Real sind meiner Meinung nach
    eher ca. 1KW/2KW.
    Gruß Uwi


    Weiss hier jemand wie viel Strom eine handelsübliche mobile
    Klimaanlage in etwa verbraucht?
    Angenommen das Gerät hat eine Kühlleistung von 2200 Watt und
    eine Leistungsaufnahme von 900 Watt und ich möchte an einem
    warmen Sommertag die Raumtemperatur von 30°C auf konstante
    25°C senken und dort etwa 12 Stunden am Tag halten(mit
    Thermostatregelung).
    Wird dann das Gerät konstant mit 0.9kW/h gespeist oder wie
    wird sich der Verbrauch beim Halten der Temperatur ungefähr
    verhalten (50%Leistungsaufnahme pro Std. oder noch weniger? )

    Vielen Dank schon mal für Antworten
    Moppel
    2 Kommentare
    • von Moppel (abgemeldet) 0
      Re^2: Stromverbrauch bei Klimaanlagen
      Danke Uwi
      Aber so recht vorstellen kann ich mir das immer noch nicht, dass die Klimaanlagen durchgehend den vollen Verbrauch haben sollen.
      Das gibt ja dann schon üble Stromrechnungen.
      Hatte dabei mehr an eine Art Intervallverbrauch gedacht wie beim Kühlschrank. So dass der Verbrauch vielleicht doch unter 50% liegen könnte.
    • von Uwi 1
      Re^3: Stromverbrauch bei Klimaanlagen
      Uwi
      dat ist doch gehuppt wie gesprungen.

      Entweder Du hast eine große Anlage, die dann mit viel Verbrauch nur
      zeitweise läuft oder eben eine kleinere, die dann mit weniger
      Verbrauch im Dauerbetrieb rödelt.

      Ansonsten, ist es davon abhängig, wie gut das Zimmer isoliert ist.
      Bei sehr guter Isolation (Niedrigenergiehaus, Fenster voll
      abgeschattet und Türen bei Hitze zu) brauchst Du bloß ca. 300-500W
      Kälteleistung um die Temp. zu halten (zuzüglich der Heizleistung
      im Zimmer für z.B. Lampen und PC/Monitor) -> gesamt ca. 600-800W.
      Bei eher schlechter Isolierung wird für ein mittelgroßes Zimmer
      eher das doppelte bis dreifache gebraucht. Falls Du Fenster nach
      Süden hast, kann man nochmal ca. 400-500W/m² für die Fensterfläche
      am Mittag bei vollem Sonnenschein rechnen.

      Übrigens, der totale Stromausfall in USA/Kanada ist ja bekanntermaßen
      auf die allgegenwärtigen Klimaanlagen zurückzuführen.

      1KW Leistung ist ja auch nicht so viel. Macht bei 12h Betriebszeit
      eben ca. 12h * 13Cent = ca. 1,6€ pro Tag bzw. ca. 50€/Monat aus.
      Soviel kostet eben dieser Komfort bei Sommerhitze.
      Für das Geld kann man mit dem PKW auch gerade mal um die Ecke
      fahren (ca. 3km) um Bier zu holen.
      Gruß Uwi Aber so recht vorstellen kann ich mir das immer noch nicht,
      dass die Klimaanlagen durchgehend den vollen Verbrauch haben
      sollen.
      Das gibt ja dann schon üble Stromrechnungen.
      Hatte dabei mehr an eine Art Intervallverbrauch gedacht wie
      beim Kühlschrank. So dass der Verbrauch vielleicht doch unter
      50% liegen könnte.
  2. Antwort von RuBa (abgemeldet) 0
    Stimmen Deine Angaben?
    Hallo Moppel,

    zuerst möchte ich dem Uwi zustimmen, der Dir schon Gründe genannt hat, weshalb Deine Angaben nicht ausreichen, um auszurechnen, wieviel Dich das Kühlen des Raumes kostet.

    Trotzdem will ich versuchen, Dir 2 Antworten zu geben, vielleicht ist es das, was Du haben willst. Dabei habe ich einen Hintergedanken. Ich hoffe, daß sich jemand findet, der meine zweite Antwort falsch findet und mich korrigiert. In dem Falle würde ich es mir sparen, vom Dachboden alte Bücher herunterzuholen und wieder nachzulesen. Ich gebe also die zweite Antwort aus dem Gedächtnis und hoffe, daß es halbwegs richtig ist.

    Erstens: Ich habe lange Zeit in Räumen gelebt, in dem eine im Fenster eingebaute Klimaanlage die Temperatur geregelt hat. Das heißt, die Wärme, die die Anlage selbst erzeugt, liegt an der Außenseite und die Kühlschlangen in der Innenseite. Das ist nicht so gut wie bei einer Split-Anlage, aber wesentlich besser als bei so einem mobilen Gerät welches im Raum steht. Also in Deiner Beschreibung fehlt auch die Art der Anlage.

    Die Fenster-Geräte hatten so um die 1 kW Anschlußleistung, ich habe in Erinnerung, daß man von 1,5 PS gesprochen hat. In Räumen üblicher Konstruktion und Größe haben diese Geräte die von Dir gewünschte Kühlleistung wohl gebracht und haben in etwa der Hälfte der Zeit gebrummt (also Strom verbraucht) und daraus kannst Du Dir die zu bezahlenden kWh ausrechnen.

    Weshalb Du von 12 Stunden im Tag sprichst, kann ich nicht nachvollziehen, bei mir hat der Tag 24 Stunden und so ein Gerät würde im Sommer eingeschaltet bleiben und im Winter ausgeschaltet. Dazu kommt ja ohnehin die von Dir genannte Thermostatregelung. Wenn es also in der Nacht kühl wird, springt das Gerät sowieso nicht an.

    Zweitens: Den von Uwi erwähnten Aufwand für das Runterkühlen der Wände und die Verluste durch Wände, Fenster usw. beachte ich vorläufig und zum Zwecke meiner Überlegung nicht. Auch lege ich fest, daß der zu kühlende Raum 60m3 groß sein soll und will nur errechnen, was das Runterkühlen der Luft alleine kosten würde und krame in meiner Erinnerung:

    60 m3 Luft (bei dieser Temp. und Druck) mögen 1,2 * 60 = 72 kg wiegen? Der Wärmewert von Luft (bei dieser Temp. und Druck) mögen 0,24 kcal/kg sein, die neue Einheit, das Joule ist nur ein Viertel von dem, was eine Kalorie war, also ist der Wärmewert von Luft 1 J/g und bei 72 kg eben 72 kJ. Definiert wurde: 1 Ws = 1 J.

    Du bestimmst: "Angenommen das Gerät hat eine Kühlleistung von 2200 Watt und eine Leistungsaufnahme von 900 Watt".

    Du willst die Temperatur um 5°C reduzieren, also brauchst Du 72*5 = 360 kJ oder 360 kWs oder 0.1 kWh. Dafür würde das Gerät nur knapp 3 Minuten laufen müssen und das bei einer Stromaufnahme von nur 0,9 kWh?

    Ohne in Zweifel zu ziehen, daß der Hauptaufwand der Kühlleistung in den von Uwi schon beschriebenen Verlustleistungen liegt, bringt mich meine Rechnung (ob die wohl stimmt?) auf die Frage, wie die Angabe: "Angenommen das Gerät hat eine Kühlleistung von 2200 Watt und eine Leistungsaufnahme von 900 Watt" wohl zu verstehen ist? Kann mir da jemand erklären, wie das funktioniert oder, Moppel, woher hast Du diese Angabe?

    Grüße, Rudolf
    2 Kommentare
    • von Uwi 0
      zu Wirkprinzipien
      Hallo Weshalb Du von 12 Stunden im Tag sprichst, kann ich nicht
      nachvollziehen,
      ich aber schon, denn wenn in der Nacht die Außentemp. unter die
      Innentemp. fällt, muß nicht mehr gekühlt werden (25°C in der Nacht
      sind ja eher die Ausnahme).
      Da kann man eher die Nachtstunden nutzen, um zu lüften und die
      aufgeheizten Wände somit ohne Energieaufwand zu kühlen.
      Auch wegen der möglichen Lärmbelästigung sollte das Aggregat nachts
      aus bleiben. bei mir hat der Tag 24 Stunden und so ein
      Gerät würde im Sommer eingeschaltet bleiben und im Winter
      ausgeschaltet. Dazu kommt ja ohnehin die von Dir genannte
      Thermostatregelung. Wenn es also in der Nacht kühl wird,
      springt das Gerät sowieso nicht an.
      Eben, und braucht damit auch keinen Strom. Zweitens: Den von Uwi erwähnten Aufwand für das Runterkühlen
      der Wände und die Verluste durch Wände, Fenster usw. beachte
      ich vorläufig und zum Zwecke meiner Überlegung nicht.
      Das darf man aber nicht vernachlässigen! Gerade hier liegt der
      Effekt. Ein dm³ Mauerwerk hat mehr Wärmekapazität als ein 1m³ Luft.
      Der Wärmeübergang an glatten Flächen ist etwa 6W pro 1m² * 1grd.
      Beim Raum mit 60m² Grundfläche kommen ca. 200m² Oberfläche zusammen.
      Bei 5 grd. Temperaturdiff. werden also an der Oberfläche ca.
      200m² * 5rgd + 6W/m²*grd = ca. 6000W = 6KW von der Grenzfläche
      Wand/Boden an die Innenluft übertragen. Dann kann man noch die
      gesamte Wärmekap. der Wände abschätzen. Bei mauerwerk komen da
      zig Tonnen Masse zusammen, die abgekühlt werden wollen.

      Der Effekt ist also: Du kühlst die Luft schnell ab, und nach
      3 min. ist die wieder warm.
      Deshalb sollte man den Anfängen wehren und die Hütte nicht erst
      so warm werden lassen.

      Was das Verhältniss Energieaufnahme/Kühlleistung angeht, so ist
      folgendes zu sagen:
      Eine Klimaanlage ist ja nix anderes als eine Wärmepumpe und die
      kann je nach Verhältnissen etwa doppelt so viel Wärmeleistung pumpen,
      wie sie selber aufnimmt. Mit einer elektrischen Leistung von 1KW
      kann man also ca. 2KW Wärmeleistung transportieren.

      Wenn man das als Heizung nimmt, dann kann man also pro 1KW
      aufgenommener Leistung ca. 3KW Heizleistung rausholen.
      In Realität ist das aber auch zu optimistisch, weil gerade dann,
      wenn man die Heizung braucht, die Wärmequelle draußen gerade sehr
      kalt ist und deshalb der Wirkungsgrad schlechter ist.

      Beim Kühlen sollte natürlich die aufgenommene Leistung möglichst
      draußen bleiben.
      Gruß Uwi Auch
      lege ich fest, daß der zu kühlende Raum 60m3 groß sein soll
      und will nur errechnen, was das Runterkühlen der Luft alleine
      kosten würde und krame in meiner Erinnerung:
      60 m3 Luft (bei dieser Temp. und Druck) mögen 1,2 * 60 = 72 kg
      wiegen? Der Wärmewert von Luft (bei dieser Temp. und Druck)
      mögen 0,24 kcal/kg sein, die neue Einheit, das Joule ist nur
      ein Viertel von dem, was eine Kalorie war, also ist der
      Wärmewert von Luft 1 J/g und bei 72 kg eben 72 kJ. Definiert
      wurde: 1 Ws = 1 J.
      Du bestimmst: "Angenommen das Gerät hat eine Kühlleistung von
      2200 Watt und eine Leistungsaufnahme von 900 Watt".
      Du willst die Temperatur um 5°C reduzieren, also brauchst Du
      72*5 = 360 kJ oder 360 kWs oder 0.1 kWh. Dafür würde das Gerät
      nur knapp 3 Minuten laufen müssen und das bei einer
      Stromaufnahme von nur 0,9 kWh?
      Ohne in Zweifel zu ziehen, daß der Hauptaufwand der
      Kühlleistung in den von Uwi schon beschriebenen
      Verlustleistungen liegt, bringt mich meine Rechnung (ob die
      wohl stimmt?) auf die Frage, wie die Angabe: "Angenommen das
      Gerät hat eine Kühlleistung von 2200 Watt und eine
      Leistungsaufnahme von 900 Watt" wohl zu verstehen ist? Kann
      mir da jemand erklären, wie das funktioniert oder, Moppel,
      woher hast Du diese Angabe?
    • von RuBa (abgemeldet) 1
      Danke Uwi, Moppel guck ins Archiv
      Hallo Uwi und Moppel,

      nicht böse sein, daß ich beharrlich bin, ich möchte gerne wissen, wie das mit Leistungsaufnahme und Abgabe = 900 Watt zu 2,2 kW tatsächlich funktioniert.

      Dummerweise war das in meinem langen Geschreibsel nicht klar zu erkennen, genau so wie Du, Uwi irgendwie angenommen hast, ich widerspreche Dir irgendwo. Das habe ich nicht. Auch will ich feststellen, daß ich die meisten Artikel in w-w-w über Klimageräte aufmerksam gelesen habe.

      Dir, Moppel empfehle ich daher, wenn es noch helfen sollte, Dich im Archiv rumzutun, da findest Du interessantes, besonders über diese "mobilen" Geräte.

      Jetzt zu den 0,9=2,2 kW oder zu Uwis Was das Verhältniss Energieaufnahme/Kühlleistung
      angeht, so ist folgendes zu sagen: Eine Klimaanlage
      ist ja nix anderes als eine Wärmepumpe und die
      kann je nach Verhältnissen etwa doppelt so viel
      Wärmeleistung pumpen, wie sie selber aufnimmt.
      Mit einer elektrischen Leistung von 1KW kann man
      also ca. 2KW Wärmeleistung transportieren.
      Jetzt hatte ich schon einen Absatz Gegenargumente getippt (die habe ich natürlich gelöscht) und plötzlich wurde ich "erleuchet", danke Uwi. Ich habe im Raum überschüssige Wärme und pumpe diese nach draußen, um die Umgebung zu erwärmen!

      Noch anfügen möchte ich, daß ich sowohl Klimagerät als auch Wärmepumpe technisch verstehe und daß ich auf dem Schlauch gestanden bin.

      Zum 12 oder 24 Stunden-Betrieb will ich noch erklären, daß ich meine Erfahrungen in den Tropen gesammelt habe, wo man nachts nicht lüftet sondern die Luft trocknet und kühlt um die Moskitos nicht ins Zimmer zu locken. Da ist einem das Geräusch egal, was Moppel bei einem mobilen Gerät (auch der Kompressor ist im Raum)gut überdenken sollte.

      Grüße, und danke, Rudolf
  3. Antwort von Moppel (abgemeldet) 0
    Re: Stromverbrauch bei Klimaanlagen
    Danke RuBa und Uwi
    Die genannten Überlegungen sind Hilfreich.
    RuBa, sorry meinte ein mobiles Gerät mit Abluftschlauch ins Freie(wie etwa eine PAC FX180 Öko von Delonghi oder ähnlichen).
    Ich hatte bewusst die Wärmequellen weggelassen da es mir eigentlich mehr darauf ankam ob eine Klimaanlage überhaupt mit geringer Stromaufnahme auskommen kann wenn sie denn mal die angestrebte Temperatur erreicht hat. Nun gut, dies scheint der Fall zu sein und
    der Verbrauch wird entgegen meinen Annahmen dann doch mehr im oberen Bereich der maximalen Stromaufnahme liegen wenn ich mir so Uwis Angaben unten anschaue.

    Ciao
    1 Kommentare
    • von Uwi 0
      Re^2: Stromverbrauch bei Klimaanlagen
      Hallo,

      Deloghi ist ja wohl die Markenware unter den transportablen Geräten.

      Was mich aber mal interessieren würde:
      Da steht was von ca. 1m Länge für den Abluftschlauch.
      Hat das Gerät nur einen Schlauch?

      Ein vernüftiges Gerät muß 2 Schläuche haben. Einer saugt die Luft
      von außen an und der andere bläst die heiße Luft wieder raus.
      Nur so wird's auch einigermaßen kühl.
      Alternativ gib's noch die Variante mit Wasserkühlung. Da braucht
      man natürlich keine Schläuche, dafür werden zusätzlich paar m³
      Wasser verbraucht.

      Dann würde mich mal interessieren, was die unter
      "Kondenswasser-Recycling-System" verstehen und wozu das gut sein soll?

      Gruß Uwi RuBa, sorry meinte ein mobiles Gerät mit Abluftschlauch ins
      Freie(wie etwa eine PAC FX180 Öko von Delonghi oder
      ähnlichen).